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Die portugiesische Expansion und die schwarzafrikanische Sklaverei im 15. Jahrhundert

Titel: Die portugiesische Expansion und die schwarzafrikanische Sklaverei im 15. Jahrhundert

Seminararbeit , 2006 , 15 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Sarah Monschau (Autor:in)

Geschichte Europas - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei Sklaven denkt man zuerst, vielleicht abgesehen von den Sklaven der Antike, an die Massensklaverei der Neuzeit. Doch es gab immer Sklaverei, oder Abhängigkeitsverhältnisse, welche der Sklaverei sehr nahe stehen, in jedem Zeitalter und in den verschiedensten Kulturen. Um die lateinamerikanische Sklaverei zu verstehen, muss man sich bewusst machen, dass die Sklaverei einer langen Tradition folgt. Die Vorgeschichte der Sklaverei im atlantischen Raum soll in dieser Arbeit geklärt werden. Im Besonderen behandelt diese Arbeit den Beginn der Versklavung von Schwarzafrikanern durch die Europäer im 15. Jahrhundert und die ersten schwarzen Sklaven in Amerika. Grundlage dafür war die frühe Portugiesische Expansion, die hier ebenfalls näher erläutert werden soll.
Wie hat sich das Sklavenbild und der Status der Sklaven in der Gesellschaft mit der Zeit verändert und wie wurde die Sklaverei gerechtfertigt? Diese Fragen sollen unter anderem in dieser Arbeit geklärt werden.
Die Literatur zu diesem Thema ist vergleichsweise gering. Die Publikationen konzentrieren sich vor allem auf die spätere Massensklaverei. Die Bedeutung der Sklaverei des 15. Jahrhunderts wurde, wegen ihrer vergleichsweise geringen Ausmaße, wohl als zu gering erachtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Portugiesische Expansion

2.1. Verlauf der Expansion

2.2. Rechtsgrundlage der portugiesischen Expansion

3. Sklavenhandel

3.1. Sklaverei im Mittelalter

3.2. Schwarze Sklaven

3.2.1. Die Ankunft der ersten schwarzen Sklaven in Portugal

3.2.2. Das Leben der Sklaven

3.3. Indio-Sklaverei und die ersten Schwarzen in Amerika

4. Fazit

5. Literatur

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die historischen Wurzeln der atlantischen Sklaverei im 15. Jahrhundert, wobei der Fokus auf dem Beginn der Versklavung von Schwarzafrikanern durch die Europäer und der damit einhergehenden portugiesischen Expansion liegt. Dabei soll geklärt werden, wie sich das Bild des Sklaven wandelte, wie die Versklavung legitimiert wurde und welcher Status den Sklaven in der damaligen Gesellschaft zukam.

  • Ursprung und Verlauf der frühen portugiesischen Expansion.
  • Rechtliche Absicherung des portugiesischen Monopols durch päpstliche Bullen.
  • Kontinuität und Wandel der Sklaverei vom Mittelalter zur frühen Neuzeit.
  • Einfluss von wirtschaftlichen und religiösen Motiven auf die Sklaverei.
  • Die Transformation der Sklaven zur Handelsware auf den Plantagen.

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Die Ankunft der ersten schwarzen Sklaven in Portugal

Im Jahr 1441 stießen die Portugiesen bis zum Kap Blanco vor. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit Einheimischen, was nicht ungewöhnlich war. Diesmal waren die Einheimischen aber von schwarzer Hautfarbe. In den Auseinandersetzungen wurden einige Gefangene gemacht, die als Sklaven nach Portugal gebracht wurden. Damit wurde der Grundstein für die schwarzafrikanische Sklaverei gelegt.

Am 8. August 1444 brachte Lançarote von seiner Westafrikafahrt 235 Sklaven mit in seinen Heimathafen Lagos. Es handelte sich um Gefangene, die er in Arguim und auf den Tiderinseln gemacht hatte und die jetzt in Lagos verkauft werden sollten. Der Hofchronist und Oberarchivar des königlichen Archivs Gomes Eanes de Zurara schildert in seiner Chronik die Ankunft und Verteilung der Sklaven. Die Ankunft war eine Sensation. Viele Schaulustige aus der Umgebung hatten sich auf dem Platz eingefunden. Es handelte sich bei den Gefangenen sowohl um Berber, als auch um Schwarzafrikaner:

Und diese .../ boten einen wundersamen Anblick. Denn einige von ihnen waren fast weiß, ansehnlich und von stattlicher Gestalt, andere waren weniger weiß, sie sahen aus wie Mulatten. Wieder andere sahen aus wie Äthiopier, hässlich, und zwar im Gesicht wie in ihrer Statur, die denen, die sie kennen, fast vorkamen, als sähen sie die Bilder von einer untern Sphäre.

Hier lässt sich erahnen, warum sich die Sklaverei von einer Versklavung anderer Völker und Kriegsgefangenen zu einer Versklavung einer anderen „Rasse“, der Schwarzen, wandelte: Das Fremde, Andersartige, wird als abstoßend deklariert, als Menschen unterer Klasse; das Vertraute hingegen wird als schön bezeichnet. Sichtbares Zeichen für das Fremde ist die Hautfarbe.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die lange Tradition der Sklaverei und stellt die Forschungsfrage nach den Anfängen der schwarzen Sklaverei und ihrer Rechtfertigung.

2. Portugiesische Expansion: Dieses Kapitel beschreibt den systematischen Aufbau der portugiesischen Expeditionen entlang der afrikanischen Küste und die rechtliche Legitimation durch päpstliche Bullen.

3. Sklavenhandel: Hier wird der Übergang von mittelalterlichen Sklavenformen zur rassistisch motivierten Versklavung Schwarzafrikaner und deren Einsatz in Portugal und Amerika analysiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Rolle der Sklaverei als folgenreiches Produkt wirtschaftlicher und religiöser Motive zusammen und reflektiert über den Wandel des Sklavenbildes.

5. Literatur: Dieser Abschnitt listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Dokumentationen auf.

Schlüsselwörter

Portugiesische Expansion, Schwarzafrikanische Sklaverei, 15. Jahrhundert, Heinrich der Seefahrer, Romanus pontifex, Sklavenhandel, Missionierung, Gomes Eanes de Zurara, atlantische Sklaverei, Plantagenwirtschaft, Indio-Sklaverei, Rasse, Weltgeschichte, Kolonialismus, Arbeitskraft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit den historischen Anfängen der Versklavung schwarzafrikanischer Menschen durch europäische Mächte im 15. Jahrhundert, eingebettet in den Kontext der portugiesischen Expansion.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die portugiesische Entdeckungspolitik, die rechtliche Legitimierung durch die Kirche, den Wandel vom mittelalterlichen zum rassistisch geprägten Sklavenverständnis sowie den Übergang zur Plantagenwirtschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Vorgeschichte der Sklaverei im atlantischen Raum zu klären und aufzuzeigen, wie und warum sich der Status und die Wahrnehmung von Sklaven in dieser Epoche gewandelt haben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenbasierte historische Analyse, unter anderem durch die Untersuchung zeitgenössischer Chroniken wie der von Gomes Eanes de Zurara und offizieller päpstlicher Dokumente.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Verlauf der portugiesischen Expansion, die rechtlichen Grundlagen (päpstliche Bullen), den historischen Kontext der Sklaverei sowie die spezifischen Bedingungen des Sklavenlebens und die Ausweitung der Sklaverei auf Amerika.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind portugiesische Expansion, Sklaverei, 15. Jahrhundert, Missionierung, Sklavenbild, atlantischer Raum und Plantagenwirtschaft.

Welche Rolle spielte die Religion bei der Sklaverei?

Die Religion diente einerseits als Rechtfertigungsgrund (Missionierung), um das Vorgehen in einem positiven Licht darzustellen, verlor jedoch im Laufe der Zeit gegenüber den wachsenden wirtschaftlichen Interessen an Bedeutung.

Warum wurde die Hautfarbe zu einem „Brandzeichen“?

Mit dem Aufkommen der Versklavung von Schwarzafrikanern wurde die sichtbare Andersartigkeit durch die Hautfarbe als Rechtfertigung für eine Einstufung als Menschen unterer Klasse instrumentalisiert.

Wie unterschied sich die Behandlung von Haussklaven von der auf Plantagen?

Während Haussklaven oft in die Familie integriert wurden, wurden Sklaven auf den Zuckerrohrplantagen in der mechanisierten Massenproduktion zu reinen Produktivitätsfaktoren degradiert.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die portugiesische Expansion und die schwarzafrikanische Sklaverei im 15. Jahrhundert
Hochschule
Universität zu Köln  (Historische Seminar - Iberische und Lateinamerikanische Abteilung)
Veranstaltung
Einführungsseminar Neuere Geschichte: Die Menschenrechte in der Geschichte Lateinamerikas,
Note
1,7
Autor
Sarah Monschau (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
15
Katalognummer
V55512
ISBN (eBook)
9783638504393
ISBN (Buch)
9783656793359
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Expansion Sklaverei Jahrhundert Einführungsseminar Neuere Geschichte Menschenrechte Geschichte Lateinamerikas
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sarah Monschau (Autor:in), 2006, Die portugiesische Expansion und die schwarzafrikanische Sklaverei im 15. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/55512
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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