Offene Systeme und Standardisierung im Internet
von: Martin Schaedler
Inhalt
1 Fragestellung 5
2 Open Source Software 5
2.1 Entwicklungsprozess 7
2.2 Qualitätssicherung 8
2.3 Einsatzmöglichkeiten bei der Impuls-Schuh-AG 9
3 Kompatibilität von Informations- und Kommunikationstechnologien 11
3.1 Wie wird Kompatibiltät gewährleistet? 11
3.2 Standardisierungsorganisationen 13
3.3 Praktische Bedeutung für die Impuls-Schuh-AG 14
4 Zusammenfassung 16
Literatur 18
Anhang 1: Open Source Ressourcen 20
Anhang 2: Anforderungen an Open Source Software 21
1 Fragestellung
Im Rahmen von IT-Projekten stehen Entscheider häufig vor der grundsätzlichen Fragestellung, ob Software fremdbezogen oder eigenentwickelt werden soll. Diese Entscheidung muss nicht notwendigerweise eine klassische „Make or Buy“ Entscheidung sein, denn über das Internet sind eine Vielzahl von Softwareprodukten im Rahmen von Open Source (OS) Projekten kostenfrei zu beziehen. Entscheidet man sich für den Einsatz von OS Software, stellt sich häufig die Frage der Integration in bestehende bzw. im Aufbau befindliche Informations- und Kommunikationstechnologien (IuK).
Die vorliegende Fallstudie erläutert am Beispiel der im Kurs referenzierten Impuls- Schuh-AG Entwicklungsprozess, Qualitätssicherung und konkrete Einsatzmöglichkeiten von OS Software. Darüber hinaus wird aufgezeigt, wie mittels Normen und Standards die Kompatibilität der Komponenten gewährleistet wird, welche Organisationen dafür zuständig sind und wo sich konkrete Auswirkungen für das ITProjekt der Impuls-Schuh-AG ergeben können.
2 Open Source Software
Die Geschichte der OS Bewegung reicht bis in die Anfänge der 70er Jahre zurück, doch erst 1998 wurde OS als Markenzeichen definiert und offiziell eingetragen.1 OS Software ist, wie der Name bereits vermuten lässt, Software, deren Quellcode öffentlich verfügbar ist. Doch „Open source doesn′t just mean access to the source code.”2 Insgesamt verlangt die Open Source Initiative die Erfüllung einer Reihe von weiteren Anforderungen bzgl. Modifikations- und Distributionsrechten, die eine stetige Weiterentwicklung und rasche Verbreitung der Software garantieren sollen.3 OS Software ist zwar eine kostenfrei verfügbare Software, unterliegt aber im Gegensatz zu Public Domain Software Lizenzbedingungen. Grundsätzlich lassen sich drei Arten von OS Lizenzmodellen unterscheiden. Die General Public License (GPL)4 ist das OS Lizenzmodell schlechthin. Oberstes Ziel dieser Lizenz ist die Sicherstellung des Fortbestehens der OS Software indem sie alle Einschränkungen bezüglich Weitergabe und Nutzung untersagt. GPL Software kann folglich nicht gemeinsam mit proprietärer Software, für die Lizenzeinschränkungen gelten, vertrieben werden, was eine kommerzielle Nutzung nahezu unmöglich macht.
Eine Library / Lesser General Public License (LGPL) 5 ist ausschließlich auf Softwarebibliotheken (eng: libraries) anwendbar und beinhaltet weniger (eng. lesser) Beschränkungen bezüglich der kommerziellen Nutzung, indem es die Distribution der Software-Bibliotheken in Zusammenhang mit proprietärer Software erlaubt. Das älteste und mitunter liberalste Lizenzmodell ist die Berkeley Software Design License (BSD),6 die auch eine freie, kommerzielle Verwendung der Software ermöglicht. Jede Weiterentwicklung muss lediglich den Copyright Hinweis des ursprünglichen Entwicklers beinhalten. Durch die freie, kommerzielle Nutzbarkeit besteht jedoch die permanente Gefahr, dass Weiterentwicklungen als Closed Source Software (s. unten) kommerzialisiert werden. Will sich die Impuls-Schuh-AG bestimmte, kommerzielle Verwertungsrechte für OS Software basierte Entwicklungen sichern, sollten nur Komponenten verwendet werden, die unter der BSD bzw. LGPL Lizenz stehen. Alternativ kann gleich auf Public Domain Software zurückgegriffen werden, die keinerlei Lizenzeinschränkungen unterliegt.
Zu unterscheiden ist OS Software von Closed Source Software und Shared Source Software. Erstere wird meist von einer kommerziellen Entwicklergruppe oder einem Unternehmen entwickelt, das den Source Code nicht veröffentlicht, um das geistige Eigentum zu sichern. Shared Source Software ist die Antwort des Softwaregiganten Microsoft (MS) auf die Open Source Bewegung. Im Grundsatz regelt der Shared Source Ansatz7 den genehmigungspflichtigen Zugang zu MS Quellcodes, insbesondere der Windows Plattform. Die Modifikat ion oder das Kopieren des Codes ist jedoch untersagt. Mit dieser Maßnahme will Microsoft v.a. Gerüchten entgegen treten, nach denen Windows durch ein sog. Backdoor unautorisiert persönliche Daten an einen Microsoft Server kommuniziert. Mit den Zielen der OS Bewegung hat dies wenig zu tun. Unabhängig davon gibt Microsoft nach eigenen Angaben seit vielen Jahren Quellcodes zu Forschungszwecken an akademische Einrichtungen weiter.8
3.0 Entwicklungsprozess
[...]
1 vgl. für Details [OSD2003a]
2 [OSD1997]
3 vgl. Anhang 2: Anforderungen an Open Source Software
4 [OSD2003d]
5 [OSD2003e]
6 [OSD2003f]
7 vgl. [MSSS2003]
8 vgl. [Krem2002]
Arbeit zitieren:
Martin Schädler, 2004, Offene Systeme und Standardisierung im Internet, München, GRIN Verlag GmbH
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