Vorwort
Die vorliegende Diplomarbeit und der in wenigen Wochen bevorstehende Abschluss meines Studiums stellen einen Punkt in meinem Leben dar, welcher mir sehr viel bedeutet.
Die Jahre des Studiums waren herausfordernd, interessant und lehrreich. Nicht zuletzt deshalb, da meine Kommilitoninnen beziehungsweise Kommilitonen und ich die Ersten waren, die den Studiengang „Betriebliches Prozess- und Projektmanagement“ an den Fachhochschul •Studiengängen•Vorarlberg absolvieren durften.
Motiv für die Wahl dieses Themas zur Diplomarbeit war die anhaltende Aktualität des Outsourcing von Dienstleistungen im Informationsmanagement sowie die zunehmende strategische Bedeutung des Informationsmanagements allgemein, sowohl unternehmensintern als auch im gesellschaftlich - sozialen Umfeld.
An dieser Stelle möchte ich mich bei Herrn Dr. Günter Unterleitner, Organisationsleiter der Bank für Tirol und Vorarlberg, bedanken, welcher es mir im Rahmen eines einsemestrigen Berufspraktikums erstmals ermöglichte, ein Outsourcing-Projekt im Informationsmanagementbereich zu realisieren, wobei ich mein Interesse an diesem Thema noch einmal steigern konnte.
Ganz besonderer Dank gebührt Herrn Dipl. Ing (FH) Manfred Vogt, Fachhochschul•Studiengänge•Vorarlberg, für die ausgezeichnete und vorbildhafte Zusammenarbeit und Betreuung.
i
Dem „Head of Information Services“ der Fachhochschul•Studien- gänge•Vorarlberg, Herrn Ing. Egon Niederacher möchte ich sowohl in meinem Namen als auch im Namen der Vorarlberger Landesverwaltung für die Bereitschaft zu den Interviews und Präsentationen danken.
Weiters möchte ich Herrn Mag. Josef Lindermayr, Vorstand der Abteilung Informatik bei der Vorarlberger Landesverwaltung, Herrn Wolfgang Illmer sowie Herrn Michael Grossinger meinen Dank für die zur Verfügung gestellten Informationen und die ausgezeichnete Zusammenarbeit aussprechen.
Auch der Belegschaft des Vorarlberger Rechenzentrums, insbesondere Herrn Geschäftsführer Roland Hilbrand und Herrn Gerhard Burtscher, möchte ich für die Bereitschaft zu den aufschlußreichen Interviews danken.
Dank für die aufopfernden und oft langen, aber sehr aufschlußreichen Diskussionen sowie den Korrekturarbeiten gebührt auch den beiden Studien– und Wohnungskollegen, Herrn Müller Clemens und Herrn Rüf Christian.
Und „ last but not least“ möchte ich mich von ganzem Herzen bei meiner Familie und meiner Freundin Carmen für Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung in der ganzen Zeit meines Studiums, insbesonders während der Diplomarbeitszeit, bedanken. In diesem Sinne möchte ich Ihnen diese Arbeit widmen.
Alexander Kieslinger
Inhaltsübersicht
Vorwort i
Inhaltsübersicht ________________________________________________________ iii
Inhaltsverzeichnis ______________________________________________________iv
Kurzfassung viii
Summary ix
1 Einleitung 1
2 Begriffliche Grundlagen 7
3 Outsourcing von Informationsmanagement 30
4 Gestaltung der Kommunikation zwischen Outsourcer und
Outsourcingpartner 52
5 Gestaltung der Kommunikation zwischen Outsourcer und
Outsourcingpartner am Beispiel der Vorarlberger Landesverwaltung 72
6 Schlußbetrachtung 97
Abbildungen x
Tabellen ______________________________________________________________ xii xii
Literaturverzeichnis xiii
Stichwortverzeichnis xix
Eidesstattliche Erklärung xx
iii
Inhaltsverzeichnis
Vorwort i
Inhaltsübersicht ________________________________________________________ iii
Inhaltsverzeichnis ______________________________________________________iv
Kurzfassung viii
Summary ix
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung der Arbeit 3
1.3 Aufbau der Arbeit 4
2 Begriffliche Grundlagen 7
2.1 Information 7
2.2 Kommunikation 10
2.3 Management 12
2.4 Informationsmanagement 16
2.5 Outsourcing 20
2.6 Help Desk 24
2.7 Trouble Ticket System 27
3 Outsourcing von Informationsmanagement 30
3.1 Formen des Outsourcing 30
3.1.1 Systems Management (Total Outsourcing) 34
3.1.2 Facilities Management Network Outsourcing 34
3.1.3 Applications Management 35
3.1.4 Processing Services 35
iv
3.1.5 Professional Services 35
3.1.6 Desktop Services und Help Desk 36
3.1.7 Business Process Outsourcing 36
3.2 Outsourcingmotive 38
3.2.1 Reduktion der Komplexität 39
3.2.2 Kostenoptimierung 41
3.2.3 Personalpolitische Gründe 44
3.2.4 Technologische Motive 45
3.2.5 Sonstige Gründe 49
3.2.6 Resümee 50
4 Gestaltung der Kommunikation zwischen Outsourcer und
Outsourcingpartner 52
4.1 Grundlagen der Gestaltung von Kommunikationsbeziehungen 52
4.1.1 Informationslogistik 52
4.1.1.1 Informationsbedarf und Informationsversorgung 52
4.1.1.2 Informationslogistik und Prozeßgestaltung 54
4.1.2 Methoden der Gestaltung von Kommunikationsbeziehungen 56
4.1.2.1 Prozess-Idee 57
4.1.2.2 Triage-Idee 59
4.1.2.3 Informationelle Vernetzung 60
4.2 Gestaltung der Kommunikationsbeziehung 63
4.2.1 Informations- und kommunikationsorientierte Gestaltung der
Unternehmensprozesse 63
4.2.2 Rolle der Informations- und Kommunikationssysteme 64
4.2.3 Anforderungen an die Informations- und Kommunikationstechnik66
4.2.4 Kommunikationsmittel und Einsatzzweck 68
4.2.5 Auswahl der geeigneten Kommunikationsmittel 70
v
5 Gestaltung der Kommunikation zwischen Outsourcer und
Outsourcingpartner am Beispiel der Vorarlberger Landesverwaltung 72
5.1 Ausgangslage 72
5.1.1 Allgemeines zur Organisation des Amtes der Vorarlberger
Landesverwaltung 72
5.1.2 Beschreibung der Systemlandschaft 73
5.1.2.1 Hardware 73
5.1.2.2 Software 73
5.1.2.3 Weitverkehrsnetzwerk (WAN) 74
5.1.2.4 Lokale Netzwerke (LAN) 74
5.1.3 End User Support in der Vorarlberger Landesverwaltung 75
5.1.3.1 IST-Ablauf des Help Desk 75
5.1.3.2 Schwachstellen 76
5.1.3.3 Unterstützung des IST-Ablaufes mit Tools 77
5.1.3.4 Soll-Ablauf des Help Desk 78
5.2 Konzept der Kommunikation im Bereich Help Desk 80
5.2.1 Allgemeines zur Sollkonzeption 80
5.2.2 Informationsarten 81
5.2.3 Informationsflüsse 83
5.2.3.1 Softwareentwicklung- und weiterentwicklung 84
5.2.3.2 Netzwerkmanagement Hard- und Software 85
5.2.3.3 Servermanagement (Hardware Betriebssystem
Datenbanken) 86
5.2.3.4 Anwendungssoftwaremanagement und wartung 87
5.2.3.5 Client- und Peripheriegerätemanagement 88
5.2.4 Unterstützung der Kommunikation mittels Trouble Ticket System 89
5.2.4.1 Beschreibung der Trouble Ticket Software 89
5.2.4.2 Unterstützung der Informationsflüsse mittels Trouble Ticket
System 90
5.2.5 Erwarteter Nutzen für die Beteiligten 92
vi
5.2.5.1 Nutzen für die Vorarlberger Landesverwaltung Abt PrsI 93
5.2.5.2 Nutzen für den End User IB 93
5.2.5.3 Nutzen für das Vorarlberger Rechenzentrum 93
5.2.6 Problemfelder und Lösungsansätze 94
5.2.6.1 Die Rolle des Informatikbeauftragten 94
5.2.6.2 Problem-Owner versus Process-Owner 94
5.2.6.3 Wirtschaftlicher Einsatz des Trouble Ticket System 95
5.2.6.4 Technische Umsetzung 96
5.2.6.5 Know How Transfer 96
6 Schlußbetrachtung 97
Abbildungen x
Tabellen ______________________________________________________________ xii xii
