Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 01
2. Die ersten Schritte auf dem Weg zur Olympischen
Anerkennung 03
2.1 Aufwertung der Haltungsnoten 04
2.2 Aufwertung des Schwierigkeitsgrads 05
2.3 Versuchte Einführung eines neuen Systems
f ür die Qualifikation 07
2.4 Der Weg in die Öffentlichkeit 08
3. Die Regeländerungen für Olympia und ihre Auswirkungen 10
3.1 Bewertungssystem 11
3.1.1 Haltungsnoten 12
3.1.2 Schwierigkeitsgrad 13
3.2 Nur acht Teilnehmer im Finale (FIG) bzw.
die „2/3-Regelung“ (DTB) 15
3.3 Das Finale beginnt bei Null Punkten 18
3.4 Das KO-System im Finale 20
3.5 Offizielle Änderungen 22
4. Sydney 2000 - die olympische Premiere 24
5. Fazit 28
6. Literaturverzeichnis 30
Anhang
Fragen an die Aktiven
Fragen an den Bundestrainer und die Bundeskampfrichterin
Schriftliches Interview mit Michael Kuhn (Bundestrainer Trampolinturnen)
Schriftliches Interview mit Michael Serth (deutscher Olympiateilnehmer)
Schriftliches Interview mit Juliane Weinrich (Bundeskampfrichterin)
Schriftliches Interview mit Claudia Lorenz (Trainerin und Noch-Aktive)
Telefonisches Interview mit Heinz-Peter Michels (internationaler Kampfrichter)
Telefonisches Interview mit Markus Kubicka (Olympia-Kader-Mitglied)
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1. Einleitung
Als Akiko Furu (Japan) am 22. September 2000 gegen 19 Uhr Ortszeit in Sydney auf das Trampolin stieg und ihr Pflichtprogramm vorführte, begann für die Sportart Trampolinturnen eine neue Ära, denn: Der olympische Traum ist wahr geworden.
Viele Jahre bzw. Jahrzehnte hat es gedauert und viele Mühen gekostet, bis der große Wunsch der Trampolinwelt in Erfüllung gegangen ist, aus dem Schattendasein einer nichtolympischen “Randsportart“ den Sprung ins Rampenlicht zu schaffen.
Die wichtigste Entscheidung auf diesem langen Weg wurde bei den Weltmeisterschaften 1998 in Sydney gefällt: Hier wurde die Auflösung des Internationalen Trampolinverbands (FIT) beschlossen, um sich dem Internationalen Turnverband (FIG) anschließen zu können. Diese Maßnahme war die nötige Voraussetzung für die Aufnahme ins Olympische Programm. Obwohl nicht mit Sicherheit fest stand, dass diese Entscheidung die Fahrkarte zu den Olympischen Spielen bedeutete, wurde im Januar 1999 die Eingliederung in die FIG durchgeführt.
Der Anschluß an die FIG hatte nun zur Folge, dass das Wertungssystem des Trampolinturnens an die für alle Disziplinen der FIG geltenden Richtlinien angepaßt werden mußte. Die Olympischen Spiele 2000 in Sydney waren die ersten Wettkämpfe, bei denen die Trampolinturner nach den neuen Regeln des sogenannten Code of Points (Wettkampfbestimmungen der FIG) turnen mußten. Mit Beginn des Jahres 2001 wurden diese Regeln zum großen Teil auch in die Wettkampfbestimmungen des Deutschen Turnerbundes (DTB) - dem das Fachgebiet Trampolinturnen in Deutschland untersteht - eingearbeitet.
Die Konsequenzen durch die Aufnahme in das Olympische Programm sind folglich vielfältige Regeländerungen auf nationaler und internationaler Ebene der Wettkämpfe, die nunmehr sowohl von den Aktiven, als auch von den Trainern und
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Offiziellen des Trampolinturnens mit kritischen Augen betrachtet werden.
Im Rahmen dieser Arbeit sollen zunächst kurz die wichtigsten Versuche aufgezeigt werden, die unternommen wurden, um das Trampolinturnen für die Öffentlichkeit und somit auch für die Entscheidungsträger des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) attraktiver zu machen (Kapitel 2).
