Die Theorie der Multiplen Intelligenz Felix Kapohl
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Inhaltsverzeichnis
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Die acht Kriterien 03
Kritikpunkte 06
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Kritikpunkte 10
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Bereits 1983 in seinem Buch „Frames of Mind“ 2 (siehe Quellenangaben)
veröffentlichte Howard Gardner seine Theorie der Multiplen Intelligenzen
(MI) Ursprünglich als Gegenbewegung zu den so verbreiteten klassischen
psychometrischen Intelligenztests ausgelegt, hat seine Theorie den Status
einer anerkannten Neuentwicklung erlangt. Viele seiner Anhänger, wie
Kritiker , haben sich mit seiner Theorie und den darin vorgestellten Kriterien
f ür Intelligenzen auseinandergesetzt und neue Aspekte integriert bzw.
aufgedeckt. Aber warum überhaupt Intelligenz? Gardner hat mit Absicht
diesen eigentlich sehr vorbelasteten Begriff gewählt um einerseits
Aufmerksamkeit für seine Ideen zu bekommen, andererseits um sich durch
diese Begriffswahl eindeutig gegen die psychometrischen Ansätze
abzugrenzen. Somit ist seine Theorie nicht als Erweiterung oder Ergänzung
sondern als Ersatz gedacht. Jedoch nimmt er immer davon Abstand seine
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Die Theorie der Multiplen Intelligenz Felix Kapohl
Theorie abzuschließen bzw. als fertig und für alle Zeit richtig zu bezeichnen. Vielmehr möchte er es nach wie vor lieber als Ideensammlung verstanden wissen, die andere dazu bringen soll das menschliche Leistungsvermögen als etwas ganzheitliches zu begreifen, das nicht auf Mathematik beschränkt bleibt.
Seinem Hang zur Diskussionsfreudigkeit kommt er nun in seinem neuesten Buch zur MI nach, indem er einige neue Anregungen und eigene Überlegungen, die er seit der Veröffentlichung der MI getroffen hat, in seine Theorie einarbeitet. Ich werde mich insbesondere auf seine Argumentation zur möglichen Erweiterung der ursprünglichen sieben Intelligenzen beziehen.
Howard Gardner hat sich 1996 entschieden eine neue Intelligenz zu den ursprünglichen sieben hinzuzufügen, die Naturalist Intelligence. Was hat ihn dazu geführt?
Gardner muß im Rahmen seiner Beweggründe einräumen, dass er die ersten sieben Intelligenzen hauptsächlich deswegen gewählt hat, da sie am besten in seinen selbst aufgestellten Kriterienkatalog paßten (siehe S47) 1 . Tatsächlich hat er bereits von Anfang an über eine Vielzahl weiterer Intelligenzen nachgedacht, es aber für besser erachtet seine fundamentale Idee nicht durch eine Überzahl zu verschleiern und damit ihren Erfolg zu gefährden. Gardner sieht die Notwendigkeit vorsichtig mit Erweiterungen zu sein. Letztlich überläßt er jedoch jedem Einzelnen selbst Gründe für oder gegen eine neue Intelligenz zu finden, solange der Kriterienkatalog beachtet wird. Da er jedoch Probleme hatte solch Berühmtheiten wie z.B. Charles Darwin ausreichend mit den bisherigen sieben Intelligenzen zu charakterisieren suchte er nach einer geeigneten Achten.
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Die Naturalist Intelligence erfüllt nun Gardners Ansicht nach die Kriterien am genauesten, so dass es ihm als ein sicherer Weg erscheint sie als achte Intelligenz anzuerkennen.
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Dem Wort nach ist der „Naturalist“, also der Naturwissenschaftler, in der westlichen Kultur eindeutig den Wissenschaften zugeordnet. Gardner nennt hier beispielsweise Biologen oder Ornithologen (siehe S48) 1 . Jedoch ist diese Intelligenz einfacher in einer unwissenschaftlichen Kultur erkennbar. Der Kern dieser Intelligenz besteht nun also in der besonderen Fähigkeit des Erkennens und Klassifizierens von Dingen der unmittelbaren - zunächst natürlichen - Umwelt. Dies ist eine unschätzbar wichtige Fähigkeit um Essbares von nicht Essbarem zu unterscheiden bzw. Gefahren und Unbekanntes richtig einschätzen zu können. Diese Fähigkeit Unterschiede zu erkennen und gewichten zu können ist auf keinen Sinn beschränkt. So können blinde Menschen eine ebenso hohe Erkennungsgenauigkeit bei der Klassifizierung von Dingen und Lebewesen ihrer Umwelt erreichen wie Sehende.
Die acht Kriterien
In seinem Buch „Frames of Mind“ 2 hat Gardner acht Kriterien eingeführt nach denen er seine sieben Intelligenzen klassifiziert hat. Ich möchte hier anhand der Naturalist Intelligence diese Vorgehensweise darlegen.
Die acht Kriterien unterteilen sich in vier Untergruppen à zwei Kriterien. Die Untergruppen sind Biologische Kriterien, Kriterien der Logik, Kriterien aus der Entwicklungspsychologie und Kriterien aus traditionellen psychologischen Versuchen und Experimenten.
Zu den biologischen Kriterien zählen Erkenntnisse aus Versuchen und Berichten mit Menschen mit einer angeborenen oder erworbenen Gehirnschädigung. Desweiteren Erkenntnisse aus der Neuropsychologie und Argumente aus der Evolutionslehre, sowie evolutionäre Plausibilität der Argumentation.
Es gibt tatsächlich Beobachtungen bei Gehirngeschädigten, die die Existenz der NI untermauern können. Es wird von Menschen berichtet (siehe S. 51) 1 ,
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die die Fähigkeit verloren haben Lebewesen zu erkennen und zu benennen, jedoch keine Probleme mit unbelebten Objekten haben, bzw. genau umgekehrt. Allerdings ist es bisher nicht gelungen einzelne Gehirnareale ausfindig zu machen, die für diese Erkennungsleistungen zuständig sind. Vielmehr scheint das Erkennen je nach Sinn und je nach Umständen in unterschiedlichen Gehirnarealen abzulaufen. Dies variiert je nachdem, ob man z.B. ein Gesicht zuerst auf einem Foto gesehen hat, oder eine Beschreibung des Gesichtes gelesen hat.
Evolutionäre Argumente für die NI finden sich ausreichend. Tatsächlich kann man sich vorstellen, dass die Naturalist Intelligence von elementarer Bedeutung in der Entwicklung der Lebewesen ist. Das Überleben eines Organismus ist unabdingbar mit der Fähigkeit verbunden zwischen Feind und Freund, Giftigem und Eßbarem unterscheiden zu können. Die genaue Klassifikation von Pflanzen beherschen dabei z.B. auch Vögel, die selbst Pflanzen auf Fotos und Zeichnungen wiedererkennen können, was ein hohes Maß an Abstraktion erfordert.
Diese Urform der Naturalist Intelligence (NI) hat sich bis zum heutigen Tage natürlich entsprechend weiterentwickelt. Gardner meint auch in der „Mustererkennung“ von Künstlern, Musikern, Schriftstellern,
Sozialwissenschaftlern und Naturwissenschaftlern im Grunde die NI wiederzuentdecken. Somit wäre es die NI, die erst jegliche Wissenschaft begründet, also die immanente Intelligenz aller in der westlichen Kultur so hochgeschätzten Leistungen.
Die zweite Untergruppe beinhaltet die Kriterien die sich aus der logischen Argumentation ergeben. Dies wären erkennbare Kernoperationen einer Intelligenz und die Existenz eines Symbolsystems.
Im Grunde sind die Kernoperationen bereits bei der Vorstellung der NI klar geworden, der Vollständigkeit halber seien sie hier nochmals genannt. Hauptsächlich bestehen die Fähigkeiten der NI darin, Dinge / Muster / Lebewesen zu Erkennen und zu Klassifizieren, also in ein System einzuordnen und falls nötig zuerst ein entsprechendes System zu entwerfen.
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Arbeit zitieren:
Felix Kapohl, 2001, Die Theorie der Multiplen Intelligenz, München, GRIN Verlag GmbH
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