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Zachäus – Begegnungen in Jericho

Projektarbeit,  2005, 17 Seiten
Preis: 6,99 EUR (E-Book), 11,99 EUR (Buch)
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Details zum Text

Beschreibung

Veranstaltung:
Lehrgang zur Bibliodramaleiterin
Institut:
Erwachsenenbildung Badische Landeskirche
Autor:
Archivnummer:
V56503
ISBN (E-Book):
978-3-638-51161-2
ISBN (Buch):
978-3-638-82001-1
DOI:
10.3239/9783638511612
Dateigröße:
157 KB

Kategorie:
Projektarbeit
Jahr:
2005
Seiten:
17
Bibliografie:
~ 2   Einträge
Note:
gut
Sprache:
Deutsch

Anmerkungen :
Ich arbeite als Erzieherin im Kindergarten und habe von 2003-2005 einen Lehrgang zur Bibliodramaleiterin absolviert, der von den Pfarrern Wolfgang Teichert und Gisela Hahn-Rietberg durchgeführt worden ist. Mit der Einführung des Bibliodrama in den Kindergarten betrete ich Neuland. Das Thema Zachäus schien mir dafür sehr geeignet. Das Gutachten zur Arbeit stammt von Wolfgang Teichert, Pfarrer, Autor und ehemaliger Seminardirektor
Schlagworte:

Zusammenfassung / Abstract

Ein Bibliodrama erleben mit Zachäus ! Das war ein Abenteuer, von dem hier berichtet wird. Auf Entdeckungsreise gehen nach Jericho, in eine Oasenstadt mitten in der Wüste. Hier ist immer viel los. Menschen aus aller Welt ziehen mit ihren Waren die Handelstraße entlang und in die Stadt hinein. Es wird gehandelt, Geld verdient und auch betrogen. Zachäus spielt dabei die Hauptrolle. Und schließlich tritt Jesus in sein Leben ..... Aber, was ist eigentlich Bibliodrama? Biblio bedeutet Schriftstück/Buch, Drama: Inszenierung/Spiel. Im Bibliodrama wird eine Geschichte mit einer Gruppe inszeniert und spielerisch gestaltet. Das macht richtig Spaß! Kinder erspielen sich Worte, Kerngedanken, Handlungen aus der Geschichte mit allen Sinnen, mit Herz und Verstand. Bibliodrama beinhaltet eine Methodenvielfalt in der Körperwahrnehmung, Musik und Singen , Gedankenreisen und Einfühlungsübungen, Rollenspiel, kreatives Gestalten, miteinander Sprechen, zu einem Strauß bunter Erlebnisse und bleibender Erfahrungen werden. In seinem ganzheitlichen und prozessorientierten Ansatz entfalten die Kinder ihre Phantasie und Kreativität. Im Rollenspiel werden Textinhalte zum Leben erweckt. Sich mit anderen Personen identifizieren stärkt das Selbstbewusstsein. Im Umgang miteinander werden Formen der Kommunikation geübt. Bibliodrama eignet sich deshalb ganz ausgezeichnet für Kindergruppen.

Textauszug (computergeneriert)

Zachäus – Begegnungen in Jericho

von: Marlies Klassen

 


Inhalt

1. Einführung

• Wie ich das Bibliodrama kennenlernte
• Was ich unter Bibliodrama verstehe. Was ist Bibliodrama?
• Ein alphabetisches Gedankenspiel zu der Frage: Was ist Bibliodrama?

2. Bibliodrama im Kindergarten

3. Methodisches Vorgehen bei der Darstellung der Bibliodramaeinheit

4. Pädagogische Ausrichtung der Einheit

• Die Kinder sollen den Inhalt der Geschichte kennenlernen
• Die soziale Dimension
• Die Geschichte und ihr Bezug zur Umwelt des Kindes
• Einstimmung, Vorbereitung, Erarbeitung

5. Die Darstellung des Verlaufes der Einheit

• 1. Tag: Einführung und Vertrautwerden mit dem Land Israel und der damaligen Zeit, in der Zachäus in Jericho lebte.
• 2. Tag: Das Leben des Zachäus näher kennenlernen. Wer ist Zachäus?
• 3. Tag: Zachäus will Jesus begegnen.
• 4. Tag: Zachäus verändert sein Leben.

6. Schlussbemerkungen

• Grundsätzliches
• Auswirkungen
• Persönliches Resümee
 


 

 

1. Einführung

• Wie ich das Bibliodrama kennenlernte.

Als ich vor 8 Jahren an einem Bibliodrama-workshop teilnahm, war ich sogleich von dieser Art des Bibelerlebens begeistert. Besonders beeindruckt war ich von der Möglichkeit, sich in einzelne Aspekte des Bibeltextes hineinzudenken und diesen spielerisch Ausdruck zu verleihen. Gemeinsam mit anderen in einer Gruppe entstand dabei ein „Strauß bunter Erlebnisse, in dem Text und Leben sich begegneten“ – so habe ich es mir damals aufgeschrieben. Der biblische Text wurde für die Gruppe zum Rahmen, der die spezielle Begegnung mit dem Ich, Du, Wir und dem Text selber ermöglichte. Grenzen wurden übersprungen, Neuland entdeckt. In den Jahren 2003 bis 2005 nahm ich dann an einer Ausbildung der Evangelischen Erwachsenenbildung in Baden zur Bibliodramaleiterin teil. Der Kurs hat meine Faszination am Bibliodrama bestärkt und mir zugleich die Verantwortung einer Bibliodamaleiterin gegenüber Gruppe und Text bewusst gemacht.

• Was ich unter Bibliodrama verstehe. Was ist Bibliodrama?

Bibliodrama ist das Abenteuer einen Text in Szene zu setzen und mit einer Gruppe zu erleben. Wolfgang Teichert beginnt sein Buch mit dem Satz: „Bibliodrama ist das inszenierte Abenteuer der Begegnung zwischen einer oder mehreren Personen und einem biblischen Text.“ (W. Teichert, Wenn die Zwischenräume tanzen, S. 7.) Man kann sich leicht vorstellen, dass die Hauptelemente dieser Definition (Gruppe und Text) verschieden aufeinander bezogen werden können und es daher zu unterschiedlichen Ansätzen beim Bibliodrama kommen kann. Mein Verständnis, dass ich in dem erwähnten Leiterkurs gewonnen habe, geht dahin, dass der biblische Text den Rahmen bildet in welchem die Gruppenmitglieder bezüglich Rollenwahl und Rollenausgestaltung frei agieren und ohne vorgegebenes Ziel dennoch immer wieder zum Text zurückkehren. Zur Inszenierung gehören ein warming-up, eine Anfangsbegegnung mit dem Text und die Annäherung an den Text durch vielfältige Methoden. In diesen 3 Phasen wird die Gruppe durch die Bibliodramaleiterin angeleitet. Es folgt das große Spiel der Gruppe als Hauptelement, für das die Bibliodramaleiterin Grundstrukturen vorgibt, beobachtend teilhat, u.U. foccusierend eingreift und das Ende setzt. Ein wichtiges Ziel bibliodramatischer Arbeit, das sich auf die Teilnehmer bezieht, besteht darin, dass diese eine ganzheitliche Begegnung mit dem Text erfahren. Denken, Fühlen, Handeln, Wahrnehmen und sich Bewegen sind untrennbar miteinander verbundene Tätigkeiten und beeinflussen sich gegenseitig. Bei Kindern ist diese Ganzheitlichkeit stark ausgeprägt, denn sie nehmen noch mit ihrem ganzen Körper wahr (Bernd Neumeister, Der Bewegungskindergarten).. Es geht also um das Verstehen des Textes mit Leib und Seele, Herz und Verstand. Dazu wird der Text in die Sprachen des Körpers, des Klanges, des Bildes und der Gestalt übersetzt, mit der Folge, dass sich im Text vermittelte Glaubensgeschichte und persönliche Geschichte, Erfahrungen von damals und Erfahrungen von heute berühren. Verborgene Emotionen können hervortreten, neue Emotionen entstehen und bereichern das Leben. Offenlegung und Entdeckung bestimmter Seiten der eigenen Person fördern die Entstehung einer ganzheitlichen Persönlichkeit.

Nach der Inszenierung folgt eine Auswertung, die von der Leiterin geleitet wird, in der die Gruppenmitglieder ihre Erlebnisse, Gefühle und Eindrücke zusammentragen. Eine wie auch immer geartete Bewertung des Rollenverhaltens einzelner Gruppenmitglieder muss dabei vermieden werden, wie überhaupt eine solche Bewertung nirgendwo im Bibliodrama vorgesehen ist. Auffallendes Gruppenverhalten kann von der Leiterin angesprochen werden und gegenüber dem Gruppenmitglied und der Gruppe in Form von „Wie hast du es erlebt? Wie habt ihr es erlebt?“ – Fragen thematisiert werden, die jedoch nicht auf eine moralische oder sonstige Bewertung abzielen dürfen. Die Leiterin schützt die Spielenden im Blick darauf und hält ihnen so den Freiraum zum Spiel offen. Ein Grund für diesen moralischen Freiraum ist darin zu sehen, dass die Spielenden selber ihre eigenen, z.T. überraschenden Spiel- und Selbsterfahrungen durchdenken und abwägen können. Die Auswertung einer Inszenierung kann sehr unterschiedliche Gestalten annehmen, z.B. Gruppengespräch, Feedback durch malen oder Geschichten oder Briefe schreiben und ähnliches.

• Ein alphabetisches Gedankenspiel zu der Frage: Was ist Bibliodrama?

Ein Focus auf´s Bibliodrama. Bibliodrama ist das Abenteuer, einen Text in Szene zu setzen und mit einer Gruppe zu erleben. Facettenreiches Bibliodrama ABC, erlebt in der Gruppe. AGIEREN wird zum Abenteuer in der BEGEGNUNG, die manches Mal im CHAOS endet. DIALOGE sollen EHRLICH sein. FROHSINN und GEFÜHLE lockern auf. Und manches Mal ein HILFE!, kann ich mich mit ... IDENTIFIZIEREN? JA, dass ist jetzt KOMPLIZIERT. Ach, das LEBEN im Erleben kann so MEHRDEUTIG sein! NATÜRLICH! ÖFFNE dich dem PROZESS, auch wenn es eine QUAL ist diese ROLLE zu spielen. SELBSTWAHRNEHM- UNG wirst du im TEXTRAUM erfahren. Manche ÜBUNG macht dir deine VERANTWORTUNG klar. Vielleicht zeigt sich dir sogar ein WUNDER in Form eines XXL-Erlebnisses. Pause, YOGHURT essen und: wieder ein neuer ZUGANG.

Faszination Bibliodrama

Bibliodrama fasziniert durch seine Methodenvielfalt im Zugang zu den biblischen Texten. Schon die Aufwärmphase mit passenden Körperwahrnehmungsspielen führt in das nach- folgende biblische Thema ein. Der Text, die biblische Geschichte wird lebendig erfahrbar für die Teilnehmenden, indem sie förmlich ins Leben hineingezogen wird. Was geschieht, was herauskommt, ist prozessorientiert und überraschend, ein Erzeugnis der besonderen Gruppe und ihrer besonderen Begegnung mit dem Text. Eine ganze Bewegung hat sich so formiert, die vor allem in der Erwachsenenarbeit breiten Raum findet. Heruntertransferiert auf Schule und sogar Kindergarten, begeistert Bibliodrama genauso die ganz junge Generation.

2. Bibliodrama im Kindergarten

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