Weiterhin sollen die wesentlichen Konsequenzen dargestellt werden, die sich aus diesem olympischen Werdegang ergeben haben. Besondere Beachtung wird dabei der Aspekt erhalten, welche Auswirkungen das neue System auf die Aktiven hat, da sie die hauptsächlich Betroffenen dieser Änderungen sind (Kapitel 3).
Abschließend soll ein kritischer Blick auf die olympische Premiere des Trampolinturnens in Sydney 2000 geworfen werden, die zunächst als Maßstab für die weitere Entwicklung dieser Sportart gelten könnte (Kapitel 4).
Zum Hintergrund dieser Arbeit ist zu bemerken, dass für diesen Themenbereichu.a. aufgrund der Aktualität - keinerlei Fachliteratur gefunden wurde. Aufgrund dieser Tatsache stammen die Informationen dieser Arbeit aus qualitativen Befragungen. Zum einen wurden telefonische Interviews, zum anderen schriftliche Befragungen durchgeführt mit:
• dem Bundestrainer (Michael Kuhn),
• dem internationalen Kampfrichter und Vorsitzenden des Presse- und Bundesliga-Ausschusses (Heinz-Peter Michels), • einer Bundeskampfrichterin (Juliane Weinrich), • dem mehrfachen Deutschen Meister und Olympia-Kader-Mitglied (Markus Kubicka),
• einer Vereinstrainerin und Noch-Aktiven (Claudia Lorenz) • und schließlich mit dem deutschen Olympiateilnehmer 2000 der männlichen Einzelkonkurrenz (Michael Serth).
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1. Die ersten Schritte auf dem Weg zur Olympischen
Anerkennung
Seitdem in den 50er Jahren von dem Amerikaner George Nissen das erste professionelle Trampolingerät hergestellt wurde und daraufhin in vielen Nationen bald zur Verfügung stand, fand diese neue Sportart immer mehr begeisterte Anhänger. Schon bald darauf, im Jahr 1964, wurden die ersten Welttitelkämpfe in London (GBR) ausgetragen und die Gründung des Internationalen Trampolinverbands (FIT) im selben Jahr führte zur internationalen Etablierung des Trampolinturnens. (vgl. Internet À und BRAECKLEIN, 1974, 12)
Obwohl sich die Sportart rasant verbreitete und immer mehr Wettkämpfe auf nationaler und internationaler Ebene durchgeführt wurden, mußte sich das Trampolinturnen mit einer Nebenrolle im Kreis der populären Sportarten - wie z.B. Fußball und Tennis - begnügen. Während die Athleten ihre (wenigen) Zuschauer in den Turnhallen mit waghalsigen Sprüngen und ästhetischen Drehungen um die Körperachsen begeistern konnten, blieb das Interesse der breiten Öffentlichkeit aus. Wenn überhaupt in den Medien über Trampolinwettkämpfe berichtet wurde, dann meist nur in Form eines einspaltigen Artikels in regionalen Zeitungen. Selbst als im Jahr 1990 in Essen die Weltmeisterschaften im eigenen Land stattfanden, konnte man die Wettkämpfe nicht im Fernsehen verfolgen.
Um nicht länger ein Schattendasein als “Randsportart“ - wie weniger populäre Sportarten etwas abwertend bezeichnet werden - zu führen, wurden Überlegungen angestellt, wie man die Attraktivität des Trampolinturnens erhöhen könnte, um eine breitere Öffentlichkeit anzusprechen. Da auch die mögliche Aufnahme ins Olympische Programm besonders von der Medien- und Zuschauerresonanz abhängt, gab es seit Anfang der 80er Jahre immer wieder ernsthafte Bemühungen, die Sportart für die Öffentlichkeit interessanter zu gestalten.
Das Technische Komitee (TK) des Fachgebiets Trampolinturnen, welches für die
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Erstellung der Wettkampfbestimmungen zuständig ist, startete mehrere Versuche durch verschiedene Regeländerungen, von denen die wichtigsten in den folgenden Abschnitten vorgestellt werden sollen.
1.1 Aufwertung der Haltungsnoten
Um die veränderte Bewertung nachvollziehen zu können, muß kurz das Wertungssystem vom Trampolinturnen erläutert werden. Trampolinwettkämpfe umfassen drei Durchgänge mit zehn Übungsteilen pro Übung. Die Qualifikation für das Finale besteht dabei aus zwei Übungen. Die erste Übung enthält speziell vorgeschriebene Übungsteile, sogenannte Pflichtsprünge. Die zweite ist eine frei zusammenstellbare Kürübung. Während in der ersten Übung nur die Ausführung anhand von Haltungsnoten bewertet wird, wird in der Kür (wie auch in der Finalkür) zu der Gesamthaltungsnote zusätzlich der Schwierigkeitsgrad der zehn Übungsteile addiert. (vgl. DTB, 2001, 9f)
Die Berechnung des Schwierigkeitsgrads (siehe Kapitel 2.2) wird von den Schwierigkeitskampfrichtern vorgenommen, die Bewertung der Ausführung erfolgt durch die Haltungskampfrichter. Bei der Ermittlung der Haltungsnote werden die Abzüge für eine schlechte Ausführung von der Höchstnote, im Regelfall 10,0 Punkte, abgezogen. Im Einzelwettkampf werden die höchste und niedrigste Note der Haltungskampfrichter gestrichen, die verbleibenden Noten werden addiert und ergeben die Ausführungswertung des Teilnehmers für die Übung. (vgl. DTB, 2001, 28)
Bis Ende 1980 wurde die Haltungsnote von vier Kampfrichtern ermittelt, deren höchste und niedrigste Note gestrichen wurde. D.h. die verbleibenden zwei Noten wurden zusammengezählt und in den Kürübungen wurde der Schwierigkeitsgrad hinzu addiert. Somit flossen nur zwei Haltungsnoten in die Endnote ein, wodurch ein hoher Schwierigkeitsgrad der Übung mehr und mehr an Bedeutung gewann. Je höher die Schwierigkeit der zehn Übungsteile war, desto größer war die Chance, ein hohes Gesamtergebnis zu erzielen.
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Da zu dieser Zeit die Qualität der Trampolingeräte entscheidend verbessert wurde und sie durch gesteigerte Wurfkraft größere Sprunghöhen erlaubten, versuchten die Turner entsprechend schwierigere Elemente in ihre Übungen einzubauen, um den Vorteil der höheren Schwierigkeitsnote zu nutzen. Es wurden nun zwar waghalsigere Sprünge gezeigt, doch die Qualität der Ausführung litt darunter, weil die Bewegungstechnik nicht in gleichem Maße weiter entwickelt wurde. Ein Nachteil äußerte sich darin, dass es aufgrund der schweren Sprünge zu vielen Abstürzen kam. Außerdem waren die Übungen nicht mehr ansehnlich, da die Haltung zu sehr vernachlässigt wurde. (vgl. Interview mit MICHAEL KUHN)
Im Jahr 1981 wurde nun ein entscheidender Aspekt dieses Systems verändert. Die oben beschriebenen Grundzüge gelten nach wie vor, jedoch wird die Haltungsnote nun durch fünf Haltungskampfrichter ermittelt, deren höchste und niedrigste Note gestrichen werden. Somit fließen nach dem neuen System drei Haltungsnoten in das Endergebnis ein, während der Schwierigkeitsgrad wie bisher hinzu addiert wird. (vgl. DTB, 1981, 9f)
Diese Änderung wurde hauptsächlich durchgeführt, um die Risikofreudigkeit zu stoppen und die Verletzungsgefahr zu mindern. Weiterhin wird dadurch mehr Wert auf die Qualität der Ausführung gelegt, weshalb es für die Turner nunmehr viel wichtiger ist, eine gute Haltungsnote zu erlangen. Seitdem wirken die Übungen viel ästhetischer, was sich positiv auf das Zuschauerinteresse auswirken sollte.
1.2 Aufwertung des Schwierigkeitsgrads
In den folgenden Jahren wurde also vermehrt auf die Ausführungsqualität geachtet (siehe Kapitel 2.1). Entsprechend wurden im Training technik- und koordinationsfördernde Übungseinheiten eingeführt. Die Folge war eine weltweite Steigerung der technischen Fähigkeiten und des Ausführungsniveaus. Die eingeschlagene Entwicklung führte dazu, dass selbst schwierige Sprünge mit sehr guter Haltung geturnt werden konnten.
Da nun angenommen werden konnte, dass die Qualität der Ausführung
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beibehalten wird, stellte das Technische Komitee Trampolinturnen weitere Überlegungen an, die Attraktivität der Sportart zu erhöhen. Ihre Entscheidung fiel dabei auf die Aufwertung des Schwierigkeitsgrads, damit die Turner den Zuschauern noch weitere schwierigere Sprünge zeigen würden.
Bis zum Jahr 1991 wurde der Schwierigkeitsgrad der Übungsteile folgendermaßen ermittelt:
• Alle Übungsteile ohne Rotation haben keinen Schwierigkeitsgrad • Pro ¼ Saltodrehung (90°) werden 0,1 Punkte berechnet • Pro 1/1 Saltodrehung (360°) dementsprechend 0,4 Punkte • Pro ½ Schraubendrehung (180°) werden 0,1 Punkte berechnet • Pro 1/1 Schraubendrehung (360°) dementsprechend 0,2 Punkte
Bei kombinierten Übungsteilen werden die Zehntelpunkte für Salti mit denen der Schrauben addiert. Für einen gehockten Salto vorwärts mit halber Schraube auswärts werden also 0,5 Punkte berechnet.
Gebückte und gestreckte Salti ohne Schrauben erhalten (im Gegensatz zu gehockten) bei Rotationen von 360° und mehr zusätzlich 0,1 Punkte. Turnt man einen Salto rückwärts in gebückter oder gestreckter Körperhaltung, erhält man dafür 0,5 Punkte (statt 0,4 Punkte für den gehocken Salto rückwärts). Doppelsalti und mehr in gebückter oder gestreckter Ausführung mit Schrauben erhalten zusätzlich 0,1 Punkte für die Schwierigkeit. So erhält man für einen Doppelsalto vorwärts gehockt mit halber Schraube auswärts 0,9 Punkte, für den gleichen Sprung in gebückter Version 1,0 Punkte. (vgl. DTB, 1987, 7)
Im Jahr 1991 hat man den Schwierigkeitsgrad aufgewertet, da bisher die Doppel-und Dreifachsalti in gebückter und gestreckter Position nicht ausreichend honoriert wurden. Nun erhielten Mehrfachsalti (ab 720°) mit oder ohne Schrauben, in gebückter bzw. gestreckter Ausführung, zusätzlich 0,1 Punkte für jede komplette 360° Saltorotation. (vgl. DTB, 1991, 14)
Diese Änderung war nötig, da es viel schwieriger und kraftraubender ist, einen Doppel- oder Dreifachsalto in gebückter bzw. gestreckter Körperhaltung zu turnen als in der Hockposition. Ein dreifacher Vorwärtssalto mit halber Schraube
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auswärts („Triffis“) in gebückter Version hatte nun ein Schwierigkeitsgrad von 1,6 Punkten (statt 1,4) und somit 0,3 Punkte mehr als der „Triffis“ in gehockter Ausführung (1,3).
