Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Ursachen und Verlauf megapolitanen Wachstums
2.1. Historischer Hintergrund 4
2.2. Delhi und die Briten 5
2.3. Bevölkerungsexplosion und Territorium 8
2.4. Zahlen und Fakten - Delhi im Jahr 2000/2001 11
3. Das Verhältnis von Stadt und Staat
3.1. Der Verwaltungsstaat 13
3.2. Delhi und die Verwaltung - Probleme einer Hauptstadt 13
4. Folgen megapolitanen Wachstums in Delhi
4.1. Reaktionen des Verwaltungsstaates - Behörden und Entscheidungen S.15
4.2. Soziale Folgen von Wachstum und Migration 19
4.3. Exkurs - Religion und Kasten 24
4.4. Wachstum und Infrastruktur 27
5. Fazit 32
Anhang
I. Abbildungs-, Tabellenverzeichnis 37
II. Quellenverzeichnis 38
III. Literaturverzeichnis 38
1
1. Einleitung
Mit zunehmendem Wachstum der Städte wurden neue Definitionen des städtischen Verdichtungsraumes geprägt. In Deutschland nennen wir Städte ab 100.000 Einwohnern eine Großstadt. Städte mit mehr als 1.000.000 Einwohnern werden gemeinhin als Millionenstädte bezeichnet. Wichtigstes quantitatives Kriterium für die Begriffsbildung und Bezeichnung großer Städte war die Einwohnerzahl. Ebenfalls ein quantitatives Merkmal war die räumliche Ausdehnung einer Stadt. Flächenmäßig große und von mehr als fünf Millionen Menschen bewohnte Städte werden als Megastädte bezeichnet. 1 Der Begriff potenziert die quantitativen Merkmale Einwohnerzahl und Fläche auf ein Vielfaches, um die Größe zu verdeutlichen. Jedoch treten auch qualitative Merkmale bei der Begriffsbildung für eine Stadt in den Vordergrund. Um die Bedeutung einer Stadt, sei es auf regionaler, staatlicher oder internationaler Ebene abzubilden, spielt sowohl ihre kulturelle als auch die wirtschaftliche Bedeutung eine Rolle. Zentren der Wirtschaft, der Kultur, der Politik und der Verwaltung werden als Metropolen bezeichnet, da die Agglomeration verschiedenster Institutionen der Stadt eine besondere Bedeutung verleiht. Die Bedeutung solcher Zentren auf internationaler Ebene wird durch den Begriff Weltstadt abgebildet. 2 So werden in Deutschland zahlreiche Großstädte mit weniger als einer Million Einwohner als Metropolen bezeichnet. Essen als Ruhrmetropole, Dresden als sächsische oder Stuttgart als schwäbische Metropole. Trotz der Bedeutung dieser Städte für ihre Region käme jedoch niemand auf den Gedanken, diese Städte auch als Weltstädte zu bezeichnen.
Das große Städtewachstum begann in der westlichen Hemisphäre mit der beginnenden Industrialisierung. Die Landflucht war Ausdruck des Berufswechsels von der Landwirtschaft in die Industrie der entstehenden Ballungsräume. Die Motivation der Migranten waren die Aussicht auf bessere Zukunftsperspektiven und die Lösung aus althergebrachten und in der Landwirtschaft damals durchaus noch üblichen herrschaftlichen Abhängigkeitsverhältnissen. Der im Hochmittelalter im Rahmen der okzidentalen Städtebildung entstandene Begriff „Stadtluft macht frei“
1 Feldbauer, Peter; Parnreiter, Christof: „Einleitung: Megastädte - Weltstädte - Global Cities,“ in:
Feldbauer, Peter; Husa, Karl; Pilz, Erich; Stacher, Irene (Hrsg.): Mega-Cities. Die Metropolen des
Südens zwischen Globalisierung und Fragmentierung. Frankfurt am Main 1997, S. 67 - 94 (=
Historische Sozialkunde 12), S. 9.
