I
Inhaltsverzeichnis
Seiten
Tabellenverzeichnis III
Abbildungsverzeichnis V
Abk ürzungsverzeichnis VI
Literaturverzeichnis VII
Anhangsverzeichnis VIII
1. Einleitung 1
2. Historische Betrachtung der Dekubitusprophylaxe 3
2.1 Demographische Veränderungen und deren Auswirkungen 5
2.2 Der nationale Expertenstandard „Dekubitusprophylaxe“ und 7
Ziele des DNQP
2.2.1 Nutzen den nationalen Expertenstandards 11
2.3 Darstellung der aktuellen gesundheitspolitischen und 13
finanziellen Situation für Deutschland
2.4 Der Einsatz von Dekubitusrisikoskalen und deren Bedeutung 17
2.5 Validität, Reliabilität und Interrater Reliabilität der Braden Skala 21
2.5.1 Forschungsstudie zur Interrater Reliabilität 25
3. Forschungsstand zur Dekubitusprophylaxe bei Kindern 28
Deutschland - America
3.1 Braden-Skala und die daraus entstandene Braden-Q 31
f ür die Pädiatrie
3.1.1 Die Methodik der Braden-Q-Skala 34
3.1.2 Aktuelle Entwicklung in Deutschland 36
3.1.3 Der Vorreiter Amerika 37
II
4. Vorstellung der Einrichtung und des Forschungsfeldes 40
4.1 Notwendigkeit von Schulungen 42
4.2 Methodik der Untersuchung 44
4.2.1 Stichprobe 45
4.2.2 Messinstrumente und Variablen 48
4.2.3 Datenerhebung
5. Ergebnisse 50
5.1 Übereinstimmungsgrad Itemscore 51
5.1.1 Kappa-Wert 56
5.2 Diskussion der Ergebnisse 59
6. Schlussfolgerung 61
7. Resumee 64
Tabelle 1: Ergebnisdarstellung zur Interrater Reliabilität 24
Quelle: Boes 2000
Tabelle 2:
Darstellung Altersklassifikationen
Tabelle 3: Darstellung Gesamt - Aktivitätsvergleich 52
Tabelle 4: Darstellung Gesamt - Nässevergleich 53
Tabelle 5:
Darstellung der höchsten Anzahl der
Tabelle 6: Darstellung der Kappa - Werte 57
Tabelle 7: Darstellung Kappa - Werte und Konfidenzgrenzen 59
Tabelle 8: Darstellung Gesamt - Mobilitätsvergleich 67
IV
Tabelle 11: Darstellung Gesamt - Ernährungsvergleich 68
Tabelle 12: Darstellung Gesamt - Gewebevergleich 69
Abbildung 1: Darstellung Organisationsstrukturen DNQP 10
Quelle Schemann 2003 Abbildung 2: Anteil weiblicher und männlicher 50
Studienteilnehmer
Abbildung 3: Darstellung der Übereinstimmungen - Aktivität 53
Abbildung 4: Darstellung der Übereinstimmung - Nässe 54
AHCPR Agency for Health Care Policy and Research Assessment Einschätzung BMGS Bundesministerium für Gesundheit und Soziale bzw. Beziehungsweise CBO Nationales Institut für
DNQP Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege et al. ICN Internation Council of Nursing Inzidenz Angabe über die Anzahl der
k Kappa - Wert KI Konfidenzintervall MDS Medizinischer Dienst der
n Anzahl r Korrelationskoeffizient RCN Royal College of Nursing WHO Weltgesundheitsorganisation vgl. vergleiche z.B. zum Beispiel
Literaturverzeichnis
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3. Auflage Econ Taschenbuch Verlag
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http://www.wz-newsline.de/sro.php?redid=107892 (Stand: 20.02.2006). vgl. Heinhold 2001: >Einschätzen des Dekubitusrisikos< Abfrage 10.01.2006 12.15 Uhr
http://www.heilberufe-online.de/pflege/heilberufe-sonderhefte/dekubitus
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center/skincare/braden_scale_p.pdf< Abfrage11.01.2006 15.12 Uhr Stand 2006: >http://www.evidence.de/Leitlininen< Abfrage 05.05.06 20.11Uhr Stand 2004:> www.dekubitus.de< Abfrage 28.04.06 14.00Uhr Stand 2005: >www.icwunden.de< Abfrage 14.04.06 10.32 Uhr
Kapitel 1 Einleitung
1. Einleitung
Die folgende Arbeit ist ein quasiexperimentelles Zeitreihendesign auf einer interdisziplinären Kinderintensivstation zur Testung der Interrater Reliabilität der Braden Q Skala. Es ist eine intersubjektive Längsschnittstudie in einem naturalistischen Setting. Auf Grund beruflicher Erfahrungen der Diplomandin und der Ausschreibung der Medizinischen Hochschule Hannover entstand die Kooperation für die vorliegende Arbeit. Der nationale Expertenstandard Dekubitusprophylaxe 2002, herausgegeben vom Deutschen Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege, wurde damals zeitnah flächendeckend in der MHH implementiert. Die im Standard empfohlenen Instrumente zur Dekubitusrisikoeinschätzung für Erwachsene sind nicht übertragbar für die Anwendung in der Pädiatrie. Die Thematik "Dekubitus" in der Pädiatrie ist schon seit geraumer Zeit Pflegealltag für die Pflegefachkräfte besonders bei schwerstkranken Kindern. Bisher sind nur wenige Studien aus England dazu veröffentlicht worden, da es in der Fachgesellschaft der Pädiatrie immer noch ein unausgesprochenes Pflegeproblem ist. Das Verständnis der Pflegefachkräfte, das auch dies eine relevante Problematik bei Kindern sei, ist sehr gering. Auf Grund der aufgeführten Aspekte liegt die Bedeutung der Untersuchung in der Notwendigkeit, die aktuelle Situation in der Pädiatrie darzustellen und einen Fortschritt in der Kinderkrankenpflege zu erlangen, indem die Erfahrungen Englands zur Dekubitusrisikoeinschätzungen bei Kindern von der Verfasserin genutzt werden. Mit dieser Arbeit wird belegt, dass auch in der Pädiatrie die Dekubitusprophylaxe für die Pflegefachkräfte von außerordentlicher Wichtigkeit ist, insbesondere dann, wenn schwerkranke oder langzeitbettlägrige Kinder im Mittelpunkt der pflegerischen Handlung stehen.
Vorgelegt durch Christine Klimm 1
Kapitel 1 Einleitung
Des weiteren wird der Nationale Expertenstandard "Dekubitusprophylaxe in der Pflege“ auf der Kinderintensivstation eingeführt und umgesetzt. Die Medizinische Hochschule Hannover ist eine der wenigen Einrichtungen in ganz Deutschland, die diesen Standard in ihrer Kinderklinik zu implementieren versucht. Durch die Hospitation in der Kinderklinik der Johann-Gutenberg-Universitätsklinik Mainz wurde deutlich, dass die Bedeutung des Dekubitus in der Intensivmedizin der Pädiatrie zunimmt. Das Instrument, die Braden Q Skala, kommt aus England und wurde von Barbara Braden entwickelt zur Dekubitusrisikoeinschätzung für Kinder. Erstmals wurde dieses Instrument in der Universitätsklinik Vanderbilt in Nashville in einem Zeitraum von zwei Jahren mit guten Ergebnissen getestet. In der vorliegenden Arbeit findet die übersetzte Version der Braden Q Skala Anwendung. Das Instrument wurde erstmals in der Fachzeitschrift „Heilberufe Spezial“ - Dekubitus, 2 Aufl. 2005:18ff veröffentlicht. In dem Setting der interdisziplinären Kinderintensivstation werden Patienten mit den Altersstufen vom Neugeborenen bis zum Heranwachsenden, teilweise auch Erwachsene im 18. Lebensjahr betreut. Das Instrument wurde implementiert und ist zusätzlich Gegenstand der täglichen Pflegedokumentation geworden. Das Patientenklientel auf der Station hat ein weitreichendes Spektrum in Bezug auf die verschiedenen Krankheitsbilder z. B. von erblich bedingten oder erworbenen Erkrankungen bis hin zu Notfällen. Ein kurzer thematischer Überblick gibt Aufschluss über die Diplomarbeit. Zu Beginn unter Punkt 2 wird durch die Literatur der Leser an das Thema herangeführt, unter Punkt 3 findet der Leser internationale Studien themenzentriert. Im darauf folgenden wird die Untersuchung und Methodik erläutert (Punkt 4). Die Ergebnisdarstellung und Schlussfolgerung aus den Ergebnissen findet der Leser unter Punkt 5 und 6. Der persönliche Ausblick wird unter Punkt 7 von der Autorin dargestellt.
Vorgelegt durch Christine Klimm 2
Historische Betrachtung der Dekubitusprophylaxe 2.
Einem großen Anteil der medizinischen und pflegerischen Versorgung liegen noch immer mündliche Überlieferungen und Rituale zugrunde (vgl. Walsh; Ford 1989: 28). Eine Studie von Rowling 1961 belegt, dass schon im alten Ägypten Dekubitalulcera an Mumien auftraten. „Eine 30jährige Prinzessin soll nach Deckung eines faustgroßen Hautdefektes mit Schweinehauttransplantat im Sacralbereich und Abstoßung desselben verstorben sein“ (Schröder 2001).
Aus der Literatur geht hervor, dass bereits im 16. und 17. Jahrhundert die Dekubitusproblematik gegenwärtig war. Somit ist bewiesen, dass der Dekubitus kein pflegerisches Phänomen der Neuzeit ist (vgl. Schröder 2001: 28.). „Charcot (1877) erkannte >dass besonders diese Personen betroffen sind, die Bewegungslosigkeit und Lähmungserscheinungen haben, jedoch betrachtete er die Druckeinwirkung als sekundäre Ursache“ (G. Schröder 2001: 28f.).
Er identifizierte einige charakteristische Merkmale wie z. B. die Entwicklung des Dekubitus häufig am Os sacrum, die Gefahr für die Patienten durch infizierte Wunden, die Verstärkung des Problems durch Mazeration, das Auftreten von Dekubitus innerhalb von zwei Tagen. Schon bereits in den vierziger Jahren erkannte man, dass die Kontinenzförderung und die Umlagerung der betroffenen Personen Maßnahmen sind, um die Zahl der Dekubitusfälle zu verringern. Die Pflegefachkraft war schon damals fortschrittlich im Bereich der Dekubitusprävention.
Vorgelegt durch Christine Klimm 3
Dennoch wurde damals und teilweise noch bis heute angenommen, dass bei Auftreten von Dekubitalulcera eine mangelhafte Pflegequalität vorliegt. Mitte des 19. Jahrhunderts wird die Ursache für das Auftreten eines Dekubitus hauptsächlich in den beiden Faktoren „Druck und Unsauberkeit“ gesehen. Der deutsche Pathologe Virchow bezeichnet 1854 den Dekubitus als „Nekrose aus Schwäche“. Bei entsprechender innerer Prädisposition der Personen, z. B. Ernährungsstörung des Gewebes, Fieber oder Respirationsstörungen begleitend durch äußere unbedeutende Faktoren kann unter diesen Umständen ein Dekubitus auftreten (vgl. Bienstein 1997: 6). 1850 nahmen die Wissenschaftler an, dass der Dekubitus in der Haut beginnt und sich dann weiter nach unten ausbreitet, bis schließlich die Muskeln und Fasern sowie die Knochen betroffen sind. Die Pflegefachkräfte versuchten mit verschiedenen Lösungsansätzen das Dekubitusproblem zu behandeln z. B. Einreibung mit Ölen und Cremes, Anwendung von Franzbranntwein und anderen alkoholischen Lösungen, Massage der Haut zur Anregung der Blutzirkulation (vgl. Schröder 2001: 29ff.). Die von Norton et al. 1962 durchgeführten Studien erbrachten den Beweis, dass durch die Umlagerung und nicht nur durch die bloße Anwendung von alkoholischen Lösungen der Prozentsatz von Personen mit Dekubitus von 25 auf sechs reduziert werden konnte. Solche Maßnahmen wurden immer noch zu einer Zeit angewandt, als bereits der wissenschaftliche Nachweis erbracht war, dass diese nicht nur ineffektiv sind, sondern auch die Gefahr der Hautschädigung erhöhen. Obwohl die Existenz von wissenschaftlich fundierten Ergebnissen schon damals belegt war, gibt es klare Hinweise darauf, dass zu dieser Zeit noch rituelle Pflege durchgeführt wurde. Bis heute sind noch nicht alle Unklarheiten beseitigt, warum von zwei Patienten, mit scheinbar gleichen Bedingungen, ein Patient einen Dekubitus entwickelt und der andere nicht.
Vorgelegt durch Christine Klimm 4
Demographische Veränderungen und deren Auswirkungen 2.1
Nach Angaben von demographischen Prognosen für die kommenden 40 bis 50 Jahre wird sich das Tempo des Bevölkerungswachstums insgesamt verlangsamen. Die Reaktion darauf ist, dass sich die Altersgruppen der über 65-jährigen, wie auch die der 85-jährigen vergrößern werden, da die Menschen insgesamt länger leben. Der Grund hierfür ist die Verbesserung des Lebensstils sowie die immer mehr zunehmenden medizinischen Interventionen und Fortschritte (vgl. Harding et al. 1993: 33). Ein höheres Lebensalter ist nicht grundsätzlich Ursache für eine Druckschädigung, sondern stellt in Verbindung mit Krankheit ein vordergründiges Problem dar. Bennett und Moody (1995) wiesen in ihrer Studie darauf hin, dass gerade bei betagten Menschen eine hohe Wahrscheinlichkeit für verschiedene Krankheiten und längere Krankenhausaufenthalte gegeben sind. Die Tatsache, dass bei Menschen im fortgeschrittenen Alter die Wundheilung langsamer verläuft als bei jüngeren, lässt Harding et al. (1993) zu folgender Schlussfolgerung kommen: „Eine Wunde bei betagten Menschen wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer chronischen Wunde entwickeln und dann den Personen sowie den Pflegefachkräften mehr Probleme bereiten“ (Schröder 2001: 31).
Der Fortschritt der Medizin lässt die Menschen ein höheres Lebensalter erreichen und in folge dessen steigt die Dekubitusgefährdung dieser Altersklassen. Eine weitere demographische Veränderung in unserer Gesellschaft ist der Zusammenbruch der herkömmlichen Familienstrukturen und somit stellt sich außerdem die Frage, wer diese hochbetagten alten Menschen pflegen und versorgen kann (vgl. Schröder 2001 : 35).
Vorgelegt durch Christine Klimm 5
Eine Untersuchung von Collier 1995 belegte, dass viele ältere alleinstehende Menschen häufig mit einem pflegenden Angehörigen oder Partner zusammenleben, der oftmals nicht in der Lage ist, die hilfsbedürftige Person adäquat zu versorgen. Ein weiterer Aspekt in diesem Zusammenhang bezieht sich wiederum auf die Ergebnisse von O`Dea (1993), wonach ein Dekubitus statistisch häufiger im Krankenhaus als in anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens entsteht, aber die Mehrheit der tiefreichenden Dekubitalulcera außerhalb der Krankenhausversorgung auftritt. Angesichts des Anstiegs der Bevölkerungsgruppe der alten Menschen muss das Thema Dekubitus ohne Aufschub und mit Vorrang behandelt werden um größere Probleme auszuschließen.
Zum besseren Verständnis für den Leser werden im folgenden einige Definitionen von Dekubitalulcera von der Verfasserin aufgegriffen.
„Ein Dekubitalulcus ist keine eigenständige Erkrankung, sondern entwickelt sich immer dann, wenn schwere Vorerkrankungen die betroffene Person zur Immobilität zwingen. Gleichwohl ist das Dekubitalulcus mehr als eine Komplikation; es gewinnt sehr häufig eine Eigendynamik, unter der die Ersterkrankung in den Hinter-grund tritt“ (Braun 1991: 1ff.).
„Dekubitus stammt vom lateinischen Wort „decumbere“ ab, das „darniederliegen“ bedeutet. Es beschreibt also einen Zustand, den Zustand der Immobilität. Demzufolge gibt es vom Wort Dekubitus keine Pluralbildung. Wenn ein Mensch „darniederliegt“, d. h. immobil ist, gibt es diesen Zustand nicht mehrmals. Dekubitus meint also den Zustand der Immobilität und nicht die daraus entstehende Wunde, das Druckgeschwür. Ein Mensch kann mehrere Druckgeschwüre haben. Der Plural ist dann Dekubitalulcera, nicht Dekubiti“ (Schröder 2001: 27f.).
Vorgelegt durch Christine Klimm 6
Arbeit zitieren:
Dipl. Pflegewirtin Christine Klimm, 2006, Quasiexperimentielles Zeitreihendesign auf einer interdisziplinären Kinderintensivstation zur Testung der Interrater Reliabilität der Braden Q Skala, München, GRIN Verlag GmbH
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