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1. EINLEITUNG 2
2. PAUL CÉZANNE 3
2.1. Über Cézannes Kunst 9
2.2. Die Nachfolger 17
3. CLAUDE MONET 20
3.1. Über Monets Kunst 25
3.2. Monets Nachfolger 33
Abgek ürzt zitierte Literatur 35
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1. Einleitung
Als sich der Weg der modernen Kunst im 20. Jahrhundert insofern gabelte, dass ein Abzweig zur Verselbständigung der Farbe und der andere zur Verfestigung der Form führte, waren Paul Cézanne und Claude Monet die Initiatoren dieses Prozesses.
Ausgehend von dem Monet der Heuschober, Pappeln und Kathedralen, vor allem aber der Seerosenbilder, setzte am Ende des 19. Jahrhunderts eine künstlerische Entwicklung ein, die mehr und mehr die Dominanz der Farbe gegenüber dem Bildgegenstand betonte.
Die Befreiung der Farbe zur vollen Selbständigkeit wurde in der Kunst nach 1945 von den Tachisten und Informellen wieder aufgenommen und bis zur letzten Konsequenz fortgeführt. In dieser Hinsicht ist Monet, der neben Pissarro als ein Hauptvertreter des Impressionismus gilt, der Wegbereiter der abstrakten, gegenstandslosen Kunst.
Cézanne stand der impressionistischen Zielsetzung von Anfang an mit Skepsis Gegenüber. Er war ein Verfechter des Klassischen, Unvergänglichen. Sein Werk, das durch eine absolute Formfestigkeit gekennzeichnet ist, findet seine unmittelbare Nachfolge und Weiterentwicklung im Kubismus und Futurismus am Anfang des 20. Jahrhunderts. Die um 1970 entstehende Minimal Art verweist mit ihren geometrischen Strukturen ebenfalls auf Cézanne. Wer waren diese beiden „Väter der Moderne“ ?
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2. Paul Cézanne
Paul Cézanne wurde am 19. Januar 1839 in Aix-en-Provence geboren. Sein Vater, Louis-Auguste Cézanne, war zunächst als Händler und Exporteur von Filzhüten tätig, um dann, zu Wohlstand gekommen, am 1. Juni 1848 das Bankhaus Cézanne & Cabassol in Aix zu gründen.
Paul Cézannes künstlerischen Ambitionen zeigten sich bereits während seiner Schulzeit: Mit fünfzehn Jahren nahm er Unterricht bei Professor Gibert an der Freien Städtischen Zeichenschule in Aix und 1857 schrieb er sich offiziell dort ein. 1 Auf Wunsch seines Vaters, der ihn gerne als seinen Nachfolger in dem Bankhaus gesehen hätte, immatrikulierte sich Paul Cézanne nach dem Abitur im Jahre 1858 an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität von Aix. Im Dezember 1859 fasste er jedoch den endgültigen Entschluss, Maler zu werden, was durch seine Briefe aus dieser Zeit an Émile Zola dokumentiert ist. Im April 1861 willigte Louis-Auguste Cézanne schließlich in die Pläne seines Sohnes ein, womit der künstlerischen Ausbildung in Paris nichts mehr im Wege stand. 2
Der erste Aufenthalt in der französischen Hauptstadt, vornehmlich durch intensive Studien an der Académie Suisse geprägt - einer liberalen Schule, die das Arbeiten nach lebenden Modellen bot -, erwies sich jedoch schon bald als ein Fiasko: Cézanne litt unter der prekären Finanzsituation und wurde von starken Zweifeln hinsichtlich seines künstlerischen Talents heimgesucht, was nicht zuletzt auf die Ablehnung durch die École des Beaux-Arts zurückzuführen ist. Also kehrte Cézanne im September 1861 nach Aix zurück um im Bankhaus seines Vaters eine Stelle anzutreten. Dieser Entschluss war jedoch nicht von Dauer, denn im November 1862 machte er sich erneut nach Paris auf um seine künstlerische Ausbildung fortzusetzen.
1 vgl.: Rewald 1986b, S. 267
2 vgl.: ebd. S. 21ff
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Dort arbeitete er wieder an der Académie Suisse, wo er ein Jahr zuvor Camille Pissarro kennen gelernt hatte 3 und reichte mit einer ambitionierten Beharrlichkeit Jahr für Jahr Gemälde für den Salon ein - allerdings ohne Erfolg. Die Begegnung mit dem neun Jahre älteren Pissarro sollte, wie sich später zeigen wird, eine fundamentale Bedeutung für Cézannes künstlerische Entwicklung haben.
Was für ein Mensch war Cézanne ?
Er war einerseits schüchtern und zurückhaltend, andererseits aber auch rechthaberisch und kompromisslos und stand fast sein ganzes Leben unter dem Einfluss eines despotischen Vaters. Schon mit Anfang Zwanzig galt Cézanne bei den wenigen Leuten, die ihn überhaupt kannten, als ein hoffnungsloser Exzentiker mit einer nahezu pathologischen Berührungsangst. Alle zeitgenössischen Charakterisierungen Cézannes lassen jedoch vermuten, dass der Künstler unter einem enormen psychischen Druck stand, den er mühsam zu kontrollieren suchte. Seine Gemälde aus den sechziger und frühen siebziger Jahren machen diesen inneren Aufruhr anschaulich: Sie handeln von Tod, Vergewaltigung und Orgien.
3 vgl.: Erpel 1988, S. 13; Rewald 1986b, S. 38; Cogniat 1977, S. 91
cher Aufruhr wichen allmählich aus seinen Bildern und Cézanne fing an, sich der Landschaftsmalerei zuzuwenden.
1872 zog er mit seiner Frau und dem im selben Jahr geborenen Sohn Paul nach Pontoise-sur-Oise, einem kleinen Dorf in der Nähe von Paris um dort für die nächsten beiden Jahre mit Pissarro zusammen zu arbeiten. Das gemeinsame Motiv beider Künstler war die Landschaft aus der Umgebung von Pontoise und Auvers. Auf Anraten Pissarros hellte Cézanne seine Farben auf, bediente sich der Spachteltechnik und arbeitete von nun an nur noch mit den drei Grundfarben und ihren unmittelbaren Derivaten. Er studierte vor Ort die atmosphärische Wirkung auf abzubildende Objekte und experimentierte mit deren Wiedergabe auf der Leinwand.
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Cézanne wurde in jener Zeit „genau so ein Landschafter wie Pissarro.“ 4 Nach und nach begann er, sein überschäumendes Temperament durch den engen Kontakt mit der Natur zu beherrschen.
Konkret bedeutet dies vor allem den Verzicht auf emotional aufgeladene oder allegorische Themenbereiche und die Etablierung eines bildnerisch komponierten Ordnungsprinzips. Hess schreibt über diese Entwicklung: „Nicht mehr in der hemmungslosen Selbstbejahung sucht er die künstlerische Wahrheit; vom eigenen Innern wendet er den Blick auf die äußere Erscheinungswelt, in Selbstüberwindung und Selbstvergessenheit, in die unbewegte Stille der Kontemplation versinkend, nimmt er an dieser Erscheinungswelt Zusammenhänge wahr, deren bildnerische Gestaltung die Möglichkeit öffnet, die Wirklichkeit ... als ein dem Werden und Vergehen entrücktes Sein sichtbar zu machen: Eine Konzeption, die weit über die zeitgenössischen Strömungen hinausführte.“ 5
Das Haus des Gehängten stellt sowohl in biographischer als auch in künstlerischer Hinsicht einen Wendepunkt in Cézannes Werk dar, denn dieses Bild, das während der Zusammenarbeit mit Pissarro zu Beginn der siebziger Jahre entstanden ist, steht nicht nur für den Beginn seiner „impressionistischen Phase“, es ist nach Schapiro auch „das Hauptwerk aus Cézannes erstem Jahr als Impressionist.“ 6 Gleichermaßen impliziert es jedoch schon jene Merkmale, die für Cézannes Arbeiten der so genannten „klassischen“ oder „konstruktiven“ Periode charakteristisch sind.
4 Meier-Graefe 1988, S. 305
5 Hess 1980, S. 111f 6 Schapiro 1990, S. 42
Am 15. April 1874 wurde im Studio des Fotografen Nadar am Boulevard des Capucines in Paris die erste Impressionisten-Ausstellung eröffnet, auf der Cézanne unter anderem Das Haus des Gehängten zeigte.
Zehn Monate nach dieser Ausstellung, die unter finanziellen Aspekten ein regelrechter Misserfolg gewesen war, beschlossen Monet, Renoir und Sisley „in einer verzweifelten finanziellen Lage“ 7 , eine Verkaufsausstellung ihrer Werke im Pariser Hotel Drouot zu organisieren. Auch diese Ausstellung brachte nicht den gewünschten Erfolg und abgesehen von einigen anerkennenden Zeitungsartikeln überwog der Spott des Publikums. Dennoch hatte diese Aktion etwas Positives, denn durch sie wurde der Zollbeamte und Sammler Victor Chocquet auf die impressionistischen Künstler aufmerksam. Chocquet wurde bald schon ein engagierter Förderer und Sammler von Cézanne.
Arbeit zitieren:
Dr. Sabrina Cercelovic, 1999, Paul Cézanne und Claude Monet - die Wegbereiter der Moderne, München, GRIN Verlag GmbH
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