Literaturverzeichnis xiii
Stichwortverzeichnis xix
Eidesstattliche Erklärung xx
vii
Kurzfassung
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Einblick in das derzeit sehr aktuelle Thema Outsourcing von Informationsmanagement zu gewähren und die in der Literatur kaum behandelte Thematik der Gestaltung der Kommunikationsbeziehung zwischen Outsourcer und Outsourcingpartner zu beleuchten. Zuerst geht es darum, die in der Arbeit verwendeten Termini abzugrenzen und zu definieren, um eine gemeinsame Diskussionsbasis zu schaffen. Aufbauend darauf werden die Formen und Motive des Outsourcing näher hinterfragt. Outsourcingdienstleistungen werden meist in einzelnen Modulen angeboten, welche sich entlang des gesamten Lebenszyklus (Planung, Konzeption, Einführung, Betreuung und Entsorgung) von Informationssystemen gliedern, um die vielfältigen Motive (Kosten, Know How, Reduktion der Komplexität, etc.) der Kunden bestmöglich zu erfüllen. In einem weiteren Abschnitt wird auf die Gestaltung der Kommunikationsbeziehung zwischen den beiden Geschäftspartnern eingegangen. Dabei werden Grundlagen wie die Informationslogistik sowie Gestaltungsmethoden erläutert. In einem weiteren Schritt wird auf die informations- und kommunikationsorientierte zwischenbetriebliche Prozessgestaltung eingegangen und ein Ansatz zur Unterstützung der Abläufe mittels Informations- und Kommunikationssystemen geliefert. Ein praktisches Fallbeispiel zeigt die Anwendung der theoretischen Abhandlung und mögliche Lösungsansätze für die aufgetretenen Problemfelder.
viii
Summary
Aim of this thesis is to give a view to the very up-to date topic Outsourcing of information management. A special subject is a discussion about the relationship and communication between both outsourcer and outsourcing-supplier, which has been hardly worked out in literature in the past. First the used terms are delimited and defined in order to give a common basis. Further on the different forms and reasons of IT-outsourcing are described. Outsourcing-suppliers tend to offer their services in different modules like total outsourcing, applications management or desktop services and helpdesk in order to satisfy the great variety of customer needs. For instance, lower costs or know how-acquisitions are typical reasons for outsourcing. Another chapter discusses the design of the interorganisational communication between both business partners. Therefore the b asics like information-logistics and designing-tools are explained. A further step shows the interorganisational process design and the support by i nformation and communication technology. A practical example supplies the application of this theoretical discussion in business and delivers possible solutions for problems.
ix
Einleitung
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
Die Rolle des Informationsmanagements im unternehmerischen Umfeld hat sich in den letzten Jahren drastisch gewandelt. Dies läßt sich allein schon dadurch feststellen, daß der Begriff der Datenverarbeitung (DV), welcher rein operativen Charakter hat, durch die Informationsverarbeitung und in weiterer Folge durch das Informationsmanagement (IM) abgelöst wurde. Das Wort Management, also die kurz-, mittel- und langfristige Planung, Organisation, Einsatz, Führung und Kontrolle, 1 kennzeichnet sowohl die strategische als auch operative Wichtigkeit im täglichen Geschäftsleben.
Durch den Einsatz von Informationssystemen, welcher vom IM gesteuert wird, können entscheidende Wettbewerbsvorteile erzielt, sowie schneller und näher am Markt agiert werden. Solche Systeme können zum Beispiel Management- Informationssysteme, Planungs- und Entscheidungssysteme, Administrationssysteme oder Dispositionssysteme sein. 2
Seit dem Beginn der 90er Jahre werden verstärkt die Fokussierung auf Kernkompetenzen und die Verschlankung der Unternehmen als Schlüssel zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit durch Kostensenkung und Stärkung der Innovationskraft angesehen. Outsourcing ist in diesem Zusammenhang zu einem viel diskutierten Thema geworden. Hat sich die Dienstleistung Outsourcing zuerst nur auf Produktion, Kantine Fuhrpark etc. 1 Vgl. Koontz et al. (1984) S. 19. Den empirischen Beleg für die Durchsetzung dieser Sichtweise in Management - Lehrbüchern liefern Caroll et al. (1987), S. 38.ff. 2 Vgl. Hartl (1995), S. 1.
1
Einleitung
konzentriert, so hat sie nun auch im Bereich des Informationsmanagements Einzug gehalten. 3
Die Gründe für das Outsourcing im IM–Bereich sind vielfältig. Der Aufbau einer Kostenführerschaft, Differenzierungsstrategien, Personalengpässe etc. sind die Argumente, mit denen Outsourcing gerechtfertigt wird. Treffend beschrieben wird dies durch ein Zitat aus dem Harvard Business Review.
„Whenever a company produces something internally that others can buy or produce more effectively and efficiently, it sacrifices competitive advantage. Focus on what gives your company its competitive edge. Outsource the rest.” 4
Neben den Gründen sind auch die Auswirkungen des Outsourcing vielfältig. So ist beispielsweise ein Outsourcing im IT – Service Bereich sehr oft mit einem Personaltransfer verbunden. Auch organisatorische
Implikationen, wie eine Komplexitätsminimierung oder eine Zu- bzw. Abnahme der zu handhabenden Schnittstellen etc. sind mögliche Folgen. Aber einer der Hauptgründe liegt sicherlich in der Kostenoptimierung. Kostenoptimierung deshalb, da die Kosten nicht zwangsläufig gesenkt werden, sondern von fixen zu variablen Kosten umgewandelt werden können und somit die Kostentransparenz gesteigert werden kann.
Ein teilweise oft vernachlässigter Gesichtspunkt in der Outsourcingthematik ist die Beziehung der beiden Geschäftspartner. Diese ist allerdings von großer Bedeutung im Hinblick auf den Erfolg beider, denn nur eine sogenannte Win – Win Situation kann Basis für eine langfristige 3 Vgl. Gerigk (1997), S. 1.
4 Quinn et al. (1990), S. 58.
2
Einleitung
Zusammenarbeit und Partnerschaft sein. Gegenseitiges Vertrauen ist in einem Bereich wie der Datenverarbeitung bzw. dem Informationsmanagement eine äußerst heikle Angelegenheit. Der Umgang mit sensiblen Daten oder die Datensicherheit spielen hier eine wesentliche Rolle. Selbstverständlich gibt es Schutzmaßnahmen gegen Spionage, aber „you can never be certain that the vendor has not peeked behind the curtain“ 5 , wie eine Diskussion aus dem britischen Unterhaus zeigt, als EDS 6 die Datenverarbeitung des Inland Revenue Service übernahm und damit die Daten aller britischen Steuerzahler. 7
Basierend auf der Bedeutung sowie den Formen, Motiven und Auswirkungen des Outsourcing wurde die vorliegende Diplomarbeit mit dem Schwerpunkt der Gestaltung der Kommunikationsbeziehung zwischen Outsourcer und Partner im Bereich des Help Desk am Beispiel eines Trouble Ticket Systems erstellt.
1.2 Zielsetzung der Arbeit
Wie in Kapitel 1.1 gezeigt, ist das Thema Outsourcing ein sehr umfangreiches und es würde wahrscheinlich mehr als nur eine Diplomarbeit in Anspruch nehmen, um vollständig abgehandelt zu werden. Deshalb habe ich mich gezielt auf einen Schwerpunkt, welchen ich in den folgenden Kapiteln näher beleuchten möchte, festgelegt. 5 Mylott (1995), S. 38ff.
6 EDS (Electronic Data Systems) ist einer der weltweit führenden Dienstleister für Information und Technologie (siehe unter http://www.eds.com ) 7 Rothery et al. (1995), S. 51.
3
Einleitung
Das Ziel der Arbeit ist es, die Kommunikationsbeziehung zwischen Outsourcer und Partnerunternehmen anhand eines konkreten Beispieles zu untersuchen sowie Probleme und Potentiale aufzuzeigen. Dabei beschränke ich mich auf einen kleinen Teil des Outsourcingspektrums, nämlich auf das Modul der IT – Services, also der Dienstleistungen im Informationsmanagement, welche primär den End User vor Ort in seiner Tätigkeit (Help Desk) unterstützen.
