Gliederung
1 E i n l e i t u n g S e i t e 3
2. Auseinandersetzung mit dem theoretischen Schwerpunkt Seite 4
3. Ausführliche Darstellung des Falles Seite 8
4. Theoretisierung der Interpretation des bereits Seite 12
dargestellten theoretischen Hintergrundes
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1. Einleitung
Selektion in der Schule ist eine sehr erstzunehmende Problematik, die heutzutage fast jede schulische Einrichtung in irgendeiner Art betrifft.
Immer wieder gibt es Differenzen, Schwierigkeiten und sogar psychische Gewalt zwischen Schülern aufgrund von eventuellen Behinderungen oder zum Beispiel verschiedenen Herkunftsländern.
Unser soziales Umfeld wird stetig komplexer und multikultureller. Selektion, Ausgrenzung und Diskriminierung besonders hier, im Fall der Schule, ist für uns ein sehr interessantes Thema über welches wir diese Hausarbeit verfasst haben.
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2. Auseinandersetzung mit dem theoretischen Schwerpunkt
Im Laufe unseres ersten Orientierungspraktikums besuchten wir zwei Wochen lang verschiedene Klassen der 7. und 8. Klassenstufe eines Gymnasiums.
In diesen zwei Wochen sammelten wir viele Erfahrungen – positive, wie auch negative. Einerseits erstaunten uns die enorme Solidarität und der Zusammenhalt in der Klasse, andererseits fielen uns ebenso Schüler auf, die kaum Bezug und Kontakt zur Klasse hatten. Gründe für diese gar teilweise Ausgrenzung waren uns nicht bekannt und aufgrund der wechselnden Klassenstufen war es uns auch nicht möglich, weiteres darüber zu erfahren. Handelte es sich bei diesem Fall bereits um Selektion in der Schule? Fehlendes Hintergrundwissen ließ uns hier im Dunkeln.
Selektion in der Schule ist unseres Erachtens ein stark verbreitetes Phänomen, was unterschätzt wird. Besonders Eltern und Schüler wissen kaum weiteres über diese Problematik.
Über die Existenz der Selektion besonders an Schulen ist man sich kaum bewusst, und vor allem über die Häufigkeit und Folgen für betroffene Kinder wird zu wenig gesprochen.
Selektion kann sich einerseits positiv, auf der anderen Seite jedoch auch sehr negativ auswirken. Am Beispiel der vorliegenden Hausarbeit wird deutlich, wie negativ sich Ausgrenzung und Isolation zwischen Schülern besonders auch auf die Psyche der Betroffenen auswirkt.
Familie, ethnische Herkunft, Religion und spezielle Traditionen sind beispielsweise Faktoren, die zur Selektion an Schulen führen können. Doch besonders Unterschiede zwischen den Schülern, wie körperliche Behinderungen und den damit verbundenen Schwierigkeiten, rufen verstärkt selektive Vorgehensweisen an Schulen hervor. Den Schülern in der Klasse ist nicht bewusst, welche psychischen Qualen und Schmerzen die Opfer durchlaufen müssen, da sie oft noch zu jung und unerfahren sind.
Um diese alltäglich existierende Problematik zu verdeutlichen, haben wir uns für das Thema „Körperliche Behinderungen und die Folgen in der Schule“ entschieden und hoffen, mehr Klarheit und tiefere Einblicke vermitteln zu können.
Klaus Ulichs Theorie der verschiedenen Formen von Schulangst kommt hier deutlich zum Vorschein. Nicht nur Prüfungsangst oder Angst, Fehler zu machen, nein – besonders Auftretungsangst, Angst vor Zurückweisung, Nichtanerkennung und Machtverlust sind
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Symptome, die Schüler und Schülerinnen mit den oben aufgeführten Persönlichkeitsmerkmalen durchleben müssen und die deren Alltag oftmals bestimmen. Auch Ulich’s Aussage „Wenn über 80% der Kinder vor […] den Mitschülern keine Angst empfinden […] so liegt auch hier immerhin für jedes sechste Kind eine psychische Belastung vor.“ (Ulich, 2001, S. 28), drückt aus, dass Angst und Machtgefälle unter Mitschülern eine bedeutsame Rolle an unseren Schulen spielt. Körperlich eingeschränkte SchülerInnen sind dabei offensichtlich potenziell anfälliger als „normale Schüler“.
Besonders die Folgen für Opfer sind hierbei zu erwähnen. Nicht nur die Isolation und Ausgrenzung durch Mitschüler in alltäglichen Situationen in der Schule, sondern auch die damit verbundene Beeinträchtigung auf die Entwicklung der betroffenen Personen ist enorm. Die Jahre in der Schule sind für jedes Kind eine der wichtigsten Etappen im Laufe des Lebens.
Schule und vor allem Sozialisation in der Schule, wie das Auskommen miteinander, Lernen von einander, Lernen zu Leben miteinander, Lernen von Akzeptanz, Toleranz und Einsicht, prägen bereits im jungen Alter und sollen auf das spätere Leben vorbereiten, um im Alltag eines Tages einmal zurechtzufinden und Probleme im späteren Leben zu meistern. Ausgegrenzte Kinder, aus welchem Grunde auch immer, sind in dieser Entwicklungsstufe stark eingeschränkt. Sie kennen Sozialisation nur im negativen Sinne, da sie von vielen Bereichen isoliert sind und somit kaum Möglichkeiten haben, sich zu entfalten oder Kontakte zu anderen Schülern aufzubauen. Die persönlichkeitspsychischen Folgen sind Unsicherheit, Introvertiertheit und Misstrauen, welche die Entwicklung des Kindes stark einschränken und behindern.
Die Rolle der Eltern spielt in derartigen Fällen eine sehr bedeutsame Rolle. Als die engsten und intimsten Bezugspersonen haben sie am meisten Einfluss auf die Kinder, spenden Trost, geben Kraft und Mut und sollten bestmöglich die Kinder für den schulischen Alltag motivieren oder wenigstens bekräftigen. Kommen jedoch sogar im Elternhaus Bestrafungen, Einschränkungen im Spiel- und Lebensraum oder gar fehlendes Vertrauen (wie im kommenden Fallbeispiel) zu Tage, fördert dies beträchtlich die (Schul-) Angst. „Über alle Jahrgangsstufen hinweg tragen Bestrafungen der Eltern, Leistungsdruck durch Lehrer/innen und der Wettbewerb mit den Mitschülern am meisten zur Angst bei.“ (Pekrun 1991, S.174ff.)
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Arbeit zitieren:
Andreas Nauhardt, Christoph Hanke, 2005, Körperliche Behinderungen und die Folgen in der Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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Andreas Nauhardt's Text Körperliche Behinderungen und die Folgen in der Schule ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
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