2 Vergleiche hierzu u. a.: Bronger, Dirk: „Megastädte - Global Cities. 5 Thesen”, in: Ebda., S. 52 f.
2
gewann während der Industrialisierung neu an Bedeutung. Der Wille nach Selbstverwirklichung und das Streben nach einem höheren Lebensstandard machen Städte auch heute noch zu anziehungskräftigen Magneten. 3 Besonders in den Entwicklungs- und Schwellenländern der Südhalbkugel ist seit der Mitte des 20. Jahrhunderts neben zunehmender Industrialisierung ein durch den sprunghaften Anstieg der Bevölkerungszahlen auch und gerade in den Städten gekennzeichneter dynamischer Urbanisierungsprozess zu beobachten. Während das Bevölkerungswachstum in den europäischen Industrienationen stagnierte, explodierte es in den Entwicklungs- und Schwellenländern mit allen Konsequenzen auch für die Entwicklung der städtischen Lebensräume. Gehörten um 1900 noch fünf der zehn größten Städte der Erde zu Europa, so fand sich 1990 keine europäische Stadt mehr unter den „Top Ten“ nach Einwohnerzahlen. Insbesondere die Metropolen Asiens und Lateinamerikas verzeichneten und verzeichnen die höchsten Wachstumsraten. 4 Seit Anfang der 1990er Jahre gewinnt der Begriff der Globalisierung als qualitativer Aspekt für eine neue Definition international bedeutender Städte in der Literatur an Gewicht. Die Globalisierung bezeichnet im Wesentlichen den weltweiten und schnellen Austausch von Kapital-, Waren- und Datenströmen. Das Ende des kalten Krieges und die Entwicklung neuer Informations- und Transporttechnologien beschleunigten den Prozess hin zu einem vernetzten Planeten, der aufgrund leistungsfähiger Daten- und Gütertransferkapazitäten zu einem „globalen Dorf“ zusammenschrumpfte. Besonders die Wirtschaft nutzte und nutzt diese Möglichkeiten einer kleiner gewordenen Welt. Wirtschaftsaktivitäten bedienen sich zunehmend der globalen Grundlage und die Produktionsprozesse werden weltweit zersplittert, um die Lohngefälle profitabel auszunutzen. Die mächtigen Zentren dieses globalen Fliessbandes“, deren Finanzmakler, Analysten und Wertpapierbörsen zunehmend über das Wohl ganzer Volkswirtschaften entscheiden, werden als „Global Cities“ bezeichnet. Städte wie New York, Tokyo und London operieren „immer weniger im nationalstaatlichen Kontext“ und fungieren „stattdessen als Zentren der Kontrolle und des Managements der Weltwirtschaft.“ 5
Per Definition ist Delhi sicherlich keine Global City. Die Hauptstadt der größten Demokratie der Welt ist mehr ein politisches Zentrum als eines der Finanzen. Diese
3
Zumindest manche Städte. Der Exodus der Bevölkerung aus den Ruhrgebietsstädten zur Zeit wäre
sicher kein geeignetes Beispiel.
4 Siehe Abbildung 6 auf Seite 37.
3
Rolle übernimmt in Indien Bombay (Mumbai), wenngleich es bei der sehr im Denken der Ökonomie verhafteten und dadurch möglicherweise unvollständigen Betrachtung von SASSEN (1996) 6 gar nicht oder nur am Rande vorkommt; oder wie von FELDBAUER/PARNREITER (1997) 7 die komplette Region gar als „Peripherie“ bezeichnet wird. Delhi ist aber sicherlich eine Megastadt. Nicht nur aufgrund der Tatsache, dass es weit mehr als fünf Millionen Einwohner hat; auch seine qualitativen Merkmale als Zentrum von Politik, Verwaltung und Kultur machen Delhi zu einer asiatischen Metropole mit Weltniveau. Darüber hinaus ist Delhi mit seinen zwei Universitäten und zahlreichen Instituten eines der größten Bildungszentren Südasiens. 8 Delhi ist die Hauptstadt von nahezu 1/6 der gesamten Weltbevölkerung. Dies verdeutlicht die Rolle der Stadt als Zentrum einer bedeutenden asiatischen Ordnungsmacht und ihrer Anziehungskraft für Migranten. Die Probleme und die Entwicklung des rasanten Stadtwachstums, das mit der Dekolonisation von den britischen Kolonialherren 1947/48 zunehmend Schubkraft entwickelte, steht im Mittelpunkt dieser Arbeit.