1.3 Aufbau der Arbeit
Die Arbeit ist deduktiv aufgebaut und gliedert sich in fünf Hauptkapitel (Abschnitt 2 bis 6). Die theoretischen Grundlagen werden in den ersten zwei Abschnitten behandelt:
Von den sehr abstrakten Begriffen Information und Management erfolgt in Kapitel zwei eine Überleitung zum Informationsmanagement, dessen Entwicklung, Bedeutung und Einbettung ins unternehmerische Geschehen erörtert wird. In Kapitel 1.1 wurde bereits darauf verwiesen, daß Outsourcing innerhalb des Bezugsrahmens des Informationsmanagements zu sehen ist. Daher wird nachfolgend der Ausdruck Outsourcing mit all seinen Facetten, insbesondere im IT – Service Bereich und dessen Zusammenhang zum Informationsmanagement diskutiert.
Das Kapitel drei beschäftigt sich mit den Formen und Motiven des Outsourcing. Dabei werden die einzelnen IM – Bereiche, welche ausgelagert werden können, erläutert. In Abschnitt 3.2 wird versucht, die unternehmerischen Motive des Outsourcing darzustellen und kritisch zu beleuchten.
4
Einleitung
Der Kommunikation zwischen Outsourcer und Outsourcingpartner wird im vierten Kapitel Rechnung getragen. Hier wird versucht, einen Ansatz zur Bedeutung dieser Beziehung zu finden sowie in weiterer Folge die Gestaltungsmöglichkeiten der Zusammenarbeit aufzuzeigen. Potentielle Steuerungshebel sind hier einerseits die Informationsarten und -flüsse sowie die Kommunikationsmittel selbst. Auf die Unterstützung der Kommunikation mittels Software wird in einem separaten Unterpunkt eingegangen. Dies deshalb, da in Kapitel fünf dieser Aspekt in einem praktischen Beispiel mündet.
Kapitel fünf beschäftigt sich mit einem Fallbeispiel zur vorausgegangenen theoretischen Auseinandersetzung. Im Detail geht es um die Sollkonzeption bzw. den Betrieb eines Help Desk Systems, welches das Vorarlberger Rechenzentrum für die Vorarlberger Landesverwaltung betreibt. Insbesondere geht es dabei um die Gestaltung der Informationsflüsse und - arten zwischen den beiden Geschäftspartnern, die Unterstützung der Abläufe durch Software sowie den daraus resultierenden Nutzen und die Problemfelder.
Im letzten Abschnitt, dem sechsten Kapitel, werden die wichtigsten Gedanken noch einmal zusammengefaßt und ein Ausblick in die Zukunft gewährt.
Abbildung 1 zeigt den Aufbau der Arbeit und die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Abschnitten:
5
Begriffliche Grundlagen
2 Begriffliche Grundlagen
Die folgenden Ausführungen in diesem Abschnitt sollen dazu dienen, die in der Arbeit verwendeten Begriffe aus ausgewählten Blickwinkeln auf theoretischer Grundlage zu diskutieren. Keinesfalls erheben diese Erörterungen Anspruch auf Vollständigkeit. Vielmehr sollen sie auf die Unschärfen und Vielseitigkeit der Verwendung der Termini hinweisen.
2.1 Information
Der Informationsbegriff spielt nicht nur für die Definition in diesem Abschnitt eine essentielle Rolle, sondern auch in Kapitel 2.4, wo es um die Definition des Begriffes Informationsmanagement geht. Basis für die Erwirtschaftung unternehmerischen Erfolges sind immer Entscheidungen. Um aber Entscheidungen richtig treffen zu können, benötigt der Entscheider Informationen. Da Informationen in den seltensten Fällen in einer Form vorliegen, um direkt weiter verwendet werden zu können, müssen diese erst komprimiert, gefiltert, bereinigt etc. werden. Dies bedeutet, Informationen erhalten erst dann einen Aussagewert, wenn ihnen Bedeutung zugeschrieben wird. Die Entscheidung bzw. deren Ergebnis ist somit abhängig vom Informationsgehalt sowie von der subjektiven Entscheidungssituation des Empfängers. 8 Im Rahmen der Sprachtheorie 8 Vgl. Hartl (1995), S. 5.
7
Begriffliche Grundlagen
(Semiotik) werden, wie in nachfolgender Aufzählung ersichtlich, drei Ebenen des Informationsgehaltes unterschieden: 9
Syntaktik: Hier geht es um die Beziehung von Zeichen zu anderen Zeichen im Sinne einer Zeichenfolge. Die Bedeutung von Zeichen bleibt hier außer acht.
Semantik: Diese Stufe befaßt sich mit den inhaltlichen Aussagen einer Nachricht. Sie untersucht also die Beziehung zwischen den Zeichen und ihrer Bedeutung.
Pragmatik: Auf dieser Ebene ist die Relation von Zeichen und ihren Verwendern von Relevanz. Dabei werden Wirkungen von Informationen und deren Verwendungszweck diskutiert.
Folgende Abbildung läßt den Zusammenhang zwischen den Begriffen erkennen:
9 Vgl. Vahlens Wirtschaftslexikon (1993), S. 964 sowie zu einer vertiefenden Betrachtung des Zusammenhangs zwischen Semiotik und Informationssystemen: Stamper (1987), S. 43ff.
8
Begriffliche Grundlagen
Abbildung 2: Sprachliche Dimensionen des Informationsbegriffs 10
Mit dem Informationsbegriff wird immer auch der Begriff der Daten in Verbindung gebracht. Die Semiotik hilft hier, die beiden Begriffe voneinander abzugrenzen. Informationen sind zweckorientiertes Wissen, Daten hingegen stellen lediglich Sachverhalte dar. 11 Den Zusammenhang zwischen Information und Daten machen eine Vielzahl von Autoren deutlich. King, Hufnagel und Grover definieren Information als
„...data that have been evaluated for some use.“ 12
Eine etwas ausführlichere Definition führen Davis und Olson an:
„Information is data that have been processed into a form that is meaningful to the recipient and is of real or perceived value in current or prospective actions or decisions.“ 13
Beide Definitionen haben gemeinsam, dass sie von den Daten als Grundlage ausgehen und Informationen erst das Ergebnis eines Verarbeitungsprozesses für einen bestimmten Adressatenkreis darstellen. Trotz Verarbeitung können aber solche Informationen für andere Personen wiederum nur Daten sein, weil sie für diese Personen keine Aussagekraft haben bzw. keine Handlungen auslösen. Mit anderen Worten, Daten sind empfängerunabhängig, während dem sich ihr Informationsgehalt erst im Kontext mit dem jeweiligen Empfänger bzw. Anwender ergeben. 14 10 Quelle: Bongard (1994), S. 12.
11 Vgl. Hartl (1995), S. 6.
12 King et al. (1988), S. 76.
13 Davis et al. (1984), S. 200.
14 Vgl. Pradervand (1995), S. 20.
9
Begriffliche Grundlagen
Weiters sind folgende Definitionen für den Begriff Information zu finden,
welche allerdings teilweise in eine andere Dimension deuten:
Information ist eine
„... Nachricht, durch die beim Wirtschaftssubjekt bestehende
Wahrscheinlichkeitsurteile bzgl. entscheidungsrelevanter Daten oder Ereignisse
verändert werden.“ 15
Eine etwas andere Definition ist bei Heinrich nachzulesen, wo hervorgeht,
daß Informationen die Voraussetzung für Handlungen darstellen.
„Information ist handlungsbestimmende Kenntnis über historische,
gegenwärtige und zukünftige Zustände der Realität und Vorgänge in der
Realität.“ 16
2.2 Kommunikation
Kommunikation wird allgemein als Austausch von Informationen (siehe Kap.
2.1) zwischen verschiedenen Objekten verstanden. Kommunikation
bedeutet aber nicht nur die Übertragung, sondern auch das Aufbereiten
und Verst ehen der Informationen. 17
Eine ähnliche Definition ist bei Gabler zu finden, der Kommunikation ...
15 Gabler Wirtschaftslexikon (1997), S. 1865.
16 Heinrich et al. (1988), S .5.
17 Vgl. Gluchowski et al. (1997), S. 20f.
10
Begriffliche Grundlagen
„... als Prozeß der Übertragung von Nachrichten zwischen einem Sender und
einem oder mehreren Empfängern ...“ 18
versteht.
Dieser Prozeß, wie Gabler anführt, gliedert sich in fünf wesentliche Schritte:
Abbildung 3: Prozess der Kommunikation 19
Kommunikation findet aber nicht nur von Mensch zu Mensch statt. In
Zusammenhang mit Informationsmanagement sind im
Kommunikationsprozess meist Maschinen (DV-Systeme) integriert. Dieser
Aspekt spielt in dieser Arbeit eine wesentliche Rolle, da neben der
Kommunikation zwischen Menschen die Kommunikation zwischen Mensch
und Maschine und auch zwischen Maschinen (DV-Systeme) möglich ist. 20
Folgende Abbildung soll dies veranschaulichen:
18 Gabler Wirtschaftslexikon (1997), S. 2169.
19 Quelle: Duden Informatik (1993), S. 340.
20 Vgl. Gluchowski et al. (1997), S. 20f.
11
Begriffliche Grundlagen
Abbildung 4: Formen der Kommunikation
In dieser Arbeit liegt der Schwerpunkt der Kommunikation in den beiden ersten Formen, also der Kommunikationsbeziehung zwischen Menschen und zwischen Mensch und Maschine, wobei aber auch Aspekte der dritten Kommunikationsform zu finden sind.
2.3 Management
Sowohl im deutschsprachigen als auch englischsprachigen Raum unterscheidet man heute Management im funktionalen bzw. institutionellen Sinn. Die funktionalen Ansätze beschäftigen sich mit dem Prozeß und den Aufgaben des Managements, die institutionellen Ansätze hingegen
12
Begriffliche Grundlagen
konzentrieren sich auf die Personen und Personengruppen, die mit dem Prozess und den Aufgaben betraut sind. 21
Auch Wöhe geht vom dualen Begriff des Management aus. Einerseits personenbezogen, als unter Management eine Gruppe von Personen verstanden wird, die anderen Personen Weisungen erteilen darf, andererseits funktionsbezogen, betreffend der Funktion, die diese Personen ausüben. 22
Ähnlich die Definition bei Gabler 23 , wo zwischen Management als Institution und Management als Funktion unterschieden wird.
Management als Institution umfasst alle diejenigen, die in der Unternehmung leitende Aufgaben erfüllen, ....
Management als Funktion umfasst alle Aufgaben, die die Leitung eines Unternehmens in all ihren Bereichen mit sich bringt.
Bei der Einteilung des Managements als Funktion werden nach Koontz, O´Donnell und Weihrich fünf wesentliche Aufgabenbereiche unterschieden: 24
• Planung (Planning)
• Organisation (Organizing)
• Personaleinsatz (Staffing) 21 Vgl. Stähle (1990), S. 65ff.
22 Vgl. Wöhe (1984), S. 87.
23 Gabler Wirtschaftslexikon (1997), S. 2527.
24 Vgl. Koontz et al. (1984), S. 19. Den empirischen Beleg für die Durchsetzung dieser Sichtweise in Management - Lehrbüchern liefern Caroll et al. (1987), S. 38ff.
13
Begriffliche Grundlagen
• Führung (Leading, Directing)
• Kontrolle (Controlling)
Eine ähnliche Definition liefern Lechner et al. 25 bei der Beschreibung des Managementregelkreises:
• Zielsetzung
• Planung
• Organisation
• Überwachung
• Zielsetzung
Bei der Einteilung des Management als Institution wird meist zwischen drei Managementebenen unterschieden: 26
1. Top - Management (Mitarbeitender Eigentümer, Geschäftsführer,
Vorstand)
2. Middle – Management (Leiter von Funktionsbereichen)
3. Lower – Management (Abteilungsleiter, Meister...)
Eine mögliche graphische Darstellung des Zusammenhangs zwischen institutioneller und funktionaler Sichtweise sowie die Zuordnung der Funktionen zu den Institutionen könnte folgendermaßen aussehen: 25 Vgl. Lecher et al. (1994), S. 63.
26 Vgl. ders. et al. (1994), S. 61;
siehe auch Schierenbeck (1993), S. 81;
sowie Stähle (1990), S. 82f.
14
Arbeit zitieren:
Alexander Kieslinger, 1999, Outsourcing von Informationsmanagement - Gestaltung der Kommunikation zwischen Outsourcer und Outsourcingpartner im Bereich des Help Desk am Beispiel eines Trouble Ticket Systems, München, GRIN Verlag GmbH
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