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Titel: Walther von der Vogelweide und die Hofwechselstrophe (Hauptseminararbeit)
Walther von der Vogelweide und die Hofwechselstrophe

Hauptseminararbeit, 2006, 20 Seiten
Autor: Eleni Papadopoulou
Fach: Germanistik - ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Details

Veranstaltung: HS: Walther von der Vogelweide
Institution/Hochschule: University of Sheffield
Tags: Walther, Vogelweide, Hofwechselstrophe, Walther, Vogelweide
Kategorie: Hauptseminararbeit
Jahr: 2006
Seiten: 20
Note: 2-
Literaturverzeichnis: ~ 12  Einträge
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V51650
ISBN (E-Book): 978-3-638-47562-4
ISBN (Buch): 978-3-638-88330-6
Dateigröße: 196 KB
Anmerkungen :
Breiter Seitenrand


Zusammenfassung / Abstract

Walther von der Vogelweide ist der bedeutendste und hervorragendste Lyriker des deutschen Mittelalters. Er hat in einem Zeitraum von gegen sechzig Jahren, und zwar von Ende des zwölften Jahrhunderts bis zu Beginn des dreizehnten Jahrhunderts, (ca. 1190- 1230) eine sehr wichtige Rolle gespielt. Von ihm sind rund 500 Strophen in über 110 Tönen bzw. von 90 Liedern, 150 Sprüchen und einem Leich in mehr als 20 Handschriften vom dreizehnten bis zum sechzehnten Jahrhundert überliefert. Infolgedessen gilt er als der erfolgreichste Minnesänger und Spruchdichter dieser Zeit. In seiner Lebenszeit hatte Walther von der Vogelweide bereits bei seinen Zeitgenossen höchstes Ansehen und in die nächsten Jahrzehnte wurde er weiterhin sehr hochgeschätzt. Er wurde “durch verbale Prägnanz, Formen- und Themenreichtum zum Muster für die nachfolgenden Dichter“1. Trotz der Tatsache, dass seine Kunst in hohen Massen nachgeahmt wurde und als vorbildliche Vorlage diente, war sie sehr schwierig zu übertreffen. Prinzipiell könnte man sagen, dass Walther von der Vogelweide ein Dichter seltener Größe ist, der mit aller Wahrscheinlichkeit für alle Zeiten eine hervorragende Bedeutung behalten wird.Gegenstand und Ziel der vorliegenden Untersuchung ist die Analyse der so genannten ‘Hofwechselstrophe’ verfasst von Walther von der Vogelweide. Damit ich aber spezifischer werde, werde ich mich hier sowohl mit den historischen Ereignissen dieser Zeit, als auch mit der inhaltlichen Interpretation der bereits genannten Strophe beschäftigen und kurz präsentieren. Die Hausarbeit ist hauptsächlich in zwei Teile aufgegliedert. Im ersten Teil, wird es versucht die Gattung ‘Sangspruch’ zu definieren und die wichtigsten und typischen Merkmale kurz aufzuführen. Danach wird die Sangspruchlyrik Walthers näher gebracht und anschließend wird ein Spruch von Walthers Spruchlyrik, nämlich die ‘Hofwechselstrophe’ analysiert.Man darf an dieser Stelle nicht vergessen, dass sehr oft die politische Lage und Realität der jeweiligen Zeit streng gebunden ist, mit den Themen, die in den Sprüchen vorgetragen werden. Das ist auch ein unentbehrlicher Punkt, den man in Walthers Sprüche berücksichtigen sollte. Infolgedessen ist eine weniger ausführliche aber umso mehr kompakte und informationsreiche Darstellung des historischen Rahmens relevant für die weitere Analyse der Strophe.


Textauszug (computergeneriert)

MANUAL

Walther von der Vogelweide und die Hofwechselstrophe

von: Eleni Papadopoulou

 


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung  3

II. Walther und die Sangspruchdichtung 5

α) Die Gattung Minnesang vs. Sangspruchdichtung 5
β) Walthers Sagspruchdichtung 8

III. Die politischen Ereignisse zur Zeit Walthers 10

IV. Die ‘Hofwechselstrophe’  11

α) Datierung der ‘Hofwechselstrophe’  11
β) Inhaltliche Analyse der “Hofwechselstrophe“  14

V. Zusammenfassung 18

VI. Literaturverzeichnis 19

 


 

I. Einleitung

Walther von der Vogelweide ist der bedeutendste und hervorragendste Lyriker des deutschen Mittelalters. Er hat in einem Zeitraum von gegen sechzig Jahren, und zwar von Ende des zwölften Jahrhunderts bis zu Beginn des dreizehnten Jahrhunderts, (ca. 1190- 1230) eine sehr wichtige Rolle gespielt. Von ihm sind rund 500 Strophen in über 110 Tönen bzw. von 90 Liedern, 150 Sprüchen und einem Leich in mehr als 20 Handschriften vom dreizehnten bis zum sechzehnten Jahrhundert überliefert. Infolgedessen gilt er als der erfolgreichste Minnesänger und Spruchdichter dieser Zeit. In seiner Lebenszeit hatte Walther von der Vogelweide bereits bei seinen Zeitgenossen höchstes Ansehen und in die nächsten Jahrzehnte wurde er weiterhin sehr hochgeschätzt. Er wurde “durch verbale Prägnanz, Formen- und Themenreichtum zum Muster für die nachfolgenden Dichter“1. Trotz der Tatsache, dass seine Kunst in hohen Massen nachgeahmt wurde und als vorbildliche Vorlage diente, war sie sehr schwierig zu übertreffen. Prinzipiell könnte man sagen, dass Walther von der Vogelweide ein Dichter seltener Größe ist, der mit aller Wahrscheinlichkeit für alle Zeiten eine hervorragende Bedeutung behalten wird.

Gegenstand und Ziel der vorliegenden Untersuchung ist die Analyse der so genannten ‘Hofwechselstrophe’ verfasst von Walther von der Vogelweide. Damit ich aber spezifischer werde, werde ich mich hier sowohl mit den historischen Ereignissen dieser Zeit, als auch mit der inhaltlichen Interpretation der bereits genannten Strophe beschäftigen und kurz präsentieren. Die Hausarbeit ist hauptsächlich in zwei Teile aufgegliedert. Im ersten Teil, wird es versucht die Gattung ‘Sangspruch’ zu definieren und die wichtigsten und typischen Merkmale kurz aufzuführen. Danach wird die Sangspruchlyrik Walthers näher gebracht und anschließend wird ein Spruch von Walthers Spruchlyrik, nämlich die ‘Hofwechselstrophe’ analysiert.

Man darf an dieser Stelle nicht vergessen, dass sehr oft die politische Lage und Realität der jeweiligen Zeit streng gebunden ist, mit den Themen, die in den Sprüchen vorgetragen werden. Das ist auch ein unentbehrlicher Punkt, den man in Walthers Sprüche berücksichtigen sollte. Infolgedessen ist eine weniger ausführliche aber umso mehr kompakte und informationsreiche Darstellung des historischen Rahmens relevant für die weitere Analyse der Strophe. Bevor wir nämlich die ‘Hofwechselstrophe’ inhaltlich interpretieren, werden wir die politischen Ereignisse zur Zeit Walthers von der Vogelweide zusammenfassen.

II. Walther und die Sangspruchdichtung

α) Die Gattung Minnesang vs. Sangspruchdichtung

Seit der Mitte des zwölften Jahrhunderts steht die mittelalterliche Lieddichtung neben der Großepik im Mittelpunkt der zeitgenossische Kunstform und Entwicklung. Ihre wichtigsten Typen sind Minnesang und Sangspruchdichtung. “Walther von der Vogelweide ist der erste deutsche Dichter, der in seinem Werk alle drei in der mittelhochdeutschen Literatur bisher gepflegten lyrischen Genres vereinigt: das Minnelied, den Sangspruch, das religiöse Lied (bzw. den Leich).”2 Hier werden wir uns jedenfalls, wie schon angedeutet, nur mit den ersten zwei oben genannten Gattungen beschäftigen. Zunächst einmal müssen die auffälligsten Unterschiede zwischen den Gattungen angesetzt werden.

Die Definition für die Gattung Minnesang lautet folgendermaßen: Unter Minnesang versteht man ‘Liebeslieddichtung’. Sie folgt bestimmten Gattungsvorgaben und ist eine adlige Gesellschaftskunst, die in Frankreich im ausgehenden elften Jahrhundert und in Deutschland in der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts aufkommt und bis ins Spätmittelalter nachwirkt. Der Minnesang beschäftigt sich mit der Liebe zu Gott, zu einem Freund, aber vor allem mit der Liebe zwischen Mann und Frau; besonders mit der so genannten ‘Hohen Minne’, wobei die Minne als Lebensdienst des niederen Sängers gegenüber der für ihn unerreichbaren, ständisch über ihm stehenden Dame und auch die unerfüllbare Liebe steht.3

[...]


1 U. Schulze, in: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft, S. 354.

2 M. G. Scholz, Walther von der Vogelweide, S.18.

3 Vgl. H. Brunner, Geschichte der deutschen Literatur des Mittelalters im bÜberblick, S.


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