3URMHNWHLP8QWHUULFKW
,QKDOWVYHU HLFKQLV
1. Grundideen des Projektunterrichts. 2
1.1. Projektunterricht als eine Lernform des „Offenen Unterrichts“ 2
1.2. Definitionen von zentralen Begriffen. 3
1.3. Ein Blick in die Geschichte des Projektgedanken. 3
2. Theorie des Projektunterrichtes. 5
2.1. Ziele und Kompetenzen. 5
2.2. Merkmale eines Projektunterrichts. 6
2.3. Methoden. 12
2.4. Arten der Projekte. 14
3. Projekte im Internet. 15
3.1. Das Bild der Anderen. 16
3.2. Emdania. 20
3.3. Odyssee. 23
4. Pro und Kontra. 23
Literaturverzeichnis. 26
1
*UXQGLGHHGHV3URMHNWXQWHUULFKWV
Über den „Offenen Unterricht“ und damit auch über „Projektunterricht“ wird in der heutigen Zeit viel diskutiert. Man trifft sowohl auf positive als auch negative Ansichten hinsichtlich dieser Form des Unterrichts, die unter anderem in dieser Arbeit kurz aufgegriffen werden. Außerdem sollen hier grundlegende theoretische Aspekte, so wie Ziele, Merkmale, Realisierungsmöglichkeiten eines Projektunterrichts, und auch praktische
Durchführungsformen, und zwar Projekte in Internet, präsentiert werden. 3URMHNWXQWHUULFKWDOVHLQH/HUQIRUPGHVÄ2IIHQHQ8QWHUULFKWV³
Offener Unterricht kann als ein Sammelbegriff von Konzepten ( Freiarbeit in Gruppen oder auch allein, Projektunterricht, Wochenplanunterricht ) betrachtet werden, der als Gegenpol zum programmierten Frontalunterricht steht. Er resultiert aus einer Vielzahl verschiedener reformpädagogischer Strömungen. Als ein Grund für die Notwendigkeit eines Umbruchs der klassischen Lehrmethode wird angeführt, dass „die Schule auf Anforderungen von morgen mit den Methoden von gestern reagieren würde.“ (Jürgens 1994, S. 25) Der Autor bezieht sich dabei auf die veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, die neue Lebenswirklichkeit in einer Familie, das vielfältigere elterliche Erziehungsverhalten, den Umgang mit Medien, das umgestaltete Spiel- und Freizeitverhalten und die Vielfalt der Kulturen. Seiner Meinung nach hat Schule nun auch die Pflicht, das ,,Kind im Wandel" zu unterstützen. (vgl. Jürgens 1994, S 27 ff.)
Es geht darum, sich von dem stark lehrerzentrierten Frontalunterricht, der durch starre Vorgaben im Bereich der Lehrziele, Lehrinhalte wie auch Lehrmethoden gekennzeichnet ist, zu lösen und vermehrt Unterrichtskonzepte einzusetzen, die schülerzentriert ausgerichtet sind und die Handlungsfähigkeit des Schülers in den Mittelpunkt stellen. Es wird versucht dem Schüler Freiräume zu geben, in denen er sich individuell entfalten kann. Kernziele dieses offenen Konzeptes sind die Ausbildung der Selbständigkeit, der Kreativität, der Kooperationsfähigkeit mit Mitschülern wie auch der Fähigkeit sein eigenes Handeln zu steuern und zu kontrollieren. Man sieht, dass der Auslöser des Projektunterrichts die heutige Schulsituation und die Anforderungen der heutigen Öffentlichkeit an die jungen Menschen ist.
2
In einer Projektarbeit wird den Lernenden ein Oberthema gegeben, das sie über einen längeren Zeitraum untersuchen und danach auswerten sollen. Hierzu werden beispielweise Kleingruppen gebildet, in denen die Kinder, die meist selbst gestellten Fragen zu beantworten versuchen. 'HILQLWLRQHQYRQ]HQWUDOHQ%HJULIIHQ
Um weitere Aspekte eines Projektunterrichts zu behandeln, sollte hier die Frage beantwortet werden, „Was ein Projekt ist?“. Folgende Definitionen mögen hier die Antwort geben. Ein Projekt ist:
- „die tätige Auseinandersetzung mit einem Gegenstand über einen längeren Zeitraum hinweg, einem Gegenstand, der von bleibendem Interesse für den Schüler und die Gesellschaft ist, der über sich hinausweist und weitergehende Probleme aufzeigt, mit dem Ziel, Erfahrungsprozesse bei den Schülern zu initiieren.“ (Dewey; zitiert nach Speth 1997, S. 35)
- „die Problemanalyse, die Problemlösung und die Erprobung derselben durch das Experiment.“ (Boutemard 1997, S. 43)
- „eine Unterrichtsform, in der Lehrer(innen) und Schüler(innen) die
Bearbeitung eines für die Beteiligten bedeutsamen Themas bzw. Problems vereinbaren...“ (Bastian/Combe 1997, S. 246)
Als ein weiterer zentraler Begriff erweist sich „die Problemsituation“, denn sie ist der Ausgangspunkt jeder Projektarbeit. Problemsituationen sind solche, „ die durch eine Schwierigkeit, ein Unbehagen, einen Konflikt zur Unterbrechung einer bisher stets fraglos abgelaufenen Handlung - zu einem Problem geführt haben.“ (Boutemard 1997, S. 43) (LQ%OLFNLQGLH*HVFKLFKWHGHV3URMHNWJHGDQNHQ
John Dewey wird häufig als Vater der Projektmethode bezeichnet, doch gibt es auch Stimmen, die diese Sichtweise in Frage stellen und auf wesentlich ältere Wurzeln der Projektidee verweisen. Wir werden in dieser Arbeit die Einsichten von Dewey, als „Projekterfinder“, über Erziehung und Lernen kurz präsentieren.
3
Im Zentrum seiner Erziehungs- bzw. Erfahrungsphilosophie steht der Aspekt des Tätigseins, was aber nicht mit der Methode „lerning-by-doing“ gleich zu setzen ist. Lernen passiert nicht, wenn man etwas tut, sondern nur dann, wenn man denkt. „Der Mensch gewinnt nach Dewey Erkenntnis, indem er sich tätig mit der Welt auseinander setzt, kurz: indem er Erfahrung macht.“ (Speth 1997, S.21). Dies geht davon aus, dass der Mensch nicht nur auf seine Umgebung reagiert und sich dieser anpasst, sondern er gestaltt diese aktiv und bewusst, d. h. er setzt sich handelnd mit ihr auseinander.
„Wir wirken auf den Gegenstand ein, und der Gegenstand wirkt auf uns zurück [...]. Je enger diese beiden Seiten der Erfahrung miteinander verflochten sind, umso größer ist ihr Wert.“ (Dewey; zitiert nach Speth 1997, S. 22) Der Mensch bekommt das Wissen, indem er es durch seine Erfahrungen mit der Welt sammelt. Eine Erfahrung zu machen, ist für Dewey nicht gedankenloses Tun, sondern immer ein geistiger und kreativer Prozess.
„Durch Erfahrung lernen heißt das, was wir den Dingen tun, und das, was wir von ihnen erleiden, nach rückwärts und vorwärts miteinander in Verbindung bringen. Bei dieser Sachlage aber wird das Erfahren zu einem Versuchen, zu einem Experiment mit der Welt zum Zwecke ihrer Erkennung.“ (ebenda, S.23) Unter der tätigen Auseinandersetzung wird allerdings nicht allein manuelle Tätigkeit gemeint, sondern vielmehr ist gerade die Veränderung eines Gegenstandes im Prozess der Erfahrung und der Nachvollzug dieser Veränderung im Denken eine grundlegende Bedingung für Erfahrung. Auf diesen Überlegungen basierend wird eine „bildende“ Methode der Erfahrung aufgestellt:
„Die wesentlichen Merkmale der „Methode“ sind darum identisch mit den wesentlichen Merkmalen des „Denkens“. Es sind folgende: erstens, dass der Schüler eine wirkliche, für den Erwerb von Erfahrung geeignete Sachlage vor sich hat - dass eine zusammenhängende Tätigkeit vorhanden ist, an der er um ihrer selbst willen interessiert ist; zweitens: dass in dieser Sachlage ein echtes Problem erwächst und damit eine Anregung zum Denken; drittens: dass er das nötige Wissen besitzt und die notwendigen Beobachtungen anstellt, um das Problem zu behandeln; viertens: dass er auf mögliche Lösungen verfällt und verpflichtet ist, sie in geordneter Weise zu entwickeln; fünftens: dass er die
4
Möglichkeit und die Gelegenheit hat, seine Gedanken durch praktische Anwendung zu erproben, ihren Sinn zu klären und ihren Wert selbständig zu entdecken.“ (ebenda, S. 23)
Damit werden Erfahrung und Erziehung für Dewey unlösbar miteinander verknüpft. Diese Erziehungs- bzw. Erfahrungsphilosophie wird von Dewey auf die methodische Seite eines Unterrichts angeschlossen, indem er die „denkende Erfahrung“ als allgemeine Methode der Erkenntnis bezeichnet. Außerdem nennt Dewey die „persönliche Methode“ als eine sehr wichtige. Darunter wird die Art und Weise verstanden, wie der einzelne seine Aufgabe auf der Basis „seiner angeborenen Ausstattung und seiner erworbenen Gewohnheiten und Interessen“ zu lösen versucht. Insgesamt unterstreicht Dewey, dass die beste Methode folgende ist: die Anpassung an die jeweilige Unterrichtssituation und lernende Person. Zusammengefasst kann man folgende Grundideen für einen Unterricht nennen: 1. Tätigsein 2. Denken
3. Akzeptierung der Würde des Einzelnen
Es lassen sich die Handlungs- bzw. Prozessorientierung und Schülerorientierung erkennen, welche zur Zeit scheinbar von der Mehrheit anerkannt werden. Diese Überlegungen von Dewey werden als Grundlage für „Projektunterricht“, für seine Didaktik und Methodik angesehen.
Der Projektunterricht hat verschiedene Ziele. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich mit einem Thema auseinandersetzen. Sie haben ein praktisches Ziel zu erreichen. Die Schülerinnen und Schüler sind während des Projekts autonom und selbstständig. Sie bestimmen selbst, wie sie mit dem Projekt umgehen und arbeiten mit anderen zusammen. Projektorientiertes Lernen ist damit auf einen Abbau der Dominanz der Lehrerin oder des Lehrers hin ausgerichtet.
Bei einem Projekt wird auch außerhalb des Klassenraums gearbeitet. Theorie und Praxis werden verbunden. Gleichzeitig fördert das Projekt das Denken und schult die kritische Einstellung gegenüber sich selbst und der Umgebung.
5
An einem Projekt beteiligen sich verschiedene Fächer. Der fächerübergreifende Charakter ist ein wichtiger Aspekt des Projektunterrichts.
Es ist jedoch eine klare Abgrenzung zwischen den Zielen eines kognitiv-orientierten Unterrichts und eines Projektunterrichts zu erkennen. Der erstere vermittelt Fakten und Daten und stellt diese, als fertiges Produkt in den Mittelpunkt des Lernens. Der zweite ist prozessorientiert und, wie schon der Name sagt, den Prozess des Lernens ins Zentrum stellt. Beim Lernen werden nicht nur Fakten und Daten auswendig gelernt, man erarbeitet im Laufe der Lernzeit bestimmte Gewohnheiten, Arbeits- und Lernmethoden. Da der Projektunterricht diese Seite des Lernens als eine wichtige empfindet, wird auch folgendes als sein Ziel genannt: intellektuelle Gewohnheiten herauszubilden. Solche Gewohnheiten werden auch „Schlüsselkompetenzen“ genannt. Sie sollen den Schülern das Lernen im späteren Leben vereinfachen, indem ihnen ein Schlüssel für das erfolgreiche Lernen gegeben wird. Darunter werden verschiedene Kompetenzen verstanden:
1. Sachkompetenz: eine Fähigkeit, Sach- und Faktenwissen zu erarbeiten. 2. Arbeitsmethodische Kompetenz: eine Fähigkeit, Probleme und Aufgabenstellungen selbständig, zielorientiert und methodisch differenziert zu bearbeiten. 3. Sozialer Kompetenz: eine Fähigkeit, den Arbeitsprozess so zu gestalten, dass das Konkurrenzprinzip zugunsten gemeinsamen Handelns überwunden wird. Anhand dessen wird deutlich, dass neben den Selbstkompetenzen auch die sozialen Kompetenzen des Schülers ausgeprägt werden sollen. Die Sozialisation spiel hier größere Rolle als im traditionelleren Unterricht. 0HUNPDOHHLQHV3URMHNWXQWHUULFKWV
Über Merkmale des Projektunterrichts wird viel geschrieben, manches davon überschneidet sich mit dem bereits Geschildertem. Zuerst möchten wir die zehn Merkmale des Projektunterrichts nach Gudjons (vgl. Gudjons 1989) hier nennen und erläutern. Merkmal 1: Situationsbezug und Lebensweltorientierung
Der Gegenstand vom Projektunterricht sollten Aufgaben und Probleme aus dem „Leben“ sein, d.h. es sollte nicht an Schulfächer gebunden sein, weil dies in der Alltagsleben nicht der Fall ist. Es sollte an Lebenssituationen orientiert sein und damit Lebensbezug haben. Die erste Legitimation durch die Beteiligten stiftet den Sinn des Projekts. Die Themen eines Projekts
6
Arbeit zitieren:
Natalia Schlichter, 2001, Projekte im Unterricht, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Sequenzen des Spracherwerbs und ihre Anwendung im Fremdsprachenunt...
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Hausarbeit (Hauptseminar), 34 Seiten
Begegnung und Austausch - Interkulturelles Lernen im Tandem
Medien / Kommunikation - Interkulturelle Kommunikation
Magisterarbeit, 99 Seiten
Didaktische Potenziale neuer Medien - Lernen mit Web 2.0-Anwendungen z...
BWL - Didaktik, Wirtschaftspädagogik
Diplomarbeit, 106 Seiten
Einsatz neuer Medien im Englischunterricht der Grundschule
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 19 Seiten
Lernen mit neuen Medien: Interneteinsatz im Englischunterricht
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Referat (Ausarbeitung), 29 Seiten
Intercultural encounters in foreign language teaching
Analysis of a school exchange ...
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit, 20 Seiten
Albert Camus: une comparaison de L'etranger avec La peste
Romanistik - Französisch - Literatur
Seminararbeit, 29 Seiten
Interkulturelle Kommunikation und Interkulturelles Lernen
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Hausarbeit, 17 Seiten
Teaching Intercultural Competence in Secondary Schools
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Zum didaktischen und methodisc...
Sprachwissenschaft / Sprachforschung (fachübergreifend)
Hausarbeit (Hauptseminar), 26 Seiten
Unterrichtsmethoden als Möglichkeit zur Förderung fremdspachenunterric...
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Hausarbeit (Hauptseminar), 16 Seiten
Zum handlungs- und produktionsorientierten Umgang mit Texten
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 14 Seiten
Die Todesthematik in der Kinder- und Jugendliteratur
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 23 Seiten
E-Mail Klassenkorrespondenz als Weg zur Lernerautonomie
Deutsch - Deutsch als Fremdsprache / Zweitsprache
Magisterarbeit, 98 Seiten
Die Arbeit mit Narinder Dhamis Roman 'Bend It Like Beckham' in...
Englisch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Examensarbeit, 57 Seiten
Armut verhindert Bildung - Lebenslagen und Chancen von (armen) Kindern
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Hausarbeit, 24 Seiten
Natalia Schlichter's Text Projekte im Unterricht ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Natalia Schlichter hat den Text Projekte im Unterricht veröffentlicht
Natalia Schlichter hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare