Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 4
2 Berufsbildungsirrtum in der Entwicklungsplanung 5
2.1 Einleitung 5
2.2 Die Erfahrung Ghanas während der Kolonialzeit 7
2.3 Der Angestellten-Mythos und berufliche Vorstellungen 8
2.4 Schwierigkeiten der Manpower- Planung 10
2.5 Die Ausbildung technischer Arbeitskräfte 11
2.6 Probleme der landwirtschaftlichen Ausbildung und Entwicklung 13
2.7 Bildungsstrategien für die Entwicklung 14
3 Methoden 15
3.1 Einleitung 15
3.2 Gruppenbildungsprozesse 16
3.2.1 Lernziele 16
3.2.2 Rahmenbedingungen 16
3.2.3 Durchführung 17
3.2.4 Hinweise 18
3.3 Gruppenarbeit 18
3.3.1 Lernziele 18
3.3.2 Rahmenbedingungen 18
3.3.3 Durchführung 19
3.4 Fishbowl 19
3.4.1 Lernziele 20
2
3.4.2 Rahmenbedingungen 20
3.4.3 Durchführung 20
3.5 Fallarbeit 21
3.5.1 Lernziele 21
3.5.2 Rahmenbedingungen 21
3.5.3 Durchführung 22
4 Praktische Umsetzung der Methode 23
4.1 Vorüberlegungen 23
4.2 Durchführung der Methode 25
5 Feedback 31
5.1 Kritik und Diskussion zur methodischen Umsetzung 31
6 Resumée 33
7 Literaturverzeichnis 34
8 Anhang 35
3
1 Einleitung
Die folgende Arbeit ist in drei wesentliche Bereiche aufgeteilt, die nun kurz vorgestellt werden.
Der erste Teil befasst sich mit der Frage welcher Zusammenhang zwischen den beiden Komponenten Bildung und landwirtschaftlicher Fortschritt in Entwicklungsländern besteht und in welchem Verhältnis sie zueinander stehen müssen, damit ein Erfolg verzeichnet werden kann. Diese Fragen und die Frage nach technisch- landwirtschaftlichem und beruflichem Unterricht in Schulen beschäftigen seit langer Zeit die Wissenschaft weltweit. Der Text „Der Berufsbildungsirrtum in der Entwicklungsplanung“ von Philip Foster (1995) dient hierzu als Grundlage und alle folgenden Kapitel des ersten Teils beziehen sich ausschließlich auf ihn.
Vor dem Hintergrund dieses Textes wird im nachfolgenden zweiten Teil beschrieben, welche Methoden die Autoren dieser Arbeit gewählt haben um die Seminarstunde entsprechend zu gestalten. Als Vorlage für die Seminargestaltung diente ein Methoden-Mix aus Gruppenarbeit, Fishbowl und Fallarbeit. Anhand dieser Methoden sollten den Kursteilnehmern die wichtigsten Aussagen des Textes nahe gebracht werden.
Im letzten Teil werden letztendlich die Umsetzung der Methode und die somit gefundenen Ergebnisse der Diskussion präsentiert, gefolgt von einem zusammenfassenden und auf die heutige Situation in der deutschen Bildungspolitik bezogenen Resumée.
4
2 Berufsbildungsirrtum in der Entwicklungsplanung
2.1 Einleitung
Ein ständig bestehendes Problem in Entwicklungsländern ist das Verhältnis zwischen Bildung und landwirtschaftlichem Fortschritt. Welcher Zusammenhang besteht zwischen beiden Komponenten und in welchem Verhältnis müssen sie zueinander stehen, damit ein Erfolg verzeichnet werden kann? Diese Fragen und die Frage nach technisch-landwirtschaftlichem und beruflichem Unterricht in Schulen beschäftigen seit langer Zeit die Wissenschaft weltweit.
Foster bemüht sich in seinem Kapitel, Antworten auf die Fragen zu präsentieren und bezieht bei seinen Überlegungen zudem den Standpunkt des Wirtschaftswissenschaftlers Thomas Balogh mit ein. In manchen Punkten ist er d’accord mit Balogh, in anderen ist er jedoch kontroverser Meinung.
Im Folgenden werden nun die Ansichten Baloghs näher herausgearbeitet und anschließend erfolgt in mehreren Kapiteln die Präsentation der Lösungsvorschläge Fosters. Balogh gelangt in seiner Publikation einer Beobachtungsreihe über die Beschlüsse der „Konferenz afrikanischer Bildungsminister“ 1961 zu folgenden Ansichten: „Schule muss im Kern der modernen Landwirtschaft in den Dörfern situiert sein.“ (S.17). Weil die Mehrzahl aller Afrikaner Landwirtschaft betreiben und also davon abhängig sind, ist es unabdingbar eine technische und agrarische Ausbildung auf allen Stufen der Bildungseinrichtungen und vor allem großflächig durchzusetzen. Weiterhin muss Schule eine zentrale Rolle bei der allgemeinen Steigerung des Lebens-standards im Versorgungssektor spielen.
Balogh bezeichnet aktuelle und akademische Bildung als Hindernis für den landwirtschaftlichen Fortschritt, weil es seiner Ansicht nach zu feindlichen Vorurteilen gegenüber landwirtschaftlicher Praxis führt und zudem Landflucht fördert. U.a. die Vereinten Nationen weisen einige Parallelen in ihren Beobachtungen mit denen Baloghs auf. Foster allerdings möchte nun aufzeigen, dass vor allem die Meinung, akademische Bildung sei hinderlich für landwirtschaftlichen Fortschritt, nicht in allen Punkten vertreten werden kann.
5
Zuerst unterstreicht er allerdings noch einmal die Wichtigkeit, dass bei allen Entwicklungsprogrammen die landwirtschaftliche Entwicklung und die Erhöhung der Löhne an erster Stelle stehen müssen. Darin stimmt er also mit Balogh überein.
Allerdings kommt er nun zu folgenden Kritikpunkten:
Die Durchführung des von Balogh vorgeschlagenen Programms ist nicht genau beschrieben. Wie müsste solch ein gefordertes Bildungsprogramm genau aussehen? Welche Rollen würden Schulen in einem solchen Programm spielen? Ab welcher Stufe sollten berufliche Fächer eingeführt werden? Wie können technische und landwirtschaftliche Schulen in das allgemeine Bildungssystem eingegliedert werden? Welche Bildungsinhalte sollen vermittelt werden? Am stärksten zweifelt Foster die „Strategie“ Baloghs an. Die Effektivität solcher vorgeschlagenen Programme ist wohl nicht gewährleistet, aus dem einfachen Grund der Zentralisierung, die in den einzelnen Entwicklungsstaaten herrscht. Daher würden die vorgeschlagenen Verordnungen zur Durchsetzung eines Bildungsprogramms von Staat zu Staat variieren.
Foster ist auch der Meinung, dass berufliche und allgemeine Bildung als Ergänzung und nicht als Ersatz füreinander gesehen werden sollen, so wie es Balogh mit seinen Formulierungen fordert.
In den bisherigen einleitenden Ausführungen wurde nun deutlich, dass von Baloghs Seite aus Schule als das Medium gesehen wird, um sich an großflächige, wirtschaftliche Veränderungen anzupassen. Foster versucht diesen Standpunkt in den folgenden Kapiteln zu widerlegen. Zur Verdeutlichung orientiert er sich am Beispielland Ghana. (S. 17-19)
6
2.2 Die Erfahrung Ghanas während der Kolonialzeit
Ausgehend von den 1847 formulierten Forderungen des Privy Council, in denen Baloghs Ansichten weitgehend wieder zu finden sind, lag in Ghana bis zu seiner Unabhängigkeitserklärung 1957 der Hauptgehalt auf dem Aufbau einer beruflichen und landwirtschaftlichen Ausbildung.
Bis 1959 herrschte allerdings in der Realität eine expandierende akademische Grund-und Sekundarbildung, was natürlich im Widerspruch zu den damals formulierten Forderungen nach einer landwirtschaftlichen Ausbildung stand, denn im Endeffekt wurden nur 1% der damaligen Bevölkerung landwirtschaftlich oder technisch ausgebildet. Woran könnte das gelegen haben?
Sicherlich nicht daran, dass die ghanaische Regierung alle Versuche, eine solche Bildung durchzusetzen abgelehnt hätte. Im Gegenteil, in Schrift ab 1850 bis hinein ins 20. Jh. ist dokumentiert, dass genügend Anstrengungen unternommen wurden, landwirtschaftlicher Bildung eine hohe Priorität zuzuschreiben, allerdings mag der Grund für diese Tatsache darin liegen, dass alle Bestrebungen, eine landwirtschaftlich-technisch orientierte Bildung zu etablieren, erfolglos blieben.
Foster spricht von einer „Verschwendung“ ausgebildeter Arbeitskräfte, wie sie in vielen unterentwickelten Ländern zu finden ist. Zustande kam diese Entwicklung, weil innerhalb Afrikas der Einfluss europäischer Mächte sehr groß war. Man hat sich also an westlicher, hauptsächlich akademischer, Bildung orientiert. Die Folge davon war, dass die meisten ausgebildeten Leute im gut bezahlten Dienstleistungssektor angestellt wurden, der somit dem landwirtschaft- technischen Bereich lange Zeit überlegen war. Dabei hat sich diese Entwicklung herauskristallisiert, wie sie im vorherigen Absatz beschrieben wurde, nämlich, dass sich eine landwirtschaftliche Ausbildung niemals aufbauen konnte.
Foster nennt nun drei Gründe, warum diese Verschwendung von Arbeitskräften in unterentwickelten Gebieten auftritt:
1. Es besteht ein Überschuss an Arbeitskräften im technischen Bereich, für die nicht ausreichend Stellen vorhanden sind. Daraus folgt auch der zweite Grund:
7
2. Arbeitskräfte mit außergewöhnlichen Berufen oder Arbeiter, die keinen Arbeitsplatz finden, werden nicht in ihren entsprechenden Berufen eingesetzt, sondern oftmals dort, wofür sie keine Ausbildung haben. Im Staatsdienst ist das oft der Fall.
3. Aufgrund der besser bezahlten Berufe im Dienstleistungsbereich haben sich viele landwirtschaftlich oder industriell ausgebildete Arbeitskräfte in diesen Bereich begeben. Die einzige Voraussetzung war, dass sie Lesen und Schreiben konnten.
Dieser Zustand ist sehr ärgerlich, da vor allem in den „Neuen Nationen“ (Begriff für Entwicklungsländer) die finanziellen Mittel sehr knapp sind und bei dieser Entwicklung sehr viel Geld unnütz verschwendet wird.
Ein außerwirtschaftlicher Faktor, der zu den o.g. Entwicklungen führt, ist die Tatsache, dass sich die afrikanischen Bildungsforderungen an der Art von Bildung orientieren, wie sie in westlichen Industrienationen, vor allem in Europa, vorherrschend sind. Allerdings ist der Unterschied, der wohl verhängnisvoll für die Entwicklungsnationen ist, dass es dort keine Weiterbildungsmaßnahmen gibt. Vor allem ist die Bildung in ländlichen Regionen immer noch sehr klein geschrieben. Das bedeutet, dass ein größerer Wert auf die akademische Bildung in der Metropole gelegt wird.
Hinzu kommt, dass der Angestelltensektor im Dienstleistungsbereich viel lukrativere Berufsmöglichkeiten bietet als der landwirtschaftliche und technische Bereich. Dadurch wird der allgemeinen Arbeitslosigkeit der Weg geebnet, wie im nächsten Kapitel zu sehen ist. (S. 19-25)
2.3 Der Angestellten-Mythos und berufliche Vorstellungen
Die allgemeine Arbeitslosigkeit in Westafrika hat alarmierende Ausmaße angenommen und es besteht keine Aussicht auf Besserung in naher Zukunft. Welche Faktoren begünstigen diese Entwicklung? Foster kommt zu folgenden Ergebnissen: Er legt dar, dass die Ansicht Baloghs irrtümlich sei, wonach dieser Arbeitslosigkeit auf die akademische Grundbildung, die unrealistische Berufserwartungen auslöst und zudem auf die Abneigung der akademisch ausgebildeten Personen gegenüber den handwerklichen Berufen zurückzuführen ist.
8
Arbeit zitieren:
A. Ottlik, M. Gauger, V. Kletzsch, 2002, Der Berufsbildungsirrtum in der Entwicklungsplanung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Kann selbstgesteuertes Lernen sinnvoll in Schule, Aus- und Weiterbildu...
Pädagogik - Pädagogische Psychologie
Seminararbeit, 22 Seiten
Warum Mobbing Schule macht - und umgekehrt
Inwieweit werden Lehrer, wenn ...
Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
Magisterarbeit, 101 Seiten
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Anonym's Text Der Berufsbildungsirrtum in der Entwicklungsplanung ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Anonym hat den Text Der Berufsbildungsirrtum in der Entwicklungsplanung veröffentlicht
0 Kommentare