Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung. 3
2. Definition Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit 5
3. Alkoholismus - Krankheit oder eigenes Verschulden? 6
4. Auswirkungen von Alkoholismus - privat, betrieblich und gesellschaftlich. 7
5. Ursachen, Folgen und Hilfe bei Suchtkrankheit in Büros und Betrieben 10
6. Fragebogen für Arbeitskollegen und Vorgesetzte - Tipps im Umgang mit
Betroffenen 14
7. betriebliche Suchtkrankenhilfe. 18
8. Führungsverantwortung des Vorgesetzten und der Umgang mit dem
Mitarbeiter 20
9. Schlussbetrachtung 24
Literaturliste. 25
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1. Einleitung
Alkohol ist die in unserer Gesellschaft am meisten akzeptierte Droge. Unsere Kultur duldet den Konsum großer Mengen mit dem Ziel des Rausches bis zu einem gewissen Grad. Der Druck der „Gesellschaft“ (im Freundeskreis oder unter Kollegen), in bestimmten Situationen (Karneval, Betriebsfeier, Party, Urlaub am Ballermann, Oktoberfest) Alkohol trinken zu müssen ist enorm. Nicht selten hält man Abstinenzler für ungesellig, spießig, verklemmt, werden diese Menschen unbewusst aus gemeinsamen Aktivitäten ausgeschlossen. Im positiven dient der Konsum von Alkohol der Entspannung, der Förderung des sozialen Kontakts, er wirkt enthemmend und stimmungsaufhellend. Negativ wirkt er sich dann aus, wenn er gebraucht wird, weil sich soziale Probleme und Belastungen z.B. im Beruf nicht mehr allein bewältigen lassen. Dann handelt es sich um Missbrauch und die Gefahr einer Abhängigkeit ist gegeben. Der Übergang ist fließend, was ein frühzeitiges Erkennen und Eingreifen schwierig macht.
Alkoholabhängige gibt es in allen Gesellschaftsschichten, Alters- und Berufsgruppen. Die Gefahr der Abhängigkeit, mit all den negativen Auswirkungen auf das Individuum, das soziale Umfeld und die Haushaltskasse des Staates, wird oftmals unterschätzt.
Laut einer Umfrage haben in Deutschland bis zu zehn Prozent der 18-59 Jährigen einen „schädlichen Alkoholkonsum“, wobei die 40-59 Jährigen als Hauptrisikogruppe eingestuft werden kann. Die Zahl der alkoholabhängigen und behandlungsbedürftigen Deutschen wird auf zwei bis drei Prozent geschätzt. Deutschland ist mit Frankreich führend im weltweiten pro Kopf Verbrauch von Alkohol. Jährlich sterben rund 40.000 Menschen in Deutschland an den Folgen von Alkohol (Zirrhose, Krebs, Selbstmord, chronischer Alkoholismus, durch Unfälle im Straßenverkehr, am Arbeitsplatz und in der Freizeit.) 1
1 Feser Herbert, 1997, S. 15
3
Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen hat ermittelt, dass bei den 18-59-jährigen mit 2.400.000 alkoholgefährdeten und 1.600.000 alkoholkranken Menschen gerechnet werden muss. Etwa 65% davon sind Männer, 35% sind Frauen. 2
Meine Hausarbeit soll Alkoholbedingte Probleme am Arbeitsplatz beleuchten. Sie zeigt des Weiteren den richtigen Umgang mit alkoholkranken Mitarbeitern auf. Auf die unterschiedlichen Trinkmuster und -typen sowie den Verlauf der Krankheit in bestimmten Phasen kann im Rahmen dieser Hausarbeit nicht eingegangen werden. Ab wann aber kann ich von Alkoholproblemen sprechen? Für wen stellt es sich als ein Problem dar? Für den Betroffenen, den Betrieb, die Arbeitskollegen, die gesamte Gesellschaft? Ist der Konsum von Alkohol nicht meine eigene Entscheidung, mein privates Problem? Warum und wann Vorgesetzte eingreifen sollten, welchen Weg sie gehen und was sie beim oftmals tabuisierten Thema „Alkohol“ zu beachten haben soll im folgenden geklärt werden.
Schauen wir uns dazu erst einmal die Definitionen an.
2 DAK, „Alkohol und Medikamente am Arbeitsplatz - Informationen für Führungskräfte und
Multiplikatoren“,
Hamburg, 2006, S.8
4
2. Definition Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit
Erst seit Mitte der 70-er Jahre des letzten Jahrhunderts unterscheidet man diese beiden Begriffe. Unter Alkoholismus wird heute nur noch die Alkoholabhängigkeit verstanden. Von Alkoholmissbrauch spricht man, wenn der Konsum von Alkohol zu körperlichen und /oder psychosozialen Folgeschäden führt. Nach ICD10, dem Klassifikationssystem für Krankheiten, liegt ein Alkohol-Abhängigkeits-Syndrom vor, wenn mindestens drei der folgenden Kriterien im letzten Jahr vorhanden waren.
