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Deutsch-türkische Beziehungen bezogen auf Kurdistanfrage

Seminararbeit, 1998, 21 Seiten
Autor: Fidan Dogan
Fach: Politik - Int. Politik - Region: Naher Osten, Vorderer Orient

Details

Veranstaltung: Einführung in die internationale Beziehung
Institution/Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen (Institut für Politikwissenschaften)
Tags: Deutsch-türkische, Beziehungen, Kurdistanfrage, Einführung, Beziehung
Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 1998
Seiten: 21
Note: gut
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V3119
ISBN (E-Book): 978-3-638-11886-6

Dateigröße: 189 KB


Textauszug (computergeneriert)

Deutsch - türkische Beziehungen bezogen auf Kurdistanfrage

von Fidan Dogan

Gliederung

1 EINLEITUNG 2

2 Deutsch - türkische Beziehungen 3

3 "Zug gegen die Kurden" 4

4 Vertrag von Sevres 7

5 Friedensvertrag von Lausanne 9

6 Die Aufrüstung der Türkei durch die BRD 13

7 Das sogenannte "PKK Verbot" und seine Folgen 15

8 Die Rolle und das Interesse der BRD 18

9 QUELLENANGABE 20

1 EINLEITUNG

In dieser Hausarbeit soll auf die deutsch - türkische Beziehungen eingegangen werden, wobei ihre Rolle in Bezug auf die Kurdistanfrage näher erläutert werden soll.
Der Grundkurs " Internationale Beziehungen" hat mich dazu angeregt, diese Problematik aufzugreifen.

Die deutsch - türkische Beziehungen werden in der kurdischen Geschichte auch weiterhin eine besondere Rolle spielen. Die Tatsache, daß Kurdistan heute immer noch faktisch eine Kolonie ist, begründet das Interesse der Großmächte.
Mit dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches und dem Abkommen von Sevres bot sich die Möglichkeit an, einen eigenständigen Staat zu gründen. Dies war jedoch nicht im Interesse der Kolonialmächten.
Der Vertrag von Lausanne ist ein weiterer Ausdruck dieser Politik, einen unabhängigen kurdischen Staat zu verhindern. Sie befürchteten, daß im Nahen Osten ein wirtschaftlich und politisch starker Staat entsteht. Ein wesentlicher Grund für die ablehnende Haltung der Kolonialmächte war das Vorhandensein großer Ölvorkommen in diesem Gebiet. Um eine Kontrolle über die Ölvorkommen zu garantieren, sollten die Grenzen so verlegt werden, daß die Interessen aller Kolonialmächte gewahrt blieben.
Alles was gegen das Interesse der Kolonialmächte spricht, soll aus dem Weg geschafft werden. Daher hatten die zahlreichen kurdischen Aufstände keinen Erfolg gehabt. Der noch vorhandene Befreiungskampf wird ebenfalls mit allen Mitteln bekämpft. Deutschland bekämpft diese in dem sie die Türkei militärisch unterstützt und die kurdischen Aktivitäten in der BRD verbietet.

Allein die Tatsache das ca. 500 000 Kurden in Deutschland leben, ist Grund genug, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Wobei der Großteil durch den in Kurdistan geführten Krieg dazu gezwungen ist, sich in Deutschland als politischer Flüchtling aufzuhalten. Daher ist es von internationaler Bedeutung, die Kurdenfrage aufzugreifen und zu thematisieren. Auch ihre geographische, politische und wirtschaftliche Entwicklung im Nahen Osten hat eine Auswirkung auf internationaler Ebene.

Es ist seit längerem bekannt, daß im kurdischen Gebiet, sei es im türkischen, iranischen oder irakischen Teil, Krieg herrscht. Auch ist bekannt, daß die BRD diesen Krieg mit militärischen Hilfsmitteln unterstützt, und somit als zweiter Kriegspartner im Vordergrund steht. Hier wird deutlich, wie eng die Beziehung zwischen der Türkei und der BRD ist.

2 Deutsch - türkische Beziehungen

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts war das Osmanische Reich ein Feld der Auseinandersetzungen und Kämpfe von Engländern, Franzosen und Russen. Deutschland versuchte, mit seiner Unterstützung, daß es nicht zu eine Spaltung des Osmanischen Reiches kommt, durch diese Haltung wurde die Befreiung von Völkern verhindert, aber auch der Weg zum Völkermord vorbereitet. Er übernahm eine aktive Rolle bei den Massakern an jenen Völkern, die einen Kampf um Freiheit führten.
Im Taalat - Pascha - Prozeß 1921 beschreibt der Verteidiger die Haltung Deutschlands zum Völkermord an den Armeniern so: "Während des Krieges in der Türkei haben die militärischen und anderen Organe Deutschlands, draußen und hier, in einer an die Grenze des Zulässigen reichenden Weise die armenischen Greuel verschwiegen und verdeckt. Gewiß, man hat sich einigermaßen bemüht, diese Greuel abzustellen. Aber die türkische Bevölkerung hat sich gesagt: es ist unmöglich, daß ohne den Willen der Deutschen das geschieht. Die Deutschen sind ja doch stark. Wir Deutschen sind also im Orient und in der ganzen Welt für die armenischen Greuel mitverantwortlich gemacht worden."
(Komkar u.a. 91, S. 76)
Eine andere Quelle nimmt folgende Stellung dazu:
"Über die Armeniergreuel ist folgendes zu sagen: Unsere freundschaftlichen Beziehungen zur Türkei dürfen durch die innertürkische Verwaltungsangelegenheit nicht nur gefährdet, sondern im gegenwärtigen, schwierigen Augenblick nicht einmal geprüft werden.
Deshalb ist es einstweilen Pflicht zu schweigen. Später, wenn direkte Angriffe des Auslandes wegen deutscher Mitschuld erfolgen sollten, muß man die Sache mit größter Vorsicht und Zurückhaltung behandeln und später vorgeben, daß die Türken schwer von den Armeniern gereizt wurden."
(Pressekonferenz von 7.10.1915, Bürgel u.a., S. 192)

Deutschland hat nicht nur mit den Osmanen gekämpft, sie haben auch die Kontrolle über die osmanische Armee gehabt. Die deutschen Offiziere übernahmen wichtige Aufgaben bei der Ausbildung der osmanischen Armee. Die Ausbildung der türkischen Armee wurde schon viel früher durch preußische Offiziere verwirklicht, u.a. war um 1835 Helmuth von Moltke einer der führenden Offiziere gewesen. Der preußische General von Goltz wurde zum Generalstabschef der osmanischen Armee ernannt, er blieb bis 1895 im Amt. Diese Generäle haben nicht nur die Armee ausgebildet, sie haben sich auch selbst an dem Krieg beteiligt. Ihre Gegner waren nicht nur Franzosen, Engländer, Armenier und Russen sonder auch die Kurden. So beschreibt Graf von Moltke in einem seiner Briefe, wie sie die Kurden angegriffen und ihre Dörfer zerstört haben.

[...]


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