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Das Stichwort &DFD[WOD– egal wo man es sucht, ob in ethnologischen Nachschlagewerken, Reiseführern oder im Internet, überall stößt man sofort auf ein Merkmal: die Wandmalerei. Tatsächlich steht Cacaxtla als Synonym für Wandmalerei, man könnte fast sagen als Synonym für die Wandmalereien in Mesoamerika schlechthin. Zwar finden wir z.B. auch in Bonampak einzigartige Wandgemälde im Mayastil. In Cacaxtla haben wir es jedoch nicht mit einer sozusagen „reinrassigen“ Malerei einer Kultur zu tun. Neben ihrem erstaunlichen Ausmaß charakterisieren sich die Fresken vor allem durch ihren Synkretismus an Elementen aus verschiedenen Kulturen in Mesoamerika.
Um welche Elemente und Kulturen es sich dabei genau handelt, werde ich versuchen in dieser Arbeit herauszufinden.
Zunächst werde ich mich den früheren Bewohnern Cacaxtlas zuwenden und ihre ethnische Zusammensetzung und Herkunft beleuchten. Um die verschiedenen kulturellen Elemente in den Wandmalereien erfassen zu können, ist es nötig, diese zu beschreiben. Die Details der Malereien vor Augen, werde ich dann versuchen, ihre Elemente kulturell zuzuordnen bzw. ihre Verschmelzung oder Neubildung darzulegen.
Was die Quellen anbelangt, so habe ich versucht, eine möglichst große Anzahl davon heranzuziehen. Die meisten beschränken sich jedoch auf eine mehr oder weniger ausführliche Beschreibung der Gemälde.
Für die Untersuchung der Bewohner Cacaxtlas, sowie für die Beschreibung der einzelnen Bauten, standen mir deshalb vor allem drei Werke zur Verfügung: zum einen der *XtD2ILFLDO &DFD[WOD7L]DWOiQ von Ángel García Cook, außerdem die Cacaxtla-Ausgabe der mexikanischen Zeitschrift $UTXHRORJtD 0H[LFDQD und schließlich /D ,FRQRJUDItD 2OPHFD ;LFDODQFD von Marta Foncerrada de Molina, welches Sie so nett waren, mir auszuleihen.
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Cacaxtla liegt im Hochlandbecken von Mexiko östlich von Mexiko-Stadt, im Südwesten des Bundesstaates Tlaxcala. Es ist von einer bergigen Landschaft umgeben und liegt selbst auf einem Hügel auf etwa 2230-2325m Höhe. Nähert man sich der Anlage, so erheben sich im Südwesten die Vulkane Popocatépetl und Ixtaccihuatl, im Südosten breitet sich die Hochebene von Puebla aus.
Während der Blütezeit Cacaxtlas handelte es sich hierbei um eine strategisch günstige Lage, die den Bewohnern erlaubte, Verbindungen zwischen Zentralmexiko und der Golfküste bis hin ins Mayagebiet zu unterhalten. Dies bewirkte, daß sie kulturelle Elemente übernahmen, die vor allem die Kultur der herrschenden Elite formte und anreicherte.
Zum Einzugsgebiet von Cacaxtla gehörten wohl etwa 200 Dörfer, die wahrscheinlich alle einen eigenen Vorstand hatten und von deren Erzeugnissen die privilegierten Bewohner Cacaxtlas lebten.
Es herrscht ein gemäßigtes Klima mit 18°C Durchschnittstemperatur, was heißt, daß die Spannweite der Temperatur zwischen 0°C und 30°C liegt, im Dezember und Januar kann es also durchaus zu Frost kommen. Aufgrund seiner Lage zwischen den beiden Flüssen Zahuapan und Atoyac, profitiert Cacaxtla von einem hohen Grundwasserspiegel (1 Meter unter der Oberfläche), was bewirkt, daß es in dieser Gegend eine reichhaltige Flora und Fauna und einen fruchtbaren Boden gibt, der der Landwirtschaft und somit der Besiedlung zugute kommt. 1
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Cacaxtlas Besiedlung reicht weit zurück und beginnt bereits in der vorkeramischen Zeit. Zu Anfang unserer Zeitrechnung beginnt sich eine Veränderung in der Besiedlung abzuzeichnen, die bis dahin aus kleineren Siedlungen bestand: Einerseits scheint ein Teil der Bevölkerung aus den Hauptzentren der Ebene (Xochitécatl, Nopalucan, Hacienda Mixco und Tezoquipan) abzuwandern. Andererseits beginnt die rasante Entwicklung Cholulas, das die regionale Kontrolle um 100 n.Chr. antritt.
1 García Cook, Á. 1991:41
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Gleichzeitig wird die Präsenz Teotihuacáns und ein intensiver kultureller Austausch mit der Golfküste und dem Süden spürbar.
An seiner Blütezeit angelangt, beginnt für Cholula auch schon der Fall um etwa 500 n.Chr. und bereits um 600 n.Chr. hat es die politische Kontrolle über die Region verloren.
Zu dieser Zeit gelingt den Kulturgruppen, die den heute sogenannten %ORTXH 1DWLYLWDV bevölkern, ein politischer Zusammenschluß, und Cacaxtla, inzwischen ein größeres Dorf oder Stadt, befindet sich am Beginn seines Aufstiegs.
Auf die eben erwähnten Kulturgruppen komme ich im Folgenden zu sprechen, was keine leichte Aufgabe ist, sind sich die Quellen doch strittig darüber, aus welchen ethnischen Gruppen die Bevölkerung Cacaxtlas bestand und wie diese sich zusammenschlossen. Ich beginne mit der ältesten Quelle, dem tlaxcaltekischen Chronisten des 16. Jahrhunderts Diego Muñoz Camargo. Ihm zufolge wurde Cacaxtla von den Olmeca-Xicalanca erbaut, einer triethnischen Gruppe bestehend aus Nahua, Mixteken und Chocho-Popolocas, die vermutlich aus der Gegend Xicalanco, im heutigen Bundesstaat Campeche an der Golfküste stammten. 2 Die archäologischen und schriftlichen Quellen stimmen darüber überein, daß es sich tatsächlich um diese 3 Gruppen handelte, die das spätklassische Zentrum in seiner Blütezeit (650-900 n.Chr.) bewohnten. Die Olmeca-Xicalanca könnten daher, so García Cook in seinem
*XtD2ILFLDO&DFD[WOD7L]DWOiQ, auch als Cacaxtla-Kultur bezeichnet werden.
Aus den historischen Quellen geht hervor, daß die Olmeca-Xicalanca zwischen dem 8. und
13. Jahrhundert Cholula beherrschten, von Cacaxtla aus jedoch regierten. Daraus ergeben sich
für García Cook zwei Hypothesen:
Die erste Hypothese: Die Olmeca-Xicalanca bringen Cholula um 600 n.Chr. zu Fall und machen Cacaxtla zu ihrer Hauptstadt, wo sie zwischen 650 und 900 verweilen und danach von anderen Gruppen, möglicherweise den Chichimeca-Poyauhteca oder den Tolteca- Chichimeca, vertrieben werden. Diese Gruppen sorgen auch für den Wiederaufstieg Cholulas, mit dem Unterschied, daß sie keinen Gebrauch von seinem alten Zeremonialzentrum machen, sondern nordöstlich davon ein neues bauen. Die Olmeca-Xicalanca ziehen sich in den Süden zurück und, laut Camargo Muñoz, eventuell auch in Richtung Norden (Zacatlán). Im 7. Jh. mögen die Olmeca-Xicalanca vollständig aus dem Gebiet verschwunden sein.
Die zweite Hypothese: Cholula fällt um 600 n.Chr. und die Olmeca-Xicalanca ergreifen die Kontrolle über das Tlaxcala-Puebla-Tal, Cacaxtla kontrollieren sie bereits seit 500 n.Chr.. Um 800 n.Chr. besetzen sie außerdem Cholula, verlassen jedoch ihre Hauptstadt Cacaxtla um 900 n.Chr. aufgrund des Druckes, den möglicherweise die Texcalteken und die Tolteca-
2 Mehling, M. (Hg.) 1993:32; Foncerrada de Molina, Marta 1993:97
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Arbeit zitieren:
Magistra (Phil.) Tina Rönz, 2002, Die Wandmalereien von Cacaxtla - ein Synkretismus verschiedener Kulturen, München, GRIN Verlag GmbH
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