Universität Bielefeld
Fakultät für Linguistik und Literaturwissenschaft
Praktikumsseminar „Zugänge zur Lyrik im Deutschunterricht der Sekundarstufe I und II Leistungskurs 12 Vorgelegt von: Marius Diekmann
Literarische Strömungen der Jahrhundertwende. Epochenumbruch um 1900.
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Alfred Kubin: Der Krieg - 3 -
Georg Heym: Der Krieg - 4 -
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Reihenfolge der Gedichte - 11-
Funktion der vorbereitenden Hausaufgabe - 12-
Verfilmung „Im Westen nichts Neues“ - 12-
Verknüpfung Bild und Gedicht - 13-
Tafelbilder und Folie 2 - 13-
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• Die Doppelstunde steht am Ende des Themenbereichs „Krieg“ innerhalb der Behandlung der künstlerisch-literarischen Bewegung des Expressionismus. 1
• Vorangegangen sind Stunden, deren Inhalt Visionen/ Bilder/ Verarbeitung
eigener Kriegserlebnisse in Gedichten von Stramm, Lichtenstein und Trakl, sowie typische Formmerkmale expressionistischer Lyrik waren.
• Darüber hinaus haben die Schüler die Verfilmung von Remarques Roman „Im
Westen nichts Neues“ gesehen.
• Im Anschluss an diese Doppelstunde soll der - neben Stadt und Krieg weitere
wichtige - Themenbereich „Weltende“ in expressionistischer Lyrik behandelt werden.
• Den Abschluss der Reihe „Literarische Strömungen der Jahrhundertwende.
Epochenumbruch um 1900“ bildet die Beschäftigung mit der Ästhetik des Hässlichen und einer „Mini“-Motivgeschichte zur Ophelia-Figur.
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Der Leistungskurs 12 besteht aus nur 7 Schülerinnen und Schülern (SuS) und ist ein sehr leistungsstarker und motivierter Kurs, was sich nicht zuletzt in einer meist regen und fundierten mündlichen Mitarbeit zeigt. Dabei gibt es eine „breite“ Leistungsspitze, zu der vier SuS gehören. Die anderen SuS sind etwas ruhiger und nehmen je nach thematischem Interesse einmal mehr, einmal weniger am mündlichen Unterrichtsgeschehen teil. In den schriftlichen Arbeiten (auch bei den Hausaufgaben) erbringen jedoch auch sie gute Ergebnisse. Ein Leistungsmanko sehe ich im Umgang der SuS im Umgang mit der Verknüpfung von Form- und
1 vgl. Übersicht über die gesamte Unterrichtsreihe
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Inhaltsaspekt im Umgang mit Lyrik, insofern sie in Diskussionen so gut wie nie auf die Form (sprachliche Mittel, Reim, Metrum) zurückgreifen oder in ihre Überlegungen einbeziehen.
Besonders zu erwähnen ist die hohe Bereitschaft der SuS, sich selbst ins Unterrichtsgeschehen einzubringen (z.B. durch Referate) und auf ihnen unbekannte Methoden- und Arbeitsvorschläge einzugehen, ihre Fähigkeit und Bereitschaft zum selbständigen Arbeiten und ihre Vorliebe für kreatives bzw. produktives Arbeiten.
Die Arbeitsatmosphäre im Kurs ist sehr angenehm, wozu sowohl das partnerschaftliche Verhältnis zwischen SuS und Lehrern, als auch das gute Klima zwischen den SuS beiträgt. Dadurch ist in diesem Kurs ein mir in diesem Maße bisher nicht begegnetes effektives, fruchtbares Arbeiten möglich.
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Alfred Kubin stellt mit seinem Bild „der Krieg“ von 1907 seine Vision, seine Vorstellung vom Krieg dar. Er (der Krieg) wird als riesiger, beinahe gottähnlicher, dämonenhafter Krieger dargestellt, der mit seinem gewaltigen (perspektivisch verzerrt dargestellten) Fuß eine anonyme Menschenmasse in der unteren rechten Bildecke zermalmen wird. Auffällig und für die Interpretation des Bildes - und damit für das Erschließen von Kubins Vision des Krieges - ist zunächst die dynamische Komposition, die starke Betonung der Bilddiagonalen. Der personifizierte Krieg kommt auf die Menschen zu, die ihm wehr- und machtlos gegenüber stehen. Sie sind in keiner Weise fähig, ihn aufzuhalten, oder zu steuern. Es entsprechen sich hier Form und Inhalt. Die inhaltliche Aussage „Verselbständigung des Krieges“ wird durch die formale Gestaltung (Bilddiagonale, Bewegung) bestätigt.
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Diese eigentlich grausige und schreckliche wird bei Kubin jedoch gebrochen durch groteske, reiz-/ geheimnisvolle und ästhetisch faszinierende Elemente. Dies geschieht zum einen durch die perspektivisch verzerrte, riesenhafte und damit merkwürdig erscheinende Darstellung des Fußes, zum anderen durch Anleihen aus der antiken Mythologie, die der Gestalt einen geheimnisvollen und faszinierenden Charakter („seine wahre Größe“) geben. Relativ offensichtlich ist der Verweis auf den Kriegsgott Ares (Mars), ebenso vorhanden sind aber auch Hinweise auf Vulcanus und Hades.
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Wie bei Kubin, so sind auch bei Heym keine realen Kriegserfahrungen Hintergrund des 1911 veröffentlichten Gedichts - im Gegensatz zu vielen Gedichten von z.B. Stramm, Lichtenstein oder Trakl. Auch Heym entwirft eine Vision des Krieges, die der von Kubin im wesentlichen entspricht. In der ersten Strophe des Gedichts werden die Eigenschaften einer noch unbekannten (vgl. V.3) Figur beschrieben. Mit deutlicher Anfangsbetonung, der Anapher „Aufgestanden ist er [...] Aufgestanden unten aus...“ (V.1/2) beginnt Heyms Gedicht. Angekündigt wird etwas Großes, Geheimnisvolles, das sich lange Zeit in „Gewölben tief“ (V.2) verborgen hat, jedoch immer schon anwesend war. Das Geheimnisvolle, seine Größe und die Gewölbe, aus denen er aufgestanden ist, verleihen der Figur durchaus einen gewissen ästhetischen Reiz. Die Identität der Figur bleibt zunächst verborgen, der Relativsatz „er, welcher lange schlief“ (V.1) ersetzt den Namen. Nur von seiner Größe, die jedes realistische Maß sprengt, gewinnt man einen recht genauen Eindruck. Ein weiteres Attribut, welches durchgängig mit der Figur in Verbindung gebracht wird ist die Dunkelheit. Sogar den Mond, einen Orientierungspunkt in der Dunkelheit, der außerdem in Verbindung gebracht werden kann mit einer friedlichen, ruhigen Stimmung, den „zerdrückt er in der schwarzen Hand“ (V.4). Damit ist an dieser Stelle verwiesen auf den düsteren, bösen Charakter der Figur. Die düstere, geheimnisvolle Stimmung, die in der ersten Strophe des Gedichts erzeugt wird, wird in Strophe zwei und drei noch gesteigert. Es werden in der
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Arbeit zitieren:
Marius Diekmann, 2002, Unterrichtseinheit: Expressionistische Kriegslyrik - Visionen des Krieges bei Alfred Kubin und Georg Heym (12. Klasse), München, GRIN Verlag GmbH
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