Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Begriffsdefinitionen / Einordnungen. 2
2.1 Deskriptive Ethik, Normative Ethik, Meta-Ethik. 2
2.2 Objektebenen der Ethik in der Wirtschaft 3
2.3 Normative Ansätze - Utilitarismus vs. Kategorischer Imperativ3
3. Führungsauftrag und Führungsethik 4
3.1 Dimensionen. 5
3.1.1 Strukturen. 5
3.1.2 Regeln und Interaktionen. 5
3.2 Systembedingungen. 7
4. Partizipative und reflektive Offenheit (Transparenz) 7
5. Lokale Autonomie (Vertrauen) 8
6. Aufbau einer Lernkultur (Sicherheit und Klarheit) 9
7. Beispiel eines Orientierungsrahmens für ethisch
vernünftiges Handeln 10
8. Führungsethik an einem Beispiel im Krankenhaus 12
8.1 Ausgangssituation. 13
8.1.1 Ökonomische Sichtweise. 13
8.1.2 Tradierte Weiterbild ung aus Sicht der Mitarbeiter 14
8.1.3 Vordergründige scheinbare Alternativen. 14
8.2 Prozessgestaltung 14
8.3 Ergebnis 16
9. Schlussbemerkungen. 16
Abbildungsverzeichnis. 18
Literaturverzeichnis 19
Führungskräfte treffen fast tagtäglich Entscheidungen von weitreiche nder Konsequenz. Diese wirken sich jedoch nicht nur auf den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens aus, sondern beeinflussen auch in erheblichem Maße das Umfeld und Erleben und damit auch die Leistungsfähigkeit des einzelnen Mitarbeiters. Führungskräfte benötigen neben einer hohen fachlichen Kompetenz, eine ausgewogene und berufsbezogene moralische Kompetenz des Urteilens und Handelns. Unser berufliches Denken, Fühlen und Handeln ist allerdings geprägt von unseren Erfahrungen und Erwartungen, aber auch von dem Umfeld und unserem eigenen Menschenbild. In der Folge möchte ich mich beschäftigen mit: Was ist Führungsethik, ist sie messbar und wie kann sie sich darstellen. Dabei ist mir ein deutlicher Praxisbezug im Bereich Pflegemanagement wichtig.
In den letzten Jahren ist in vielfältiger Weise über Ethik und ethische Entscheidungsfindung hinsichtlich Patientenbehandlung, Patiente npflege und Forschung publiziert worden. Der Bereich Pflegemanagement wurde deutlich weniger beleuchtet. Pflege-Führungskräfte entwickeln sich häufig aus traditionell sozialorientierten Bereichen wie die der Kranken- und Altenpflege und bedürfen noch der natürlichen Anerkennung. In der Folge spielen oft weiterhin altruistische Führungsweisen oder, um sich von der ursprünglichen Berufsorientierung abzugrenzen, rücksichtslose Führungsentscheidungen eine Rolle. Instrumente und Handlungsorientierungen für moralisches Denken und Handeln in Managementprozessen tragen neben einem langfristigen Unternehmenserfolg eine sinnvolle und notwendige Ausgangsbasis zur Überwindung tradierter Barrieren und zum eigenen Selbstverständnis bei.
Neben einigen Begriffserklärungen werde ich versuchen, ausgehend u.a. von dem kategorischen Imperativ von Kant, die Verknüpfung zwi- schen Führungsauftrag und Führungsethik herzustellen.
2. BEGRIFFSDEFINITIONEN / EINORDNUNGEN
Ethik ist eine Wissenschaft, die im Laufe der Zeit aus der Philosophie hervorgegangen ist und sich in verschiedene Disziplinen unterteilt. Bisher gibt es kein allgemeinverbindliches und anerkanntes Konzept, welches die verschiedenen Begriffe systematisiert und einordnet.
2.1 Deskriptive Ethik, Normative Ethik, Meta-Ethik
Die deskriptive Ethik beobachtet und beschreibt das Verhalten, die Sitten, Moral und Werte verschiedener Gruppierungen und Kulturen. Die normative Ethik prüft und bewertet -setzt also Normen und Handlungsanweisungen- der geltenden Sitte, Moral und Werte. Die normative Ethik lässt sich weiter unterteilen in deontologische 1 Handlungen also solche, welche an sich gut und sittlich richtig sind und somit universell anwendbaren Prinzipien entsprechen und in teleologische 2 Ansätze. Diese sehen Handlungen dann als gut an, wenn die positiven Anteile überwiegen und das Ergebnis gut ist. Die Metaethik wiederum versucht moralische Aussagen zu analysieren und zu rechtfertigen. Oftmals wird zusätzlich zwischen der Sozialethik (Lehre der Pflichten gegenüber der Gemeinschaft) und der Individualethik, also der persönlichen Verantwortung der eigenen Person und den Mitmenschen als Einzelperson gegenüber, unterschieden. 3
Abbildung 1 Anwendungsfelder von Ethik und Moral aus Märtens, 2000, Seite 18
1 deontologisch von griechisch to dion: das Erforderliche, die Pflicht
2 teleologisch von griechisch telos: Ende, Ziel, Zweck
3 vgl. Märtens 2000, Seite 16-17
In der Wirtschaft unterteilt man Ethik in die Makroebene, die Mesoebene und die Mikroebene. Bei der Makroebene handelt es sich um den Bereich der Wirtschaft allgemein, die Mesoebene bezeichnet das Unterne hmen und die Mikroebene zielt auf die eigentliche Führungs- und Mitarbei-termoral ab.
In der vorhergehenden Abbildung wird deutlich, dass die jeweiligen Ansätze einerseits in Beziehung zueinander und andererseits in unterschiedlicher Gewichtung stehen. Beispielhaft kann hier der Ansatz der Führungsebene eher deontologische oder eher teleologische Ansätze enthalten.
Der Utilitarismus 4 bildet den wohl bekanntesten Ansatz für die Verant-wortungsethik und wird häufig im Bereich der Normenbegründung innerhalb der Unternehmensführung benutzt. Die Zielsetzung des Handelns erklärt sich aus den Nützlichkeitserwägungen. Handlungen sind demzufolge dann als ethisch anzusehen, wenn die Auswirkungen für das Glück aller Betroffenen optimal sind. Gerechtigkeit, zumindest deontologisch gesehen, wird im Utilitarismus nicht in erster Linie angestrebt, sondern das Hauptaugenmerk wird auf die soziale Nutzensumme gelegt. „Gut“ ist demzufolge mit „nützlich“ gleichsetzt. Oftmals wird Utilitarismus auch als „Pseudoführungsethik“ bezeichnet 5 .
Kants bekannter kategorischer Imperativ besagt: „Handle so, daß du auch wollen kannst, daß deine Maxime Gesetz werde.“ (Zit. n. Kant: Delius 2000, Seite 71). Kant geht in seiner Vorstellung von einer Vernunft begründeten und nicht zweckgeleiteten Ethik aus. Der Mensch existiert bei Kant als Zweck an sich und nicht nur als Mittel. Hieraus wird deutlich, dass bei Kant neben der sozialen und gesamtgesellschaftlichen Pflicht auch eine persönliche Pflicht gegenüber sich selbst besteht. 6 Daraus kann neben dem deontologischen auch ein teleologischer Ansatz abgeleitet werden. Mit anderen Worten: Der kategorische Imperativ ist weitaus umfassender als Bezugsrahmen und berücksichtigt bei den Handlungsentscheidungen das Gute an sich, verbunden mit positiven Ergebnissen (Nutzen). 7
4 Utilitarismus von utilitas: Nützlichkeit
5 vgl. Märtens 2000, Seite 20
6 vgl. Märtens 2000, Seite 23ff
7 vgl. Wittmann 1997, Seite 370ff
3. FÜHRUNGSAUFTRAG UND FÜHRUNGSETHIK
In diesem Kapitel werde ich versuchen die verschiedenen Dimensionen, Strukturen und Regeln aus Sicht des normativen Gesamtzusammenhangs und des jeweiligen Führungsauftrages darzustellen und mit den Ansprüchen und Erwartungen von Führungsethik zu verknüpfen.
In dem unten aufgeführten Schaubild wird deutlich, in welchem permanenten dynamischen Prozess die verschiedenen Ebenen (Makro-, Meso-und Mikroebene) zueinander stehen.
Abbildung 2: Gesamtzusammenhang des normativen Managements aus Karmasin 1996, Seite 174
Arbeit zitieren:
Iris Meyenburg-Altwarg, 2005, Führungsethik - Vom Theorieansatz zur praktischen Handlungsanleitung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Führungsethik als Handlungsmaxime für ethikbewusstes Personalmanagemen...
BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
Hausarbeit (Hauptseminar), 22 Seiten
Corporate Citizenship und der Einfluss auf die Corporate Reputation
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Hausarbeit (Hauptseminar), 38 Seiten
Die besondere Bedeutung der Unternehmensethik für betriebswirtschaftli...
BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Darstellung des Nutzens der EDV in der Pflege
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 39 Seiten
Deutungsmuster und pädagogisches Handeln in der Erwachsenenbildung
Pädagogik - Erwachsenenbildung
Seminararbeit, 23 Seiten
Ethik im Zusammenspiel der Ökonomie und im Management
BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Hausarbeit, 16 Seiten
Fixierung in der Pflege - Ethische Ansätze zur Problemlösung
Seminararbeit, 32 Seiten
Journalistische Arbeit und Social Media
Eine Erhebung und Untersuchung...
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
Bachelorarbeit, 98 Seiten
Motivation von Mitarbeitern -Motivationstheorien-
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 16 Seiten
Gender Mainstreaming und Diversity Management
Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Hausarbeit (Hauptseminar), 12 Seiten
Inhaltsanalyse - mit speziellem Fokus auf die qualitative Inhaltsanaly...
Soziologie - Methodologie und Methoden
Hausarbeit, 13 Seiten
Unternehmensethik - Ein ehrliches Anliegen der Unternehmen oder Market...
BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik
Hausarbeit, 32 Seiten
Ethisches Handeln in der Sozialen Arbeit - Modelle zur ethischen Urt...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 19 Seiten
Probleme mit der Pflegedokumentation: Der Pflegebericht
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Hausarbeit, 28 Seiten
Empirische Untersuchung zur IT-gestützten Pflegedokumentation
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Diplomarbeit, 132 Seiten
Iris Meyenburg-Altwarg's Text Führungsethik - Vom Theorieansatz zur praktischen Handlungsanleitung ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Iris Meyenburg-Altwarg hat den Text Führungsethik - Vom Theorieansatz zur praktischen Handlungsanleitung veröffentlicht
Iris Meyenburg-Altwarg hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare