Inhalt:
1. Autor und Erzählung (S.3)
2. Aufbau (S.3/4)
3. Inhalt (S.5)
4. Analyse der Verse 653-983 (S.6-11)
5. Hintergründe, Vergleiche, Aktualität (S.11/12)
6. Literatur (S.13)
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Autor und Erzählung:
Über den Autor, Wernher der Gärtner, lassen sich keine genauen Informationen finden. Man vermutet er war ein fahrender Sänger aus dem Donaubereich, der seine Dichtung der höfischen Gesellschaft gegen Entlohnung vortrug.
Der Name des Dichters ist aus den Schlussversen der Erzählung entnommen, in denen er sich mit „der Moral der Geschichte“ noch einmal direkt an den Leser wendet. „Swer iu ditze mære lese, / bitet daz im got genædec wese / und dem tihtære / Wernher dem Gartenære (V.1931ff)
Wernher der Gärtner schildert im „Helmbrecht“ den bäuerlichen Lebensraum und das bäuerliche Leben im Allgemeinen. Die höheren Stände werden aus Sicht der Bauern betrachtet, letztlich wird sogar Kritik an den höheren Ständen laut. Der Bauernstand wird durch die zugeordnete Sitte und Moral aufgewertet, vor allem durch das Bild des ehrlichen und gottesfürchtigen Maier Helmbrecht.
Die Verserzählung bzw. Märe „Helmbrecht“ wurde ca. 1275 geschrieben. Eine genaue Datierung ist jedoch nicht möglich.
Im Folgenden soll nun zuerst der Aufbau und dann der Inhalt kurz skizziert werden. Anschließend werden die Verse 653-983 genauer analysiert.
Aufbau:
Wernher greift insgesamt nur vier Episoden aus Helmbrechts Leben heraus und stellt diese weitgehend mit Hilfe von Dialogen dar.
In Vers 20-648 werde die Vorbereitungen auf das ritterliche Leben beschrieben, in Vers 697-1455 die erste Heimkehr Helmbrechts, dann von Vers 1463-1813 die Katastrophe von der Hochzeit Gotelints und der Verweigerung des Rückkehrgesuchs in das Haus des Maier Helmbrecht und schließlich von Vers 1823-1912 der Untergang Helmbrechts. Jeweils dazwischen liegen kurze Passagen, die dem Leser den Übergang, bzw. Zeitsprung verdeutlichen.
Eingerahmt wird das Ganze von einem Prolog (V.9-19), der bereits einige Dinge der Dichtung vorwegnimmt, wie „hâr“ (V.10) und „hube“ (V.14; 17) und dem Epilog (V.1913-1934), der die Erzählung als warnendes Exempel darstellt und die „Moral der Geschichte“ präsentiert.
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Prolog (V.9-19)
1. Vorbereitungen auf das ritterliche Leben (V.20-648) aufsteigende Handlung Übergang: ein Jahr Raubritterleben (V.649-696) 2. Erste Heimkehr (V.697-1455)
Übergang: auf dem Rückweg zu den Spießgesellen (V.1456-1462) --------------------------3. Hochzeitsvorbereitungen, Verweigerung der Rückkehr (V.1463-1813) Übergang: ein Jahr Wanderschaft (V.1814-1822) 4. Untergang Helmbrechts (V.1823-1912) absteigende Handlung Epilog (V.1913-1934)
Der Aufbau ist demnach sehr symmetrisch. Weitere Symmetrien lassen sich bezüglich des Inhaltes darstellen. Als zum Beispiel Helmbrecht bei der ersten Rückkehr seine Geschenke verteilt läuft dies in einem streng symmetrischen Muster ab. Die Geschenkvergabe an den Vater umfasst 10 Verse (V.1057-1066), an die Mutter 7 Verse (V.1067-1073), an die Schwester ebenfalls 7 Verse (V.1074-1980) und an Großknecht und Magd wieder 10 Verse (V.1081-1090).
Dieser Gestaltungswille zeigt sich auch in den analysierten Versen, nämlich in den behandelten Begrüßungsszenen.
Zunächst beginnt Helmbrecht mit der Begrüßung aller, dies umfasst 18 Verse (V.711-728), die Verblüffung der Eltern umfasst 2 Verse (V.729-730)
und die Vermutungen der Familie über die Herkunft des Mannes 18 Verse (V.731-148).
Die herausragende Leistung, die Wernher der Gärtner mit diesem Werk vollbracht hat, lässt sich aber nicht nur im äußerst durchdachten Aufbau erkennen, sondern auch in der Wahl der Wörter. Er setzt an manchen Stellen bewusst die Lautmalerei und bildhafte Ausdrucksweise ein.
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Arbeit zitieren:
Andrea Fischer, 2003, Helmbrecht Vers 653-983, München, GRIN Verlag GmbH
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