Inhaltsverzeichnis
1 Vorwort. 02
2 Inhalt der Petitcrü - Episode. 02
2.1 Erwerb des Hundes. 02
2.2 Petitcrü bei Isolde. 03
3 Der Hund als Symbol. 03
3.1 Allgemeine Bedeutungen. 03
3.2 Bedeutung des Hundes Petitcrü im „Tristan“ 04
4 Isoldes Reaktion auf das Geschenk. 06
5 Schlusswort. 08
6 Literaturverzeichnis. 09
1
1 Vorwort
„Wer nie um der Liebe willen gelitten hat, der hat auch nie Glück durch sie erfahren. Freude und Leid waren schon immer mit dem Begriff der Liebe untrennbar.“ (204 - 207)
Diese Verse wurden auch für den Klappentext des „Tristan“ Gottfrieds von Straßburg ausgewählt, da sie prägnant wie keine andere Stelle die Liebe Tristans und Isoldes zueinander verdeutlichen. In nahezu jeder Passage des „Tristan“ ist das liep unde leit - Motiv nachzuweisen; es kann also nie eine Liebe zwischen den beiden geben, die nur Freude bereitet. Welche Leiden man der Liebe wegen auf sich nimmt - oder dem Ideal nach nehmen sollte -, dafür steht die Petitcrü - Episode geradezu exemplarisch. Deswegen soll im weiteren Fortgang zum einen die Wirkung des Wundertiers aus Avalon verdeutlicht, zum anderen Isoldes Reaktion auf Tristans Geschenk ergründet werden.
2 Inhalt der Petitcrü - Episode
2.1 Erwerb des Hundes
Nach der von Isolde listig inszenierten Bettlerrolle beim Gottesurteil reist Tristan gleich darauf zu Herzog Gilan nach Swales. Da er zutiefst betrübt ist wegen der räumlichen Trennung von Isolde, lässt sein Gastgeber zu seiner Aufheiterung das Hündchen Petitcrü, welcher ein Minnegeschenk einer Göttin aus dem Feenreich Avalon ist, herbeiholen. Durch den Anblick des zauberhaften Hundes und den zarten Klang seines Glöckchens um den Hals vergisst Tristan allen Kummer, der ihn bedrückt. Da er von dem kleinen Geschöpf so fasziniert ist, will er es unbedingt für Isolde erwerben, damit diese während seiner Abwesenheit aufgemuntert werden soll.
Gilans Reich wird zur Zeit des Aufenthalts vom Riesen Urgan zu Tiertributen gezwungen und so schmiedet Tristan einen Plan: er will Swales von Urgan befreien, wofür ihm Gilan alles, was er besitzt, verspricht. Es kommt schließlich zu einem sehr blutrünstig und in vielen Details geschilderten Kampf 1 , wobei Tristan Urgan die Augen aussticht und ihm die Hand abschlägt. Den blind um
1 Der Kampf weist große Parallelen mit dem Kampf gegen Morolt auf.
2
sich schlagenden Riesen stürzt er letztlich von der Brücke seiner eigenen Festung.
Zurück bei Gilan fordert Tristan als Lohn Petitcrü. Wie viel das kleine Hündchen Gilan bedeutet, zeigt sich dadurch, dass er Tristan sogar lieber die Hälfte seines Besitzes und noch dazu die Hand seiner Schwester anbietet, damit er ihm nur Petitcrü ließe. Doch Tristans Entschluss ist längst gefasst, er nimmt den Hund und übersendet ihn sogleich durch einen Spielmann an Isolde.
2.2 Petitcrü bei Isolde
Der Spielmann übergibt das Hündchen an Brangäne, die ihn an Isolde weiterleitet. Dem Spielmann gibt Isolde für den Rückweg zu Tristan einen Brief mit, in dem sie schreibt, sie habe Marke besänftigt und dieser sei ihm nun wieder wohlgesonnen.
Ihrem Ehemann Marke erzählt sie, Petitcrü sei ein Geschenk ihrer Mutter, der Königin von Irland.
Als sie den Klang des Glöckchens zum ersten Mal vernimmt, reißt sie es sofort ab, da sie nicht alleine ohne Tristan Freude empfinden will. Trotzdem ist der Hund ständig an ihrer Seite nämlich zu dem Zweck, dass er sie immer an Tristan erinnern soll und so ihren Liebeskummer ständig erneuert.
3 Der Hund als Symbol
3.1 Allgemeine Bedeutungen
Im Allgemeinen kann man sagen, dass der Hund im Mittelalter als eine typisch höfische Erscheinung gilt 2 , sozusagen als Luxusobjekt der Damenwelt fungiert. Das bis heute oft eingesetzte Sinnbild des treuen und aufopferungsvollen Hundes ist bereits bei den mittelalterlichen Literaten bekannt. Doch wird
2 Vgl. TAX, Petrus: Wort, Sinnbild, Zahl im Tristanroman. Studien zum Denken und Werten Gottfrieds von Straßburg. 2. Aufl. Berlin: 1971 (= Philologische Studien und Quellen, 8), S.115.
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Arbeit zitieren:
Andrea Lehner, 2003, Die Petitcrü-Episode - zur leidlöschenden Wirkung des Wundertiers aus Avalon und Isoldes Reaktion auf Tristans Geschenk, München, GRIN Verlag GmbH
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