Inhaltsverzeichnis:
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Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
1. Einführung in die Themenstellung 1
2. Der Welthandel und seine geschichtliche Entwicklung 2
2.1 Historische Hintergründe 2
2.2 Die Entwicklung des Welthandels basierend auf der
Betrachtung der durchschnittlichen Wachstumsraten des
Welthandelsvolumens 5
3. Die Konzentration des Welthandels auf die Regionen der Erde 7
3.1 Die Veränderung der Verteilung der Welthandelsströme
auf die Regionen 7
3.2 Die Handelsverflechtungen der Regionen 10
4. Ausblick auf die weitere Entwicklung des Welthandels 12
5. Fazit 14
6. Literaturverzeichnis 15
II
Abbildungsverzeichnis:
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Abb 1: Durchschnittliche Zölle auf Industrieprodukte
in den Industrieländern 1950 und vor Beginn der
Uruguay-Runde 1984 4
Abb 2: Durchschnittliche Wachstumsraten des realen
Weltbruttoinlandsproduktes und des
Welthandelsvolumens (Weltexports) 5
Abb 3: Weltweiter Anstieg von Handel und Produktion 6
Abb 4: Die Verteilung der Welthandelsströme auf die Regionen 8
Abb 5: Intra - und interregionaler Warenhandel 2001 in Mrd US Dollar 11
Abb 6: Handelsverflechtungen Triade (alle Produkte) in Mrd 12
US Dollar und Anteil am Weltexport in Prozent
III
1. Einführung in die Themenstellung und Vorgehensweise
“Under a system of perfectly free commerce, each country
naturally devotes its capital and labour to such employments as are most beneficial to each. This pursuit of individual advantage is admirably connected with the universal good of the whole” 1 .
David Ricardo (1772 bis 1823) stellte in seinem Hauptwerk “Über die Grundsätze der Politischen Ökonomie und der Besteuerung“ das Theorem der "komparativen Kostenvorteile" auf. Mit seinen Gedanken zum Außenhandel sprach er gegen den Geist seiner Zeit, er propagierte statt Zöllen den freien Handel. Er begründete dies mit folgendem Argument: Der Warenaustausch zwischen zwei Ländern lohne sich für beide auch dann, wenn ein Land alle Güter günstiger herstellen kann als das andere. Ricardo erklärte seine Theorie der "komparativen Kostenvorteile" am Beispiel der Handelsnationen England und Portugal und der beiden Allerweltsgüter Tuch und Wein. Ricardo ging von der stark vereinfachten Vorstellung aus, dass beide jeweils nur ein Gut liefern: Das industrialisierte England beziehe Wein aus dem Agrarland Portugal und exportiere seine Stoffe nach Portugal. Dieser Handel sei für beide Länder von Nutzen, sagt Ricardo, obwohl Portugal beide Güter (in Arbeitszeit gemessen) zu niedrigeren Stückkosten herstellen könne als England. Da die Portugiesen jedoch im Vergleich zu den Engländern bei der Weinerzeugung noch deutlich produktiver seien als bei der Tuchherstellung, liege der komparative Kostenvorteil Portugals bei Wein. Für Portugal lohne es sich daher, sich auf die Weinerzeugung zu konzentrieren und das Tuch nicht mehr selbst zu weben, sondern im Handel mit England gegen Wein einzutauschen, denn die Portugiesen bräuchten weniger Arbeit, die für den Export benötigte Menge Wein zu erzeugen, als sie einsetzen müssten, wenn sie das Tuch für den Eigenbedarf selbst fertigen. Die Engländer hätten einen komparativen Kostenvorteil bei Tuchen: Ihr Arbeitseinsatz, das für den Tausch benötigte Tuch herzustellen, sei geringer als beim Anbau des eigenen Weins. Diese eingesparten Arbeitskräfte könne England dann profitabler in anderen Industriezweigen einsetzen. David Ricardos Fazit: Wenn sich jedes Land auf das Produkt konzentriere, das es, relativ gesehen, günstiger produzieren kann, wachse in beiden Ländern der Wohlstand 2 .
1 Ricardo 1817, S. 95.
2 Vgl. Modernisierung in Gesellschaften 2000, o.S..
- 1 -
David Ricardos Theorie der komparativen Kostenvorteile wird heute regelmäßig zur Begründung des Freihandels herangezogen, kann somit als Grundgedanke für das System der internationalen Handelsverflechtungen betrachtet werden.
