Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Der klassische Ansatz 4
3. Annahmen der Neoklassik 5
4. Allokation von Ressourcen 8
5. Marktversagen im Mediensektor 10
5.1. Öffentliche Güter 11
5.2. Externe Effekte 12
5.3. Strukturprobleme des Wettbewerbs 13
5.4. Informationsmängel auf Seiten der Konsumenten 13
5.5. Nichtrationalität der Konsumenten 15
6. Kritik an der Neoklassik 16
7. Fazit 17
8. Literaturverzeichnis 19
Abbildungsverzeichnis
Abb 1: Verschiebung des Preisniveaus 5
2
1. Einleitung
Betrachtet man den Mediensektor, so finden sich auf den ersten Blick keine grundlegenden Unterschiede im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen. Es werden Güter hergestellt und gehandelt und die produzierenden Unternehmen streben nach Gewinnmaximierung. Dennoch haben Medienprodukte gewisse Eigenschaften, die sie von anderen Wirtschaftsgütern unterscheiden. So erfüllen Medien neben der ökonomischen Aufgabe der Gewinnerzielung auch gesellschaftliche Aufgaben, wie etwa die öffentliche Meinungsbildung. Außerdem ist die Qualität eines Medienprodukts im Voraus nicht festzustellen. Medien sind als Güter zu verstehen, deren Kauf stark vom Vertrauen der Konsumenten abhängt. In der Ökonomie werden zahlreiche verschiedene Ansätze diskutiert, die versuchen, das Verhalten von Wirtschaftssubjekten zu erklären. Dabei ist die Neoklassik eine der dominierenden Theorien. In dieser Arbeit soll untersucht werden, wie aussagekräftig die neoklassische Theorie für das Mediensystem ist. Beispielsweise ist zu diskutieren, ob die neoklassische Annahme des „homo oeconomicus“, des rational handelnden Individuums, auf den Medienkonsum übertragbar ist.
Die neoklassische Schule ist, wie der Name schon erahnen lässt, eine Weiterentwicklung des klassischen Ansatzes. Betrachtet man die Hauptdiskussionen in der Volkswirtschaftslehre, so wird deutlich, dass meist die Frage im Mittelpunkt steht, ob sich die Volkswirtschaft im wesentlichen spontan in Richtung eines langfristigen Vollbeschäftigungsgleichgewichts entwickelt oder ob dazu staatliche Eingriffe nötig sind. Ansätze, die von starken selbstregulierenden Kräften einer Volkswirtschaft ausgehen, werden als klassisch bezeichnet. In dieser Arbeit sollen zunächst Grundlagen klassischen Theorie vorgestellt werden. Im Anschluss sollen die zentralen Aussagen der neoklassischen Theorie aufgezeigt werden. Ob sich die Annahmen der Neoklassik auch auf das Mediensystem anwenden lassen, soll schließlich in Kapitel 5 überprüft werden. Abschließend soll eine Kritik des neoklassischen Ansatzes erfolgen.
3
2. Der klassische Ansatz
Die Klassik wurde Ende des 18. Jahrhunderts entwickelt, ihre wichtigsten Vertreter waren Adam Smith, J. B. Say und John Stuart Mill. Wie bereits in der Einleitung angedeutet, betont der klassische Ansatz die starken selbstregulierenden Kräfte einer Volkswirtschaft. Die Vertreter der klassischen Schule gehen davon aus, dass Preise und Löhne flexibel sind und sich deshalb die Wirtschaft schnell in Richtung ihres Gleichgewichts bewegt. Dabei werden eventuelle Konjunkturzyklen als vorübergehende Abweichungen mit Tendenz zur Selbstkorrektur angesehen. Die Analyse der Klassiker geht vom sogenannten Sayschen Theorem aus. Das Saysche Theorem besagt, dass es in einer Volkswirtschaft unmöglich zu einer Überproduktion kommen kann, oder anders formuliert, dass jedes Angebot seine eigene Nachfrage schafft. Nach dieser klassischen Ansicht beeinflussen Änderungen der Gesamtnachfrage zwar das Preisniveau, haben jedoch keine bleibenden Auswirkungen auf Produktion und Beschäftigung. (Samuelson/ Nordhaus 1999, S. 693)
Für die Wirtschaftspolitik ergeben sich aus der klassischen Lehre folgende Schlussfolgerungen. Es gibt keine langen und anhaltenden Wirtschaftskrisen; jegliche Rezessionen oder Depressionen sind – sofern sie überhaupt auftreten – nur von kurzer Dauer. Vertreter der Klassik sind der Meinung, dass qualifizierte Arbeitskräfte zum üblichen Marktlohn schnell Arbeit finden werden und Abweichungen von Vollbeschäftigung nur eine kurzfristige Erscheinung sind. Es gibt folglich keine unfreiwillige Arbeitslosigkeit. (Samuelson/ Nordhaus 1999, S. 694; Kalmbach/ Kurz 1983, S. 77-83)
Noch bedeutender ist die zweite Schlussfolgerung: Wirtschaftspolitisches Einwirken auf die Gesamtnachfrage hat keinen Einfluss auf den Beschäftigungsstand und das reale Bruttoinlandsprodukt. Würde die Zentralbank bei dem ursprünglichen Gleichgewicht in Punkt A zur Inflationsbekämpfung eine knappere Geldmenge beschließen, käme es nur kurze Zeit auf dem ursprünglichen Preisniveau P zu einem Angebotsüberschuss, die Nachfragekurve bewegt sich in Richtung Punkt B. Löhne und Preise würden dann aber zu sinken beginnen und die Wirtschaft würde sich zu ihrem neuen Gleichgewicht in
4
Punkt C bewegen. Der Endeffekt wäre also eine Senkung des allgemeinen Preisniveaus. (Samuelson/ Nordhaus 1999, S. 694)
Abb. 1: Verschiebung des Preisniveaus (Quelle: Samuelson/ Nordhaus, S.693)
3. Annahmen der Neoklassik
Die Anfänge der Neoklassik reichen bis in das 19. Jahrhundert zurück. Entwickelt wurden erste neoklassische Überlegungen etwa zeitgleich und unabhängig voneinander um 1870 von William Stanley Jevons in England, Leon Walras in der Schweiz und Carl Menger in Österreich. Die Neoklassik nimmt einige der Grundannahmen der Klassik auf und fügt neue Aussagen hinzu. Die beiden Postulate, die den Kern des neoklassischen Ansatzes bilden, sind:
- Preise und Löhne sind flexibel und
- Die Menschen bedienen sich aller verfügbarer Informationen. (Groenewegen 1990, S. 13; Samuelson/ Nordhaus 1999, S. 704)
Die erste Aussage bezieht sich auf die bereits angesprochene klassische Annahme der Preis- und Lohnflexibilität. Die zweite Aussage ist neu und besagt, dass die Menschen ihre Erwartungen ausgehend von allen verfügbaren Informationen entwickeln. Das
5
bedeutet aber auch, dass die Bürger gut informiert sind und Zugang zu denselben Informationen wie der Staat haben. Ein Grundstein der neoklassischen Schule ist die Theorie der rationalen Erwartungen. Danach werden Prognosen unvoreingenommen und basierend auf allen verfügbaren Informationen erstellt. Die Annahme, dass die Menschen alle verfügbaren Informationen in ihre Entscheidungen einfließen lassen, ist jedoch nicht unumstritten. Diese Behauptung würde bedeuten, dass die Menschen die Funktionsweisen der Wirtschaft verstehen und so die Folgen staatlicher Eingriffe vorhersehen und sich entsprechend verhalten würden. Die neoklassische Theorie geht also davon aus, dass der Staat aufgrund der rationalen Erwartungen seiner Bürger diese mit systematischen wirtschaftspolitischen Eingriffen