„Rechtsextremismuswahrnehmung“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 03
2. Problemfindung, Hypothesen, Erhebungsart und
Operationalisierung
2.1. Problemfindung Hypothesen 04
2.2. Erhebungsart 05
2.3. Variablen Konstanten, Operationalisierung der
Hypothesen S. 06
3. Befragung Schwierigkeiten mit Methode
Fragebogen S. 08
4. Pretests und Schlußfolgerungen 11
5. FAZIT 13
ANHANG
Erster Fragebogenentwurf
Zweiter Fragebogenentwurf
Erfassungsbogen Pretest
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1. Einleitung
Eigentlich wollte ich was ganz anderes untersuchen: Rechtsextremistische Musik und solche die als rechtsextremistisch indiziert und somit verboten ist - ebenso wie die Musik, die zwar rechtsextremistisch ist, aber der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften - sagen wir mal - durch die Lappen gegangen ist. Zugunsten einer anderen Fragestellung, die mir im Zuge der Hausarbeit Rechtsextremismus nachgerade ins Gesicht gesprungen ist, habe ich von diesem Projekt aber Abstand genommen. Darüber hinaus taten sich Probleme schon mit der Findung des eigentlich zu untersuchenden Problemfeldes sowie mit der Operationalisierung der Hypothesen auf; und auf eine Mithilfe der Bundesprüfstelle war auch nicht wirklich zu bauen. Deshalb also der Themenschwenk zur Rechtsextremismus-Wahrnehmung.
Bei den Recherchen zum Thema "Rechtsextremismus in der Region" ist mir aufgefallen, daß bei der "normalen" Bevölkerung wie auch bei Menschen, die sich eigentlich damit auseinandersetzen müßten, eine Schere zwischen dem wahrgenommenen und dem vorhandenen Rechtsextremismuspotential zeigt. Wahrgenommen werden scheinbar nur (und auch nur zum Teil) die plakativen polizei- und somit presserelevanten Straftaten / Aktionen von Rechten und Pseudo-Rechten vor Ort; nicht aber der Alltagsrassismus oder die Arbeit rechtsextremer Parteien, sowie sie über ein gebietsmäßig begrenztes Umfeld (Stadt, Landkreis etc.) hinausgehen. Wahrgenommen werden hingegen scheinbar die augenfällig beruhigenden Versuche, etwas gegen den
Rechtsextremismus vor Ort zu unternehmen. Das Ergebnis sind Formulierungen wie "Wir haben hier eigentlich keinen
Rechtsextremismus, aber wir tun was dagegen!" Zu untersuchen wäre, ob das ein verallgemeinerbares Phänomen ist oder nicht. Zu unternehmen wäre auch der Versuch herauszufinden, was die Ursachen dafür sind.
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2. Problemfindung, Hypothesen, Erhebungsart und Operationalisierung
2.1. Problemfindung und Hypothesen
Rechtsextremismus und rechtsextreme Straftaten finden in Brandenburg an vielen Orten statt. Eine der Voraussetzungen für die rechtsextremen Gruppierungen ist, daß sie von der Öffentlichkeit im schlimmsten Fall unterstützt, im besten Fall einfach ignoriert und schlicht nicht wahrgenommen werden oder ihre Existenz negiert wird. In der Arbeit soll der Vermutung nachgegangen werden, daß rechtsextreme Organisationen, Straftaten mit rechtsextremem und fremdenfeindlichen Hintergrund von einem großen Teil der Bevölkerung entweder einfach nicht wahrgenommen oder aber wahrgenommen und heruntergespielt werden.
Hypothesen / Indizien dafür könnten sein:
à je mehr der einzelne Mensch beruflich oder durch die Arbeit in Parteien/Organisationen/Verbänden mit dem Thema Rechtsextremismus zu tun hat, desto mehr nimmt er auch den Rechtsextremismus in seiner Umgebung wahr.
à je bewußter und regelmäßiger der Medienkonsum, desto gezielter werden medienwirksame durch Rechtsextremisten verübte Straftaten und Aktionen wahrgenommen.
à jüngere Menschen und Menschen mit höherem Bildungsstand neigen eher dazu, Rechtsextremismus um sich herum wahrzunehmen als ältere Menschen oder Personen mit einem geringeren Bildungsstand à von der politischen Grundüberzeugung her eher links stehende Menschen nehmen Rechtsextremismus in der Region eher wahr als konservativ eingestellte.
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2.2. Erhebungsart
Am ehesten eignet sich hier eine Befragung mit stark strukturiertem Standardfragebogen. Die Befragung soll telefonisch durchgeführt werden. Das hat - wie andere Befragungen mit Standardfragebogen natürlich auch - den Vorteil, vergleichbare Aussagen zu gleichen Fragen zu erhalten. Dazu kommt eine sehr ähnliche
Befragungssituation bei Telefoninterviews; beispielsweise keine Beeinflussung der befragten Personen durch Mimik, Gestik des Interviewers o.ä.. Telefoninterviews sind gerade auf ein begrenztes Gebiet bezogen wenig kostenintensiv (keine Ferngespräche!) und ergeben im Vergleich mit der direkten Befragung keine besonders hohe Quote von Verweigerern. Auch der soziale Bevölkerungsquerschnitt ist gewährleistet bei einer 90-95 prozentigen Erreichbarkeit per Telefon selbst im ländlichen Raum. Ein Nachteil ist, daß Verweigerer das Gespräch leichter abbrechen können.
Grundgesamtheit ist die Bevölkerung des Landkreises Prignitz im wahlfähigen Alter (rd. 78.700). Um eine repräsentative Untersuchung durchzuführen, sollen mindestens 1.000 Menschen befragt werden. Als Grundlage für die Stichprobenziehung dient das Telefonbuch "Das Örtliche" für die Prignitz.
à Durch einen Vorwahlbereich im ländlichen Raum werden in der Regel mehrere
Gemeinden abgedeckt. Aus der Rufnummer ist dabei nicht zu erkennen, ob der
Anschluß innerhalb einer Stadt oder einer benachbarten Gemeinde liegt. Die Auswahl
der Rufnummern erfolgte daher nach dem Vorbild der Meinungsforschungsinstitute, die
in Brandenburg im Auftrage der Landesregierung und der Parteien Umfragen
durchführen: Aus dem Telefonbuch ausgewählte Rufnummern w erden an den letzten
beiden Stellen durch das addieren der Zahl 1 jeweils zu den letzten beiden Stellen
verändert. Dadurch wird erreicht, daß auch Rufnummern, die nicht ins Telefonbuch eingetragen sind, die Chance haben, angerufen zu werden 1 .
1 Quelle: Interview mit Rita Müller-Hilmer zur Datengewinnung des Institutes Infratest-dimap in Brandenburg im Februar 2000
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Bei den Anrufen, die in den Abendstunden zwischen 19 und 22 Uhr durchgeführt werden sollen, wird bei Mehrpersonenhaushalten der Erwachsene befragt der als nächster Geburtstag hat.
Die Studie muß regional angelegt sein, um einen direkten Vergleich zwischen den tatsächlich vorhandenen rechtsextremistischen Aktivitäten (hier Straftaten) und der Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit möglich zu machen.
2.3. Konstanten & Variablen, Operationalisierung der
Hypothesen
Als Konstante in der Befragung werden erst nur zwei, n ach Überarbeitung des Fragebogens im Zuge des Pretests schließlich vier repräsentative rechtsextremistische Straftaten genutzt, die als plakative Äußerungen des Rechtsextremismus durch die Medien aufgegriffen worden sind und sich im Landkreis Prignitz abgespielt haben. Alle vier werden in Statistiken und Erhebungen der Polizei und zum Teil auch im Verfassungsschutzbericht 2001 des Landes Brandenburg aufgeführt. Sie sollen hier aus einer Zuarbeit der Polizei des Schutzbereichs Prignitz vom 2 . 24.04.2002 zitiert werden
2 Quelle: Originalzitat aus einem vertraulichen Papier des Polizei-Schutzbereichs Prignitz als Zuarbeit auf direkte Nachfrage zur Hausarbeit "Rechtsextremismus in der Region - Landkreis Prignitz", erstellt von PHK
Jens-Uwe Kroll am 24. April 2002
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Arbeit zitieren:
Daniel Körber, 2002, Versuch einer empirischen Erhebung zum Thema: Rechtsextremismuswahrnehmung - Schere zwischen wahrgenommenem und existierendem Rechtsextremismus in der Region?, München, GRIN Verlag GmbH
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