Anhand dieser Seminararbeit soll der Versuch unternommen werden, die räumliche Konzentration der Welthandelsströme empirisch zu belegen. Hierzu wird, basierend auf den historischen Hintergründen, die Entwicklung des Welthandels aufgezeigt (Kap. 2.). Im Anschluss daran folgt ein Überblick über die Konzentration des Welthandels auf die Regionen (Kap. 3.). Zu Ende dieser Arbeit wird ein Ausblick über mögliche weitere Entwicklungen des Welthandels aufgezeigt (Kap. 4.) und ein kurzes Fazit gegeben (Kap. 5.).
2. Der Welthandel und seine geschichtliche Entwicklung
2.1 Historische Hintergründe
Globalisierung ist kein neuer Prozess, doch hat sich ihre Form ständig verändert 3 . Güterhandel wurde über Jahrhunderte hinweg vor allem innerhalb Europas betrieben. Nach den großen Entdeckungen der europäischen Seefahrer mit der Eroberung der „neuen Welt“ und der Bildung von Kolonien (z.B. durch Großbritannien in Indien und Südafrika oder durch Frankreich in Algerien und Marokko, etc.), kam es im 17. Jahrhundert zu einer ersten Blüte des Welthandels. Dieser oft sehr einseitige Handel bestand vor allem aus dem Ausbeuten der Kolonien von Rohstoffen und Sklaven.
Bereits im späten 19. Jahrhundert bestand eine sehr asymmetrische internationale Arbeitsteilung zwischen Nord und Süd. Exportiert wurden Industrieprodukte aus den europäischen Staaten und später auch aus den USA, importiert wurden Kolonialwaren und Rohstoffe nach Europa und in die USA 4 . Generell ist zu sagen, dass sich seit der Entdeckung Amerikas (1492) eine, von Europa ausgehende Unterwerfung bzw. Verstaatlichung der Welt vollzog 5 .
3 Vgl. Harvey 1997, S. 28ff..
4 Vgl. Deutscher Bundestag 2002, S. 49ff..
5 Vgl. Schubert 1999, S. 12ff..
- 2 -
Durch die Entstehung von Manufakturen und Industriebetrieben in Europa und Nordamerika entstanden immer stärkere Handelsbeziehungen über die nationalen Grenzen hinweg. Aufgrund einer stetig differenzierten Arbeitsteilung konnte die Effizienz der Produktion aller Handelspartner gesteigert werden. Der Trend zur fortschreitenden Differenzierung war eng mit dem Aufstieg der Konzepte von Nation und Nationalität verbunden 6 .
Die beiden Weltkriege brachten einen Einbruch in die internationalen Handelsverflechtungen, und durch die, zwischen den W eltkriegen liegende, Weltwirtschaftskrise entfernten sich die Nationen durch Autarkiepolitik und Abwehr von Importen 7 . Nach dem 2. Weltkrieg entstand eine Entnationalisierung der Staaten und die Zunahme supranationaler Staatenzusammenschlüsse 8 . Wirtschaftliche Verflechtungen und der Ausbau des Außenhandels wurden jetzt politische Ziele. Die Kriegsverlierer Japan 9 und Deutschland 10 profitierten außerordentlich stark von dieser Westintegration, so dass sie hinter den USA bis heute zu den bedeuternsten Wirtscha ftsnationen zählen. Die USA war zweifellos die treibende Kraft für eine zunächst atlantische und dann globale Weltwirtschaftsordnung. Sie versuchte damals wie heute freien Handel ohne ausdrücklich faire Sozialstandards festzuschreiben 11 . 6 Vgl. Schubert 1999, S. 12ff..
7 Vgl. Deutscher Bundestag 2002, S. 49.
8 Vgl. Jessop 1997, S. 63ff..
9 Das asiatische Land Japan orientierte sich seit der Meiji Ära, die im Jahre 1868 begann, in vielen Bereichen an den westlichen Staaten. Vgl. May 1996, S. 107.
10 Nur die Bundesrepublik Deutschland profitierte von der Westintegration.
11 Vgl. Deutscher Bundestag 2002, S. 50.
- 3 -
Arbeit zitieren:
Hendrik Pohl, 2004, Welthandel im Rahmen von Globalisierung und Regionalisierung, München, GRIN Verlag GmbH
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