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1. Einleitung Vor- und Frühgeschichte 1
2. 12 bis 15 Jahrhundert
2.1. Die Entwicklung von der Busîne bis zur S-förmigen Trompete
und Bügeltrompete 5
2.2. Die Zugtrompete 10
2.3. Fazit 12
3. 16 bis 18 Jahrhundert
3.1. Die Feldtrompete und die Ausreizung der Naturtrompete
durch das Erlangen der Clarinlage 13
3.2. Das Jägerhorn und über den Mythos der „Clarintrompete“ 19
3.3. Das Wiederaufleben der Zugtrompete 21
3.4. Der Stilwandel der Musik Mitte des 18 Jahrhunderts und die
Trompete im klassischen Orchester 22
3.4.1. Die Suche nach Chromatik auf der Trompete
3.4.1.1. Die Stopftrompete 23
3.4.1.2. Die Inventionstrompete 24
3.4.1.3. Die Klappentrompete 26
3.5. Fazit 28
4. 19 Jahrhundert bis zur Gegenwart
4.1. Die Erfindung des Ventils 30
4.2. Der Einzug der Ventiltrompete in das Orchester 35
4.3. Die heute gebräuchlichsten Trompeten 38
4.4. Fazit 40
5. Sonderformen in der Trompetenentwicklung 41
6. Graphischer Überblick der Trompetengeschichte 44
7. Nachwort 45
8. Anhang
8.1. Quellenverzeichnis 47
8.2. Danke 48
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1. Einleitung; Vor- und Frühgeschichte Die Trompete ist eines der ältesten Instrumente, und war bei fast allen alten Völkern in der Urform vorhanden und in Gebrauch. Kaum ein Musikinstrument hat sich im Laufe der Zeit so stark gewandelt und entwickelt, wie sie.
Die Urform der Trompeteninstrumente war die sogenannte Heultrompete, oder –tube und wurde bereits im „Gilgamos“ – Epos zitiert. Diese bestand aus einem ausgehöhlten Baumstamm, in den hinein gesungen, gesummt, oder gesprochen wurde, um die Stimme (mystisch) zu verfärben.
Weitere Vorfahren der Trompete waren wohl die Tuben (Einzahl: Tuba), die meist ohne den heute bekannten Schalltrichter und Mundstück gebaut wurden. Tuben Zwischeninstrumente, die vor allem im fernen Osten typisch waren. Die „tuba“ war etwa 120 cm lang und hatte ein konisches Rohr von ca. 10 bis 28 mm Durchmesser. Es gab nur einige Sonderformen mit zylindrischem Rohr aus Assam, Ozeanien, oder (Vorder-)Indien. Gebaut wurde sie meist aus Bambus.
Es wurden aber auch Materialien wie Elfenbein, Holz, Rinde, Rohr, Kalebasse und gebrannter Ton verwandt, denn das erste Auftreten von Trompeteninstrumenten war bereits vor der Metallzeit. So sind neben den afrikanischen, australischen und südamerikanischen primitiven Holztuben auch Tontrompeten aus Altzypern oder Altspanien bekannt.
So wie die bereits genannten Heultuben sind auch die ersten historischbelegbaren Tontrompeten Zyperns (4. Jahrhundert v. Chr.) und die Metalltrompeten Altägyptens noch mundstücklos. Hier wurde nur der obere Rand des Rohres wulstförmig umgebogen, um die Lippen gefahrlos ansetzen zu können, und sie vor den scharfen Kanten des Metallrohres zu schützen.
Trompeten aus Metall hat es bei den Sumerern nicht gegeben, obwohl dort schon mit Edelmetallen beschlagene, oder schlichte Blasinstrumente (Stierhörner) und wohl auch die Holztube bekannt waren. Erst
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verhältnismäßig spät schlossen sich Indien, China, Japan, der Iran und Kleinasien dem Bau von metallischen Trompeten an. So sind assyrische Kriegstrompeten gesichert 1 , die wahrscheinlich aus Metall gefertigt waren. In dieser Zeit gab es auch die sogenannten „hasosra“, silberne Trompeten des jüdischen Tempels, über die ausführlich im Alten Testament berichtet wird, und auf dem Triumphbogen des Titus dargestellt sind.
Ägyptische Belege ermöglichen es im Gegensatz zu den asiatischen Quellen die ersten Trompeten dort um einige Jahrhunderte vorzuverlegen. Es ist zwar erst einer spätzeitlichen Quelle zu entnehmen, dass die Trompete im Osiriskult verwendet wurde, jedoch hatte sie schon viel früher eine bestimmte Rolle im Totenkult gespielt 2 was aus einer bildlichen Darstellung des Alten Reiches aus der Zeit zwischen der IV. und VI. Dynastie hervorgeht (3. vorchristliches Jahrtausend). Neben dem kultischen Gebrauch hatte die Trompete in dieser Zeit auch eine große Bedeutung als königliches Symbol, was beispielsweise die beiden prunkvollen Trompeten aus dem Grabschatz des Tut’ Ankh Amon darlegen können. Diese beiden ersten, verschieden langen Blasinstrumente waren aus Bronze und Gold, bzw. aus reinem Silber gefertigt, und wiesen neben zahlreichen Darstellungen auch die Monogramme des Königs als Verzierung auf 3 . Unter den späteren Erobererkönigen, und hier besonders unter Ramses II., kam zur kultischen Bedeutung und königlicher Symbolik noch die Funktion als militärische Signalgeber hinzu. Denn die Bezeichnung des Trompeters, d. h. desjenigen, der mit dem „scheneb spricht“, deutet darauf hin, dass dieser mit Hilfe seines Instruments die königlichen Befehle übermittelte. Die Trompete, die auf bildlichen Darstellungen des Neuen Reiches häufiger zu sehen ist, ist auch später im Niltal ein königliches und kultisches Instrument geblieben.
1 s. Galpin, „The Music of Sumerians“, Tafel IV, 7, um 700 v. Chr.
2 s. H. Hickmann, „Die kultische Verwendung der altägyptischen Trompete“, in: „Die Welt des Orients“, Band 5, Stuttgart 1950 3 s. H. Hickmann, „La trompette dans l’Egypte ancienne“, Kairo 1946, bzw. „Catalogue général des antiqués égyptiennes du Musée du Caire. Instruments de musique“, Kairo 1949
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In der Ptolemäer-Zeit und während der griechisch-römischen Periode wurde sie jedoch von der griechischen „salpinx“ mit glockenförmiger Stürze 4 und den römischen Legionärsinstrumenten etruskischer Herkunft, der „lituus“ und der „tuba“ (beide eher nach dem Trompeten, oder Horntypus gebaut) verdrängt. Dann lebte sie jedoch in der arabisch-persischen Trompete „annafir“, mit der sie viele gemeinsame Züge hat, wieder auf.
Innerhalb des europäischen Raumes muss später für eine Systematik in der Einordnung der Metallblasinstrumente neben der Tonerzeugung auch die Mensur der Röhre als Kriterium zugrunde gelegt werden. Nur dann, wenn es sich um eine enge und auf mindestens zwei Drittel der Gesamtlänge zylindrische Röhre handelt, kann man von einer Zugehörigkeit zur Trompetenfamilie ausgehen. Hierbei ist die Form, oder Führung der Röhre (gestreckt, gebogen, oder gewunden) von untergeordneter Bedeutung 5 . Diese Kriterien grenzen die Trompeteninstrumente nicht nur von den Horninstrumenten ab, sondern schließen auch solche Metallblasinstrumente aus, die oft fälschlicher Weise trotz ihres kontinuierlich konischen Rohres wegen ihrer gestreckten Form oft der Trompete oder Posaune gleichgesetzt werden. Hier sind z. B. die oft auf bildlichen und plastischen Darstellungen auftretenden „Posaunen des Jüngsten Gerichts“ zu nennen, die ca. vom 1. Jahrhundert n. Chr. Bis in die Gegenwart anzutreffen sind. In ihnen lebt die altrömische Tuba weiter. Sie werden auch von Edward Buhle als konische Röhren weiter Mensur beschrieben 6 .
4 s. Max Wegner, „Griechenland = Musikgeschichte in Bildern“, Band 2: „Musik des Altertums“, Lieferung 4, Leipzig 1962, S. 60 ff.
5 vgl. „Musikinstrumente in Einzeldarstellungen“, Band 2: Blasinstrumente; Alfred Berner, „Herkunft und Entwicklung bis 1500: Tuba, Busine, Trombas, Cleron“ 6 Edward Buhle, „Die musikalischen Instrumente des in den Miniaturen des frühen Mittelalters“, Leipzig 1903
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2. 12. bis 15. Jahrhundert
2.1. Die Entwicklung der Busîne bis zur S-förmigen Trompete und
Bügeltrompete Um 1100 tauchte dann erstmals die Bezeichnung „buisine“ im „Rolandslied“ auf, die später im 12. und 13. Jahrhundert in den altfranzösischen und mittelhochdeutschen Dichtungen als „bouzigne“, „boisine“ und „busîne“ wiederkehrt. Dieses neue Blasinstrument wird im Klang als „clere“, „bruians“ und „haultaine“, bzw. als „lûte“ und „hell“ beschrieben. Ein erster Bildbeleg für die Busîne soll in einem Fresko der Basilika S. Angelo in Formis bei Capua vom Ende des 11. Jahrhunderts, die das Weltgericht darstellt zu sehen sein. Es ist aber nicht eindeutig ersichtlich, dass es sich bei den von den vier Engeln gespielten Instrumenten nicht um unter den Begriff „Tuba“ fallende Blasinstrumente handelt.
Eindeutige Abbildungen der Busîne, die als ältester reiner Trompetentypus in Europa gilt, sind jedoch nicht vor dem 13. Jahrhundert zu finden. Hier kann man sie mit einem langen, gestreckten Rohr sehen, das am Ende entweder in einen tiefen Schalltrichter übergeht, oder teilweise auch ein flacheres und breiteres glockenförmiges Schallstück hat.
8 Busîne aus dem Museum of Fine Arts, Boston
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Die Busîne wird, wie die meisten anderen ihrer Vorfahren auch, nach wie vor für militärische Zwecke und bei Kriegs- und Kampfhandlungen genutzt, wo aber auch das Horn seinen Platz behauptet. Sie wird daneben aber auch zum bevorzugten Instrument für festliche Aufzüge und viele Anlässe, die mit repräsentativem Auftreten verbunden sind. Hierbei können auch zwei oder mehr Instrumente verwendet werden. Bei Festmusiken steht die Busîne oft in Verbindung mit Schalmeien, Pauken und Trommeln.
Die weitere Entwicklung lässt sich zunächst ebenfalls nur an Texten der mittelalterlichen Dichtung verfolgen. Ende des 12. Jahrhunderts tritt erstmals die Bezeichnung „trombas“ oder „trompas“ und zu Beginn des 13. Jahrhunderts der Begriff „cleron“ auf.
Die im 14. Jahrhundert einsetzende S-förmige Biegung des Rohres 9 wird wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer Unterteilung in längere, bzw. tiefere und kürzere, bzw. höhere Instrumente gestanden haben. Aus den Anfangs weiten Biegungen am unteren Ende des Rohres wurden bald in enger S-Form zusammenliegende Windungen.
Ihre Endgültige Form erhielt die Trompete durch eine weitere Drehung einer der äußeren Röhrenstangen um 180° zwischen die beiden anderen. Die ältesten Darstellungen dieser Bügelform zeigen das Harley Roll Ms. 7353 in The British Library, London, aus dem frühen 15. Jahrhundert 10 und ein Marmorrelief der Orgelbalustrade im Dom Florenz von Luca della Robbia aus den Jahren 1431 – 1438. Diese Form wurde jedoch erst durch eine neue Technik der Instrumentenbauer, das Biegen der Röhre ermöglicht. Durch diese Biegungen konnten die vorher eher unhandlichen Instrumente verkleinert, und somit auch leichter transportiert werden.
9 früheste Darstellung in einer Holzschnitzerei auf dem Chorgestühl der Kathedrale in Worcester
von 1397
10 s. Galpin, „Old English Instruments of Music, London 1910
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Sowohl die Busîne, als auch die S-, und bügelförmige Trompete waren nur auf die durch überblasen entstehende Naturtonreihe beschränkt. In welchem Umfang diese jedoch in der Frühzeit beherrscht wurde, kann lediglich vermutet werden. Nach H. Heyde wurden bis ca. 1300 nur die ersten vier Naturtöne gespielt, und erst gegen 1400 die Reihe erweitert, die aber noch im 15. Jahrhundert mit dem sechsten oder achten Teilton abschloss 12 .
Ähnliches kann man auch dem Traktat des Musiktheoretikers J. de Grocheo „De arte musicae“, in dem er schreibt, dass die Trompete die drei vollkommenen Konsonanzen beherrsche entnehmen 14 . Man vergleiche jedoch dazu Guillaumes Dufays „Gloria ad modum tubae“, dessen Fanfarenostinato sich auf den dritten bis sechsten Teilton beschränkt. Zu beachten ist allerdings, dass die Bezeichnung Tuba, wie u.a. Heinrich Besseler nachweist 15 hier kein Besetzungsvermerk, sondern ein Tonmalerischer Hinweis ist, der auch mit anderen Klangmitteln nachgeahmt werden konnte 16 .
In dieser Zeit erfüllte die Trompete wie bereits erwähnt eher repräsentative Zwecke, aber auch im Krieg Signalfunktionen. So entwickelten sich um 1400
11 aus E. Tarr, „Die Trompete“, Bern 1977; Naturtrompete in D v. Johann L. Ehe II, Nürnberg (1663 –1724); Basel, Sammlung E. Tarr 12 H Heyde, „Trompete und Trompeteblasen im europäischen Mittelalter“, Leipzig 1965 13 aus E. Tarr, „Die Trompete“, Bern 1977 14 E. Tarr, „Die Trompete“, Bern 1977 15 s. „Die Entstehung der Posaune“, in: „Acta musicologica 22“, 1950 16 vgl. „Musikinstrumente in Einzeldarstellungen“, Band 2: Blasinstrumente; Alfred Berner, „Herkunft und Entwicklung bis 1500: Tuba, Busine, Trombas, Cleron“
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Arbeit zitieren:
Benjamin Knorr, 2004, Technische Entwicklung der Trompete und deren Einfluss auf Komposition und Instrumentation, München, GRIN Verlag GmbH
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