WS 1998/99 „Das große Fressen“ 2
Inhaltsverzeichnis
1. Vorwort 2
2. Einleitung und Problemstellung 3
3. Der Film „Das große Fressen“ 3
3.1. Der Film 4
3.2. Die Charaktere. 5
4. Der Karneval. 7
4.1. Worterklärung 7
4.2. Das Dionysische des Karnevals 8
4.3. Die germanische Mythologie und die Verschmelzung zum Karneval. 9
4.4. Karneval und Feste bei Bachtin und Nietzsche 10
4.5. Ist der Karneval subversiv oder revolutionär? 11
5. „Das große Fressen“ und der Karneval 11
6. Literaturliste. 14
1. Vorwort
Diese Arbeit wurde im Rahmen der Übung „UE Schlemmen, Fasten und das Theater:
Geschmacksdebatten “ (610609) § 1(1)2b, 2(1)1, 3(1)1 erarbeitet, die von Frau ao. Univ.-Prof. Dr.
Brigitte Marschall im Sommersemester 1998 geleitet wurde. Die Aufgabenstellung war, das
selbstgew ählte Thema („Das große Fressen“ und der Karneval) zu behandeln. Wir haben diese
Herausforderung in Gruppenarbeit zu zweit gelöst und hoffen, unsere Ziele mit dieser Arbeit
erreicht zu haben
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2. Einleitung und Problemstellung
Die Aufgabenstellung war den Film „Das große Fressen“ in einer Arbeit zu behandeln. Dieser Film hat bereits Essen mit dem Wort „Fressen“ in seinem Namen. Dies wird noch unterstrichen durch groß, denn es handelt sich um das „große Fressen“ - nicht irgendein. Wir haben uns bei der Beschäftigung mit diesem Film, der zumindest oberflächlich weit bekannt ist, gefragt, welcher Zusammenhang zum Karneval (der ausgelassensten Zeit mit viel „Speis und Trank“) besteht. Diese Fragestellung haben wir anhand einer Literaturrecherche und vor allem einer intensiven Beschäftigung zuerst mit dem Film (unzähliges gemeinsames Ansehen) und anschließend in ausgelassenen Diskussionen, die meist in den frühen Morgenstunden endeten und meist nicht nur dem Thema dieser Arbeit dienten. An dieser Stelle sei unseren Freunden ein Dank ausgesprochen, die uns nicht nur mit diesem Thema ertragen mußten sondern auch noch zur Ehre kamen, mit uns darüber zu diskutieren - ohne ihre Beiträge und Gedanken, wäre diese Arbeit so nicht möglich gewesen. Zuerst beschäftigen wir uns mit dem Film „Das große Fressen“ vor allem mit den Charakteren, um im Anschluß den Begriff des „Karnevals“ näher zu beleuchten. Das dritte Kapitel führt die zwei Begriffe zusammen und beschäftigt sich mit der Fragestellung dieser Arbeit, ob ein Zusammenhang zwischen dem Film und Karneval besteht.
3. Der Film „Das große Fressen“
Zuerst einige Hintergründe und allgemeine Facts zum Film „Das große Fressen“, um im Anschluß näher auf die Charaktere einzugehen. Da der Film im wesentlichen sehr weit bekannt ist, haben wir uns hier zur prägnanten Kürze verpflichtet gefühlt.
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3.1. Der Film
Der italienische Film „Das große Fressen“ entstand 1973 in Frankreich. Regie führte der 1997 verstorbene Marco Ferreri, der gemeinsam mit Rafael Aczona auch das Buch geschrieben hat. Die Musik zu dem Film kommt von Philippe Sarde. Im selben Jahr, 1973, wurde der Film beim jährlichen Festival von Cannes präsentiert und wurde zu einem der größten Skandale in der bisherigen Geschichte des internationalen Festivals. Der Film handelt von einer egoistischen und der Außenwelt gegenüber indifferenten Gesellschaft die beschließt durch einen Selbstmord von der Bildfläche zu verschwinden. Beim Inhalt dreht es sich um vier Männer, die finanziell keinen Mangel leiden, jedoch ein sehr langweiliges Leben führen. Sie kommen überein, das „Gastronomische Seminar“, wie es der Hausherr Philippe nennt, in Canterburry zu veranstalten. Ugo ist der kulinarische Leiter des Geschehens, Marcello der Genießer, der sich nicht nur mit den eßbaren Köstlichkeiten vergnügen will.
Ugo nimmt an der Völlerei teil, dennoch findet er seine Erfüllung in der Zubereitung der Speisen. Obwohl das Essen für ihn nebensächlich ist, besteht er darauf, daß alles aufgegessen wird, was ihn schlußendlich zu seinem Ziel führt. Gegenseitig verpflichten sie sich, sich im Haus ein zu sperren. Geliefert wird nur das Feinste vom Feinsten: Wildschweine, die in der Natur geschossen wurden, sanftäugige Rehe, usw.
Die vier beginnen das Mahl mit dem Spruch: „To be or not to be, that is the question“. Der erste Tag geht sehr „zivilisiert“ über die Bühne. Die Beteiligten wachsen sich vor dem Frühstück; Ugo füttert den Truthähnen, welche später verspeist werden, des exquisiten Geschmackes willen Cognac, Nüsse, Schokolade u.v.m. ein. Als die Frage aufkommt, ob Frauen nun eingeladen werden sollen, kristallisieren sich vier verschiedene Typen heraus: Philippe, der bittet, sich in dieser speziellen Frage frei machen zu dürfen, Marcello, der „schon geil“ ist und unbedingt welche will. Hingegen Ugo, der nur unter Bedingungen einverstanden ist, wobei Michel gar nicht gefragt wird. Schließlich werden doch zwei Huren und eine Lehrerin zu einer
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Soirée eingeladen: Anna, Gitta (beide Huren) und Andrea, die Lehrerin. Den Frauen wird erzählt, daß sich die vier Freunde schon des öfteren hier zusammen gefunden haben, es diesmal jedoch etwas ganz anderes sei, weil das Ziel ihr Tod ist. Eine der Huren findet alle Männer schrecklich und interessiert sich mehr für die Frauen und das Essen. Am nächsten Tag wollen die Huren Andrea davon überzeugen, mit ihnen zu kommen, doch sie beschließt zu bleiben. Das Essen erfüllt das ganze Haus, das für die vier Männer die ganze Welt darstellt. An jedem nur denkbaren Ort des Hauses wird gegessen. So wird einmal in der Küche, dann im Eßzimmer, auch im Schlafzimmer und weiteren Zimmern des Hauses dem oralen Genuß gefröhnt.
In diesem Film wird das Vanitas-Motiv stark betont, die Frauenkörper der drei anwesenden Frauen stellen reine Eitelkeit dar. Michel bekommt bald schreckliche Blähungen - er will jedoch gutmütig sein, aber keinesfalls lasterhaft, womit er seinen Zorn er nun an Ugo und dessen Essen ausläßt. Marcello vergewaltigt Andrea, doch es kommt zu keinem Orgasmus, wofür er Andrea die alleinige Schuld gibt (- schlimm genug). Schließlich will Marcello gehen, weil er meint, vom Fressen nicht sterben zu können, er hat Angst und irgendwie mit dem Leben doch noch nicht abgeschlossen. Aus diesem Grund flüchtet er mit dem Bugatti, den er in der Garage des Hauses gefunden hat - am nächsten Morgen findet Michel ihn tot in dem Auto sitzend.
3.2. Die Charaktere
Da die Charaktere diesen Film zu dem machen, was er ist, haben wir uns entschlossen, hier im folgenden, die einzelnen (wesentlichen) Charaktere kurz darzustellen. Der Film lebt von ihnen, ihrer Beziehungen zu einander, wie sie mit Essen umgehen und welche Handlungen sie setzen.
Arbeit zitieren:
MMag. Philipp Kaufmann, Maya Shanker, 1999, ´Das große Fressen´ und der Karneval, München, GRIN Verlag GmbH
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