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I. Begriffsbestimmungen 3
1. Cash Management 3
2. Liquidität und Liquiditätsrisiko. 4
II. Notwendigkeit, Aufgaben und Ziele des Cash Managements. 5
1. Qualitative Bedeutung liquider Mittel 6
2. Quantitative Bedeutung liquider Mittel. 9
a Herkunft der liquiden Mittel 9
b Liquiditätsplanung 10
3. Aufgaben und Ziele des Cash Managements. 12
III. Besonderheiten des Cash Managements in Konzernen 15
1. Das Konzept des Cash Pooling. 16
2. Kritische Würdigung 17
IV. Liquiditätsrisiken. 18
1. Liquiditätswirksame Erfolgsrisiken. 18
2. Fristigkeitsrisiken. 20
a Refinanzierungsrisiko. 20
b Terminrisiko 21
c Abrufrisiko. 21
3. Liquiditätsrisikosteuerung 21
V. Schlussbemerkungen 24
Quellenverzeichnis. 26
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Zu Beginn dieser Arbeit soll eine kurze Einleitung mit Begriffsbestimmungen stehen. Dabei sollen die Begriffe Cash Management und Liquidität respektive Liquiditätsrisiko, die auch Titel der Arbeit sind, näher erläutert werden.
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Zunächst wird auf den Begriff des Cash Managements eingegangen. Zur besseren Verdeutlichung und Differenzierung soll folgende Abbildung dienlich sein. 1
Der Begriff des Cash Managements erhält aber je nach Auffassung des Autors einen subjektiven Beigeschmack. Zum Teil können die verschiedenen Definitionen in der Literatur auch erheblich auseinanderlaufen. Laut dieser Abbildung bildet das Cash Management zu-
1 Vgl. Boettger, Ulrich (1995), S. 5ff.
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sammen mit dem Credit Management und dem Inventory Management die Hauptbestandteile des Working Capital Managements. Allgemein können mit dem Begriff des Cash Managements sämtliche Aktivitäten beschrieben werden, die auf die Anlage überschüssiger liquider Mittel ausgerichtet sind. Überschüssige liquide Mittel sind diejenigen Mittel, die über den gehaltenen Bestand an liquiden Mitteln hinausgehen, um die täglichen Zahlungsmittelforderungen zu befriedigen und den Sicherheitsbestand übersteigen.
Als Nächstes wird auf die nähere Erläuterung der Begriffe Liquidität und Liquiditätsrisiko tiefer eingegangen.
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Allgemein wird unter Liquidität die Fähigkeit eines Unternehmens verstanden, allen fällig gewordenen Zahlungsverpflichtungen jederzeit termingerecht nachkommen zu können. 2 Die Liquidität stellt eine fundamentale Existenzbedingung für jede Unternehmung dar, die zu jedem Zeitpunkt auch kurzfristig gesichert sein muss. 3 Wenn die Sicherung der Liquidität nicht gewährleistet sein sollte, wäre Illiquidität die Konsequenz daraus. Dies wiederum hätte den Konkurs des Unternehmens zur Folge. Die gerade vorgestellte Auffassung des Liquiditätsbegriffs kann man auch als subjektbezogenen Liquiditätsbegriff bezeichnen. Demgegenüber gibt es in der Literatur auch den objektbezogenen Liquiditätsbegriff, der auf die Eigenschaft von Vermögensgütern abstellt, den gesetzlich anerkannten Zahlungsmitteln mehr oder weniger nahe zu stehen. Dafür hat sich der Ausdruck Liquidierbarkeit durchgesetzt. Dabei wurde auch eine Klassifizierung von Vermögenswerten vorgenommen. Aktiva, die unmittelbar zur Auszahlung bereitstehen, werden demnach als Primärliquidität bezeichnet. Als Sekundärliquidität werden diejenigen Aktiva bezeichnet, die zwar verlustfrei veräußert werden können, aber aufgrund von Transaktions- oder Zinskosten damit Kosten verbunden sind. Bei der
2 Vgl. Schierenbeck, Henner (1999), S. 60f.
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sogenannten Tertiärliquidität besteht die Gefahr, bei der Liquidation einen Verlust zu erleiden. Im Folgenden wird beim Gebrauch des Begriffs der Liquidität allerdings auf den subjektbezogenen Liquiditätsbegriff abgestellt. 4
Das Liquiditätsrisiko bezeichnet demzufolge, legt man den subjektbezogenen Liquiditätsbegriff zugrunde, die Gefährdung der Zahlungsfähigkeit der Unternehmung. Der Begriff des Risikos lässt sich allgemein definieren als die Gefahr einer Fehlentscheidung mit der Folge eines Schadens. Charakteristisch für das Vorliegen eines Risikos ist ein Mangel an Informationen über zukünftige Ereignisse bzw. verschiedene Handlungsalternativen, welche ein Wirtschaftssubjekt hat. Ein Liquiditätsrisiko besteht also in der Möglichkeit, dass negative Abweichungen bei den Einzahlungserwartungen und/oder positive Abweichungen von den Auszahlungserwartungen auftreten, wobei der Saldo dieser beiden Größen in mindestens einem Zeitpunkt der Planungsperiode negativ ist. 5
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Im nun folgenden Kapitel wird zunächst auf die Notwendigkeit des Cash Managements eingegangen, wobei die qualitative und die quantitative Bedeutung, und hier mit Priorität auf der Herkunft der liquiden Mittel und der Liquiditätsplanung, sowie die Aufgaben und Ziele des Cash Managements die Schwerpunkte bilden.
3 Vgl. Kralicek, Peter (1995), S. 507ff.
4 Vgl. Brüggestrat, Reiner (1990), S. 85ff.
5 Vgl. Brüggestrat, Reiner (1990), S 99ff.
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Bei der Erörterung der qualitativen Bedeutung liquider Mittel soll im Besonderen das Problem der optimalen Liquidität Berücksichtigung finden.
Die Liquidität verursacht sowohl Kapitalkosten als auch Opportunitätskosten. Die Opportunitätskosten stellen einen Nutzenentgang dar, der durch den Verzicht auf eine Alternativanlage entsteht. Kapitalkosten entstehen dadurch, dass Zinsen aufgrund nicht zurückgeführter Schulden anfallen bzw. Dividenden ausgeschüttet werden. 6
Das zuvor erläuterte Kostenproblem besteht aus zwei Dimensionen. Zum einen stellt sich die Frage nach der richtigen Höhe der situativen Liquidität. Zum anderen besteht die Aufgabe darin, die Liquidität optimal zu strukturieren. Das Problem der ersten Dimension wird durch die Gesamtrendite liquider Mittel im Vergleich zu den Kapitalkosten respektive den Opportunitätskosten bestimmt. Das Problem der zweiten Dimension besteht in der Entscheidungssituation zwischen den Optionen der Finanzanlagen und den Erträgen der reinen Kassenhaltung. 7
Geht man nun davon aus, dass Liquidität Geld kostet, liegt der einzige Unterschied der beiden Dimensionen im unterschiedlichen Zeithorizont. Liquidität wird grundsätzlich gehalten, um die Zahlungsfähigkeit mittel- bzw. kurzfristig sicherzustellen. Aufgrund der Schwierigkeit, zukünftige Cash Flows präzise vorherzusehen, entsteht letztendlich diese Problematik. In der Praxis wird dieses Präzisierungsproblem mehrstufig gelöst. Die mittelfristige Finanzplanung stellt den Anfall und den Bedarf der Liquidität erster Ordnung fest, das heißt, es wird die Höhe der Liquidität festgestellt. Anschließend wird der ermittelte Bedarf aufgrund der taggenau vorhandenen Daten auf die
6 Vgl. Boettger, Ulrich (1995), S. 42ff.
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Primär- und die Sekundärliquidität verteilt. Dabei sind unter der Primärliquidität die Kasse und das Sichtguthaben zu verstehen, unter dem Begriff Sekundärliquidität geldnahe Vermögenswerte. Die Genauigkeit der Vorhersage nimmt bei kurzfristigem Zeithorizont sehr stark zu. Eine genaue Liquiditätsdisposition kann daher nur mit einem Zeithorizont von maximal einer Woche im Voraus erstellt werden. 8
Es stellt sich nun die Frage, inwiefern man die Höhe der situativen Liquidität berechnen kann. Selbst wenn man ihr nur die Aufgabe der Reservehaltung zuweist, so ist es doch aufgrund der schwer prognostizierbaren Einzahlungen schwierig, die Reservehöhe zu bestimmen. 9 Daher müssen Höhe und Umfang der Liquiditätsreserven an bestimmten Kriterien, wie z.B. der Prognostizierbarkeit der zukünftigen Cash Flows, der Beziehung des Unternehmens zu den Banken, dem unternehmensindividuellen Zugang zum Kapitalmarkt, dem finanziellen Risiko, dem investitionsseitigen Unternehmensrisiko, den unternehmensinternen Möglichkeiten zur Mittelfreisetzung oder etwa dem unternehmensindividuellen Risikoverhalten, ausgerichtet werden. 10
Fällt aber die Annahme, dass die liquiden Mittel einzig zur Deckung des unmittelbaren Zahlungsbedarfs dienen, weg, so müssen weitere Kriterien als Einflussfaktoren auf die Höhe der Liquidität aufgezählt werden. Hierbei sind die Renditen der anderen Geschäftsbereiche, die Rendite des Cash Managements, die Unabhängigkeit und Flexibilität des Unternehmens und die Sicherung und Entwicklung des Unternehmens in konjunkturell schwachen Zeiten zu nennen. 11
Die Struktur der situativen Liquidität relativiert die zuvor beschriebene Kostenproblematik durch die effektiv notwendige Höhe an Primärliquidität und den Ertrag der geldnahen Vermögenswerte, die im
7 Vgl. Boettger, Ulrich (1995), S. 42ff.
8 Vgl. Boettger, Ulrich (1995), S. 42ff.
9 Vgl. Wolff, Jörg (1993), S. 270ff.
10 Vgl. Boettger, Ulrich (1995), S. 42ff.
Arbeit zitieren:
Henning Schmelz, 2001, Cash-Management und Liquiditätsrisikosteuerung, München, GRIN Verlag GmbH
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