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Diese Grafik, welche hier als Fotografie zu sehen ist, entstand innerhalb der Lehrveranstaltung „Von der Vorlage zur Druckgrafik“ , während des Sommersemesters 1998 in den Kunstpädagogischen Druckwerkstätten der Universität Bremen. Es handelt sich hierbei um einen PDQXHOOHQ 6LHEGUXFN...
1.1 Das Prinzip des Siebdrucks
Diese hier von mir verwendete Technik basiert auf dem Durchdrücken von Farbe durch ein feinmaschiges Gewebe (6LHE), welches straff auf einen Rahmen gespannt ist. Das Prinzip des Siebdrucks besteht darin, dass Farbe auf ein Sieb aufgetragen, mit einem Schieber (5DNHO) gleichmäßig über das gesamte Gewebe verteilt und dabei durch die Öffnungen des Gewebes befördert wird. Die Bereiche des Gewebes, durch die keine Farbe gelangen soll, die also nicht drucken sollen, werden bereits vorher mit einer 6FKDEORQH
abgedeckt. Durch die nicht abgedeckten, also durchlässigen Bereiche des Gewebes, gelangt Farbe auf das zu bedruckende Material ('UXFNWUlJHU), welches sich unter dem Sieb befindet. Neben den anderen bekannten Druckverfahren (Hochdruck - Tiefdruck - Flachdruck), auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, gehört der Siebdruck demnach zu den
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'XUFKGUXFNYHUIDKUHQ, obwohl es sich eigentlich weniger um ein Druckverfahren, als vielmehr
um eine Schabloniertechnik handelt.
Der Unterschied zu allen anderen Druckverfahren ist, dass das Bild beim Siebdruck nicht durch einen Druckstock und durch Druck auf den Druckträger übertragen wird, sondern durch offene (druckende) bzw. geschlossene (nichtdruckende) Gewebepartien. Ausgangspunkt und bildschaffendes Mittel eines jeden Siebdrucks ist immer eine Schablone, die auf unterschiedliche Art und Weise auf bzw. in das Gewebe gebracht werden kann. Auf die Schabloniertechnik, die ich für meinen Siebdruck verwendet habe, möchte ich in einem der folgenden Abschnitte noch genauer eingehen. 1.2 Die Entwicklung der Siebdrucktechnik bis heute
Das Siebdruckverfahren findet seinen Ursprung in Jahrhunderte alten Schablonentechniken, die von Künstlern und Handwerkern ständig weiterentwickelt wurden. Das Prinzip war jedoch immer das Gleiche: Farbe wurde über eine Schablone, welche aus unterschiedlichen Materialien bestehen konnte, gegeben und die nicht abgedeckten Bereiche „druckten“ - d.h. sie ließen die Farbe auf den Bedruckstoff.
Der Wunsch, Formen und Zeichen vervielfältigen zu können, förderte die Entwicklung immer präziserer Schnittschablonen. Doch trotz alledem bot diese Technik nur begrenzte Möglichkeiten. Feine und komplexe Darstellungen konnten mit dieser Methode nicht wiedergegeben werden. Schon beim Druck eines einfachen Kreisrings besteht die Schwierigkeit darin, dass der innere Teil einer solchen Schablone ohne Verbindung herausfallen würde. Er muss daher mit einem Verbindungssteg gehalten werden, den man allerdings später im fertigen Druck als Unterbrechung des Kreisrings deutlich erkennen kann. In Japan wurde versucht, dieses Problem mittels sehr feiner Verbindungen aus Menschen-oder Tierhaaren zu begegnen. Erst Ende des 17. Jahrhunderts entwickelte der Japaner
die es möglich machten, auch feinste Muster und Motive zu „drucken“ . Diese sogenannten
behaupten, dass der Siebdruck in Japan erfunden wurde.
Um 1900 wurde erstmals ein Gewebe aus Seide (VLONVFUHHQ) zur Herstellung von Schablonen benutzt. Diese verbesserte Technik wird erst seit 1920 kommerziell genutzt und wurde
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zunächst nur in der Textilindustrie eingesetzt. Wenig später erkannten auch die Schildermacher, dass dieses Verfahren ihre Arbeit bedeutend erleichtern konnte. Heute wird der Siebdruck auch als das Verfahren der unbegrenzten Möglichkeiten bezeichnet, denn es ist mittlerweile möglich geworden, eigentlich alle erdenklichen Materialien, unabhängig von Form und Format, mit dem Siebdruckverfahren zu bedrucken; auch in Kombination mit anderen Druckverfahren. Der Siebdruck findet heute in fast allen gewerblichen und industriellen Wirtschafts- und Handelsbereichen Verwendung. Ein relativ neues Anwendungsgebiet stellt z.B. die Merchandise-Produktion dar. Speziell das Bedrucken von Textilien, Mousepads und Fan-Artikeln aller Art mit Logos und Motiven von Musikgruppen und Sportteams, ist zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden.
1.3 Die Serigrafie - Der künstlerische Siebdruck
Mit der Ausbreitung der gewerblichen Nutzung des Siebdrucks in den zwanziger Jahren, erlangte auch der künstlerische Siebdruck (6HULJUDILH) immer mehr an Bedeutung. Der Begriff Serigrafie ist auch mit 6HLGHQ]HLFKQHQ zu übersetzen (YJO /LWKRJUDILH 6WHLQ]HLFKQHQ), was noch einmal verdeutlicht, dass die Gewebe der ersten „ Siebe“ anfangs aus
Seide bestanden haben müssen.
Bereits 1906 erfolgte durch %HQ 6KDQ die Aufnahme der Siebdrucktechnik für künstlerische
Gestaltungen. Doch beginnt die Geschichte der Serigrafie im wesentlichen vor und während des Zweiten Weltkrieges in den USA. Die Entwicklung hängt eng mit einem Programm für notleidende Künstler - dem 1HZ 'HDO - zusammen, welches u.a. auch den Siebdruck
reformieren und andere Künstler in diese Technik einführen sollte. Dieses Vorhaben wird als der direkte Ausgangspunkt für die Verbreitung der Serigrafie in die ganze Welt gesehen. Schon 1938 gab es in den USA Künstler (9HORQLV 0DFFR\), die auf diesem Gebiet experimentell arbeiteten. 1940 schlossen sich 12 Künstler zu der 6LON 6FUHHQ *URXS zusammen, welche sich wenig später in 1DWLRQDO6HULJUDSK6RFLHW\ umbenannte. Sie prägten unter anderem den Begriff 6HULJUDILH und hatten durch Wanderausstellungen maßgeblichen
Anteil an der Verbreitung des künstlerischen Siebdrucks über die ganze Welt. Die Einführung der fotomechanischen Druckschablone war für die Entwicklung des Siebdrucks von sehr großer Bedeutung. Mit Hilfe einer solchen konnte nun nahezu jedes
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Arbeit zitieren:
Ulrich Kellner, 1999, Realisation einer Serigrafie - Reale, virtuelle und vireale Aspekte einer Druckgrafik, München, GRIN Verlag GmbH
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