nicht täuschen kann. Außerdem verbindet die Vorstellung von rationalem Handeln Eigennutz mit Rationalität. Demnach streben alle Wirtschaftssubjekte danach, ihre Bedürfnisse optimal zu befriedigen. Man geht davon aus, dass der Mensch bezüglich der ihm offenstehenden Möglichkeiten ein widerspruchsfreies System von Präferenzen hat, die er in eine Rangordnung bringt, je nachdem welche ihm den größten Nutzen bringt. Dem Verhalten der Individuen liegt das Konzept der Nutzenmaximierung zugrunde. Rationales Handeln impliziert also immer eine Art von Kosten-Nutzen-Analyse. (Samuelson/ Nordhaus 1999, S. 704/ 705, Haslinger/ Schneider 1983, S. 7; Weber 1988, S. 35-41)
Eine weitere Annahme der neoklassischen Theorie ist die Gewinnmaximierungshypothese. Gewinnmaximierendes Verhalten wird als Orientierung von Firmen an der Steigerung des Nettoertrags verstanden. Der Nettoertrag der Produktion führt zu einer Erhöhung des Einkommens der Firmeneigentümer und somit auch zu einer Erhöhung ihrer Konsummöglichkeiten. Grundlage dieses Verhaltens ist die Rationalität der Individuen. Ein Kritikpunkt, der der Hypothese der Gewinnmaximierung widerspricht, ist, dass oligopolistisches oder monopolistisches Firmenverhalten andere Strategien verfolgt. Beispielsweise orientieren sich solche Unternehmen eher an bestimmten Umsatzstrategien beziehungsweise sind daran ausgerichtet, gewisse Marktanteile zu halten oder zu erreichen. Jedoch kann diesem Argument entgegengesetzt werden, dass auch diese, eher mittelfristigen Ziele Teil einer langfristigen Gewinnmaximierungsstrategie sind. (Haslinger/ Schneider 1983, S. 13)
6
Arbeit zitieren:
Dipl. rer.com. Verena Pohl, 2004, Die Neoklassik - Grundlagen und zentrale Aussagen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Zum Begriff der Dollarisierung
Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten
Hauptseminararbeit, 16 Seiten
Prozyklische versus antizyklische Werbung
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit, 12 Seiten
Marketing in Krisenzeiten - Konsumgüter vs. langlebige Gebrauchsgüter
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 24 Seiten
Such- und Recherchestrategien von online- und sonstigen Quellen
Informationswissenschaften, Informationsmanagement
Seminararbeit, 25 Seiten
Wohnen und Wohnung als soziologische und ökonomische Kategorie
Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie
Seminararbeit, 24 Seiten
Subventionen und Steuererleichterungen der Photovoltaik
BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Hauptseminararbeit, 34 Seiten
Suchdienste im WWW Formen und Eignung für die Recherche
Informationswissenschaften, Informationsmanagement
Hausarbeit, 17 Seiten
Existenzgründungen im Bereich Solarindustrie
Nationale und internationale P...
BWL - Investition und Finanzierung
Seminararbeit, 21 Seiten
Arbeitsmarktsegmentation - Der institutionalistische Ansatz
Die Anwendbarkeit des institut...
Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Seminararbeit, 15 Seiten
Die Auswirkungen von Individualisierungsprozessen auf die Haushalts- u...
Eine Sekundäranalyse von Unter...
Soziologie - Wohnen, Stadtsoziologie
Magisterarbeit, 100 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Zeitarbeit - Geschichtliche Entwicklung, gesetzlicher Hintergrund sowi...
Seminararbeit, 43 Seiten
Grundlagen der Lebensstil- und Milieuforschung
Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft
Seminararbeit, 30 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Mobile CRM - Akzeptanz und Reaktanz von mobilen Diensten im Automobils...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Bachelorarbeit, 47 Seiten
Die Weltbank: Entstehung, Struktur und Aufgaben
Politik - Internationale Politik - Thema: Int. Organisationen u. Verbände
Hausarbeit, 27 Seiten
Wohnwelten der Zukunft - New Urbanism als Lösung?
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
Diplomarbeit, 165 Seiten
Verena Pohl hat den Text Die Neoklassik - Grundlagen und zentrale Aussagen veröffentlicht
Verena Pohl hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare