Inhaltsverzeichnis
Thema Seite
1. Vorwort 3
2. Das Massaker an den Bananenarbeitern 4
3. Hintergründe: Geschichte Politik Gesellschaft und Wirtschaft 5
3.1. Die Entdeckung Mittelamerikas
5
3.2. Die Unabhängigkeit
5
3.3. Die Geschichte des 20ten Jahrhunderts
7
3.4. Wirtschaft Industrialisierung
8
3.5. Geschichte der United Fruit Company bzw Chiquita Brands 9
International in Lateinamerika
3.5.1. Firmengeschichte
9
3.5.2. Geschichte in Mittelamerika
10
3.5.3. Heutiger Einfluss
11
3.6.Schlussfolgerung
12
4. Das Bananenmassaker und Hundert Jahre
Einsamkeit von García Marquez 12
4.1.Gabriel García Márquez
12
4.2.Hundert Jahre Einsamkeit Wahre Geschichte oder erfunden 13
3.3. Überschneidungen der Geschichte Aracatacas mit der
Geschichte Macondos
15
5. Literaturverzeichnis 17
6. Weitere Quellen 18
2
1. Vorwort
Am 18. Dezember 1928 wurde das von der U.S.-Regierung unterstützte Militär von Kolumbien mobilisiert, um Leute zu töten, die Toiletten und Barzahlung forderten. (vgl. Diana McCarty, 2002) Die Rede ist von der Ermordung einer bis heute ungeklärten Zahl (siehe Überschrift
2) streikender Bananenarbeiter der United Fruit Company 1928 in Ciénaga, an der Karibikküste Kolumbiens. Sucht man im Internet nach dem entsprechendem Ereignis, lässt sich nur sehr schwer ein Aufsatz oder Artikel finden. Auch in der Literatur über Kolumbien findet dieses Ereignis gerade mal Platz für einen Absatz. Es hat den Anschein das dass Geschehene in Vergessenheit geraten ist, bzw. das Ausmaß des menschlichen Unglücks verschwiegen wird. Und so scheint es auch von der Regierung Kolumbiens beabsichtigt gewesen zu sein, denn die offizielle Version der Ereignisse lautete, das es keine Toten gab und so wird es auch heut noch in den Schulen gelehrt (vgl. ebd., 1976, S. 36). Dem nächsten Kapitel ist ein Zitat aus einem kolumbianischen Geschichtslehrbuch vorangestellt, welches als Beispiel dafür dienen soll was zumindest 1976 noch weit verbreitet in den Schulen gelehrt wurde. In: „Kolumbien heute“, 1997 wird in der Fußnote noch erwähnt, dass: „[…] die Historiker die Tiefe des Einflusses des niedergeschlagenen Streiks auf die Kolumbianer noch ergründen müssen.“ (John Green, 1997, S. 181) Ein Hinweis dahingehend, das man dieses Ereignis noch nicht eindeutig zu den historisch wichtigen zählt.
Ein weiterer Grund dafür das dieses Ereignis geschichtlich so dürftig aufgearbeitet ist, ist auch die Ungewissheit über einige Daten. Bis heute ist beispielsweise ungeklärt wie viele Opfer das Massaker damals zählte (siehe Überschrift 2) und auch Datum und Ort des Massakers variieren je nach literarischer Quelle. Ich habe mich im Folgenden auf Daten bezogen, die den Hispanistische n Studien von Mechthild Strausfeld, 1976 entnommen sind, in: „Kolumbien heute, 1997“ steht im Vergleich beispielsweise geschrieben das Massaker hätte am 6 Dezember und am Bahnhof von Ciénaga stattgefunden (vgl. John Green, 1997, S. 181). In Bezug auf die variierende Datenlage schreibt M. Strausfeld bereits 1976:
„Die Widersprüchlichkeit der Ereignisse wird deutlich, wenn man einen Vergleich zwischen den Zeitungsnotizen der Zeit mit späteren Nachforschungen anstellt.“
Immer wieder wird bei Literatur- und I nternetrecherchen nach dem „Bananenmassaker“ auf García Marquez mit „C ien anos de soledad“, bzw. „Hundert Jahre Einsamkeit“ (H.J.E.), von García Marquez (G.M.) und zum Teil auch auf Álvaro Cepeda Samudio mit „La casa grande“ verwiesen, die es mit ihren Romanen geschafft haben einen wichtigen Beitrag zu leisten, dieses traurige Ereignis zu verewigen.
Mit der folgenden Studie möchte ich die wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen und sozialen Hintergründe dieser Zeit aufarbeiten, um ein tieferes Verständnis für das Geschehene zu gewährleisten.
Abschließend werde ich dann einen kleinen Vergleich zu der faktisch aufgearbeiteten Geschichte Kolumbiens zur Zeit des Bananenmassakers und dem in dem Roman H.J.E stattgefundenen Ereignissen anstellen.
3
2. Das Massaker an den Bananenarbeitern
Aus einem Geschichtslehrbuch der Sekundarstufe Kolumbien:
“Al principio se inció el movimiento pacíficamente, con dos fines: aumento de salarios y mejoramiento de los de los contratos sobre seguros. Poco a poco fueron empleando medidas violentas a todo lo largo de la vía férrea establecida para el servicio de la zona, con allanamiento de los hogares en forma audaz y agresiva; destrucción del banano que estaba listo para la exportación; se trató de impedir por la fuerza el servicio regular de los trenes y la continuación del corte de bananos, y se atentó contra la libertad de los mismos obreros que querían continuar trabajando y no secundaban el movimiento. Luego los alzados desarmaron una escolta del Ejército; destruyeron l as líneas telegráficas y telefónicas; circularon hojas incendiarias; se desconoció a las autoridades, que fueron atacadas y las propiedades particulares sufrieron el pillaje y el incendio. El gobierno declaró turbado el orden público el día cinco del mes siguiente, como medida de defensa social, una vez agotados los recursos que indicaba la prudencia para ver de pacificar los ánimos, en la provincia dicha. Las vias de hecho adaptadas, mediante el imperio de la ley marcial, hicieron renacer la tranquilidad y volver al regimen legal. El orden público se restableció en la región el 14 del marzo de 1929.” (Jesús Maria Henao, Gerardo Arrubia, 1967, S. 875)
Was man in deutschen Lehrbüchern lernt:
Am 18ten Dezember 1928 fand das Massaker an den streikenden Arbeitern der Bananenplantagen auf den Marktplatz von Ciénaga statt.
Die Bananenarbeiter die der jungen Arbeitergewerkschaft Kolumbiens angehörten, stellten in den 1920er Jahren Forderungen an die United Fruit Company die nur wenige und bescheidene Punkte beinha lteten. Sie bezogen sich beispielsweise auf hygienischere Zustände an den Arbeitsorten und auf eine regelmäßigere Entlohnung, die auch nicht in Gutscheinen (einlösbar lediglich in den Einkaufszentralen der Bananengesellschaft) sondern in Bar ausgegeben werden sollte. Da auf diese Forderungen in keiner Weise eingegangen wurde, kam es zu Unruhen, die sich über mehrere Jahre hinzogen. Am 10. Dezember 1928 wurde letztendlich ein Streik ausgelöst der genau acht Tage lang anhielt. In dieser Zeit wurde der Ausnahmezustand verhangen und ein Dekret von General Cortés Vargas verlesen, das alle Aufständischen zu Kriminellen erklärte. Als sich daraufhin einige Tausend Bananenarbeiter in Erwartung von Nachrichten über Streikverhandlungen am Marktplatz von Ciénaga versammelten, eröffneten Regierungstruppen das Feuer. Die Anzahl der damals Getöteten konnte niemals restlos geklärt werden. Während General Cortés der das Massaker provoziert hatte, 40 Tote und mehr als 100 Verletzte erwähnt, spricht der Führer der Gewerkschaft, Castillón, von 1500 Toten und über 3000 Verletzten (vgl. Ch. D. Kepner, J. H. Soothild, 1962, S. 121-122).
In einem Geheimdokument des weißen Hauses vom 16 Januar 1929 heißt es:
“[…] I have the honour to report that the Bogotá representative of the United Fruit Company told me yesterday that the total number of strikers killed by the Colombian military exceeded one thousand.” (abgedruckt in: Magazine Dominical, El Espectador, Bogotá, 11.Juni 1972) In der Geschichte des halbfiktiven (vgl. Mechthild Strausfeld, 1976, S. 17) Roman H.J.E., 1967, werden mehr als 3000 Arbeiter getötet.
4
3. Hintergründe: Geschichte, Politik, Gesellschaft, und
Wirtschaft
3.1. Die Entdeckung Mittelamerikas
Durch spanische Seefahrer entstanden die ersten kolonialen Stützpunkte (Santa Marta gegr. 1527 und Cartagena de Indias gegr. 1533) an der kolumbianischen Karibikküste. Die Spanier erbauten eigene Siedlungen und unterdrückten die ansässigen Bevölkerungsgruppen (die Chibch, die Kariben, die Arawaks).
Nachdem die Spanier durch ihre Siedlungen die ehemaligen indianischen Handelszentren verdrängt haben, gründeten sie eine Provinz aus der sich das Vizekönigreich Neugranada entwickelte.
3.2. Die Unabhängigkeit
Kolumbien wurde 1819 als Teil Groß-Kolumbiens unabhängig. Nachdem sich dieser Grosstaat, der die heutigen Staaten Venezuela, Ecuador, Panama und Kolumbien umfasste, 1831 auflöste, wurde Kolumbien selbständig. Lediglich Panama blieb bis 1903 Te il Kolumbiens.
Die 1819 erkämpfte Unabhängigkeit brachte keine sozialen Folgen mit sich. Es war ein souveräner Staat entstanden, der vorwiegend den politischen und wirtschaftlichen Interessen der kreolischen Oberschicht diente. Diese hatte auch die Loslösung Neugranadas vom spanischen Kolonialreich angetrieben, weil sie sich wegen unzureichender Berufung in hohe Verwaltungsämter vom Mutterland benachteiligt gefühlt sowie die Absicherung ihrer ökonomischen Interessen in einem eigenem Staat besser gewährleistet gesehen hatte. Die unteren Bevölkerungsschichten wie die Indios, Mestizen, Schwarzen und Mulatten waren dagegen weder spontan noch freiwillig an der Unabhängigkeitsbewegung beteiligt.
Über Jahrzehnte hinweg blieben auch nach 1819, die hierarchisch gegliederte Sozialstruktur und die Besitzverhältnisse der Kolonialzeit bestehen. Dies lag nicht nur daran, dass die Grundbesitzer, Kaufleute, Agrarunternehmer, politischen Funktionäre und Intellektuellen, welche die Unabhängigkeit erkämpft hatten, an sozialen Veränderungen wenig interessiert waren, sondern ergaben sich auch daraus, dass diese Oberschicht, die sich seit der Mitte des 19ten Jahrhunderts in den beiden Großparteien der Liberalen und Konservativen zu gruppieren begann, bis weit in die achtziger Jahre hinein vorwiegend damit befasst war, über die beste Staatsform und das beste Entwicklungsmodell zu streiten. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die sich teilweise zu Bürgerkriegen über die Frage auswuchsen, ob der Staat eine zentralistische oder eine föderalistische Organisation annehmen sollte und ob für das wirtschaftliche Wachstum Protektionismus oder Freihandel förderlich sei. (Bis Ende des 19ten Jahrhunderts wurde Kolumbien insgesamt von acht Bürgerkriegen heimgesucht: 1830; 1839 - 1841; 1851; 1854; 1859
- 1862; 1876 - 1877; 1884 - 1885; 1899 - 1902.) Ansätze eine gesamtgesellschaftliche Entwicklung in Gang zu setzen und die soziale Ungleichheit zu überwinden, erfolgten daher nur selten.
Politische Parteien entwickelten sich erst im Laufe der vierziger Jahre aus den Gesinnungsgruppen von angesehenen Persönlichkeiten. Programmatische Äußerungen der Liberalen Partei lassen sich erst auf das Jahr 1848 und der
5
Arbeit zitieren:
Nele Grubelnik, 2005, Die Geschichte Kolumbiens und Gabriel García Marquez' Erinnerungen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Realität und Fiktion: Der Aufstand der Arbeiter der United Fruit Compa...
Hauptseminararbeit, 24 Seiten
Zu: Anna Seghers - "Ausflug der toten Mädchen"
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit, 10 Seiten
Die autobiografischen Elemente in Gabriel García Márquez' "Ci...
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hauptseminararbeit, 21 Seiten
Die Einsamkeit in ´Cien años de soledad´ von Gabriel García Márquez
Romanistik - Lateinamerikanische Sprachen, Literatur, Landeskunde
Hauptseminararbeit, 44 Seiten
Zu Upton Sinclair's "The Jungle" - "Der Dschungel&q...
Hausarbeit, 12 Seiten
Über Upton Sinclair "The Jungle" - Inhalt und Stilistik
Anglistik - Kultur und Landeskunde
Rezension / Literaturbericht, 11 Seiten
Die Argumentationsstrategien Serafín Fanjuls in 'Al-Andalus contra...
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hauptseminararbeit, 17 Seiten
Convivencia in Al-Andalus: Vorbild oder Mythos?
Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde
Hausarbeit, 17 Seiten
Nele Grubelnik's Text Die Geschichte Kolumbiens und Gabriel García Marquez' Erinnerungen ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Nele Grubelnik hat den Text Die Geschichte Kolumbiens und Gabriel García Marquez' Erinnerungen veröffentlicht
Nele Grubelnik hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare