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1. Einleitung...................................................................................................................... 2 2. Zentrale macht- und diskursanalytische Thesen und Begriffe......................................... 4
3. Was ist Punk?................................................................................................................ 6 4. Punk in der Bundesrepublik Deutschland - Von Hansaplast zu den Chaos - Tagen in
Hannover .......................................................................................................................... 8 5. Punk in der DDR - ein Sonderfall? .............................................................................. 12 6. Machtstrategien und -Praktiken im Umgang mit Punk ................................................. 16
7. Fazit ............................................................................................................................ 20 8. Literatur ...................................................................................................................... 22
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In der 68er Revolte kam es zu einer Renaissance der kritischen Repressionstheorie, insbesondere in Form des Freudmarxismus. Foucault schreibt dazu:
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Und weiter:
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In seinen früheren Schriften, bis hin zu ,,Die Ordnung des Diskurses" vertrat auch Foucault eine spezifische Form dieser Repressionshypothese. Danach jedoch kritisierte er diese als viel zu einfach. Foucault will nun versuchen,
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da die Repressionshypothese die überaus komplexen, produktiven und daher um einiges gefährlicheren Mechanismen der Macht übersieht. Denn diese Macht unterdrückt nicht einfach nur Subjektivität, sondern sie ist es, die diese Subjektivität zuerst produziert. In diesem Zusammenhang untersucht Foucault das Zusammenspiel von Machtpraktiken und Diskursen, da dieses Zusammenspiel die Grundlage der Produktivität bildet. Foucault entwickelt seine Theorie an Hand der Sexualität, meines Erachtens nach werden diese Mechanismen der Macht ebenfalls am Beispiel des Punk deutlich.
Millionen von Jugendlichen definieren sich in ihrer Individualität über die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe innerhalb der modernen Popkultur, seien es Punks, Techno-Kids, Hip-Hoper, ,,Grufties", Bluser oder einfach nur ,,Normalos". Doch wie kommt es, daß Subkulturen, die sich als Kulturen der Außenseiter verstanden, plötzlich zu Massenkulturen werden? Beispiele der letzten Jahre sind dafür der Grunge um seine Ikone Kurt Cobain sowie der Techno. Andere dagegen, zum Beispiel der Punk, verschwinden in der (öffentlichen) Bedeutungslosigkeit, werden tabuisiert beziehungsweise werden um ihre Radikalität gebracht und nur noch einige Elemente fließen in andere Bereiche der Popkultur ein.
Meiner Meinung nach lassen sich hier Machtstrategien wie Eingrenzung und Ausgrenzung, Formation von Diskursen, Akzeptanz bzw. Ablehnung von Diskursen deutlich erkennen. Ich werde versuchen zu zeigen, daß trotz der unterschiedlichen politischen Verhältnisse in Ost- und West-, bzw. Gesamtdeutschland im Zusammenhang mit dem Punk dieselben Strategien, wenn auch auf die besonderen Situationen spezifiziert, angewendet wurden. Als Beispiele sollen mir hierbei vor allem die Chaos-Tage in Hannover und die (vor allem musikalische) Subkultur in der DDR, für die die Musik-Sendung PAROCKTIKUM des Jugendradio DT64 eine zentrale Rolle spielte, dienen. Die Chaos-Tage wurden ausgewählt, weil sie besonders stark im öffentlichen Bewußtsein präsent sind und hier die zu beschreibenden Mechanismen am deutlichsten zu Tage treten. Das Beispiel aus der DDR soll kein Gegenbeispiel darstellen, vielmehr sollen dieselben Strategien einer Macht im Foucaultschen Sinne an einem anderem Aspekt des Phänomen Punk in einem anderen gesellschaftlichen System beleuchtet werden.
Untersucht werden soll eine ,,Menschenführung", deren Mechanismen überall wirken, aber
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am Beispiel des Umgangs mit dem Phänomen Punk besonders deutlich wird. Foucault verwendet den Begriff Menschenführung, da
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Hannelore Bublitz bemerkt dazu:
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Im folgenden sollen zunächst die wichtigsten macht- und diskursanalytischen Thesen und Begriffe Foucaults skizziert werden. Danach folgt eine kurze Darstellung des Punk im allgemeinen, sowie eine Rekonstruktion der Chaos-Tage und der Sendung PAROCKTIKUM als spezielle Aspekte dieses Phänomens. Daraufhin soll dann abschließend gezeigt werden, daß die Repressionshypothese auch im Bezug auf den Punk zu kurz greift und daß die Foucaultsche Macht- und Diskursanalyse weitreichendere Ergebnisse liefert.
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Foucaults Ausgangspunkt ist eine Kritik der modernen Erkenntnistheorie seit Descartes. Der Annahme einer ursprünglichen Erfahrung, für welche die Gegenstände Träger von Wahrheit und Bedeutung darstellen, die Sprache nur noch ausdrücken muß 5 stellt Foucault die These entgegen, daß es nichts hinter den Diskursen gebe; Welt sei nur durch Sprache zu haben, wird durch sie nicht etwa repräsentiert, sondern allererst konstituiert. Diese Sprache wird von einer symbolischen Ordnung bestimmt. Ebenso wird Wahrnehmung stets durch die diskursive Einbindung der Wahrnehmenden geprägt und ermöglicht, auch sie ist also keineswegs ursprünglich. Der Mensch als Subjekt ist somit abhängig von den
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Diskursen, in denen er erkennt und spricht und die ihn selbst hervorbringen und ausmachen.
Was versteht nun Foucault unter Diskursen? Zum einen verwendet er einen weiten Diskursbegriff, so spricht er in ,,Die Ordnung des Diskurses" vom ,,großen unaufhörlichen und ordnungslosen Rauschen des Diskurses" 6 . Dieser Diskurs erzeugt Angst und wird mit Hilfe zahlreicher Verbote und Regeln gebändigt, da er ordnungslos und unberechenbar ist. Zum anderen ist Diskurs ein wissenssoziologischer Begriff, der ,,eine Menge von Aussagen, die einem gleichen Formationssystem zugehören" 7 bezeichnet. Unter Aussage versteht Foucault ,,die völlig individualisierte, kontingente, anonyme und ebenso knappe wie nackte Materialität des zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort wirklich Gesagten" 8 . Aussagen werden nun gemäß bestimmten, historisch variablen Regeln zu Formationen verbunden. Die Untersuchungen dieser Formationen sowie deren Bedingungen, als auch der Aussagen sind Gegenstand der Diskursanalyse. Diskurse bzw. diskursive Praktiken stehen nun in einer engen Beziehung zu Praktiken der Macht und des (Wissen)-Begehrens. In ,,Die Archäologie des Wissens" vertrat Foucault die These, daß diese Praktiken von den Diskursen abhängig seien, diskursive Praktiken beziehen sich auf nichtdiskursive Praktiken in bildender Weise. 9 In ,,Die Ordnung des Diskurses" geht er dagegen davon aus, daß der Diskurs bzw. die diskursiven Praktiken nicht- diskursiven Bedingungen unterstehen. 10 Die Macht würde versuchen, den Diskurs zu bändigen, zu verknappen, zu kontrollieren und zu organisieren. Foucault benennt den Ausschluß, das Verbot, die Tabuisierung von Themen, die Ritualisierung von Redesituationen, die Entmündigung der Wahnsinnigen, die Grenzziehung zwischen wahr und falsch sowie das Prinzip des Autors als Beispiele für diese Praktiken. 11 In ,,Der Wille zur Macht" führt Foucault zur Kennzeichnung des Macht/Wissen-Komplexes nun eigens den Begriff des Dispositivs ein. Dispositive sind nun ,,machtstrategische Verknüpfungen von Diskursen und Praktiken, Wissen und Macht" 12 . Foucault beschreibt somit einen Machtholismus, die Dispositive der Macht beinhalten somit Diskurse und Praktiken, Wissen und Macht. Die Produktivität dieser Macht zeigt sich in den Disziplinen, mit denen einzelne Körper abgerichtet, normalisiert werden sollen.
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Foucault untersuchte diese Praktiken körperlicher Disziplinierung zunächst an Hand des Gefängnisses, er stellte jedoch fest, daß die Disziplinen auch in anderen Einrichtungen wirksam sind: in der Schule, im Krankenhaus, in der Armee und in der Fabrik. In ,,Überwachen und Strafen" werden die Disziplinen als Verteilung der Individuen im Raum, Kontrolle der Tätigkeit, vor allem in Form von Zeitplanung, die Organisation von Entwicklungen und die Zusammensetzung von Kräften bestimmt. 14 Anhand des Punk sollen nun die Funktionsweisen der Macht im Sinne Foucaults näher erläutert werden. Des weiteren soll gezeigt werden, daß die Macht die Legitimisierung der Anwendung dieser Praktiken wiederum aus dem, von ihr hervorgebrachtem, Diskurs bezieht. Demnach ist das Verhältnis Macht-Diskurs kein einseitiges Verhältnis, sondern vielmehr ein ständiges Wechselspiel. Dies folgt unter anderem aus der Bestimmung des Menschen als ein den Diskursen unterworfenes Subjekt. Und eben dieser Mensch ist ja der Ausführende der Praktiken der Macht.
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Das Wort ,,Punk" kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie miserabel, Müll, Rowdy, Strichjunge oder auch Aussteiger. Es wird heute als Bezeichnung für eine bestimmte Musikrichtung ebenso wie für Angehörige einer bestimmten Subkultur verwendet. Punk wird im allgemeinen folgendermaßen definiert:
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Im öffentlichen Sprachgebrauch der heutigen Bundesrepublik kommt es dabei zu einer Vermischung verschiedener Begriffe. Die Begriffe Punks, Autonome, Autonome Linke, Autonome Punks und Linke Chaoten werden häufig auf ein und dieselbe Personengruppe
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Arbeit zitieren:
Ingo Teichert, 2001, Eine Untersuchung zum Punk unter Berücksichtigung der Foucaultschen Macht- und Diskurstheorie, München, GRIN Verlag GmbH
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