Danksagung
Für die hilfreiche Betreuung bei der Erarbeitung dieser Arbeit möchte ich mich bei Herrn Müller und Frau Bilden bedanken.
Besonderer Dank gilt meinen E ltern, durch deren Unterstützung ich den Ausbildungs- weg zum Diplomkaufmann beschreiten konnte.
Abstract
Im Rahmen dieser Arbeit erfolgt neben der Darstellung der Vorgehensweise bei der Erarbeitung von Marketingkonzepten eine detaillierte Ausarbeitung eines Marketingkonzeptes für das Projekt Teleparking.
Dazu werden zunächst die theoretischen Grundlagen von Marketingkonzepten beschrieben und nachfolgend sukzessiv der Prozess der Erarbeitung eines Marketingkonzeptes für das Projekt Teleparking dargestellt.
Patrick Preß Wintersemester 2000 Diplomarbeit 1
Inhaltsverzeichnis
INHALTSVERZEICHNIS............................................................................................. 1
ABBILDUNGSVERZEICHNIS 4
TABELLENVERZEICHNIS. 5
ABK ÜRZUNGSVERZEICHNIS 6
1. EINLEITUNG 7
1.1 ZIELSETZUNG. 7
1.2 AUFBAU DER ARBEIT. 8
2. MARKETING ALS FÜHRUNGSPHILOSOPHIE 10
2.1 ANSATZPUNKTE DES MARKETING 10
2.2 ENTWICKLUNG DES MARKETING. 12
2.3 BEDEUTUNG DES MARKETING. 14
3. THEORETISCHE VORGEHENSWEISE BEI DER ERARBEITUNG VON
MARKETINGKONZEPTEN 15
3.1 DER KONZEPTIONSBEGRIFF IM MARKETING. 15
3.2 VORTEILE DES KONZEPTIONELLEN MARKETING. 17
4. MARKETINGKONZEPT FÜR TELEPARKING. 19
4.1 STRATEGISCHE ANALYSE 19
4.1.1 Unternehmensanalyse. 20
4.1.1.1 Unternehmensvision 20
4.1.1.2 Unternehmensaufbau 21
4.1.1.3 Die Kernkompetenzen. 23
4.1.1.4 Aktueller Stand des Projekts Teleparking. 23
4.1.2 Umweltanalyse. 24
4.1.2.1 Globale Umwelt 24
4.1.2.2 Branchenstruktur 27
4.1.2.3 Wettbewerber 28
Patrick Preß Wintersemester 2000 Diplomarbeit 2
4.1.2.4 Marktpotential. 31
4.2 DIE SWOT-ANALYSE. 32
4.2.1 Stärken (intern) 32
4.2.2 Schwächen (intern) 32
4.2.3 Chancen (extern) 33
4.2.4 Risiken (extern) 34
4.2.5 Die SWOT-Matrix. 35
5. ZIELE 36
5.1 PROZESS DER ZIELPLANUNG. 36
5.2 ZIELKATALOG UND ZIELOPERATIONALISIERUNG. 37
5.3 DIE STRATEGISCHEN MARKETINGZIELE. 41
5.3.1 Finanzziele 41
5.3.2 Produktziele. 42
5.3.3 Ziele für die Interessengruppen. 43
5.3.4 Marktziele 43
6. STRATEGIEN 45
6.1 ENTWICKLUNG DES GENERELLEN STRATEGIEPROGRAMMS FÜR TELEPARKING 45
6.1.1 Marktfeldstrategien 46
6.1.2 Marktstimulierungsstrategien. 47
6.1.3 Marktparzellierungsstrategien. 51
6.1.4 Marktarealstrategien. 54
6.1.5 Exkurs: Angebotserstellung auf Testmärkten. 58
6.1.6 Strategieprogramm für Teleparking 60
6.2 WEITERE SPEZIELLE STRATEGIEN FÜR TELEPARKING. 61
6.2.1 Pionierstrategie 61
6.2.2 Frühe Folgestrategie 62
6.2.3 Konkurrenzgerichtete Strategie 62
6.3 REALISIERUNG DES MARKTEINTRITTS 63
7. MARKETING-MIX 65
7.1 PRODUKTPOLITIK. 65
7.2 PREISPOLITIK 68
Patrick Preß Wintersemester 2000 Diplomarbeit 3
7.3 DISTRIBUTIONSPOLITIK. 72
7.4 KOMMUNIKATIONSPOLITIK. 73
7.5 DAS MARKETINGBUDGET 81
7.6 DIE MEDIA-STRATEGIE. 87
7.7 ANZEIGENENTWÜRFE. 92
8. ABSCHLUSSBETRACHTUNG 96
9. ANHANG. 97
ANLAGE MEILENSTEINPLANUNG. 97
LITERATUR 98
MONOGRAPHIEN UND SAMMELBÄNDE. 98
SONSTIGE QUELLEN 98
WEITERF ÜHRENDE LINKS 99
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG 100
Patrick Preß Wintersemester 2000 Diplomarbeit
Abbildungsverzeichnis
ABBILDUNG 1: STRUKTURELLER AUFBAU DER ARBEIT
ABBILDUNG 2: BEZUGSPUNKTE DER VERKAUFS- BZW. DER MARKETING-KONZEPTION IN
ANLEHNUNG AN HÖ93, S. 12
ABBILDUNG 3: BEZUGSPUNKTE DER „KLASSISCHEN“ BZW. STRATEGISCHEN MARKETING-
KONZEPTION IN ANLEHNUNG AN HÖ93, S. 15
ABBILDUNG 4: DIE KONZEPTIONSPYRAMIDE IN ANLEHNUNG AN BE99, S. 3
ABBILDUNG 5: DAS CALL-CENTER ALS RÜCKKOPPLUNGSSTELLE VON TELEPARKING
EIGENE DARSTELLUNG
ABBILDUNG 6: INSELFÖRMIGE GEBIETSERSCHLIEßUNGSSTRATEGIE FÜR TELEPARKING.
ABBILDUNG 7: WORTMARKIERUNG VON TELEPARKING.
ABBILDUNG 8: BILDMARKIERUNG VON TELEPARKING
Patrick Preß Wintersemester 2000 Diplomarbeit 5
Tabellenverzeichnis
TABELLE 2: DIE SWOT-MATRIX. 35
TABELLE 3: MARKTFELDSTRATEGIEN IM DIENSTLEISTUNGSMARKETING MEF00, 172
46
TABELLE 4: MARKENSTRATEGIE FÜR TELEPARKING 50
TABELLE 5: MARKTSEGMENTIERUNG FÜR TELEPARKING. 53
TABELLE 6: KAUFKRAFT IN DEUTSCHLANDS GROßSTÄDTEN. 56
TABELLE 7: STRATEGIEPROGRAMM FÜR TELEPARKING IN ANLEHNUNG AN BE99, 90
60
TABELLE 8: TARIFE DER SERVICENUMMERN 68
TABELLE 9: ANGEBOTSSPEKTRUM DER KUNDENKARTEN 71
TABELLE 11: KOSTENANALYSE FÜR EINZELNE INSTRUMENTE DES MARKETING-MIX 86
TABELLE 12: DER MEDIAPLAN FÜR DAS JAHR 2002 88
TABELLE 13: DER MEDIAPLAN FÜR DAS JAHR 2003 89
TABELLE 14: DER MEDIAPLAN FÜR DAS JAHR 2004 90
TABELLE 15: DER MEDIAPLAN FÜR DIE JAHRE 2005/6 91
Diplomarbeit Wintersemester 2000 Patrick Preß
Abkürzungsverzeichnis
RDS Radio-Data-System
TMC Traffic-Message-Channel
GfK Gesellschaft für Konsum, Markt-, und Absatzforschung
BMBF Bundesministerium für Bildung und Forschung
BMVBW Bundesministerium für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen
SMS Short Message Service
WAP Wireless Application Protocol
Diplomarbeit Wintersemester 2000 Patrick Preß
1. Einleitung
Konsequente Unternehmensführung setzt angesichts komplexer, dynamischer Markt-und Umweltbedingungen schlüssige, ganzheitliche, auf Strategien basierende Marketing-Konzeptionen (Leitprogramme) voraus. Sie haben die Funktion auf der Basis differenzierter Informationen und Projektionen, die richtige konzeptionelle Grundlage für schlüssiges Markthandeln zu schaffen. Besonders Existenzgründer scheitern oft recht früh, weil sie ihr Handeln noch viel zu stark auf die Bewältigung des Augenblicks (Taktik) ausrichten, ohne die taktischen Maßnahmen auf der Basis eines schlüssigen Grundkonzeptes (Strategie) konsequent abzuleiten und umzusetzen. Deshalb ist besonders für Existenzgründer wichtig, ihren Markteintritt auf der Basis eines schlüssigen Grundkonzeptes konsequent abzuleiten und vorzubereiten.
1.1 Zielsetzung
Die hier vorliegende Arbeit behandelt deshalb zunächst theoretisch und später dann empirisch an der Erstellung eines Marketingkonzeptes für das Geschäftsmodell Teleparking die systematische Erarbeitung von Marketingkonzepten.
Mit der Erarbeitung des Marketingkonzeptes für das Projekt Teleparking soll der Markteintritt vorbereitet und Anregungen zur Durchführung gegeben werden. Es soll der Stand des Unternehmens analysiert, mögliche Strategien aufgezeigt und konkrete Maßnahmen innerhalb des Marketing-Mix entworfen werden. Der Focus bei der Erarbeitung des Marketing-Mix soll auf den kommunikationspolitischen Maßnahmen liegen.
Diplomarbeit Wintersemester 2000 Patrick Preß
1.2 Aufbau der Arbeit
Die Arbeit besteht aus drei Teilen:
Im ersten Teil der Arbeit werden die Ansatzpunkte, die Entwicklung zum Marketing-Management und die Bedeutung von Marketing-Konzeptionen erörtert. Außerdem wird der Begriff Marketing als Führungsphilosophie erläutert.
Der zweite Teil befasst sich konkret mit der Systematik und Erarbeitung von Marketing-Konzeptionen. Im Rahmen dieser Konzeptentwicklung werden Phasen durchlaufen, die sich am theoretischen Raster der Marketing-Konzeption nach Becker, bestehend aus Situationsanalyse, Marketingzielen, Marketingstrategien und Marketing-Mix, orientieren. Außerdem werden die Vorteile des konzeptionellen Marketingansatzes nach Becker im Vergleich zu anderen Marketingansätzen erörtert.
Der dritte Teil, auf dem der Schwerpunkt der Arbeit liegt, legt am Beispiel der Entwicklung eines Marketingkonzeptes für das Projekt Teleparking dar, wie die im zweiten Teil gewonnenen Erkenntnisse auf ein konkretes Unternehmen übertragen bzw. umgesetzt werden können. Hierbei ergeben sich aufgrund der Tatsache, dass Teleparking kein physisches Produkt, sondern Informationen verkaufen möchte, besondere Anforderungen an die Auswahl, Umsetzung und Realisierung von Maßnahmen innerhalb des Marketingkonzeptes. Das Marketingkonzept orientiert sich dabei an dem im zweiten Teil dargestellten pyramidenförmigen Aufbau, welcher mit steigender Konzeptionsebene durch eine zunehmende Konkretisierung gekennzeichnet ist, in der nach einer Situationsanalyse die Ziele des Unternehmens umfassend geschildert, die unternehmensrelevanten Strategien herausgearbeitet und ein entsprechender Marketing-Mix entwickelt wird.
Diplomarbeit Wintersemester 2000 Patrick Preß
Die folgende Abbildung veranschaulicht den strukturellen Aufbau der Arbeit.
Abbildung 1: Struktureller Aufbau der Arbeit
Diplomarbeit Wintersemester 2000 Patrick Preß
2. Marketing als Führungsphilosophie
In den folgenden Ausführungen werden die Ansatzpunkte, Entwicklung und Bedeutung des Marketing dargestellt, sowie der Begriff „Marketing als Führungsphilosophie“ e rläutert. Dadurch sollen Verständnis geweckt, Zusammenhänge aufgezeigt und ein Problembewusstsein für konzeptionelles Marketing geschaffen werden, um mit Hilfe der gewonnenen Erkenntnisse die spätere Umsetzung im Marketingkonzept für das Projekt Teleparking vorzubereiten.
2.1 Ansatzpunkte des Marketing
Die Entstehung des Marketing resultiert im wesentlichen aus der strukturellen Veränderung der Märkte in den hochentwickelten Industrienationen innerhalb der letzten Jahrzehnte, nämlich der Wandlung von sog. Verkäufer-Märkten (=Angebot kleiner als Nachfrage) zu sogenannten Käufer-Märkten (=Angebot größer als Nachfrage) [vgl. Be99, S. 1]. Dieser Wandel führte dazu, dass nicht mehr die Produktion und ihre effiziente Gestaltung im Mittelpunkt des unternehmerischen Denkens standen, sondern der Absatz der erzeugten Produkte und Dienstleistungen zur Hauptaufgabe und zum Hauptproblem der Unternehmen wurde. Der betriebliche Engpass verlagerte sich von der Produktions- zur Absatzseite hin [vgl. Hö93, S. 11].
Diese Veränderungen blieben nicht ohne nachhaltige Auswirkungen auf die Durchführung der Absatzfunktion. Hatte sie sich zu Zeiten des Verkäufermarktes im wesentlichen auf eine Verteilung der Waren und Dienstleistungen beschränkt - also auf das, was heute als Verkaufs-Konzeption bezeichnet wird -, kam es nun darauf an, die gesamten Beziehungen zum Absatzmarkt aktiv zu gestalten. Dies erforderte zunehmend die s ystematische und planmäßige Ausrichtung aller Unternehmensaktivitäten auf die effektiven und potentiellen Bedürfnisse der Abnehmer für die Erreichung der betrieblichen Ziele und führte zur Charakterisierung des Marketing als Management-Grundhaltung, als Denkhaltung, als marktorientierte Unternehmensphilosophie. [vgl. Hö93, S. 11]
Diplomarbeit Wintersemester 2000 Patrick Preß
Anschaulich lassen sich die Unterschiede zwischen beiden Konzeptionen durch eine Akzentuierung der jeweiligen Bezugspunkte herausstellen.
Abbildung 2: Bezugspunkte der Verkaufs- bzw. der Marketing-Konzeption [in Anlehnung an Hö93, S. 12]
Neben der Kundenbezogenheit ist das systematische und planvolle Vorgehen bei der Zielerreichung kennzeichnend für das Marketing. Diese zielgerichtete Vorgehensweise der Anbieter schlägt sich vor allem in der Orientierung, Ausgestaltung und Handhabung der sogenannten Management-Funktionen nieder. Die Management-Funktionen umfassen dabei die Bereiche der Analyse von Problemen sowie Planung, Organisation, Durchsetzung und Kontrolle von Maßnahmen zur deren Lösung [vgl. Nie91, S. 14].
Marketing kann in diesem Sinne als „pragmatisch-normatives Marketing-Management aufgefasst werden“ [Hö93, S. 12]. Es konkretisiert sich in der systematischen Gewinnung von Marketing-Informationen, auf deren Grundlage spezielle Instrumente so einzusetzen sind, dass die Marktpartner im Sinne der Unternehmensziele beeinflusst werden können.
Die schriftliche Fixierung der Planung und Durchführung von Managementaufgaben e r- folgt dabei oft durch die Erstellung von Marketingkonzepten.
Diplomarbeit Wintersemester 2000 Patrick Preß
2.2 Entwicklung des Marketing
Im letzten Jahrzehnt hat die Dynamik der Veränderungen in den verschiedenen Umfeldern bislang ungekannte Formen angenommen. Charakteristisch für diese Entwicklung sind eine Vielzahl von Einflüssen auf die Unternehmen, von denen einige, für Marketing-Entscheidungen besonders wichtige Sachverhalte im folgenden Überblick aufgezeigt werden [vgl. Be98, S. 4].
• Erhöhung der Wettbewerbsintensität
• Dynamische Wandlungsprozesse im Käuferverhalten • Schwaches Marktwachstum bzw. stagnierende Märkte • Fragmentierung der Märkte • Auflösung klassischer Branchenmärkte
• Schneller technologischer Wandel (neue Kommunikations- und Informationstechniken)
• Neue gesellschaftliche und ökologische Anforderungen an die Unternehmen
Diese veränderten Rahmenbedingungen insbesondere die zunehmende Bedeutung der Wettbewerber machen es notwendig den „klassischen“ Marketing-Ansatz zu ergänzen. Abbildung 3 veranschaulicht die Bezugspunkte, der „klassischen“ bzw. strategischen Marketing-Konzeption.
Abbildung 3: Bezugspunkte der „klassischen“ bzw. Strategischen Marketing- Konzeption [in Anlehnung an Hö93, S. 15]
Diplomarbeit Wintersemester 2000 Patrick Preß
An die Stelle der im „klassischen“ Marketing dominanten Ausrichtung an den Bedürfnissen und Problemen der Kunden tritt im Strategischen Marketing die simultane Berücksichtigung aller erfolgsbeeinflussenden Faktoren (Kunden, Konkurrenten, Marktpartner, Unternehmung, Umfeldentwicklung) [vgl. Hö93, S. 16]. Hier ist anzumerken, dass Konkurrenten, Marktpartner oder Umfeldgegebenheiten s icherlich auch bei der „klassischen“ Marketing-Konzeption berücksichtigt wurden. Im Mittelpunkt standen jedoch eindeutig die Kunden. Die Einseitigkeit der Vergangenheit wird beim strategischen und konzeptionell ausgerichteten Marketing, das auch von B ecker vertreten wird, durch eine neue Denkweise abgelöst, für die neben der langfristigen Perspektive vor allem die ganzheitliche Betrachtung des Unternehmens und seine B eziehungen zu Markt und Umfeld kennzeichnend sind. Dieses bedeutet, dass es nicht mehr ausreicht, Marketing-Entscheidungen allein an den (potentiellen) Kunden auszurichten, wie das für das „traditionelle Marketing“ charakteristisch war. Es ist vielmehr erforderlich, die Entscheidungen sowohl am marktlichen Umfeld (neben den Kunden sind dies vor allem die Konkurrenten) als auch an den (möglichen) Einflüssen des weiteren Umfeldes (ökonomische, sozio-kulturelle, politisch-rechtliche und technologische Faktoren) zu orientieren [vgl. Hö93, S. 16].
Im Mittelpunkt aller strategischen Entscheidungen stehen dabei immer die Erschließung, Entwicklung und langfristige Sicherung von unternehmerischen Erfolgspotentialen.
Vor diesem Hintergrund lässt sich das strategische Marketing als ein
• systematisches
• ganzheitliches • interaktives • potentialorientiertes • und in der Regel längerfristig orientiertes
Unternehmensführungskonzept beschreiben [vgl. Hö93, S. 17]. Es handelt sich dabei also um eine spezifische Denkhaltung, mit deren Hilfe die komplexen Beziehungs- und Wirkungszusammenhänge zwischen dem U nternehmen und dessen Markt bzw. Umfeld registriert, analysiert und systematisch umgesetzt werden können.
Diplomarbeit Wintersemester 2000 Patrick Preß
2.3 Bedeutung des Marketing
Dem Marketing kommt eine ganz entscheidende Funktion bei der Führung des Unternehmens, hier respektive der Führung des U nternehmens Teleparking, zu. Nach Becker kann Marketing als Führungsphilosophie beschrieben werden „als die bewusste Führung des gesamten Unternehmens vom Absatzmarkt her, d.h., die Kunden und ihre Nutzen bzw. Problemlösungsansprüche sowie ihre konsequente Erfüllung stehen im Mittelpunkt des unternehmerischen Handelns, um so [...] Erfolg und Existenz des U nternehmens dauerhaft zu sichern“ [Be99, S. 2].
Hieraus ergibt sich auch der Aspekt, dass Marketing nicht etwas ist, „das man gelegentlich macht oder einsetzt, sondern e twas, das Nachhaltigkeit voraussetzt, und zwar konzeptionell ausgerichtete“ [Be99, S. 1].
Eine so definierte Unternehmensführung lässt sich aber nur konsequent umsetzen, wenn dem unternehmerischen Handeln eine schlüssige, ganzheitliche und an das jeweilige Unternehmen angepasste Marketing-Konzeption als Grundlage vorliegt. Die Markt und Umfeldbedingungen des jeweiligen Unternehmens sind viel zu komplex und dynamisch und die instrumentalen Möglichkeiten des Marketing zu vielfältig, als dass ein nicht planvoll gesteuertes Markthandeln möglich und sinnvoll wäre [vgl. Be98, S. 824].
Unternehmen wie Teleparking brauchen in dieser Hinsicht also umfassende, integrative Handlungsanweisungen, um den Markteintritt vorzubereiten und zu unterstützen.
Diplomarbeit Wintersemester 2000 Patrick Preß
3. Theoretische Vorgehensweise bei der Erarbeitung von
Marketingkonzepten
In diesem Kapitel wird die Vorgehensweise zur Erstellung eines Marketingkonzeptes erläutert. Dabei wird sich an dem konzeptionellen Ansatz nach Becker orientiert. A ußerdem werden die Vorteile dieses Ansatzes im Vergleich zu anderen Marketingansätzen erörtert.
3.1 Der Konzeptionsbegriff im Marketing
Nach Becker steht im Mittelpunkt der Marketinglehre bislang vor allem die Auseinandersetzung mit dem Marketinginstrumentarium. Dabei werden die äußerst wichtigen Grundfragen der zielorientierten, strategieadäquaten Bündelung der Marketinginstrumente zu konsistenten Marketing-Konzeptionen eher vernachlässigt. Diese Thematik wird zwar innerhalb der traditionellen Diskussion des Marketing-Mix berührt, die grundlegenden Ziel- und Strategiefragen werden jedoch nicht hinreichend problematisiert. Eine angemessene gesamtkonzeptionelle Einbindung fehlt. Im Vordergrund stehen vielmehr verfahrens- und rechentechnische Aspekte [vgl. Be98, Vorwort].
Becker dagegen sieht Marketing vielmehr als einen umfassenden gedanklichen Entwurf, der sich an einer Leitidee bzw. bestimmten Richtgrößen (Zielen) orientiert und grundlegende Handlungsrahmen (Strategien) wie auch die notwendigen operativen Handlungen (Instrumenteneinsatz) zu einem schlüssigen Plan zusammenfasst. Das Marketingkonzept nach Becker ist als Ergebnis eines systematischen analytischen Vorgehens, das sowohl das Potential des relevanten Marktes als auch die Schwächen der Konkurrenten und die besonderen Stärken (Potentiale und Vorteile) des eigenen Unternehmens erfasst, anzusehen.
Es stellt sich nun die Frage, welche Schritte zur Erarbeitung eines derartigen Marketingkonzeptes zu durchlaufen sind.
Die Erarbeitung eines Marketingkonzeptes beginnt m it der kritischen Überprüfung der Ausgangssituation des Unternehmens (Umwelt- und Unternehmensanalyse) und der E r- fassung der situationsspezifischen Problemstellung.
Diplomarbeit Wintersemester 2000 Patrick Preß
Daran anschließend sind die richtigen Schritte einzuleiten, indem dem idealen konzeptionellen Entscheidungsprozeß gefolgt wird [vgl. Be99, S. 2]:
• Bestimmung der Ziele,
• Festlegung der Strategien • und Wahl der Maßnahmen.
Diese Vorgehensweise setzt demnach gut abgestimmte Entscheidungen auf drei Ebenen voraus, nämlich auf der Ziel-, der Strategie- und der Mix- bzw. Maßnahmenebene.
Die folgende Abbildung verdeutlicht diese Zusammenhänge.
Abbildung 4: Die Konzeptionspyramide [in Anlehnung an Be99, S. 3]
Eine derartig aufgebaute Marketing-Konzeption kann als ein schlüssiger, ganzheitlicher Handlungsplan („Fahrplan“) bezeichnet werden, der sich nach eingehender Situationsanalyse an den angestrebten Zielen („Wunschorten“) orientiert, für ihre Realisierung geeignete Strategien („Route“) festlegt und auf ihrer Grundlage die zutreffenden Marke- tinginstrumente („Beförderungsmittel“) bestimmt [vgl. Be99, S. 4].
Diplomarbeit Wintersemester 2000 Patrick Preß
Deutlich wird hier, dass die Wahl und der Einsatz der richtigen operativen Marketinginstrumente die Situationsanalyse, Festlegung von Zielen und Strategien zwingend voraussetzt. Nur so kann ungeplantes, ineffizientes Markthandeln vermieden werden und der Instrumenteneinsatz zielführend und an die gewählte Strategie angepasst gestaltet werden.
Ein Handlungsbedarf für die Erstellung eines solchen F ahrplanes besteht insbesondere, wenn das Unternehmen (Teleparking) noch keine schlüssige Marketing-Konzeption hat, diese bisher nur im Kopf des Unternehmers vorhanden ist [vgl. Be99, S. 4].
Bei der Erarbeitung eines Marketingkonzeptes ist es außerdem wichtig, die konzeptionellen Aufgaben und Schwerpunkte an die unternehmensindividuelle Ausgangssituation, in diesem Fall Planung des Markteintritts des Unternehmens Teleparking, anzupassen.
Der Marketingansatz nach Becker weist einige Vorteile gegenüber anderen Auffassungen und Konzeptionen von Marketing auf, die im nächsten Abschnitt erläutert werden und verdeutlichen sollen, warum dieser Ansatz für die später folgende Ausarbeitung des Marketingkonzeptes für Teleparking favorisiert wird.
3.2 Vorteile des konzeptionellen Marketing
Der konzeptionelle Ansatz von Becker, der als Leitfaden zur Erarbeitung des Marketingkonzeptes für Teleparking dient, hat anderen Marketingthemen, Marketinginhalten und Marketingverfahren voraus, dass er ein durchgängiges Ordnungssystem für die Fülle aller Sach- und Methodenfragen bietet. Im Ansatz nach Becker „haben alle Sach- und Methodenfragen ihren richtigen Platz“ [Be98, Vorwort]. Das konzeptionelle S ystem nach Becker stellt diesbezüglich ein „schlüssiges, integratives Lehr- und Handlungssystem dar“ [Be98, Vorwort]. Es berücksichtigt außerdem, „dass die Realisierung der Marketing-Philosophie an schlüssig abgeleitete Konzeptionen im Sinne ganzheitlich o- rientierter Handlungsanweisungen gebunden ist“ [Be98, Vorwort].
Diplomarbeit Wintersemester 2000 Patrick Preß
Ein weiterer V orteil der konzeptionellen Planung eines Unternehmens im Hinblick auf die Dynamik der Märkte ist, dass sie regelmäßige Kursüberprüfungen und ggf. Kurskorrekturen erlaubt. Aufgrund der erarbeiteten Leitplanung können diese Korrekturen wesentlich fundierter und nachvollziehbarer vorgenommen werden als bei Unternehmen, die eher durch ein kurzfristig orientiertes Markthandeln geprägt sind [vgl. Be98, S. 5]. Die Erarbeitung einer Marketing-Konzeption nach Becker ermöglicht somit durch seine mittel- bis langfristige orientierte Zielsetzungen, eine spezifische Kompetenz, wie z. B. eine innovative Mobilitätsdienstleistung am Markt aufzubauen und durch die konkrete Planung der Marketingaktivitäten zu etablieren.
Ein weiteres Kriterium für die Wahl dieses Marketingansatzes ist, dass er mit seiner Palette von Strategien und Instrumenten den Aufbau eines unternehmerischen Gesamtkonzepts ermöglicht und vor dem Hintergrund ständiger Veränderungen in den Märkten entscheidend zur erfolgreichen Unternehmensgründung und zum e rfolgreichen Markteintritt von Teleparking beitragen kann.
Arbeit zitieren:
Diplomkaufmann (MBA) Patrick Press, 2000, Marketingkonzept für ein internetbasiertes Parkplatzinformationssystem, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Der hybride Kunde - Implikationen und Konsequenzen für den Handel
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 24 Seiten
Mobile Internet - Das Medium der Zukunft passt in die Hosentasche
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Studienarbeit, 28 Seiten
Customer Relationship Management (CRM) und CRM-Systeme
Gründe für das Scheitern und V...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 82 Seiten
Parteien in der Mediengesellschaft
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Unterrichtsentwurf, 15 Seiten
Die Zukunft digitaler Werbung in Social Communities
Eine umfassende Marktanalyse
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Projektarbeit, 117 Seiten
Die moderne Wahlkampfkampagne am Beispiel der SPD im Vorfeld der Bunde...
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
CRM-Implementierungen erfolgreich planen und umsetzen
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 88 Seiten
Psychologische und soziologische Einflüsse auf den Kaufentscheidungspr...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 55 Seiten
Das Mobiltelefon aus soziologischer Sicht
Wie die Entwicklung des Handys...
Soziologie - Kultur, Technik und Völker
Zwischenprüfungsarbeit, 45 Seiten
Ursachen der Entstehung von Megacities
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
Hausarbeit (Hauptseminar), 29 Seiten
Erstellung einer Marketingkonzeption für die flächendeckende Einführun...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 232 Seiten
Politik als Produkt. Implikationen für die Vermarktung von Parteien
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 22 Seiten
Marketing-Potenziale von Community-Gruppen am Beispiel der Stundentenp...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit (Hauptseminar), 19 Seiten
Marketing im Lebensmitteleinzelhandel
Branchenspezifische Besonderhe...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Seminararbeit, 28 Seiten
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung: Marketingkonzept für ein internetbasiertes Parkplatzinformationssystem ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Patrick Press hat den Text Marketingkonzept für ein internetbasiertes Parkplatzinformationssystem veröffentlicht
Patrick Press hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare