Der Prolog stellt im Johannesevangelium den Anfang dar. In seiner Struktur und auch im Inhalt hebt er sich aber deutlich vom Rest des Buches ab. Dies wirft die Frage auf, in welchem Verhältnis der Prolog und das Evangelium zueinander stehen. Es ist äußerst wichtig, dies zu bedenken, da sich danach das Verständnis des gesamten Buches entscheidet. Obwohl es sehr verschiedene Interpretationen zur Bedeutung des Prologs gibt, sind sich doch alle einig, dass es sich um einen der bedeutendsten Texte des Johannesevangeliums oder sogar des gesamten Neuen Testaments handelt. Er beginnt beim Ursprung des kosmos und deshalb setzt sich die folgende Arbeit mit der Bedeutung der Schöpfung im Prolog auseinander.
Inhaltsverzeichnis
Die Bedeutung des Prologs im Hinblick auf das ganze Buch
Die Schöpfung im Prolog des Johannesevangeliums
Die Bedeutung der Schöpfung im Prolog des Johannesevangeliums
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die theologische und strukturelle Funktion des Prologs im Johannesevangelium, insbesondere im Hinblick auf die Einbettung der Schöpfungsthematik. Zentral ist dabei die Frage, wie der Prolog als programmatische Eröffnung dient, um die Herkunft Jesu zu legitimieren und verschiedene Leserkreise, insbesondere hellenistisch geprägte Juden, anzusprechen.
- Die Funktion des Prologs als programmatische Lektüreanweisung
- Die enge Beziehung zwischen Gott, dem Logos und der Schöpfung
- Die Legitimation des Gottessohnes durch den Rückgriff auf die Schöpfung
- Die Verbindung von jüdischer Tradition und griechischer Philosophie
- Metaphorik von Licht und Finsternis im johanneischen Kontext
Auszug aus dem Buch
Die Bedeutung des Prologs im Hinblick auf das ganze Buch
Der Prolog stellt im Johannesevangelium den Anfang dar. In seiner Struktur und auch im Inhalt hebt er sich aber deutlich vom Rest des Buches ab. Dies wirft die Frage auf, in welchem Verhältnis der Prolog und das Evangelium zueinander stehen. Es ist äußerst wichtig, dies zu bedenken, da sich danach das Verständnis des gesamten Buches entscheidet. Die Interpretationen gehen dabei aber sehr auseinander.
W. Heitmüller sieht im Prolog eine Art Ouvertüre. Er stelle demzufolge einen Auftakt dar, in dem der Tenor des Buches sowie wesentliche inhaltliche Elemente schon aufgegriffen werden. A. v. Harnack hingegen meint, dass er eine Vorbereitung für den hellenistischen Leser auf das Folgende darstelle. Andere Meinungen gehen ähnlich wie Heitmüller davon aus, dass der Prolog bereits die Quintessenz des gesamten Textes enthalte. Für Schnelle erfüllt der Prolog die Funktion eines programmatischen Eröffnungstextes, der vor allem eine Lektüreanweisung darstellt. Auch Wengst vertritt die Auffassung, dass es sich beim Prolog eher um eine Einführung und auch Hilfestellung handelt. Theißen erklärt zudem, dass er schon den grundsätzlichen Erkenntnisgewinn des Evangeliums vorausnimmt. Es gibt aber auch eher abweichende Meinungen, nach denen der Prolog eine spätere Hinzufügung zum Evangelium ist und nicht das Zentrum der johanneischen Theologie darstellt.
Wilckens führt an, dass ein Verständnis des Prologs nur dann möglich ist, wenn man zugleich das Gebet (Joh. 17, 1-26) betrachtet. Beide ergäben zusammen ein Gesamtbild. Der Prolog erzähle von der Herkunft und somit der Autorität Jesu und das Gebet von der Zukunft, die in der Wiedervereinigung mit Gott liegt. So stellen beide Teile den Weg von Gott zu Gott dar. Daraus ergibt sich Wilckens Verständnis, dass der Prolog eine „Eröffnung des Weges der göttlichen Sendung Jesu“ sei. Weiterhin vergleicht Wilckens in seinem Handkommentar den Prolog auch mit anderen neutestamentlichen Hymnen also Lobgesängen, da die Konzeptionen vergleichbar seien. Demzufolge sei der Prolog seiner Auffassung nach eine anfängliche Lobpreisung des Herrn und Jesu, was möglicherweise dazu dient, den Leser auf das Evangelium und dessen Theologie einzustimmen.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Bedeutung des Prologs im Hinblick auf das ganze Buch: Dieses Kapitel analysiert verschiedene exegetische Ansätze zum Prolog und beleuchtet dessen Funktion als programmatische Ouvertüre oder Vorbereitung auf das Johannesevangelium.
Die Schöpfung im Prolog des Johannesevangeliums: Hier wird die exegetische Verbindung zwischen dem johanneischen Logos-Begriff und den alttestamentlichen Schöpfungsberichten untersucht, insbesondere die Rolle des Wortes als Schöpferkraft.
Die Bedeutung der Schöpfung im Prolog des Johannesevangeliums: Das Kapitel erläutert, warum der Rückgriff auf die Schöpfung zur Legitimation Jesu genutzt wurde und wie dies half, sowohl jüdische als auch griechisch geprägte Leserschaften zu adressieren.
Schlüsselwörter
Johannesevangelium, Prolog, Logos, Schöpfung, Gottessohn, Legitimation, Exegese, Licht, Finsternis, hellenistische Philosophie, Urchristentum, Weisheit, Gott, Menschen, Theologie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der theologischen Bedeutung des Prologs im Johannesevangelium und dessen Funktion für das Verständnis des gesamten Werkes.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Schöpfungsthematik, der Christologie im Prolog, dem Verhältnis zur jüdischen Tradition sowie dem Einfluss griechischer Philosophie.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Untersuchung fragt nach dem Verhältnis zwischen dem Prolog und dem restlichen Evangelium sowie dem Zweck des expliziten Rückgriffs auf die Schöpfung zur Legitimation Jesu.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine exegetische Analyse, die durch den Vergleich verschiedener namhafter theologischer Kommentare und die Interpretation des biblischen Textes im Kontext des Urchristentums gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Logos-Begriffs, die Analyse der Schöpfungsmotive im Vergleich zum Alten Testament und die Betrachtung der strategischen Zielsetzung des Autors bei der Adressierung verschiedener Kulturkreise.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Logos, Schöpfung, Legitimation, Gottessohn, johanneische Theologie und Licht-Metaphorik.
Inwiefern spielt der Vergleich mit anderen Evangelien eine Rolle?
Der Autor argumentiert, dass Johannes die anderen Evangelien durch eine "schlagkräftigere" Legitimation des Gottessohnes aus der Schöpfung heraus übertrifft.
Wie bewertet der Autor die Verbindung zur Gnosis?
Die Arbeit diskutiert die Finsternis-Metaphorik im Prolog und kommt zu dem Schluss, dass die johanneische Interpretation einer dualistischen gnostischen Auslegung widerspricht.
- Quote paper
- Juliane Strätz (Author), 2010, Die Schöpfung im Prolog des Johannes-Evangeliums, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/279284