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Stephan Fischer
Politikwissenschaft/ Neuere und Neueste Geschichte 3. Fachsemester
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.......... 1 , (LQOHLWXQJ 1. „Kultur“ - Versuch einer Begriffsbestimmung .......... 2 .......... 3 ,, +DXSWWHLO 2. Eine kurze Geschichte der Kulturgeschichte .......... 3 3. Die moderne Theoriedebatte .......... 6 4. Wissenschaftstheorie bei Bourdieu und Foucualt .......... 7 5. Kulturgeschichte ohne Grenzen oder postmoderne Beliebigkeit .......... 9 Daniel versus Wehler .......... 11 ,,, =XVDPPHQIDVVXQJ .......... 13 ,9 /LWHUDWXUQDFKZHLV
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Diese zwar eindeutige und aus einem Universallexikon entnommene Auffassung über den Inhalt und die Intention der Kulturgeschichte soll gewissermaßen den Zugang zu dieser Arbeit bilden. Eine Definition der Kulturgeschichte ist jedoch nicht so leicht möglich wie es zunächst scheint. Wenn dies so wäre, dann würde das obenstehende Zitat vollkommen genügen und diese Arbeit wäre praktisch gegenstandslos. Dass dem aber nicht so ist soll in dieser Arbeit dargestellt werden.
Die Forschungsdebatten der Historiker zeigen, dass die Kulturgeschichte ganz neue und vielleicht viel komplexere Ansätze und Herangehensweisen erfordert. In dieser Arbeit soll nun versucht werden, den Gegenstandsbereich der Kulturgeschichte zu verorten, insofern sie einen hat, denn dass sie die bloße Darstellung der geistigen und gesellschaftlichen Entwicklung der Menschheit ist, wäre wohl zu allgemein. Untrennbar mit diesem Ziel verbunden ist demzufolge eine Klärung der zentralen Begriffe. Was ist Kultur und welchen Zugang hat man zu ihr? Es soll anschließend ein Entwicklungsstrang dieses Faches skizziert werden. Dieser Strang beginnt bei den Anfängen der Kulturgeschichte in der Aufklärung und setzt sich in Auszügen bis zur Gegenwart, bis zur heutigen Theoriedebatte über die Kulturgeschichte fort, wobei die moderne Auseinandersetzung gewissermaßen den Schwerpunkt dieser Arbeit bilden soll.
Die Literatur zu dieser Arbeit ist durchaus umfangreich. Die ausführlichste Einführung in die Kulturgeschichte stellt wohl die Monographie von Ute Daniel 2 dar und wird deshalb auch als Hauptgrundlage für diese Arbeit herangezogen. Eine vollständige und chronologische Darstellung der Theoriedebatte soll jedoch nicht als Endprodukt auf dem Papier stehen, da der vorgegebene Umfang dieser Arbeit dem in keinster Weise genügen würde. So haben sich unter anderem auch verschiedenartige „Bindestrich - Geschichten“ herauskristallisiert, die durchaus auf diesem kulturwissenschaftlichen Verständnis beruhen, welches in dieser Arbeit
1 Schwachulla, Wolfram: 'HU%URFNKDXVLQHLQHP%DQG, 7. vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage, Leipzig, 1996, S. 503.
2 Daniel, Ute: .RPSHQGLXP.XOWXUJHVFKLFKWH, 7KHRULHQ3UD[LV6FKOVVHOZ|UWHU, Frankfurt am Main, 2001.
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dargestellt wird. Jedoch kann hier mit dem Verweis auf Platzmangel nicht genauer darauf eingegangen werden.
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Den Begriff „Kultur“ von seiner inhaltlichen Bedeutung her zu erfassen stellt ein sehr schwieriges Unterfangen dar, denn wenn man wollte dann könnte man so gut wie alles unter diesem Begriff einordnen. Deshalb ist es auch durchaus legitim zu behaupten, dass Kultur die Gesamtheit aller menschlichen Lebensäußerungen darstellt. In der Forschung existieren aber zahlreiche Definitionen und dies auch gerade weil der Begriff „Kultur“ so allumfassend ist und sich daraus natürlich vielfältige Aspekte und Faktoren dessen, was Kultur beinhaltet und welche Zugänge sich zur Kultur ergeben, ableiten lassen. So existiert etwa der philosophische Zugang, der anthropologische, der soziologische, der philologische usw. Die historische Dimension stellt hierbei nur eine Zugangsmöglichkeit von vielen dar.
Hergeleitet ist der Begriff aus dem Lateinischen, von FXOWXUD, was sinngemäß übersetzt so viel wie Bearbeitung, Pflege, Bebauung oder Anbau bedeutet. Verwendet wurde FXOWXUD also eher im landwirtschaftlichen Zusammenhang, nämlich als DJULFXOWXUD, dem Ackerbau. Es existiert jedoch im Lateinischen auch ein Verständnis als DQLPL FXOWXUD, was übersetzt in eine andere Richtung zielt, nämlich im Sinn von Ausbildung bzw. Veredelung. Diese Bedeutung ist für die Begriffsklärung schon wesentlich nützlicher, denn sie steht eher im Zusammenhang mit der Bildung bzw. Veredelung des Menschen, also jenen Prozessen, die allgemein hin als Kultivierung bezeichnet werden. Für das aktuelle Kulturverständnis ist wohl die Definition von Dan Sperber sehr treffend:
„Kultur wird als Gesamtheit aller mentaler und öffentlicher Repräsentationen aufgefasst, die in einer bestimmten Gemeinschaft von Menschen ( sozialen Gruppen) als Meinungen, Handlungsnormen, kommunikative Bedeutungen, etc. tradiert und stets aufs Neue interpretiert und somit konstituiert werden.“ 3 Wie schon erwähnt stellt diese Definition nur eine Möglichkeit dar, sich dem Begriff zu nähern. Jedoch ist hier ein sehr wichtiger Zusammenhang bereits enthalten, nämlich der temporale Aspekt. Kultur muss in seinen Inhalten ständig neu bestimmt werden. Grund hierfür stellt logischerweise die menschliche
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Arbeit zitieren:
Stephan Fischer, 2002, Kulturgeschichte - Intention und Substanz einer neuen Geschichtsschreibung, München, GRIN Verlag GmbH
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