Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Erziehung und Bildung in der DDR 5
2.1 Arbeitende Mütter und staatliche Erziehung 5
2.2 Das einheitliche sozialistische Bildungssystem 7
3. Kleinkindbetreuung 10
3.1 Geschichte der Krippen in der DDR 10
3.2 Krippenerziehung 11
3.3 Alltag in einer Kinderkrippe 12
4. Erziehung im Vorschulalter 14
4.1 Geschichte der Kindergärten 14
4.2 Alltag im DDR Kindergarten 15
5. Erzieherinnen in der DDR 18
6. Schlussbetrachtung 20
7. Abkürzungsverzeichnis 22
8. Literaturverzeichnis 23
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1. Einleitung
Im Rahmen der Vorlesung „Kulturgeschichte der DDR“ habe ich mich bei dieser Hausarbeit für das Thema der Kinderbetreuung in der DDR entschieden. Die Mehrheit der Kinder besuchten eine Kinderkrippe oder/ und einen Kindergarten. Diese Art der Betreuung war für die Bürger der DDR eine Selbstverständlichkeit, da in den meisten Familien beide Elternteile Vollzeit arbeiteten. Aus diesem Grund verbrachten die Kinder den Großteil ihres Tages in einer Betreuungseinrichtung.
Zu dem Thema meiner Hausarbeit kam ich durch die aktuelle Diskussion um die Problematik der Kinderbetreuung in Deutschland. Mir viel auf, dass wenn man mit ehemaligen Bürgern der DDR dieses aktuelle Problem diskutiert wird besonders die Kinderbetreuung als positives Merkmal herausgestellt. Gern wird dieses Argument mit dem Satz: Es war ja gar nicht alles schlecht“ eingeleitet. Weshalb ich ihn auch als Titel meiner Arbeit gewählt habe. In dieser Hausarbeit möchte ich nun überprüfen ob die Kinderbetreuung in der DDR wirklich so positiv war oder ob es negative Seiten gab.
Um zu verstehen warum die Kinderbetreuung im ehemaligen Arbeiter und Bauernstaat so wichtig war werde ich zuerst auf die Berufstätigen Mütter eingehen. Danach folgt eine Darstellung des einheitlichen sozialistischen Bildungssystems in dem sowohl die Kindergärten als auch die Kinderkrippen eingegliedert waren.
Der dritte Punkt befasst sich mit den Kinderkrippen. Zuerst soll die Geschichte der DDR Krippen dargestellt werden, um dann die Erziehung in diesen Einrichtungen vorzustellen. Der letzte Teil dieses Kapitels soll einen kurzen Einblick in einen Krippentag geben und aufzeigen wie straff der Tagesablauf der kleinen geplant war.
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Im vierten Punkt geht es dann weiter mit den Kindergärten. Auch hier wird zuerst die Entwicklung des Kindergartes dargestellt. Im folgenden Kapitel werden die Probleme des Alltages im Kindergarten dargestellt.
Im letzen Punkt dieser Arbeit werde ich mich mit den Erzieherinnen befassen. Ich werde aufzeigen welche Ausbildung nötig war um den Beruf ausüben zu dürfen und die positiven wie auch negativen dieses Berufes in der DDR beleuchten.
Mein Ziel ist es die Kinderbetreuung in Krippe und Kindergarten möglichst objektiv darzustellen. Ein Problem welches mir recht schnell auffiel war, dass es zwar genug Literatur zu diesem Thema gibt, man aber sehr genau differenzieren muss ob sie in West- oder Ostdeutschland, vor oder nach der Wende verfasst wurde.
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2. Erziehung und Bildung in der DDR
2.1 Arbeitende Mütter und staatliche Erziehung
Die Erziehung der Kinder in der DDR oblag zu einem Großteil dem Staat. Das lag daran, dass die Kinder, auch schon die kleinsten, viel Zeit in Betreuungseinrichtungen verbrachten. Dies war nötig, weil auch die Frauen der DDR rege an der Arbeitswelt teilnahmen. Einer der Grundsätze der DDR war die Gleichberechtigung beider Geschlechter. Dies war zumindest der offizielle Grund der angegeben wurde wenn es um die Partizipation der Frauen am Arbeitsleben ging. Doch hatten die Frauen auch keine wirkliche Wahl, sie mussten Arbeiten gehen, da die DDR die Mitarbeit aller Bürger forderte um die Existenz des sozialistischen Staates zu gewährleisten. Besonders nach dem 2. Weltkrieg brauchte man jede verfügbare Arbeitskraft um die Infrastruktur wieder aufzubauen und eine florierende Wirtschaft zu schaffen. Aus diesem Grund wurde Arbeitslosigkeit, besonders Selbstgewollte oder selbstverschuldete als asozial angesehen die im schlimmsten Fall auch nicht ohne Folge blieb. So konnte es zum Beispiel sein, dass diese Personen in Haft kamen und ihnen sogar die Kinder weggenommen wurden. Um sicherzustellen, dass auch die Mütter Arbeiten gehen konnten musste also ein funktionierendes Netzwerk aus Betreuungseinrichtungen geschaffen werden. Die kleinsten wurden in den Kinderkrippen betreut. Schon in einem alter von acht Wochen wurden sie von den Krippen aufgenommen 1 . Ab drei Jahren folgte für die DDR Kinder der
Kindergarten den sie bis zu ihrem sechsten Lebensjahr besuchten bis sie eingeschult wurden. Aber auch nach der Schule gab es die Möglichkeit, dass die Kinder Horten weiter betreut wurden. Für den sozialistischen Staat hatte das weitreichende Betreuungsnetzwerk gleich mehrere Vorteile. Zum einen konnte, wie schon erwähnt, sichergestellt werden, dass viele Mütter ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen konnten und somit dem Staat dienen konnten.
1 Nachdem 1976 das Babyjahr in der DDR eingeführt wurde, wurde dies auch von den meisten Müttern genutzt und die Kinder wurden erst mit einem Jahr in eine Krippe gegeben.
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Zum anderen konnte der Staat die Erziehung der Kinder aber auch nach seinen Bedürfnissen beeinflussen. So heißt es im kultur-politischen Wörterbuch unter dem Begriff Vorschulerziehung:
„Unter Berücksichtigung des Entwicklungsstandes der Kinder ist ihnen das Ästhetische der sozialistischen Lebensweise zu erschließen, und sie sind zu befähigen, aktiv an der ästhetischen Gestaltung des Lebens im Kindergarten mitzuwirken. Weiterhin sind die Kinder mit ausgewählten Kunstwerken (Lieder, Märchen u.ä.) unseres Volkes, der Völker der Sowjetunion und der anderen sozialistischen Völker bekannt zu machen und zu befähigen, diese ästhetisch zu erfassen und zu erleben. […] Alle Kinder sollen sich zu sozialistischen Persönlichkeiten entwickeln.“ 2
Aus diesem Zitat geht auch hervor, dass sich das Erziehungsmodell der DDR stark an der Pädagogik der Sowjet Union orientierte. „ Von ihr übernahm sie u.a. die Erkenntnisse über die Bedeutung der frühen emotionalen Bildung. Lenin hob hervor, daß die Schule nach dem Sieg der Revolution zum Werkzeug des Kampfes für den Aufbau der neuen Gesellschaft werden muß, daß sie dazu berufen ist, die kommunistische Ideologie zu verbreiten.“ 3
Um sicherzustellen, dass alle Kinder der DDR die gleichen Erzieherischen Inhalte und Ideologien und vermittelt wurden, wurde 1965 das Gesetz zum einheitlichem sozialistischen Bildungssystem erlassen. Auch alle
Betreuungseinrichtungen und natürlich das Schulsystem unterstanden dem Gesetz des e.s.B.’s (einheitlichen sozialistischen Bildungssystems). Dieses wird im folgenden Kapitel dargestellt und soll mit einer Grafik veranschaulicht werden.
2 Kultur-politisches Wörterbuch . Seite 566- 567
3 Wenn Mutti früh zur Arbeit geht. Seite 12
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Arbeit zitieren:
Sabrina Gerdes, 2007, "Es war doch nicht alles schlecht! Oder?" - Kinderbetreuung in der DDR, München, GRIN Verlag GmbH
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