2. Ursachen und Verlauf megapolitanen Wachstums
2.1. Historischer Hintergrund
Der Großraum Delhi, am Yamuna Fluss gelegen, wurde seit etwa 2000 v. Chr. in unterschiedlicher Form besiedelt. Im Jahre 1206 errichtete Qutb-du-din-Aibak das Sultanat Delhi und begründete damit die moslemische Vorherrschaft auf dem Subkontinent für mehr als 600 Jahre. Der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama landete 1498 an der indischen Westküste und läutete das Zeitalter der Kolonialherrschaft ein. Bereits im Jahre 1600 wurde die britische Ostindiengesellschaft gegründet. Die Planungen des Mogul Shâh Jahân der Jahre 1628 - 1658 sahen die Errichtung einer neuen Hauptstadt für den muslimischen Staat vor und er gründete Shâhjahânâbâd - das spätere Old Delhi. 1644 begann der Bau der Jama Masjid - der größten Moschee Indiens und eines von 79
5 Feldbauer, Peter; Parnreiter, Christof: „Einleitung: Megastädte - Weltstädte - Global Cities“, S. 10.
6 Sassen, Saskia: „Metropolen des Weltmarkts. Die neue Rolle der Global Cities.“ Frankfurt/Main
1996.
7 Feldbauer, Peter; Parnreiter, Christof: „Einleitung: Megastädte - Weltstädte - Global Cities“, S. 9 -
19.
8 Nagpaul, Hans: „Delhi“, in: Dogan, Mattei; Kasarda, John D. (Eds.): “Mega-Cities.” New Delhi 1988
(= The Metropolis Era, Vol. 2), S. 194 f.
4
Gebetshäusern in Old Delhi. 1803 erreichte die britische Ost-Indien-Kompanie Delhi und gewann nach dem Sieg über die Marathas die Kontrolle über die Stadt. Old Delhi zählte ca. 130.000 Einwohner auf 6,5 km² Fläche. Außerhalb der Stadtmauern wohnten schätzungsweise weitere 150.000 Menschen. 9 Die Jahre 1803 - 1857 werden als Zeitraum der Koexistenz bezeichnet, indem Briten und Inder in engem Kontakt zusammenlebten. In dieser Zeit bauten die Briten die „Civil lines“, eine Verwaltungsstadt im Norden der Altstadt. Im Jahre 1857 kam es erstmalig zum Aufstand gegen die britische Herrschaft. Delhi wurde das Zentrum des Wiederstandes. Die Herrschaft der Mogule ging zu Ende und die Religion des Hinduismus gewann wieder an Bedeutung. Der Aufstand wurde 1858 von den Briten niedergeschlagen. Am 02. August machte der „Government of India Act“ der britischen Regierung deren Monarchin zum Souverän Indiens. Am 01. November erklärte Queen Victoria alle Einwohner Britisch-Indiens zu ihren Untertanen. 1868 suchte eine Pestwelle Nordindien und Delhi heim. Sicherheitsaspekte, ein gesteigertes Hygieneempfinden der Kolonialherren (sanitation syndrome) und die Seuchenprävention verursachten den Beginn der Segregation zwischen Briten und Indern. 10
2.2. Delhi und die Briten
1911 beschlossen die Briten, den Verwaltungssitz Britisch-Indiens von Calcutta nach Delhi zu verlegen. Dafür wurde der Neubau einer imperialen Verwaltungsstadt geplant. Neben Canberra, Ankara und Brasilia war auch New Delhi eine grundlegende Hauptstadtplanung des 20. Jahrhunderts auf dem Reißbrett. Beim Bau New Delhis orientierten sich der Architekt Edwin Lutyens und das Town Planning Committee an den städteplanerischen Ideen Christopher Wrens zum Wiederaufbau Londons nach dem verheerenden Brand von 1666. Auch die amerikanische Hauptstadt Washington diente als Vorbild für New Delhi. Die Konzeption einer
9 Sealey, Neil E.: “Planed Cities of India: A Study of Jaipur, New Delhi and Chandigarh”, in: Costa,
Frank J.; Dutt, Ashok K.; Ma, Laurence J. C.; Noble, Allen G. (Eds.): “Asian Urbanization - Problems
and Processes.” Berlin / Stuttgart 1988 (= Urbanization of the Earth- Urbanisierung der Erde 5), S. 30.
10 Mann, Michael: „New Delhi: Imperiale Residenz und Hauptstadt der indischen Union (1911 - 1991).“
Hagen 1998 (= Urbanisierung und städtisches Leben in Asien, Kurseinheit 5, hgg. vom Fachbereich
Erziehungs-, Sozial- und Geisteswissenschaften der FernUniversität-Gesamthochschule Hagen),
S. 22;
Zur Geschichte Indiens siehe u.a.: Bronger, Dirk: „Indien - Größte Demokratie der Welt zwischen
Kastenwesen und Armut.“ Gotha 1996 (= Perthes Länderprofile - Geographische Strukturen,
Entwicklungen, Probleme);
Zur Geschichte Old Delhis siehe u. a.: Ehlers, Eckart; Krafft, Thomas: “Shâhjahânâbâd / Old Delhi -Tradition and Colonial Change.” Stuttgart 1993 (= Schriftenreihe Erdkundliches Wissen, Heft 111).
5
imperialen Verwaltungsstadt und vordergründig ästhetische Gründe waren ausschlaggebend für die Planung und den Bau New Delhis. Neben großzügigen Park- und Grünflächen legten die Planer bei der Gestaltung der Wohnquartiere großen Wert auf eine deutliche Trennung der Hierarchieebenen zwischen Briten und Indern. Der Bau New Delhis manifestierte nicht nur in sich selbst die Trennung von Briten und Indern in der Stadtplanung. Das dreistrahlige, aus der europäischen Stadtplanung bekannte Achsensystem der Magistralen im hexagonalen Grundmuster New Delhis verbinden in erster Linie sich selbst miteinander. Zwischen Old Delhi und New Delhi dagegen wurden keine neuen Verkehrsverbindungen geschaffen, lediglich visuelle. Diese urbane Fehlkonstruktion New Delhis zementierte die Segregation zwischen Briten und Indern und verhinderten eine moderne Stadtplanung insbesondere in Old Delhi bis in die Gegenwart. Die Altstadt Old Delhis war nun komplett abgeschnitten. Im Norden und Westen von Bahnlinien, im Osten durch den Fluss und im Süden durch New Delhi, zu dem es - auch heute noch - so gut wie keine Verbindung gibt. New Delhi folgt damit kaum den räumlichen Gesichtspunkten einer Stadtplanung. In der neu angelegten, repräsentativen und administrativen Zwecken vorbehaltenen imperialen Verwaltungsstadt blieb kein Platz für die Arbeit. An Gewerbe- oder Industrieflächen wurde ebenso wenig gedacht wie an verbindende Verkehrsflächen. So kommt MANN (1998) zu dem Ergebnis, dass „streng betrachtet“ „New Delhi ausschließlich den ästhetischen Aspekten eines Architekten, kaum [aber] den räumlichen Gesichtspunkten einer Stadtplanung“ folge. 11 Nachdem Delhi 1912 zur Hauptstadt Indiens wurde, sorgten hauptsächlich der sukzessive Umzug der britischen Kolonialherren, ihrer Beamten, Bediensteten und Familien von Calcutta in die neue Hauptstadt bis in die Mitte der 1920er Jahre für den Großteil des Bevölkerungszuwachses. 12
1931 erfolgte die Fertigstellung New Delhis auf einer Fläche von 78 km² und die offizielle Einweihung des Stadtteils als neuer Sitz der britischen Kolonialverwaltung. Mit der Aufgabe ihres Kolonialreiches auf dem indischen Subkontinent sorgten die Briten 1947 für einschneidende Veränderungen in der ganzen Region und somit auch für die weitere Entwicklung Delhis. Am 15. August 1947 erlangte Indien die Unabhängigkeit vom britischen Empire. Britisch-Indien wurde aufgrund der Religionszugehörigkeiten von Hindus und Moslems in Indien und Pakistan getrennt.
11
Zur Architektur- und Planungsgeschichte insbes. New Delhis siehe u. a. ausführlicher in: Mann,
Michael: „New Delhi: Imperiale Residenz und Hauptstadt der indischen Union (1911 - 1991)“, S. 28 ff.
12 Ebda., S. 28.
6
Ostbengalen wurde ebenfalls wegen der muslimischen Majorität der Bevölkerung abgetrennt und zu Ostpakistan. 13 Die religiös-politisch motivierte Trennung des Jahres 1947 sorgte für erbitterte Feindschaft und hat Folgen für die Region und die Welt bis heute. An den erbitterten Kampf um die Provinz Kaschmir oder das atomare Wettrüsten Indiens und Pakistans sei hier erinnert.
Aufgrund der Teilung kam es ab 1947/48 zu einer radikalen Veränderung der Bevölkerungsstrukturen Delhis. Das mehrheitlich von Muslimen bewohnte Old Delhi hatte einen regelrechten Exodus islamischer Einwohner zu verzeichnen, die nach Pakistan flüchteten. Hindus wiederum, deren Anteil Mitte des 19. Jahrhunderts bereits gleich groß war wie der der Moslems, flüchteten insbesondere aus dem pakistanischen Teil des Punjab in die ehemals muslimischen Quartiere Old Delhis. Bis 1951 verließen 329.000 Muslime Delhi. Im gleichen Zeitraum wanderten 495.000 Menschen aus dem Punjab ein. Zusätzlich musste Delhi die „normale“ Migration verkraften, die weitere 206.000 Menschen in die Stadt brachte. Binnen vier Jahren verdoppelte sich die Bevölkerung Delhis. Geschätzt wird die Aufnahme von 370.000 bis zu 500.000 Flüchtlingen und Migranten bis 1951. 14 Das schnelle Wachstum Delhis begann, welches die existierenden Strukturen nachhaltig veränderte. Der praktisch komplette Austausch der Bevölkerung der Altstadt Delhis in nur wenigen Jahren sorgte für tiefgreifende Einschnitte. Die muslimische Bevölkerung nahm drastisch ab und spätestens ab 1947 spielte sie für die Entwicklung der Stadt so gut wie keine Rolle mehr. Die Umwälzungen hatten nicht nur eine fundamentale Änderung der Eigentümerstrukturen zur Folge, auch begann die politische und soziale Diskriminierung der Muslime. Der Anteil der muslimischen Bevölkerung, die größtenteils nach Pakistan auswanderte, weil sie sich dort bessere Zukunftschancen versprachen, dezimierte sich enorm. Lediglich die muslimische Unterschicht blieb in Delhi. Der Anteil der Muslime lag 1993 bei etwa 12 % der Bevölkerung. 15 Auf nationalstaatlicher Ebene waren es 11,4 % und machten Indien damit zur Heimat der weltweit zweitgrößten muslimischen Bevölkerung nach Indonesien. 16
13
Nach der Unabhängigkeit von Pakistan entstand 1972 mit indischer Hilfe der Staat Bangladesh.
14 Krafft, Thomas: „Contemporary Old Delhi: Transformation of an Historical Place“, in: Ehlers, Eckart;
Ders. (Eds.): “Shâhjahânâbâd / Old Delhi - Tradition and Colonial Change.” Stuttgart 1993 (=
Schriftenreihe Erdkundliches Wissen, Heft 111), S. 67.
15 Die Zahlen und Fakten sind u. a. ausführlich belegt in: Ebda., S. 65 - 91.
16 Bronger, Dirk: „Indien - Größte Demokratie der Welt zwischen Kastenwesen und Armut“, S. 34.
7
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Dr. phil. Jürgen Schäfer, 2001, Megastadt Delhi (Geschichte - Entwicklung - Perspektiven), München, GRIN Verlag GmbH
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