Analyse der Entgeltgestaltung im Jahresabschluss –
Aktienoptionen als Personalaufwand: Auswirkungen
auf die Jahresabschlussanalyse
von: Karlheinz Eichelmann
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Grundlegende Informationen 1
2.1 Managementvergütung 1
2.1.1 Aktienoptionen als ein Vergütungsinstrument 2
2.1.2 Arten von aktienkursorientierten Vergütungssystemen 3
2.2 Regelungen nach IAS/IFRS 4
2.2.1 Die aufwandswirksame Erfassung von Aktienoptionen 4
2.2.2 IFRS 2 – share-based payment 4
2.3 Aktienoptionsprogramme in der Jahresabschlussanalyse 6
3. Auswirkungen auf die Jahresabschlussanalyse 7
3.1 Allgemeine Faktoren 7
3.1.1 Die Erfassung als Personalaufwand 7
3.1.2 Überprüfung der Jahresabschlussbestandteile 8
3.2 Die Berechnung des Unternehmenswertes 8
3.3 Die Beeinflussung des Unternehmenswertes 10
3.3.1 Die Anreizwirkung von Aktienoptionsprogrammen 10
3.3.2 Betrachtung der Liquidität und der Kapitalstruktur 11
3.3.3 Betrachtung von Entscheidungen des Managements 13
3.3.4 Hinweise auf weitere Kursentwicklungen 14
3.4 Die Wahl der Vergütungsart 14
4. Resümee 15
Anhang mit Anhangsverzeichnis 16
Verzeichnis der Gesetze, Verordnungen, Verwaltungsanweisungen und sonstigen Rechnungslegungsnormen 20
Verzeichnis der Internetquellen 20
Literaturverzeichnis 22
Abkürzungsverzeichnis
CON FASB = Statements of Financial Accounting Concepts
CPA = Certified Public Accountant
DCF = Discounted Cashflow
EFRAG = European Financial Reporting Advisory Group
EPS = Earnings per Share
EVA = Economic Value Added
FASB = Financial Accounting Standards Board
IAS = International Accounting Standards
IASB = International Accounting Standards Board
IFRS = International Financial Reporting Standards
SARs = Stock Appreciation Rights
SFAS = Statements of Financial Accounting Standards
1. Einleitung
Aktienoptionen gewannen im Laufe der letzten Jahre immer mehr an Bedeutung und gehören schon seit einigen Jahren zu einem regulären Vergütungsbestandteil bei vielen Firmen.1 Fehlende Rechnungslegungsstandards zu diesem Thema haben jedoch dazu geführt, dass Vergleiche zwischen Firmen erschwert werden und die konkreten Chancen und Risiken einzelner Aktienoptionsprogramme (AOP) schwer einzuschätzen sind.2 Zudem können einzelne AOP erhebliche Ausmaße annehmen. Bei DaimlerChrysler beträgt die potentielle Verwässerung aus AOP z. B. 9,1%.3 Aufgrund der entstehenden Kursverwässerung können gewährte Optionen deshalb erheblichen Einfluss auf die Kauf- bzw. Verkaufsentscheidung von Aktien haben. Für die Jahresabschlussanalyse sind daher umfangreiche Daten über die aufgelegten AOP von zentraler Bedeutung, um den Nutzen dieser Programme besser abschätzen zu können.
Das Ziel der Arbeit ist es einen Einblick in die Auswirkungen der Gewährung von virtuellen und echten Aktienoptionen auf die Jahresabschlussanalyse, aus Sicht eines institutionellen Investors, zu geben. Um ein praxisnahes Bild zu gewährleisten orientiert sich die Arbeit an den Regelungen des IFRS2 – share-based payment. Betrachtet werden nur Optionen, die Vorstandsmitgliedern gewährt werden. Auf die steuerliche Behandlung von Optionen wird nicht eingegangen.
2. Grundlegende Informationen
Zuerst wird ein Überblick über die Zusammensetzung der Managementvergütung gegeben. Anschließend werden die Regelungen nach IAS/IFRS zur aktienbasierten Vergütung erläutert. Zum Schluss wird auf die Jahresabschlussanalyse im Zusammenhang mit gewährten Optionen eingegangen.
2.1 Managementvergütung
Die Vergütungsstruktur von Mitarbeitern setzt sich aus einer Grundvergütung, variablen kurz- und langfristigen Vergütungsformen, sowie Nebenleistungen zusammen.4 Die vereinbarte Vergütung sollte dazu führen, dass der Unternehmenswert gesteigert wird.5 Gleichzeitig sollte sich die potentiell erzielbare Gesamtvergütung an der individuellen Leistung des Mitarbeiters bemessen. 6 Im nächsten Abschnitt wird gezeigt, warum Optionen gewährt werden und es werden zwei Optionsarten dargestellt.
2.1.1 Aktienoptionen als ein Vergütungsinstrument
Eine Begründung für Aktienoptionen ergibt sich aus der Prinzipal-Agent-Theorie.7 Diese besagt, dass ein Manager, der nicht gleichzeitig Besitzer des Unternehmens ist, nicht zwangsweise die Interessen der Aktionäre verfolgen muss.8 Der Manager, der als Agent fungiert, ist nämlich bestrebt, seinen persönlichen Nutzen aus dem Vertragsverhältnis zu maximieren. 9 Der Aktionär hingegen, welcher als Prinzipal den Agenten eingesetzt hat, ist auf der Verfolgung seiner eigenen Interessen bedacht und zwar der Maximierung des Unternehmenswertes.10
Um diesen Prinzipal-Agent-Konflikt lösen zu können, kann eine Kontrolle des Prinzipals erfolgen. Diese gestaltet sich aber deshalb als schwierig, da der individuelle Einsatz des Agenten, aufgrund von Informationsasymmetrien, meist nicht beobachtbar ist.11 Die Lösung liegt darin die Interessen des Agenten mit denen des Prinzipals zu vereinigen.12 Da der Aktienkurs positiv mit den Entscheidungen des Agenten korreliert kann die Kursentwicklung Basis für einen Teil der Managementvergütung, in Form von Aktienoptionen, sein.13
Die Gewährung von Aktienoptionen hat zudem den Vorteil, dass sie, bei einer entsprechenden Ausgestaltung, nicht zu einem Liquiditätsabfluss führen. 14 Damit werden speziell kleine und risikoreiche Unternehmen in die Lage versetzt gute Mitarbeiter zu gewinnen, da die Grundvergütung niedrig, jedoch die potentiell erzielbare langfristige Bezahlung hoch ist.15 Generell spielt die Rekrutierung und das Halten von Spitzenkräf- ten auch bei größeren Unternehmen, bei der Gewährung langfristiger Anreize, eine bedeutende Rolle, da eine hohe potentielle Gesamtvergütung ein großer Anreiz für Mitarbeiter ist, in einem bestimmten Unternehmen zu arbeiten.16
2.1.2 Arten von aktienkursorientierten Vergütungssystemen
Wie bereits in der Einleitung erwähnt existieren virtuelle und echte Aktienoptionen. Bei der Gestaltung von AOP sind auch Mischformen denkbar. Diese sollen für die Arbeit unbeachtet bleiben. Echte Aktienoptionen (im Folgenden nur noch Aktienoptionen genannt) gewähren dem Eigentümer das Recht Aktien des Unternehmens zu einem vorab festgelegten Ausübungspreis zu erwerben. 17 Die Aktienoptionen können aber frühestens nach Ablauf der Sperrfrist und spätestens zum Ende des sich anschließenden Ausübungszeitraums ausgeübt werden. 18 Im Regelfall werden die Optionen dann ausgeübt, wenn sich diese „im Geld“ befinden, d.h. der aktuelle Börsenkurs höher ist, als der Ausübungspreis. Befinden sich die Optionen „aus dem Geld“ ist der Börsenkurs niedriger als der Ausübungspreis und es lohnt sich nicht die Optionen auszuüben. Sind die Optionen zum Ende des Ausübungszeitraums immer noch nicht „im Geld“ verfallen die Optionen wertlos.19 Virtuelle Optionen (im Folgenden nur noch Stock Appreciation Rights bzw. SARs genannt) weisen starke Ähnlichkeiten mit Aktienoptionen auf. Der Unterschied besteht darin, dass der Mitarbeiter bei der Ausübung der SARs keine Aktien geliefert, sondern den Differenzbetrag zwischen dem Ausübungspreis und dem aktuellen Aktienkurs in bar ausbezahlt bekommt.20
[...]
1 Vgl. im Internet: ERNST & YOUNG (2004a), S. 1.
2 Vgl. im Internet: IASB (2002), S. 1.
3 Vgl. im Internet: UNION INVESTMENT (2004a), S. 1
4 Vgl. KRAMARSCH, M. H. (2000), S. 9.
5 Vgl. PERTL, M./NENNING, G./PICHLER, K. (2002), S. 350.
6 Vgl. im Internet: SCHWALBACH, J. (1999).
7 Vgl. KRAMARSCH, M. H. (2000), S. 16.
8 Vgl. BALLS, A. (2002), S. 13.
9 Vgl. CRONE, H. C. V. D. (2001), S. 29.
10 Vgl. HAID, M. (1997), S. 39.
11 Vgl. KRAMARSCH, M. H. (2000), S. 17.
12 Vgl. MICHEL, J. W. (1999), S. 15.
13 Vgl. BERNHARDT, W. (1997), S. 17; HAID, M. (1997), S. 39; JUNGEN, E. (2000), S. 166.
14 Vgl. KOHLER, K. (1997), S. 254; gemeint sind echte Aktienoptionen, die in 2.1.2 beschrieben werden.
15 Vgl. BECK, C. (2003), S. 2; SCHWIMMER, R. I. (2004), S. 17.
16 Vgl. MICHEL, J. W. (1999), S. 24.
17 Vgl. HILL, C. W. L./JONES, G. R. (2001), S. 61.
18 Vgl. COENENBERG, A. G. (2003), S. 309.
19 Vgl. PERTL, M./NENNING, G./PICHLER, K. (2002), S. 358f.
20 Vgl. FERSTL. J. (1998), S. 2.
Arbeit zitieren:
Karlheinz Eichelmann, 2004, Analyse der Entgeltgestaltung im Jahresabschluss - Aktienoptionen als Personalaufwand: Auswirkungen auf die Jahresabschlussanalyse, München, GRIN Verlag GmbH
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