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1-2
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1.1. Zeit- und Verfasserfrage 3 1.2. Gliederung des Buches 3-4
1.3. Text: Die Auferweckung des toten Israels 5-6
1.4. Komposition der Textstelle 6-7
1.5. Interpretation der Textstelle 1.5.1. Die Vision 7-10 1.5.2. Die Deutung 10-11
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2.1. Zeit- und Verfasserfrage 11-12 2.2. Gliederung des Buches 12
2.3. Text: Die Ausgießung des Geistes 13
2.4. Interpretation der Textstelle 13-15
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15-16
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17
1
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Die Pneumatologie, die Lehre vom Heiligen Geist als dem Geist Christi in der Geschichte, wurde in der Geschichte des Christentums oft vernachlässigt. Im 10/11. Jahrhundert zum Beispiel wurde Pfingsten erst als Gedenktag an den Heiligen Geist eingerichtet, auch wurde die Pneumatologie in der mittelalterlichen Scholastik wenig betont. Dieser Trend hat sich auch bis ins
20. Jahrhundert hin fortgesetzt. Das Wirken und die Dynamik des Geistes ist im menschlichen Leben sichtbar, er selbst bleibt unsichtbar und geheimnisvoll.
Wie sich dieser Geist im Alten und Neuen Testament darstellt ist das Thema des Hauptseminars „Geist in der Bibel“.
Das Thema der Arbeit beschränkt sich auf den Geist-Gottes Begriff im Alten Testament. Der Geistbegriff nimmt in der Theologie des Alten Testaments eine Schlüsselstellung ein. Nicht weniger als 378 mal erscheint das Wort „Geist“ rûah in der hebräischen Bibel, in der griechischen Fassung, der Septuaginta (LXX), nicht weniger als 274 mal. 1 In 9/10 der Fälle ist das Wort rûah weiblichen Geschlechts. Das Wort rûah hat, darin verwandt mit dem griechischen Wort “πνευµα“, die Bedeutung „Wind“ bewahrt und darin sowohl die bewegte Luft in der Natur und den Hauch des Menschen eingeschlossen. 2 Das Wort rûah wird allerdings nicht nur als
a) eine Naturerscheinung, wie Wind oder Windhauch, gedeutet, sondern auch
b) b) als ein Vitalitätsprinzip, wie Atem, auch als
c) eine anthropologische Komponente, wie einen Gemütszustand oder das innere im Menschen, auch
d) als ein esoterischer Begriff, wie Geist, Engel oder Dämon, auch
e) als eine theologische Größe, wie die wirksame Gegenwart Gottes oder als schöpferische Macht, auch
f) als eine prophetische Kraft, sie sorgt für Inspiration und Entrückung, zuletzt auch
1
Koch, Robert: Der Geist Gottes im AT, Frankfurt am Main, 1991, 13, künftig zitiert: Koch, Der Geist Gottes.
2 Eichrodt, Walther: Theologie des Alten Testaments, Bd.2, Stuttgart 5 1964, 24, künftig zitiert: Eichrodt, Theo-
logie des Alten Testaments.
2
g) als eine eschatologische Größe, als das Symbol einer stimmigen Gott-Mensch Beziehung. 3
Als Gegenstände der Untersuchung des Geist-Gottes-Begriffs werden die Textstellen Ezechiel 37, 1-14 und Joel 3, 1-5 herangezogen, wobei sich die Frage stellt, wie die Bedeutungen des Geist-Gottes-Begriffs aussehen und sich darstellen.
Der erste methodische Schritt untersucht die Verfasser der beiden Bücher Ezechiel und Joel und die Zeit in der sie lebten. Danach schließt sich die Vorstellung der Texte an, wobei anzumerken ist, daß die Textstellen nicht aus der hebräischen Bibel übersetzt wurden, aufgrund der fehlenden Kenntnis der hebräischen Sprache. Die Textstellen wurden aus der LXX 4 entnommen und übersetzt, wichtige hebräische Begriffe finden trotzdem Erwähnung und werden bearbeitet. Danach wird die Komposition der Textstellen erläutert, sowie analysiert und ausgelegt. Im Fazit wird dann die Bedeutung des Geist-Gottes-Begriffs dargelegt.
3
Koch, Der Geist Gottes, 14-34, vgl. auch Eichrodt, Theologie des Alten Testaments, 26-39.
Vgl. : Tengström,
R. u. Fabry, H.: rûah, in: Fabry, H-J. u. Ringgren, H.(Hg.): Theologisches Wörterbuch zum AT, Bd. 7, Stuttgart
1993, 385-425.
4 Rahlfs, Alfred: Septuaginta, Vol.2, Stuttgart 8 1965, künftig zitiert: Rahlfs, Septuaginta. Kittel, Rudolf: Biblia
Hebraica, Stuttgart 11 1974, künftig zitiert: Kittel, Biblia Hebraica. Als Übersetzungsbücher der griechischen
Sprache dienten Pape, W.: Griechisch-deutsches Handwörterbuch, Bd.1 und Bd.2, Graz 1954 und Aland, Kurt
und Aland, Barbara (Hg.): Griechisch-deutsches Wörterbuch, Berlin New York 6 1988.
3
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Der Prophet Ezechiel, sein Name ist ein Bekenntnisname und bedeutet „ Gott möge Kraft geben“ oder „ Gott ist mächtig“ führte die vorexilische Gerichtsprophetie zu einer letzten Blüte. 5 In der Einleitung des Buches läßt sich eine Datumsangabe finden, Vers 1 1-3 , die in die Berufungsvision Ezechiels, Vers 1 4 -3 13 , eingewoben ist. 6 Ezechiel lebte in einer Zeit hochgespannter politischer und religiöser Erwartungen. Nachdem das Königreich Juda in politische Abhängigkeit Ägyptens geriet, unterwarf sich der neubabylonische König Nebukadnezar II. (604-562 v.Chr.) 598 v.Chr. das Reich. Doch ein Jahr später kam es zur wirklichen Katastrophe, die Babylonier zerstörten 587. v. Chr. die judäische Hauptstadt Jerusalem und den Tempel, die führenden Schichten des Volkes wurden in ein achtundvierzig jähriges Exil verschleppt. 7 In dieser epochalen Zeit trat Ezechiel als Prophet auf. Ezechiel gehörte wahrscheinlich schon zu den Deportierten der ersten Generation (598 v.Chr.), seine Berufungsvision, wie er selbst angibt, erlebte er 593 v.Chr. Seine Verkündigung dauerte wahrscheinlich bis ins Jahr 571 v.Chr. 8 Über sein persönliches Leben ist wenig bekannt. Der Prophet ist der Sohn eines Priesters namens Busi, stammt also aus einem priesterlichen Geschlecht. So ist es nicht verwunderlich, daß auch Ezechiel eine Ausbildung als Priester im Tempel zu Jerusalem erhielt, waren ihm ältere Propheten und doch Traditionen bekannt. Sein Auftreten läßt sich noch bis 571/568 v.Chr. datieren, weiteres verliert sich im Dunkel der Geschichte. 9
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Das Buch Ezechiel weist eine wohldurchdachte Gliederung auf, die sich von anderen Prophetenbüchern unterscheidet. Die Worte und Sprüche des Propheten erwecken den Eindruck, daß sie einer chronologischen Reihenfolge
5
Fuhs, Hans-Ferdinand: Ezechiel 1-24,
Würzburg 1984, 5, künftig zitiert: Fuhs, Ezechiel 1-24, oder Fuhs, Eze-
chiel 25-48.
6 Fohrer, Georg: Die Propheten des Alten Testaments- Die Propheten des frühen 6. Jahrhunderts, Bd.3, Güters-
loh 1975, 12-13, künftig zitiert: Fohrer, Die Propheten des frühen 6. Jahrhunderts.
7 Bock, Sebastian: Kleine Geschichte Israels, Freiburg im Breisgau² 1998, 115-125.
8 Scharbert, Josef: Die Propheten Israels um 600 v. Chr., Bd.2, Köln 1967, 297, künftig zitiert: Scharbert, Die
Propheten Israels um 600 v.Chr.
9 Fuhs, Ezechiel 1-24, 13.
4
unterliegen, daher sieht man das Buch eher als ein Werk eines Schriftstel- lers,als eine allmählich mündlich gewachsene Sammlung von Prophetentexten an. Dennoch ist es eine Sammlung von überwiegend mündlich vorgetragenen Überlieferungseinheiten. 10 Die Botschaft Ezechiels ist in 3 Tätigkeitsphasen ausgerichtet. Die Abschnitte des Buches gehören zusammen, sie spiegeln die Phasen der Verkündigung wieder. Die erste Phase reicht vom Berufungserlebnis bis in die Zeit des Untergangs von Jerusalem, 593-587 v.Chr. Das Gericht über Jerusalem und Juda, Kapitel 1-24, wird angekündigt. 11 Die Ankündigungen in der zweiten Phase wandeln sich von der Unheilsankündigung zur bedingten Heilsankündigung. Ezechiel ermahnt die Deportierten zur Umkehr und kündigt das Heil für die Umkehrer an. Mit eingeschlossen sind in den Kapiteln 25-32 auch Unheilsworte gegen andere Völker, die sogenannten Fremdvöl-kerorakel. 12 In der dritten Phase wandelt sich die Botschaft des Propheten noch einmal zu einer unbedingten Heilsankündigung. Der Prophet kündet von einem wiedervereinten israelischen Reich und der Rückkehr Jahwes. 13 Nach der Heilsansage an Israel, Kapitel 33-39, schließt sich die Botschaft von einer neuen Kultordnung an, Kapitel 40-48, Scharbert nennt sie Verfassungsentwurf. 14 Die Endredaktion des Buches dürfte in das 3./4. Jahrhundert v.Chr. fallen, sie war wahrscheinlich auch für die Gliederung des Buches zuständig. 15
Das Buch ist als Selbstbericht verfaßt, mit Ausnahme der Stellen 1 3 , 24 4 . Die Redestücke, viele werden als Sprechen und Handeln Jahwes dargestellt, werden oft mit einer stereotypen Einleitungsformel, „ und es erging das Wort Jahwes an mich“ , eingeleitet. Die Gottesrede wird mit der Formel „ ich Jahwe habe gesprochen (und tue es)“ beschlossen, auch folgt oft die theologische Formel, „ damit sie erkennen, daß ich Jahwe bin“ . Ezechiel wird durchgängig als „ Menschensohn“ angeredet. 16
10
Scharbert, Die Propheten Israels um 600 v.Chr., 298-300.
11 Fohrer, Die Propheten des frühen 6. Jahrhunderts, 12-15.
12 Fuhs, Ezechiel 1-24, 6-7. Vgl. Fohrer, Die Propheten des frühen 6. Jahrhunderts, 12-15.
13 Fohrer, Die Propheten des frühen 6. Jahrhunderts, 12-15.
14 Scharbert, Die Propheten Israels um 600 v.Chr., 298-300.
15 Fuhs, Ezechiel 1-24, 7.
16 Fuhs, Ezechiel 1-24, 9.
Arbeit zitieren:
Thorsten Hübner, 1999, Der Geist Gottes im Alten Testament: Ezechiel 37, 1- 14 und Joel 3, 1-5 'Lebenshauch einer Nation', München, GRIN Verlag GmbH
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