Inhalt
1 Einleitung 1
2 Markt- und Preistheorie 1
2.1 Begriff und Funktionen des Marktes 1
2.2 Marktformen 1
2.2.1 Quantitative Abgrenzung nach der Anzahl der
Marktteilnehmer 1
2.2.2 Qualitative Abgrenzung nach dem
Vollkommenheitsgrad des Marktes 2
2.3 Preisbildung 2
2.3.1 Preisbildung bei vollkommener Konkurrenz 2
2.3.2 Preisbildung im Monopol 3
2.3.3 Wohlfahrtstheoretischer Vergleich der Preisbildung bei
vollkommener Konkurrenz und im Monopol 5
3 Wesen und Funktionen des Wettbewerbs 5
3.1 Wettbewerbsbegriff 5
3.2 Wettbewerbsfunktionen 6
3.2.1 Freiheitsfunktion 6
3.2.2 Allokationsfunktion 7
3.2.3 Verteilungsfunktion 8
3.2.4 Entdeckungs- und Fortschrittsfunktion 9
4 Ausgewählte wettbewerbspolitische Leitbilder 9
4.1 Von der klassischen Wettbewerbstheorie zur neoklassischen
Theorie der vollkommenen Konkurrenz 10
4.2 Die ordoliberale Theorie des vollständigen Wettbewerbs nach
Eucken 11
4.3 Das Konzept des funktionsfähigen Wettbewerbs der Harvard
Schule 11
4.4 Das Konzept der optimalen Wettbewerbsintensität von
Kantzenbach 12
4.5 Die Chicago Schule der Antitrust Analysis 14
II
5 Fazit 15
Anhang 1: Matrix des morphologischen Marktformenschemas 16
Anhang 2: Preisbildung bei vollkommener Konkurrenz 17
Anhang 3: Preisbildung im Monopol 18
Anhang 4: Konsumenten- und Produzentenrente bei vollkommener Konkurrenz und im Monopol 20
Anhang 5: Systematik der Wettbewerbsfunktionen 21
Anhang 6: Ermittlung der optimalen Wettbewerbsintensität nach Kantzenbach 22
Literatur 23
III
1 Einleitung
„Der Wettbewerbsprozeß ist eine fundamentale Basis des marktwirtschaftlichen Systems.“ 1 Wettbewerb kann sich nur in einer freiheitlichen Wirtschaftsordnung entfalten, und umgekehrt dient der Wettbewerb der Erhaltung der Marktwirtschaft. Deshalb ist es eine wesentliche Aufgabe der Wettbewerbspolitik, den Wettbewerb zu erhalten und einen Rahmen zur Erfüllung der Wettbewerbsfunktionen zu schaffen.
Zu Beginn dieser Arbeit werden grundlegend die verschiedenen Marktformen und die Preisbildung bei v ollkommener Konkurrenz und im Monopol dargestellt. Im folgenden ist es das Ziel, die Wettbewerbsfunktionen und die Ausgestaltung des Wettbewerbs zur Erfüllung dieser Funktionen aus der Perspektive verschiedener wettbewerbspolitischer Leitbilder aufzuzeigen.
2 Markt- und Preistheorie
2.1 Begriff und Funktionen des Marktes
Ein Markt wird als „der ökonomische Ort des Tausches“ 2 bezeichnet, an dem Angebot und Nachfrage nach einem bestimmten Gut zusammentreffen. Durch den Marktmechanismus soll ein optimaler A blauf der Tauschprozesse sichergestellt werden. 3 Zentrale Funktion des Marktes ist die Preisbildung. Die Preise geben das Austauschverhältnis der Güter an, und reflektieren damit die Knappheit der einzelnen Güter. Der Markt koordiniert somit die individuellen Pläne der Anbieter und Nachfrager, ohne daß eine übergeordnete Stelle zur Koordination erforderlich ist. 4
2.2 Marktformen
Der Prozeß der Preisbildung kann auf verschiedenen Märkten, in Abhängigkeit von der jeweiligen Marktform, sehr unterschiedlich ablaufen. Die Struktur eines Marktes wird von quantitativen und qualitativen Merkmalen bestimmt. 5
2.2.1 Quantitative Abgrenzung nach Anzahl der Marktteilnehmer Die Marktformen werden nach der Anzahl der Marktteilnehmer mit Hilfe des morphologischen Marktformenschemas klassifiziert. Auf jeder Marktseite können
1 Olten, R., (1995), S. 3.
2 Ott, A., (1991), S. 32.
3 Vgl. Fischbach, R., (1994), S. 308.
4 Vgl. Fischbach, R., (1994), S. 309; Fritsch, M./ Wein, T./ Ewers, H.-J., (1999), S. 7.
5 Vgl. Ott, A., (1991), S. 32; Brösse, U., (1995), S. 14f..
1
einer, wenige oder viele Teilnehmer auftreten. Die jeweilige Marktform ergibt sich aus der Anzahl der aufeinandertreffenden Anbieter und Nachfrager. Gemäß der Symmetrieannahme unterscheiden sich die Akteure auf jeder Seite in bezug auf ihre Größe nicht oder nur unwesentlich voneinander. Die Größe wird über den Marktanteil bestimmt. 6 Bei den folgenden Betrachtungen wird auf der Nachfrageseite stets von vielen kleinen Akteuren ausgegangen. Für unterschiedliche Ausprägungen auf der Angebotsseite ergeben sich die Marktformen von Polypol für viele kleine Anbieter, Monopol für einen großen Anbieter und Oligopol für wenige mittlere Anbieter. 7
In der Theorie finden die Extremfälle der vollkommenen Konkurrenz u nd des Monopols große Beachtung. Von größerer praktischer Relevanz ist allerdings das Oligopol. 8
2.2.2 Qualitative Abgrenzung nach dem Vollkommenheitsgrad des Marktes Das zentrale Merkmal zur Marktabgrenzung in qualitativer Hinsicht ist die Vollkommenheit des Marktes. Ein vollkommener Markt liegt vor, wenn auf dem Markt homogene, d.h. gleichartige, Güter gehandelt werden. Die Marktteilnehmer haben darüber hinaus weder persönliche, noch räumliche oder zeitliche Präferenzen für bestimmte Akteure der Gegenseite, die sich aus persönlichen Bindungen, unterschiedlichen Transportkosten oder Lieferzeiten ergeben könnten. Ist eine dieser vier Homogenitätsbedingungen nicht erfüllt, gilt der Markt als unvollkommen. Zusätzlich wird vollständige Markttransparenz gefordert, d.h. alle Marktteilnehmer verfügen über vollständige Informationen. 9
2.3 Preisbildung
2.3.1 Preisbildung bei vollkommener Konkurrenz
Vollkommene Konkurrenz liegt vor, wenn auf einem vollkommenen Markt viele kleine Anbieter und Nachfrager aufeinandertreffen. 10 Da in diesem Fall alle Homogenitätsbedingungen erfüllt sind, gilt das Gesetz der Unterschiedslosigkeit der Preise. Es besagt, daß auf einem vollkommenen Markt nur ein Preis existiert,
6 Vgl. Ott, A., (1991), S. 37 ff.; Wied-Nebbeling, S., (1997), S. 6ff.; Brösse, U., (1995), S.16ff.;
Feess-Dörr, E., (1991), S. 239 ff..
7 Vgl. Anhang 1 zur graphischen Darstellung des morphologischen Marktformenschemas.
8 Vgl. Brösse, U., (1995), S. 17.
9 Vgl. Ott, A., (1991), S. 32ff.; Wied-Nebbeling, S., (1997), S. 3ff.; Brösse, U., (1995), S.20ff.;
Feess-Dörr, E., (1991), S. 240ff..
10 Vgl. Ott, A., (1991), S. 147; Feess-Dörr, E., (1991), S. 241.
2
da ein Anbieter, der den Preis über den Marktpreis hinaus erhöht, keinen Umsatz mehr erzielen würde. 11 Hieraus ergibt sich, daß die Marktteilnehmer Mengenanpasser bzw. Preisnehmer sind. Der einzelne Akteur ist so klein, daß er den Marktpreis über seine Angebots- bzw. Nachfragemenge nicht beeinflussen kann. Der Anbieter muß deshalb den Preis als gegeben annehmen und seine Angebotsmenge entsprechend optimal bestimmen. 12 Jeder Anbieter hat das Ziel, seinen Gewinn zu maximieren. Da im Gewinnmaximum ein Grenzgewinn von null erzielt wird, sind in diesem Punkt Grenzkosten und Grenzerlös gleich. Der steigende Ast der Grenzkostenkurve entspricht der Angebotskurve, mit der der Anbieter die optimale Menge für variierende Marktpreise ermittelt. 13 Angebots- und Nachfragefunktion werden immer in einem Diagramm mit dem Preis auf der Ordinate und der Menge auf der Abszisse dargestellt. Die Angebotsfunktion verläuft steigend, da eine „positive Korrelation zwischen Preis und Menge“ 14 besteht. Die Nachfragefunktion ist dagegen durch einen fallenden Verlauf gekennzeichnet; d.h. je höher der Preis steigt, desto geringer ist die nachgefragte Menge. Sie kann konstruiert werden, indem die haushaltsoptimale Nachfragemenge nach einem Gut bei variierendem Preis in einem Diagramm in Abhängigkeit vom Preis dargestellt wird. 15 Die Angebots- und Nachfragefunktion für den Gesamtmarkt ergibt sich aus der Aggregation der jeweiligen Einzelfunktionen. 16 Im Marktgleichgewicht entspricht die angebotene der nachgefragten Menge. Es liegt demnach im Schnittpunkt von Angebots- und Nachfragefunktion, der den Gleichgewichtspreis und die Gleichgewichtsmenge anzeigt. 17
2.3.2 Preisbildung im Monopol
Charakteristisch für den Monopolmarkt ist, daß nur ein Anbieter vielen kleinen Nachfragern gegenübertritt. Für den Monopolisten gibt es keine Konkurrenten, da es f ür das von ihm angebotene Gut keine oder nur schlechte Substitute gibt. Der Monopolist hat keine Präferenzen für bestimmte Nachfrager, und es wird vollkommene Markttransparenz unterstellt. Der Monopolist kennt demnach die
11 Vgl. Ott, A., (1991), S. 34; Schumann, J., (1992), S. 212.
12 Vgl. Wied-Nebbeling, S./ Schott, H., (2001), S. 159; Schumann, J., (1992), S. 212.
13 Vgl. Wied-Nebbeling, S./ Schott, H., (2001), S. 159f.; Schumann, J., (1992), S. 172f..
14 Feess-Dörr, E., (1991), S. 247.
15 Vgl. Wied-Nebbeling, S./ Schott, H., (2001), S. 54f.; Schumann, J., (1992), S. 68.
16 Vgl. Ott, A., (1991), S. 147.
17 Vgl. Wied-Nebbeling, S./ Schott, H., (2001), S. 174; Schumann, J., (1992), S. 214f.; Anhang 2
zur graphischen Darstellung der Preisbildung bei vollkommener Konkurrenz.
3
Nachfrage, und die Nachfrager sind vollständig über den Preis informiert. 18 Anders als im Modell der vollkommenen Konkurrenz wird der Preis im Monopol vom einzigen Anbieter selbst festgelegt. Die gegebene Größe für den Monopolisten ist nicht der Preis, sondern die Nachfrage. Die Nachfrager können die Preisbildung des Monopolisten nicht beeinflussen. Somit sind allein die Nachfrager, jedoch nicht der Anbieter Mengenanpasser. 19 Durch die Preis-Absatzfunktion sind alle möglichen Mengenkombinationen beschrieben, die der Monopolist realisieren kann. Damit das Gewinnmaximum erreicht wird, muß der Grenzerlös gleich den Grenzkosten sein. Die gewinnmaximale Menge liegt deshalb an der Stelle, wo sich die Steigungen der Erlös- und der Kostenfunktion entsprechen. Der Monopolpreis läßt sich aus einer D arstellung von Grenzerlös-, Grenzkosten- und Preis-Absatzfunktion ermitteln. Preise, Grenzerlös und Grenzkosten werden auf der Ordinate und die Menge auf der Abszisse abgetragen. Ausgehend vom Schnittpunkt der Grenzerlös- und Grenzkostenkurve, der die Monopolmenge bestimmt, ergibt sich durch „vertikale Verlängerung“ 20 bis zur Preis-Absatzfunktion der Cournot-Punkt. Der entsprechende Wert auf der Ordinate gibt den gewinnmaximalen Monopolpreis an. 21 Im Monopol wird eine geringere Menge zu einem höheren Preis als bei vollkommener Konkurrenz angeboten. Der Preis entspricht damit, im Gegensatz zur vollkommenen Konkurrenz, nicht den Grenzkosten. 22 Ein für die Wettbewerbstheorie bedeutender Sonderfall des Monopols ist das natürliche Monopol. Ein natürliches Monopol entsteht, wenn die gesamte Nachfrage nach einem Gut von einem Unternehmen kostengünstiger gedeckt werden kann als von mehreren Anbietern. Dies ist der Fall bei der Ausnutzung von Skaleneffekten, wenn die Stückkosten mit steigender Produktionsmenge erheblich sinken. 23 Die Preissetzung eines natürlichen Monopolisten über den Cournot-Punkt ist allerdings, wie in jedem Monopol, aus wohlfahrtstheoretischer Sicht nicht optimal, da sie zu einer kleineren Angebotsmenge als bei vollkommener Konkurrenz führt. Würde sich der natürliche Monopolist bei der Preissetzung, wie
18 Vgl. Schumann, J., (1992), S. 281f.; Wied-Nebbeling, S./ Schott, H., (2001), S. 216.
19 Vgl. Schumann, J., (1992), S. 282; Wied-Nebbeling, S./ Schott, H., (2001), S. 217; Brösse, U.,
(1995), S. 43.
20 Wied-Nebbeling, S./ Schott, H., (2001), S. 222.
21 Vgl. Wied-Nebbeling, S./ Schott, H., (2001), S. 221ff.; . Schumann, J., (1992), S. 283ff.;
Anhang 3 zur graphischen Darstellung der Preisbildung im Monopol.
22 Vgl. Feess-Dörr, E., (1991), S. 276f.
23 Vgl. Wied-Nebbeling, S., (1997), S. 38ff.; Feess-Dörr, E., (1991), S. 279f.; Fritsch, M./
Wein, T./ Ewers, H.-J., (1999), S. 179ff..
4
Arbeit zitieren:
Martina Schmitt, 2002, Wettbewerbsfunktionen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Getränkeinnovation Red Bull Energy Drink
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit, 23 Seiten
Definition und Abgrenzung von Asset-, Portfolio-, Property- und Facili...
Seminararbeit, 25 Seiten
The European Central Bank and European economies in global context
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Essay, 26 Seiten
Grundzüge der klassischen und neoklassischen Makroökonomie
VWL - Makroökonomie, allgemein
Hausarbeit, 39 Seiten
Handelsfunktionen im Distributionskanal - Ein kurzer Überblick
Studienarbeit, 14 Seiten
The relationship between the money supply and the inflation rate and t...
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Hausarbeit, 24 Seiten
Kritische Würdigung des Full-Goodwill-Accounting nach ED-IFRS 3
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Seminararbeit, 27 Seiten
Darstellung der rechtlichen Voraussetzungen für Wettbewerbsverbote im ...
Seminararbeit, 27 Seiten
Staatliche Handlungsoptionen zur Stabilisierung der Finanzmärkte
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Hausarbeit, 20 Seiten
Die Berechnung von Bruttoinlandsprodukt (BIP) und Bruttonationaleinkom...
Seminararbeit, 30 Seiten
Innovationsmanagement - Darstellung verschiedener Vorgehensweisen und ...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 26 Seiten
Martina Schmitt hat den Text Wettbewerbsfunktionen veröffentlicht
Martina Schmitt hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare