INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 1
2. DIE ROLLE VON KULTUR UND STRUKTUR IN DER ORGANISATION 1
2.1 Stellung von Struktur und Kultur nach instrumentaler Auffassung 1
2.2 Stellung von Struktur und Kultur nach institutionaler Auffassung 2
3. BEGRIFF DER UNTERNEHMENSKULTUR 3
3.1 Auffassungen über das Wesen der Unternehmenskultur 4
3.1.1 Unternehmenskultur als Variable, Metapher oder dynamisches Konstrukt 4
3.1.2 Unternehmenskultur als Merkmal oder Phänomen 5
3.2 Entstehung der Unternehmenskultur 6
3.2.1 Definition der Unternehmenskultur 6
3.2.2 Bildung und Aufbau der Unternehmenskultur 7
3.3 Funktionen der Unternehmenskultur 7
3.3.1 Originäre Funktionen der Unternehmenskultur 7
3.3.2 Derivate Funktionen der Unternehmenskultur 10
4. BEGRIFF DER UNTERNEHMENSSTRUKTUR 11
4.1 Organisationstheoretische Einordnung der Unternehmensstruktur 11
4.1.1 Ansätze zur Untersuchung der Unternehmensstruktur 11
4.1.2 Der entscheidungstheorethische Ansatz 12
4.2. Gestaltungsinstrumente der Unternehmensstruktur 13
4.2.1 Zentralisation/Dezentralisation 13
4.2.2 Funktionalisierung (Strukturtypen) 14
4.2.3 Delegation 15
4.2.4 Partizipation 15
4.2.5 Standardisierung 16
4.2.6 Arbeitszerlegung 17
II
5. BEZIEHUNG ZWISCHEN UNTERNEHMENSKULTUR UND -STRUKTUR 18
5.1 Unternehmenskultur versus Unternehmensstruktur 18
5.1.1 Unterschiede zwischen Unternehmenskultur und Unternehmensstruktur 18
5.1.2 Gemeinsamkeiten von Unternehmenskultur und Unternehmensstruktur 19
5.2 Interdependenz zwischen Unternehmenskultur und Unternehmensstruktur 19 5.2.1 Wandel der Unternehmenskultur durch Änderung der Unternehmensstruktur 20
5.2.2 Einfluß der Unternehmenskultur auf die Unternehmensstruktur 21
6. SCHLUßBETRACHTUNG 22
ANHANG 24 LITERATURVERZEICHNIS 31
1
1. EINLEITUNG
Ziel dieser Studienarbeit ist es, Unternehmenskultur und Unternehmensstruktur als Instrumente im organisatorischen Gestaltungsprozeß zu würdigen und den Charakter ihrer Beziehung zu analysieren.
Da sowohl der instrumentale als auch der institutionale Organisationsbegriff die soziale Komponente sowie Zielgerichtetheit und Zweckbezogenheit beinhalten, wird in den weiteren Ausführungen beiden Auffassungen Rechnung getragen. Dabei wird zunächst nach dem instrumentalen Paradigma das Unternehmen den organisierten sozialen Systemen zugeordnet. Kultur und Struktur sind Maßnahmen zur Zielerreichung, die beide in unterschiedlicher Weise Einfluß auf die Systemmitglieder nehmen. Der institutionale Organisationsbegriff umschreibt das Unternehmen als soziales Gebilde mit formalen (Unternehmensstruktur) und informalen Strukturen (Unternehmenskultur).
Um Unternehmenskultur und Unternehmensstruktur in Beziehung setzen zu können, wird im weiteren ihre Stellung und Bedeutung im Unternehmen genauer beleuchtet. Dazu ist es notwendig, beide Begriffe im Hinblick auf Wesen und Funktion zu charakterisieren, denn nur wenn die Wirkungsweisen von Unternehmenskultur und -struktur bekannt sind, lassen sich auch Aussagen zum Einsatz dieser Systemkomponenten im organisatorischen Gestaltungsprozeß treffen. Abschließend wird aufgezeigt, daß Unternehmenskultur und Unternehmensstruktur einander bedingen und sich gegenseitig beeinflussen.
2. DIE ROLLE VON KULTUR UND STRUKTUR IN DER ORGANISATION
Der Begriff der Organisation ist nicht eindeutig definierbar und wird daher in der Organisationslehre als Institution, als Instrument der Verhaltenssteuerung und als Gestaltungsmaßnahme in recht unterschiedlicher Weise verwendet.
2.1 Stellung von Kultur und Struktur nach instrumentaler Auffassung
Hill/Fehlbaum/Ulrich charakterisieren soziale Systeme unter Verwendung des instrumentalen Organisationsbegriffes nach folgenden Kriterien: 1 (1) Soziale Systeme weisen bestimmte grundlegende Systemeigenschaften auf. (2) Sie gehören dem sozialen Bereich an.
1 Vgl. Hill/Fehlbaum/Ulrich (1994), S.20 ff
2
(3) Sie sind zweck- und zielorientiert.
(4) Soziale Systeme haben einen spezifisch organisatorischen Charakter. Ein Unternehmen wird hier als organisiertes soziales System begriffen. Organisation dient als Maßnahme zur Erreichung von Zwecken und Zielen, „durch die
- ein soziales System arbeitsteilig strukturiert wird und
- die Aktivitäten der zum System gehörenden Menschen, der Einsatz von Mitteln und die Verarbeitung von Informationen geordnet werden.“ 2
Danach wird das System definiert als „eine geordnete Gesamtheit von Elementen mit Beziehungen zwischen diesen Elementen“ 3 , d.h. die Strukturierung der Systemelemente folgt gewissen Regeln. Bestimmte Elemente, die untereinander eine hohe Beziehungsintensität aufweisen, bilden sogenannte Subsysteme. Ein Gesamtsystem besteht daher aus verschiedenen Subsystemen, die wiederum aus Teilsystemen zusammengesetzt sein können und sich bis in die kleinsten Einheiten eines Systems, die Elemente, hierarchisch aufgliedern lassen.
Die Organisationsmitglieder arbeiten zweck- und zielorientiert und erfüllen bestimmte Verhaltenserwartungen. Diese Erwartungshaltungen können durch Struktur oder Kultur formalisiert, d.h. gefestigt werden.
Wichtig für die Untersuchung der Beziehung von Unternehmenskultur und -struktur ist der soziale Charakter eines Systems. Die instrumentale Auffassung trifft dazu folgende Aussage: „Im Unterschied zu technischen und biologischen Systemen ist in organisierten Systemen der Mensch das wesentliche und zentrale Element. Das Verhalten des Individuums in einem sozialen System weist bestimmte systembedingte Regelmäßigkeiten auf: einerseits steht das Individuum in relativ stabilen Interaktionsbeziehungen zu anderen Systemmitgliedern (Systemstruktur), andererseits teilt es mit diesen gewisse Wertorientierungen, die sein Verhalten beeinflussen (Systemkultur).“ 4
2.2 Stellung von Struktur und Kultur nach institutionaler Auffassung
Nach dem institutionalen Organisationsbegriff sind Organisationen „soziale Gebilde, die
- dauerhaft ein Ziel verfolgen und
- eine formale Struktur aufweisen, mit deren Hilfe Aktivitäten der Mitglieder auf das verfolgte Ziel ausgerichtet werden sollen.“ 5
2 Hill/Fehlbaum/Ulrich (1994), S.17
3 Ebenda, S.20 f
4 Ebenda, S.23
5 Kieser, A./Kubicek, H. (1992), S.4
3
Das Zusammenwirken der Systemmitglieder orientiert sich am Ziel der Organisation. Handelt es sich um ein Ziel, das von allen Mitgliedern gleichermaßen verfolgt wird, spricht man von einem dauerhaften Ziel. Die Organisationsstruktur unterstützt die Ausrichtung der Systemmitglieder auf das Systemziel. Dabei steuert sie das Verhalten der Mitglieder und überträgt das Ziel auf konkrete Verhaltenserwartungen. 6 „Die Organisationsstruktur ist diejenige Struktur, die einem organisierten Sozialsystem aus den organisatorischen Regeln erwächst.“ 7
Nicht alle soziotechnischen Systeme sind natürlich gewachsen. Die meisten dieser Systeme wurden durch dazu legitimierte Personen, wie z.B. die Unternehmensleitung aktiv gestaltet und dahingehend gegliedert, daß Zwecke und Ziele des Systems erreicht werden. Ein anderer Aspekt der Gestaltung ist es, die Effizienz der Unterne hmung zu gewährleisten und die eigene Führungsposition zu sichern. 8 Die formale Struktur einer Organisation stellt ein Regelungssystem zur Verhaltens -und Leistungssteuerung der Organisationsmitglieder dar. 9 Ein organisiertes Sozialsystem fordert von seinen Mitgliedern ausdrücklich bestimmte Handlungsweisen. Es wird dabei von Formalisierung gesprochen. Zur Formalisierung dienen organisatorische Regelungen, die in die Organisationsstruktur einfließen. Die Interaktionen zwischen den Systemmitgliedern und die damit verbundenen Erwartungen bilden die Kultur des Systems. 10 Systemkultur wird von gruppendynamischen Regelungen, Traditionen und individueller Steuerung des Verhaltens geprägt, die Struktur hingegen durch formale Regelungen.
Die Interaktionen der Organisationsmitglieder können daher durch bewußt aufgestellte (Organisationsstuktur) oder bereits unbewußt verinnerlichte Regeln (Organisationskultur) beeinflußt werden. 11
3. BEGRIFF DER UNTERNEHMENSKULTUR
Unter Verwendung des institutionalen Organisationsbegriffes werden Unternehmenskultur und Organisationskultur synonym gebraucht. Bei der inhaltlichen Bedeutung des Begriffes Unternehmenskultur stößt man in der Literatur auf sehr unterschiedliche Auffassungen.
6 Vgl. Kieser, A./Kubicek, H. (1992), S.5
7 Vgl. Wollnik, M. (1988), S.51
8 Vgl. Kieser, A./Kubicek, H. (1992), S.30; vgl. dazu auch Hill/Fehlbaum/Ulrich (1994), S.24 f
9 Vgl. ebenda, S.23
10 Vgl. Wollnik, M. (1988), S.51f
11 Vgl. Kieser, A./Kubicek, H. (1992), S.21ff
4
3.1 Auffassungen über das Wesen der Unternehmenskultur
„Jedes Unternehmen hat, ob bewußt oder unbewußt, eine Unternehmenskultur, die mehr oder weniger stark ausgeprägt und vielschichtig ist. Überall wo Menschen eine Gemeinschaft bilden, entstehen Kulturen. Unternehmen haben nicht nur Kulturen, sie sind Kulturen.“ 12 Diese unterschiedlichen Aspekte der Unternehmenskultur sollen in den folgenden Punkten näher erläutert werden.
3.1.1 Unternehmenskultur als Variable, Metapher oder dynamisches Konstrukt
• Variablenansatz „Organisationen haben eine Kultur.“ 13
Dieser Ansatz, in der Literatur auch als „funktionalistischer Ansatz“ bezeichnet, beleuchtet die Unternehmenskultur unter dem Aspekt ihrer Funktion bei der Sicherung des Erfolges und der Existenz eines sozialen Systems. 14 Unternehmenskultur soll das Unternehmen zusammenhalten und zu einer Einheit führen. Sie wird nach auße n transparent durch ihre kulturellen Artefakte: Geschichten, Rituale, Zeremonien, Architektur des Firmengebäudes usw. 15 Es wird davon ausgegangen, daß die Unternehmenskultur nur eine von vielen möglichen organisatorischen Einflußgrößen darstellt. Sie ist ein Mittel zur Zielerreichung und wird von der Unternehmensleitung gestaltet. Dieser Ansatz wirft allerdings auch ein Problem auf: die Eingriffe der Unternehmensleitung in die Gestaltung der Kultur sind vorausgeplant und berücksichtigen dabei nicht die möglichen ungeplanten Reaktionen und Aktionen der Mita rbeiter. 16
• Metapheransatz „Unternehmen sind Kulturen.“ 17
Die Metapher- oder auch interpretative Auffassung basiert auf der Hermeneutik und wird in zwei Perspektiven aufgespalten: die kognitive und die symbolische. Aus kognitiver Sicht ist die Kultur eines Unternehmens eine „mentale Welt“, die aus auf Erkenntnissen beruhenden „Wahrnehmungs- und Interpretationsmustern“ der Organisationsmitglieder aufgebaut ist. Sie spiegelt die Art und Weise des Systemdenkens wieder.
12 Vgl. Kobi, J.-M./Wütherich, H. A. (1986), S.31
13 Sackmann, S.A. (1990), S.155
14 Vgl. Hill/Fehlbaum/Ulrich (1998), S.450
15 Vgl. Greipel, P. (1988), S.90
16 Vgl. Sackmann, S. A. (1990), S.155
17 Ebenda, S.161
Arbeit zitieren:
Antje Lattermann, 1999, Analyse der Beziehung zwischen Unternehmenskultur und Unternehmensstruktur, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Unternehmenskultur - Definition, Merkmale und Analyse einer bestehende...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Hausarbeit, 29 Seiten
Entwicklungspfade innovationsförderlicher Unternehmensstrukturen
Diplomarbeit, 101 Seiten
Existenzgründung und Finanzierung - Kritische Analyse der (neuen) Mögl...
BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne
Projektarbeit, 20 Seiten
Unternehmenskultur - "die unsichtbare Führungskraft"
BWL - Personal und Organisation
Seminararbeit, 19 Seiten
Vergleich der Balanced Scorecard mit dem Total Quality Management
Hausarbeit, 28 Seiten
Intranet - Chancen, Risiken und Anwendungsbereiche
Informatik - Wirtschaftsinformatik
Hausarbeit, 34 Seiten
Oligopole als wettbewerbspolitisches Problem
VWL - Wettbewerbstheorie, Wettbewerbspolitik
Seminararbeit, 25 Seiten
Interne und externe Funktionen bzw. Aufgaben eines Businessplans
BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne
Hausarbeit, 16 Seiten
Grundschule in multikultureller Gesellschaft
Heterogenität als pädagogisch-...
Pädagogik - Interkulturelle Pädagogik
Examensarbeit, 111 Seiten
Analyse der Wachstumshindernisse in Indien
Aufgabenstellung: Indiens Wach...
VWL - Fallstudien, Länderstudien
Hausarbeit, 27 Seiten
Kritische Alternativenanalyse bei der privatrechtlichen Finanzierung e...
BWL - Investition und Finanzierung
Seminararbeit, 22 Seiten
Der Einfluss von externen Faktoren auf die Wahl der Markteintrittsstra...
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 25 Seiten
Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
COSO und CobiT zur Unterstützung der Corporate Governance
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Seminararbeit, 65 Seiten
Qualitätssicherung in der Behindertenhilfe – Schnäppchen oder Mogelpac...
Sozialpädagogik / Sozialarbeit
Diplomarbeit, 179 Seiten
Finanzierung junger Unternehmen
BWL - Unternehmensgründung, Start-ups, Businesspläne
Seminararbeit, 47 Seiten
Die Markteintrittsentscheidung
BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation
Ausarbeitung, 19 Seiten
Konzeptionen der Organisationskultur und deren Bedeutung für die Führu...
Pflegemanagement / Sozialmanagement
Masterarbeit, 81 Seiten
Antje Lattermann hat den Text Analyse der Beziehung zwischen Unternehmenskultur und Unternehmensstruktur veröffentlicht
Antje Lattermann hat einen neuen Text hochgeladen
0 Kommentare