- starker Wunsch/Zwang Alkohol zu konsumieren
- Kontrollfähigkeit über Konsum geht verloren
- Entzugserscheinungen
- größere Alkoholtoleranz (eine größere Menge wird benötigt)
- Alkoholkonsum steht im Vordergrund, andere Interessen werden vernachlässigt
- anhaltender Konsum 3
Die Weltgesundheitsorganisation sagt dazu: Eine Person, die in Folge exzessiven Trinkens körperliche, geistige, soziale und wirtschaftliche Einschränkungen aufweist, gilt als Alkoholiker. Und der amerikanische Arzt E.M. Jellinek, ein Vorreiter auf dem Gebiet der Alkoholismusforschung sagt: „Unter Alkoholismus versteht man jeglichen Gebrauch von alkoholischen Getränken, der einem Individuum oder der Gesellschaft oder beiden Schaden zufügt.“ 4
Die Meinung der DAK dazu ist, dass Alkoholmissbrauch vorliegt, wenn ungeeignete Mengen, zu ungeeigneter Zeit (z.B. während der Arbeit, vor dem Autofahren), an ungeeigneten Orten (z.B. Sportplatz oder an gefährlichen Arbeitsplätzen) und aus ungeeigneten Anlässen (beruhigen, entspannen, vergessen) getrunken werden. 5
3 Feuerlein Wilhelm, 2005,S.15f
4 Kruse Gunther, Körkel Joachim und Schmalz Ulla, 2000, S.35
5 DAK, „Alkohol und Medikamente am Arbeitsplatz - Informationen für Führungskräfte und
Multiplikatoren“,
Hamburg, 2006, S.9
5
3. Alkoholismus - Krankheit oder eigenes Verschulden?
Das deutsche Bundessozialgericht erkannte 1968 Alkoholismus als eine Krankheit an. Mit der Einschränkung allerdings, dass es sich dabei um eine selbstverschuldete Krankheit handelt. 1983 rückte das Bundesarbeitsgericht von dieser Definition ab und legte fest, dass Alkoholismus keine individuelle Angelegenheit der Betroffenen ist, sondern es für die Entstehung von Alkoholabhängigkeit und -missbrauch mehrere Ursachen gibt, die eng miteinander zusammenhängen. „Alkoholismus ist…ein Paradebeispiel für die Notwendigkeit einer bio-psychosozialen Betrachtungsweise“ so Feuerlein. Vereinfacht kann man von drei Faktorengruppen oder Bedingungen ausgehen. Diese sind: Droge (Alkohol) - Individuum (mit speziellen körperlichen und psychischen Eigenschaften) - Sozialfeld (berufliche, wirtschaftliche, soziale Strukturen) 6
6 Feuerlein Wilhelm, „Alkoholismus - Warnsignale, Vorbeugung, Therapie“, Verlag C.H.Beck,
München,
2005,S.18
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4. Auswirkungen von Alkoholismus - privat, betrieblich und gesellschaftlich
Folgen für den Alkoholkranken selbst:
Neben den körperlichen und psychosozialen Schäden des missbräuchlichen Konsums von Alkohol, kommt es auch zu einer Beeinflussung der Arbeitsleistung und der psychischen Leistungsfähigkeit. Auftretende Persönlichkeitsveränderungen, trüben das Verhältnis zu den Kollegen und Vorgesetzten. Alkoholiker sind, so Feuerlein oftmals gereizt und unberechenbar auf der einen und überangepasst auf der anderen Seite. Erhebliche Spannungen sind die Folge.
Körperliche Schädigungen durch den missbräuchlichen Konsum von Alkohol sind:
- bleibende Hirnschäden (Hirn- und Nervenzellen sterben ab/Beeinträchtigung des Reaktionsvermögens)
- Herzschäden
- Leberzirrhose/Fettleber/Hepatitis
- Entzündung der Bauchspeicheldrüse/chronische Magenschleimhautentzündung
- Schädigung der Niere
- Schädigung des Erbgutes (erhöhtes Risiko missgebildete und geistig behinderte Kinder zu bekommen)
- erhöhtes Krebsrisiko
- Herz-Kreislaufstörungen
Dies sind nur einige der möglichen Folgen für das Individuum, die aber gleichzeitig den Betrieb und die Gesellschaft (Krankenkassen) betreffen. 7
Folgen für den Betrieb des Alkoholkranken:
Alkoholbedingte Folgen und Schäden für Betriebe sind höhere Fehlzeiten, reduzierte Arbeitsleistung, Verspätungen, Unzuverlässigkeit und mehr Arbeits- und Wegeunfälle. Bei jeder sechsten Kündigung spielt Alkohol eine Rolle. Es kommt zu mehr Konflikten der Mitarbeiter untereinander, das Betriebsklima leidet.
7 Rußland Rita, 1988, S. 35f
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Arbeit zitieren:
Kerry Herrmann, 2006, Alkoholprobleme am Arbeitsplatz, München, GRIN Verlag GmbH
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