Inhaltsverzeichnis:
1. Einleitung 3
2. Definitionen. 4
2.1 Streit und Konflikt. 4
2.2 Gewalt 4
2.3 Prävention und Intervention: 5
3. Präventionsmodell der Streitschlichtung. 6
3.1 Ursprung und Ziel der Streitschlichtung. 6
3.2 Aufgaben und Funktion der Streitschlichter. 9
4. Verschiedene Modelle der Streitschlichtung an Schulen 10
4.1 Das Schüler-Streitschlichter-Programm „Streiten, Vermitteln, Lösen“ von Karin
Jefferys und Ute Noack 10
4.1.1 Das kooperative Konfliktlösetraining 11
4.1.1.1 Konflikte und Konfliktausgänge 12
4.1.1.2 Toleranz und Einfühlung 12
4.1.1.3 Gefühle erkennen und ausdrücken 12
4.1.1.4 Selbstkontrolle und Ermutigung. 12
4.1.1.5 Sich akzeptabel mitteilen 13
4.1.1.6 Zuhören und konzentrieren. 13
4.1.1.7 Aktives Zuhören 13
4.1.1.8 Vorbereitung der Konfliktlösung 13
4.1.1.9. Kooperative Konfliktlösung 14
4.1.2 Die Schüler-Streitschlichter-Ausbildung 14
4.1.2.1 Grundlagen der Schlichtung 15
4.1.2.2. Vorurteile 15
4.1.2.3. Vorbereitung und Einleitung der Schlichtung 16
4.1.2.4. Austausch der Standpunkte. 16
4.1.2.5. Lösungsphase. 16
4.1.2.6. Abkommen und Schlusswort. 16
4.1.2.7. Nach der Schlichtung. 17
4.1.2.8. Ko-Schlichtung 17
4.1.2.9. Abschluss der Ausbildung 17
5. Kritik 18
6. Resümee 19
7. Literaturverzeichnis 20
2
1. Einleitung
Im November 1999 erstach ein 15jähriger des Franziskaneums in Meißen seine Lehrerin. Ende April 2002 erschießt im Gutenberg-Gymnasium in Erfurt ein 19jähriger 15 Menschen, anschließend sich selbst.
Anfang Februar 2004 wird ein 18jähriger Berufsschüler in Hildesheim von neun Mitschülern über Monate hinweg gequält und dabei gefilmt.
Das Thema „Gewalt an Schulen“ erregt durch Vorfälle wie diese immer mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit und in den Medien.
Durch die Massenmedien wird der Anschein erweckt, dass an vielen Schulen Gewalt zum Alltag gehört. 1 Doch gibt es Gewalt an Schulen nicht erst seit Meißen, Erfurt und Hildesheim. Auch stellen zahlreich durchgeführte Studien übereinstimmend fest, dass in den meisten Schulen von einer alltäglichen Gewalt nicht die Rede sein kann. 2 Neu ist allerdings die Brutalität einzelner Schüler.
Durch Arbeitslosigkeit, soziale Not und Scheidungen der Eltern fehlt es den Kindern und Jugendlichen oft an Fürsorge. Durch das gewalttätige Verhalten der Eltern in manchen Familien und vor allem durch die Gewaltdarstellungen in den Medien sinkt die Hemmschwelle der Kinder und Jugendlichen. Sie glauben Gewalt sei ein praktisches Mittel um Probleme zu lösen.
Da die Kinder und Jugendlichen einen Großteil ihrer Zeit in der Schule verbringen und diese eine zentrale Rolle in ihrem Leben einnimmt, sind Modelle zur Konfliktbearbeitung nötig, die gegenseitige Anerkennung und Verständnis fördern, sowie eine offene und wertschätzende Kommunikationskultur entwickeln. Da die Streitschlichtung ein bewährtes Modell ist, bei der in einen Konflikt geratene Schüler/innen diesen unter Moderation eines Mitschülers gemeinsam lösen lernen, möchte ich in dieser Hausarbeit das Thema „Streitschlichtung“ bearbeiten. Zuerst werde ich auf die Definitionen der Begriffe „Streit und Konflikt“, „Gewalt“ und „Prävention und Intervention“ zu sprechen kommen und anschließend auf das Präventionsmodell der Streitschlichtung eingehen. Im letzten Teil dieser Arbeit wird es um
1 Schubarth, Wilfried/ Kolbe, Fritz-Ulrich/Willems, Helmut: Gewalt an Schulen: Ausmaß,
Bedingungen und Prävention. Quantitative und qualitative Untersuchungen in den alten und neuen
Ländern (1996); ; S. 7
2 Tillmann, Klaus-Jürgen/ Holler-Nowitzki, Birgit/ Holtappels, Heinz Günther/ Meier, Ulrich/ Popp,
Ulrike: Schülergewalt als Schulproblem: Verursachende Bedingungen, Erscheinungsformen und
pädagogische Handlungsbedingungen (1999); S. 112
3
verschiedene Modelle der Streitschlichtung gehen und ich werde ein Schüler-Streitschlichter-Programm kurz vorstellen.
2. Definitionen
2.1 Streit und Konflikt
Unter einem Streit bzw. Konflikt versteht man einen Interessengegensatz, aus dem Auseinandersetzungen folgen. Diese Auseinandersetzungen zwischen Personen oder Gruppen besitzen verschiedene Intensitäten und Gewaltsamkeiten. Inhalte eines Konfliktes sind Differenzen über Werte, Lebensziele, Status-, Macht- oder Verteilungsverhältnisse. 3
2.2 Gewalt
Von einer bestimmten Form von Gewalt ist jemand betroffen, der einmalig oder wiederholt mit einer negativen Handlung eines anderen konfrontiert wird. Unter einer negativen Handlung versteht man Verletzungen oder Unannehmlichkeiten, die jemand absichtlich einem anderen zufügt. Man unterscheidet zwischen verschiedenen Formen von Gewalt:
• „Körperliche (Physische) Gewalt“:
Unter „Physischer Gewalt“ versteht man Handlungen, die zu Körperlichen Verletzungen führen können, wie zum Beispiel:
• „Seelische (Psychische) Gewalt“:
Unter den Begriff „Psychische Gewalt“ fallen Handlungen wie zum Beispiel: Drohen - Spotten - Verleumden - Belügen - 3 Meyerneues Lexikon: in 10 Bänden/ hrsg. und bearbeitet von Meyers Lexikonredaktion [Meyers
Lexikonverlag] (Band 5 (1993); S.362)
4
Beleidigen - Diskriminieren - Unterdrücken - usw. - Gewaltkann gegen Menschen, Tiere, Pflanzen, Gegenstände oder die Natur gerichtet sein.
Der Täter ist in der Regel stärker als das Opfer. 1
2.3 Prävention und Intervention:
Den Begriffen Prävention und Intervention kommt eine große Bedeutung für die Pädagogik zu. Dennoch gibt es für diese Begriffe keine deutliche inhaltliche Bestimmung.
Der Begriff der Prävention wird allerdings im allgemeinen Sprachgebrauch als „vorbeugendes Eingreifen“ definiert. 2
Unter der Intervention versteht man dagegen ein bewusstes und zielgerichtetes Eingreifen, das sich auf ein konkretes Geschehen bezieht. 3 Die Intervention findet also erst nach einer Störung statt. 4
Prävention kann in eine primäre Prävention, sekundäre Prävention und eine tertiäre Prävention unterteilt werden. 5
Zu der primären Prävention gehört die Aufklärung, Anleitung und Beratung, um bereits abweichendes Verhalten zu bearbeiten und so Gewalt zu verhindern. In der Schule zielt primäre Prävention auf die Konfliktlösung ohne Niederlage und die Entwicklung von sozialen Strukturen. 6 Bei der sekundären Prävention soll durch beratende, behandelnde
und betreuende Angebote verhindert werden, dass sich bei Personen mit noch nicht gefestigtem, abweichendem Verhalten dieses erhärtet. 1 Hier gehören zu den schulischen Maßnahmen die Deeskalation von Gewalttaten, sowie der Aufbau von sozialem Verhalten. 2
1. Kleber, Hubert: Konflikte gewaltfrei lösen...mit CD-Rom: Baustein A - Gewalterfahrung und
Gewaltbegriff, Lerneinheit 2 - Was ist Gewalt? S. 8
2 Böllert, K.: Prävention (1996), S.439
3 Ohne Verfasser: Intervention (1996), S. 257
4 Böllert, K.: Prävention (1996), S. 339; ebenso: Mühlensiefen, D.: Intervention (1997); S.506
5 Böllert, K.: Prävention (1996), S. 439
6 Herriger, N.: Prävention (und Jugendhilfe) (1996), S.371 f.
1 Böllert, K.: Prävention (1996), S. 439
2 Herriger, N.: Prävention (und Jugendhilfe) (1996), S. 371 f.
5
Durch Besserung, Nacherziehung und Resozialisation sollen in der tertiären (dritten) Prävention zukünftige Normverstöße vermieden werden. 3 Unter der tertiären Prävention versteht man im schulischen Bereich den Aufbau und die Stärkung von Selbstregulierung und Eigengestaltung. 4
Allerdings gehört die tertiäre Prävention eher zu den interpräventiven Maßnahmen. Wichtig ist, dass sich die Begriffe „Prävention“ und „Intervention“ ergänzen, da die Prävention in der Schule auch interventionelle Aspekte berücksichtigt.
3. Präventionsmodell der Streitschlichtung
3.1 Ursprung und Ziel der Streitschlichtung
Seit ungefähr zehn Jahren wird die Streitschlichtung bzw. Mediation an deutschen Schulen als Bestandteil der Konfliktbearbeitung praktiziert. 1 Mediation bedeutet wörtlich übersetzt „Vermittlung“. 2 Ihren Ursprung hat die Mediation in den USA.
1898 genehmigte der amerikanische Kongress erstmals dieses Verfahren zur Lösung von Arbeitskonflikten. Ab 1913 wurde die Mediation vorwiegend benutzt, um tarifliche Auseinandersetzungen zu klären. 3 Auch hatten die Quäker (Religiöse Gesellschaft der Freunde), welche mit ihrer Verhandlungsarbeit an politischen Verhandlungen der USA mit dem Nahen Osten erfolgreich beteiligt waren, großen Einfluss auf die Anerkennung des Mediationsverfahrens. In den 60er-Jahren wurde die Mediation zur außergerichtlichen Einigung, besonders bei Scheidungen, genutzt. In den USA wurden Anfang der 70er-Jahre Trainingsprogramme für Schüler/innen und Lehrer/innen entwickelt.
1972 führten die Quäker in New York ein Programm an öffentlichen Grund- und Hauptschulen ein. Dieses Programm, mit dem Namen „Children´s Creative Response to Conflict“ (CCRC) hatte das Ziel, die „Abhängigkeit von Konkurrenz
3
Böllert, K.: Prävention (1996), S. 439
4 Herriger, N.: Prävention (und Jugendhilfe) (1996), S. 371 f.
1 Bildungsteam Berlin-Brandenburg e.V. (Hoffmann, Almut; Howald, Jenny; Brandl, Matthias;
Blome, Susanne; Glampke, Tatjana; Walter, Willi) : Alltagskonflikte durchspielen. Rollenspiele für
den Mediationsprozess (2001); S.8
2 Bildungsteam Berlin-Brandenburg e.V. (Hoffmann, Almut; Howald, Jenny; Brandl, Matthias;
Blome, Susanne; Glampke, Tatjana; Walter, Willi): Alltagskonflikte durchspielen. Rollenspiele für
den Mediationsprozess (2001); S.8; auch: Bäuerle, Siegfried/ Moll-Strobel, Helgar/ Reinert, Gerd-
Bodo/ Wehr, Helmut: Gewalt in der Schule (2. erweiterte Auflage 2001); S. 199
3 Proksch, R.: Mediation. Ein neues Verfahren zur eigenverantwortlichen, selbstständigen
Konfliktlösung. Entwicklung, Stand, Grundsätze (1999), in: Sozialmagazin.Die Zeitschrift für soziale
Arbeit, 24.Jahrgang Heft 1, S. 16-27; S. 18
6
Arbeit zitieren:
Ann-Christine Bräuer, 2004, Streitschlichterprogramm, München, GRIN Verlag GmbH
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