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Hausarbeit zum Seminar II: “Modalpartikeln und Co”
im SoSe 2001
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Inhaltsverzeichnis
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2.1 Unbetontes vs. betontes doch 4
2.2 Unbetontes vs. betontes schon 11
2.3 Unbetontes vs. betontes auch 16
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Dazu, die Modalpartikeln als eine eigenständige grammatische Kategorie anzusehen, etwa weil sie wie alle anderen Kategorien auch eine spezifische “indexikalische” (Diewald / Fischer 1998, S.30) Funktion besitzen, ringen sich bisher nur wenige Linguisten durch (z.B. Meibauer 1994, S.25). Aufgrund bestimmter morphologischer und syntaktischer Kriterien erscheint es jedoch unangemessen, alle Unflektierbaren unter der Sammelbezeichnung ‚Partikel‘ zu subsummieren: Denn anders als Modalwörter und Adverbien besitzen Modalpartikeln keinen Satzgliedwert und sind an die Position im Mittelfeld gebunden (Diew. / Fisch., S.77). Sie realisieren im Gegensatz zu Präpositionen und Konjunktionen keine syntaktischen Relationen und heben sich von Fokus- und Gradpartikeln dadurch ab, dass sie sich auf eine ganze Äußerung oder mehr beziehen und nicht auf genau eine Konstituente des Satzes, d.h. sie haben “Satzskopus” (ebd.). Die Diskurspartikel steht im Kontrast zur satzintegrierten Modalpartikel außerhalb des Satzgefüges (ebd., S.85); und die Antwortpartikel kann anders als die satzgliedunfähige Modalpartikel allein als Antwort dienen.
Neben diesem gröberen Raster schlägt Thurmair (1989) noch ein feineres zur Identifizierung dieser Wortklasse vor, wonach Modalpartikeln (=MP) häufig fakultativ, nicht negierbar, nicht erfragbar und illokutionstypmodifizierend sind (S.37). Sehr umstritten bleibt dabei die Frage nach der Betonbarkeit oder Unbetonbarkeit von MP.
Meibauer argumentiert, dass alle Wortklassen mittels Kontrastakzent betonbar sind und schlussfolgert, dass alles, was eine eigene Kategorie sein will, daher auch betonbar sein muss.
Die Zugehörigkeit zu den Adverbien schließt er aus. Es widerstrebt ihm ferner, eine gesonderte Kategorie anzunehmen, die in allen Kriterien außer der Betonbarkeit mit der MP-Klasse übereinstimmt, zumal er die Betonbarkeit sowie die daraus resultierende, seines Erachtens nach kontextabhängige Bedeutungsvariation hinreichend im Kontrastakzent erklärt sieht.
Andere (z.B. Diewald, SoSe2001; Thurmair 1989) dagegen vertreten die Auffassung, dass bei der betonten Wortform keine MP vorliegt. Es bleibt also zu überprüfen, ob die Betonung nicht ein Anzeiger für die Interpretation gemäß der zugrundeliegenden adverbiellen oder einer anderen etymologisch vorausgehenden Schicht ist. Wenn die Akzentuierung der ausgewählten Formen de facto die adverbielle Lesart hervorruft, müssen die entsprechenden Formen zumindest wie Adverbien Satzglieder bzw. Satzgliedteile repräsentieren kön-
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nen oder auf der semantischen Ebene wie jene angeben, unter welchen Umständen ein Sachverhalt existiert oder sich vollzieht, indem sie der Situierung in Raum und Zeit sowie der Angabe modaler oder kausaler Beziehungen dienen (Helbig/Buscha, S.339).
Ein wirklicher Kategorieunterschied zwischen unbetonter MP und betontem Gegenstück muss allerdings anhand einer erkennbar anderen Funktion der beiden Varianten festzumachen sein.
In dieser Arbeit soll genau auf diese Problematik eingegangen werden. Mit Hilfe von Zufallsbelegen aus Fernsehtalkshows wird die sich aufdrängende Hypothese überprüft, nach der sich MP auf einen pragmatischen Prätext (Diew. / Fisch., S.75) bzw. eine als wichtig erachtete, implizite Aussage beziehen, während beim betonten Gegenstück der Bezug auf eine explizite Äußerung vorliegt. Die Auswahl der zu untersuchenden drei Wortformen basierte auf der Frequenz ihrer Verwendung. Es mussten Beispieläußerungen zu der unbetonten sowie der betonten Form gefunden werden, wodurch ‚wohl‘, ‚eigentlich‘ u.v.a. als Kandidaten recht bald ausschieden, da sie betont in der natürlichen Erwachsenensprache viel seltener erscheinen als in von Sprachwissenschaftlern konstruierten Sätzen. Das Ergebnis dieser zweifellos knappen und unerschöpften Untersuchung fällt nicht eindeutig aus. Es wird festgestellt, dass sowohl die unbetonte als auch die betonte Variante an Implizites anknüpfen kann. Die dennoch auffallenden Unterschiede werden unter den einzelnen Lexemen dargestellt und kommentiert.
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2.1 Unbetontes vs. betontes ‚doch‘
Bei Brauße (1988) werden beide Vorkommen getrennt behandelt, die unbetonte Form als MP, die betonte Form als Adverb oder betonte MP (S.98).
Die Autorin stellt fest, dass der Hauptton in einem Satz mit unbetontem GRFK auf einer anderen Konstituente liegt, die somit als Trägerin neuer Information gekennzeichnet wird. Daraus, dass ein Satzteil rhematisch ist, schließt sie, dass “der im Satz ausgedrückte Sachverhalt” - anders als bei betontem '2&+ - “noch nicht Gegenstand des Gesprächs gewesen” (S.101) ist, da sonst eine andere Fokussierung vorliegen würde. Das unbetonte GRFK nimmt also Bezug auf erschließbare, implizite Sätze, q und -q, die aus Handlungen oder Äußerungen abgeleitet werden können, die aber noch nicht thematisiert worden sind und von denen -q korrigiert werden soll (vgl. ebd.).
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Ähnlich formuliert es Lerner (1987) in seinem Mögliche-Welten-Ansatz. Eine Äußerung veranlasst z.B. die Person A zu vermuten, dass B daraus etwas Naheliegendes folgert, nämlich -q. Da in diesem Fall das Naheliegende jedoch nicht zutrifft, korrigiert A die Nicht-Erwartung, die B seiner Meinung nach hegt, durch GRFK (vgl. S.205). Die Korrektur der Proposition -q, die dem Vorkommen des unbetonten GRFK vorausgeht und implizit ist, stellt für ihn die invariante Grundbedeutung (S.204) von ‚doch‘ dar.
Thurmair nimmt eine klare Abgrenzung vor: “Trägt ein Ausdruck, der auch Modalpartikel sein kann, einen Akzent, liegt er in einer anderen Funktion vor, etwa als Gradpartikel oder als Satzadverb; hier wirkt also der Akzent disambiguierend.” (S.22). Unbetontes
GRFK
trägt für sie die Merkmale “
Nach Diewald und Fischer dient GRFK der Indizierung von Alternativen, aus denen der Sprecher eine Option auswählt (S.92): Der “Sprecher legt sich auf eine der Alternativen fest, wobei er die Existenz einer entgegengesetzten Entscheidung anerkennt” (S.93), und der Sprecher entscheidet sich für seine Äußerung trotz einer entgegengesetzten Alternative. Ein mögliches Schema für GRFK wäre demnach:
relevante Situation:
Äußerung:
Auf der Basis dieser verschiedenen Ansätze soll nun in zwei - zwar willkürlichen und nicht repräsentativen, aber interessanten - Beispielen die genaue Bezugnahme des unbetonten GRFK ermittelt werden.
1. Beispieldiskussion
6LWXDWLRQ: Ein junger Mann besucht mit seiner Freundin eine Talkshow, weil er ein Problem mit ihrem Übergewicht hat. Er äußert sich, sie rechtfertigt sich, und die Moderatorin sucht nach einer Lösung. Sie schlägt dem Pärchen gemeinsames Joggen vor. In Erwartung der Einwände, dass das, wenn man ein Kleinkind habe, schlecht möglich sei, hält sie eine
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Arbeit zitieren:
Martina Ochs, 2001, Indexikalische Unterschiede zwischen den Modalpartikeln DOCH, SCHON, AUCH und ihren betonten Gegenstücken, München, GRIN Verlag GmbH
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Einbetten
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