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Spaniens außenpolitische Rolle aus der Sicht spanischer Politiker (1898-1914)

Titel: Spaniens außenpolitische Rolle aus der Sicht spanischer Politiker (1898-1914)

Magisterarbeit , 2003 , 111 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Daniela Hendel (Autor:in)

Geschichte Europas - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Arbeit beabsichtigt, eine Lücke der Erforschung der spanischen Geschichte bezüglich der durch den Primat der Innenpolitik charakterisierten Jahrhundertwende zu schließen. Der ausgewählte Forschungsaspekt bezieht sich auf die Vorstellungen und Konzepte bezüglich der Außenpolitik, die einerseits durch verschiedene spanische Politiker in ihren Memoiren und politischen Schriften sowie andererseits in den parlamentarischen Debatten der Cortes entwickelt wurden. Die ausgewählten Politiker decken das gesamte politische Spektrum jener Epoche ab. Der Untersuchungszeitraum erstreckt sich vom Verlust der letzten spanischen Kolonien und dem Untergang der spanischen Flotte 1898 (desastre) bis zum Ersten Weltkrieg. Durch die verheerende Niederlage der spanischen Armada wird ein Prozess ausgelöst, den man am treffendsten mit nationaler Depression bezeichnen kann. Eine Depression, die insbesondere die spanischen Intellektuellen erfasst und nach der eine ganze Generation von Schriftstellern und Akademikern benannt wird, die Generación 98. Diese beschäftigt sich mit den Ursachen und Wegen aus der Krise und der Minderwertigkeit der lateinischen gegenüber den germanischen und angelsächsischen Rassen. Als Auswege aus der Krise werden eine Rückbesinnung auf die spanischen Tugenden und eine Hinwendung zu Europa gesehen, die mit der notwendigen Modernisierung und Industrialisierung Spaniens einhergehen sollen. Der Einfluss dieser Bewegung auf die öffentliche Meinung ist nicht zu unterschätzen und muss bei der Untersuchung der außenpolitische Rolle nach dem Desastre von 1898 und speziell der Sicht der Politiker bei der Suche nach einer neuen außenpolitischen Rolle berücksichtigt werden.Unumstritten ist, dass Spanien am Ausgang des 19. Jahrhunderts nicht mehr zu den europäischen Großmächten gehörte. Die Frage ist jedoch, wie groß die verbliebene Macht Spaniens war und welche Stellung Spanien dadurch im europäischen Machtgefüge hatte. Die vorliegende Arbeit behandelt also sowohl die systemischen Rahmenbedingungen als auch die individuellen Handelsoptionen der politischen Entscheidungsträger. Außerdem werden die Aktionsmöglichkeiten einer sogenannten Macht zweiten Ranges im imperialen Wettstreit in den Vorstellungen der spanischen Politiker untersucht.


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1.2. Fragestellung und Aufbau

1.2. Quellenlage und Forschungsstand

1. Der historische Hintergrund

1.1. Cánovas und die Politik des Recogimiento

1.2. Die Möglichkeiten der spanischen Außenpolitik ab 1898

2. Auswertung der Memoiren und politischen Schriften

2.1. Möglichkeiten Spaniens als Macht zweiten Ranges

2.1.1. Äußere Handlungsfreiheit

2.1.2. Innere Handlungsfreiheit

2.2. Instrumente der Außenpolitik

2.2.1. Allianzen

2.2.2. Flottenpolitik

2.3. Die Neutralität

2.4. Die Marokkopolitik

2.5. Ergebnisse der Außenpolitik seit 1898

2.6. Wechselwirkung zwischen Innenpolitik und Außenpolitik

2.7. Zusammenfassung und Quellenkritik

3. Auswertung der Kongressakten

3.1. Diskussionen über die Ziele der Außenpolitik in den Cortes

3.1.1. Die Politik des Recogimiento

3.1.2. Allianzen

3.1.3. Die Politik in Marokko

3.1.4. Unterschiede zwischen liberaler und konservativer Außenpolitik

3.2. Diskussionen über Mittel und Möglichkeiten der Außenpolitik in den Cortes

3.2.1. Marine

3.2.2. Erweiterung der diplomatischen Vertretung

3.3. Kapitelzusammenfassung und Quellenkritik

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die außenpolitische Rolle Spaniens in der Zeit zwischen 1898 und 1914, wobei der Schwerpunkt nicht auf einer außenpolitischen Bewertung durch Dritte liegt, sondern auf den subjektiven Rollenvorstellungen spanischer Politiker. Die Forschungsfrage zielt darauf ab, wie diese Führungseliten die Möglichkeiten Spaniens als Macht zweiten Ranges einschätzten, welche Ziele sie verfolgten und welche außenpolitischen Instrumente sie als sinnvoll erachteten.

  • Analyse der Handlungsspielräume und systemischen Rahmenbedingungen Spaniens nach 1898.
  • Untersuchung der außenpolitischen Konzepte ausgewählter Politiker anhand von Memoiren, Schriften und Kongressakten.
  • Evaluierung der marokkanischen Politik als zentrales Betätigungsfeld für das spanische Prestige.
  • Diskussion über das Verhältnis von Innenpolitik, öffentlicher Meinung und außenpolitischem Handeln.
  • Reflektion über die Rolle von Neutralität und Bündnispolitik in einer Phase nationaler Umorientierung.

Auszug aus dem Buch

1.1. Cánovas und die Politik des Recogimiento

Die sogenannte Politik des Recogimiento findet in dem Zeitraum von Beginn der Restaurationszeit 1875, nach dem Scheitern der spanischen Revolution, bis zum Jahre 1898 und dem Verlust der letzten überseeischen Kolonien statt. „Fue aquella la época de la Restauración,, en el sentido estricto de la terminología histórica, entre 1875 y 1898, durante la cual España vivió pendiente de Ultramar, y en una posición europea definida por el recogimiento canovista en el marco de una Europa presidida por los sistemas bismarckianos y por el equilibrio entre el continente y los mares; entre una Alemania hegemónica en la Europa continental, y una Gran Bretaña hegemónica tanto en el Mediterráneo como en los tres océanos.”

Das Recogimiento bezeichet eine Politik, die sich auf die Lösung der inneren Probleme beschränkt und dafür auf eine aktive Außenpolitik verzichtet, indem sie bemüht ist, mit allen Mächten gute außenpolitische Beziehungen zu unterhalten, ohne sich vertraglich festzulegen. Elizalde formuliert das Prinzip wie folgt: „La fórmula era simple: mantener buenas relaciones con todas las potencias, sin comprometerse con ninguna. El objetivo, la neutralidad y el mantenimiento del statu quo.”

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Definition des machtpolitischen Forschungsansatzes und systemtheoretische Verortung Spaniens vor dem Ersten Weltkrieg.

1. Der historische Hintergrund: Analyse der Politik des Recogimiento unter Cánovas und der allgemeinen Bedingungen spanischer Außenpolitik bis 1898.

2. Auswertung der Memoiren und politischen Schriften: Untersuchung individueller Rollenkonzepte spanischer Politiker hinsichtlich Handlungsfreiheit, Bündnissen und Marokkopolitik.

3. Auswertung der Kongressakten: Analyse der Debatten in den Cortes über außenpolitische Ziele und Mittel, insbesondere zur Marine und diplomatischen Ausrichtung.

4. Fazit: Zusammenfassende Darstellung der drei zentralen Ziele: Abgrenzung vom Recogimiento, Neutralitätswahrung und Einflussicherung in Marokko.

Schlüsselwörter

Spanien, Außenpolitik, Restauration, Marokko, Recogimiento, Diplomatie, Bündnispolitik, Neutralität, 1898, Macht zweiten Ranges, Kolonialpolitik, Cortes, Machtpositionen, europäisches Mächtesystem, Rollenvorstellung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die spanische Außenpolitik vor dem Ersten Weltkrieg aus der spezifischen Sicht spanischer Politiker, anstatt sich auf die übliche externe Perspektive europäischer Großmächte zu stützen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Mittelpunkt stehen die Rollenvorstellungen spanischer Führungseliten, der Wandel der Außenpolitik nach dem Verlust der Kolonien 1898 und die diplomatische Einordnung Spaniens als Macht zweiten Ranges.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die subjektive Wahrnehmung der außenpolitischen Möglichkeiten durch spanische Akteure sowie deren Zielsetzungen und Strategien für die Zeit zwischen 1898 und 1914 herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt den machtpolitischen Ansatz der Außenpolitikforschung und wertet quellenkritisch Memoiren, politische Schriften und offizielle Kongressakten (Cortes) aus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auswertung von Politiker-Memoiren und eine Analyse der parlamentarischen Debatten, ergänzt durch historische Hintergründe zur Politik des Recogimiento.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie spanische Außenpolitik, Marokkopolitik, Recogimiento, Neutralität, Macht zweiten Ranges und nationale Rollenvorstellungen definieren.

Wie bewerten die Politiker die Politik des Recogimiento?

Die meisten Politiker sehen diese Politik des Rückzugs und der Selbstisolierung nach 1898 als verfehlt und als eine der Ursachen für die nationale Krise (Desastre) an.

Welche Rolle spielt die Marokkopolitik für das Selbstverständnis?

Marokko dient als Ersatzschauplatz für verlorene koloniale Ambitionen und als Prestigeobjekt, das Spanien helfen soll, wieder als internationaler Akteur anerkannt zu werden.

Ende der Leseprobe aus 111 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Spaniens außenpolitische Rolle aus der Sicht spanischer Politiker (1898-1914)
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin
Note
1,7
Autor
Daniela Hendel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2003
Seiten
111
Katalognummer
V31021
ISBN (eBook)
9783638321518
ISBN (Buch)
9783638723855
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Spaniens Rolle Sicht Politiker
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniela Hendel (Autor:in), 2003, Spaniens außenpolitische Rolle aus der Sicht spanischer Politiker (1898-1914), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/31021
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