Zu dieser Zeit turnten die weltweit besten Männer eine Kürübung mit knapp 13,0 Punkten Schwierigkeit. Im Jahr darauf war dieselbe Kür plötzlich 0,4 bis 0,6 Punkte mehr wert. Deswegen turnten alle Männer, die den Sprung in gehockter Position konnten, nur noch in gebückter Ausführung. Auch viele andere Sprünge, die vorher selten gezeigt wurden, wurden jetzt gebückt oder gestreckt geturnt. Somit war diese Aufwertung des Schwierigkeitsgrad eine Bereicherung für die Zuschauer, die viele neue Sprünge zu sehen bekamen. (vgl. Interview mit MICHAEL KUHN)
1.3 Versuchte Einführung eines neuen Systems für die Qualifikation
Eine weitere Überlegung des Technischen Komitees im Jahr 1992 bestand darin, die Qualifikation für das Finale etwas interessanter zu gestalten. Bisher bestand die Qualifikation zum einen aus einer Pflichtübung mit fünf vorgeschriebenen und fünf anderen - frei wählbaren - Übungsteilen und zum anderen aus einer Kürübung mit zehn frei zusammenstellbaren Sprüngen. Zu bemerken ist, dass eine Änderung der Sprungreihenfolge in der Pflicht zum Abbruch führte. Bei einer Sprungwiederholung in der Kür wurde der Schwierigkeitsgrad nur für einen der beiden Sprünge berechnet, die Reihenfolge der Sprünge durfte allerdings verändert werden. Das Resultat war, dass während eines Wettkampf von den Turnern fast ausschließlich die gleiche Pflichtübung gezeigt wurde, da es nicht so viele verschiedene Möglichkeiten gibt, die fünf Pflichtsprünge mit anderen Sprüngen zu kombinieren.
Nun sollte das System der Qualifikation umgewandelt werden in eine sogenannte M19- bzw. M20-Qualifikation. Diese Regel besagte, dass im Vorkampf (Qualifikation) 19 bzw. 20 unterschiedliche Sprünge gezeigt werden sollten und somit Kreativität gefragt war. Man wollte erreichen, dass die Turner nicht alle
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dieselbe Pflichtübung zeigen, da dies für die Zuschauer sehr schnell langweilig werden kann, wenn sie ca. zwei Stunden am Stück ein und dasselbe sehen. Diese eigentlich sehr sinnvolle Änderung scheiterte leider an der Umsetzung im Wettkampfverlauf. Für die Weltelite war diese Anforderung kein großes Problem, da sie über ein entsprechend großes Sprung-Repertoire verfügten. Doch die Jugendturner konnten nicht aus einem so reichhaltigen Kontingent schöpfen und so gab es einige ausgefallene Übungen zu sehen, die teilweise mit neu erfundenen Sprungkreationen ausgestattet waren. Dies war jedoch nicht Sinn und Zweck der Überlegung, da diese Kombinationen von außergewöhnlichen Übungsteilen weder der angestrebten Technik noch den Erwartungen der Zuschauer entsprachen. Somit konnte sich dieses System nicht durchsetzen und wurde im Jahr darauf (1993) wieder abgeschafft. (vgl. Interview mit MICHAEL SERTH)
1.4 Der Weg in die Öffentlichkeit
Der Internationale Trampolinverband (FIT) hatte schon Anfang der 80er Jahre ohne Erfolg den Antrag auf die Aufnahme in das Olympische Programm gestellt. Doch 1988 schien das Internationale Olympische Komitee (IOC) auf das Trampolinturnen aufmerksam geworden zu sein und bestätigte dies mit der Anerkennung des Trampolinturnens als olympische Sportart. Dies bedeutete jedoch nur, dass die Sportart für eine mögliche Integrierung ins Olympische Programm in Betracht gezogen wurde und nicht die Berechtigung zur sofortigen Teilnahme an den Olympischen Spielen erhielt.
Da nämlich zur Einhaltung der Maximalanzahl von 10500 Sportlern bei den Olympischen Spielen eine strikte Kontrolle der Athleten-Quoten in allen Sportarten erforderlich ist und dieses Kontingent ausgeschöpft war, wurde Trampolinturnen vorerst noch nicht ins Olympische Programm aufgenommen. (vgl. Internet Á)
Doch die Anerkennung als olympische Sportart war Ansporn genug für den FIT, sich bei möglichst vielen sportlichen Großanlässen mit Schauturnen in Szene zu setzen. Durch einen höheren Bekanntheitsgrad und gesteigertes Zuschauer- und
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Yvonne Dietrich, 2002, Trampolinturnen: Der Weg einer Randsportart zu den Olympischen Spielen 2000 - Konsequenzen für die Aktiven -, München, GRIN Verlag GmbH
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