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Themistokles und die Flottenpolitik zur Zeit der Perserkriege

Seminararbeit, 2004, 18 Seiten
Autor: Marcel Brauhardt
Fach: Geschichte - Frühgeschichte, Antike

Details

Kategorie: Seminararbeit
Jahr: 2004
Seiten: 18
Note: 2,3
Sprache: Deutsch

Archivnummer: V27251
ISBN (E-Book): 978-3-638-29349-5

Dateigröße: 165 KB


Textauszug (computergeneriert)

Themistokles und die Flottenpolitik zur Zeit der Perserkriege

von: Marcel Brauhardt

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung 2

1.1. Vorwort/ Thesenformulierung 2
1.2. Hinweise zur Quellenlage 2

2. Das Leben des Themistokles 4

2.1. Herkunft, Abstammung und Jugend 4
2.2. Der Einstieg in das politische Leben Athens 5
2.3. Der Beginn der politischen Vormachtstellung 6
2.4. Der Aufbau der athenischen Flotte unter Themistokles 8

3. Veränderung im Inneren Athens durch den Flottenbau 9

3.1. Auswirkungen auf die Bedeutung der Landstreitkräfte 9
3.2. Die endgültige Schwächung der Aristokraten 11

4. Athen unmittelbar vor dem Angriff der Perser unter Xerxes 12

4.1. Innere Stabilität 12
4.2. Letzte Vorbereitungen vor dem Angriff der Perser 12

5. Licht und Schatten 14

5.1. Was bedeuten die Veränderungen für die Zukunft?  13
5.2. Schlusswort 15

6. Anhang 16

6.1. Quellenverzeichnis 16
6.2. Literaturverzeichnis 16


 

 

1.1. Vorwort/ Thesenformulierung

Der Name des Themistokles ist wohl mit einer Bedeutung für Athen während der so genannten Perserkriege verbunden wie kaum ein zweiter. Doch vor allem in unserer Vergangenheit, seiner Gegenwart, ist ihm die Anerkennung, die ihm sein Wirken hätte verleihen müssen, zum größten Teil verwehrt geblieben. Diejenigen, die ihm diese Anerkennung nicht zukommen ließen, waren Bürger Athens, die ihre Freiheit in nicht zu unterschätzendem Maße diesem Mann zu verdanken hatten. Einem Mann, der trotz größter Widrigkeiten und ungünstigster Vorraussetzungen leidenschaftlich und mit großer Weitsicht sein Leben dem Wohle Attikas widmete. Im Folgenden wird somit ein Protagonist der Geschichte des antiken Griechenlands näher betrachtet und sein Wirken hinsichtlich des Aufstiegs Attikas zur Seemacht beurteilt. Themistokles wird natürlich vor allem mit der entscheidenden Seeschlacht bei Salamis in Verbindung gebracht, doch ich werde versuchen, den Fokus dieser Arbeit auf die von ihm verfolgte Politik zu richten, die diesen legendären Sieg überhaupt erst möglich werden ließ. Dabei möchte ich einzelnen Aspekten besondere Aufmerksamkeit zukommen lassen und habe dazu zwei Thesen formuliert, die eventuell hilfreich sein könnten, um Vermutungen zu bestätigen oder um diese zu entkräften.

1. Durch sein ehrgeiziges politisches Engagement hat Themistokles Griechen- land nicht nur zur Freiheit verholfen, sondern auch die Vorraussetzungen für die athenische Demokratie geschaffen.
2. Seine provokante Politik hat jedoch auch großen Anteil am Konflikt zwischen Athen und Sparta, der sich unmittelbar nach 480 v.Chr. verschärfte und letztendlich im peloponnesischen Krieg mündete.

1.2. Hinweise zur Quellenlage

Wie in den meisten Fällen, in denen politische Größen Athens betrachtet werden, ist es auch in diesem Fall Herodot, welcher sich mit der Persönlichkeit des Themistokles und der Schlacht bei Salamis beschäftigt hat und hier als eine der wichtigsten Quellen anzusehen ist. Da Herodot sich in seinem Werk jedoch nicht sehr ausführlich mit Themistokles auseinandersetzt, sind weitere Quellen notwendig, um detaillierte Informationen über die politischen Geschehnisse zu erhalten, in die Themistokles involviert gewesen ist. Der wichtigste Aspekt jedoch, der Herodot und Themistokles verbindet, ist der, dass der zeitliche Unterschied zwischen Geschehenem und Geschriebenem überschaubar ist. In diesem Zusammenhang ist auch Thukydides zu nennen, der Themistokles zeitlich wohl am nächsten stand und im Allgemeinen als zuverlässige Quelle bezeichnet wird. Ganz im Gegensatz zu Plutarch, auf den ich als eine weitere literarische Quelle zurückgegriffen habe. Die zeitliche Distanz ist hier schon sehr viel größer, liegen doch mindestens 500 Jahre zwischen der entscheidenden Schlacht bei Salamis und der Geburt des Plutarch. Dennoch vermag Plutarch ein interessantes Bild von Themistokles zu zeichnen, wenngleich es1 sich nicht um eine Biographie im heutigen Sinne handelt und die große Sympathie gegenüber der Größe des Themistokles stellenweise doch sehr auffällig ist. Doch es ist vor allem die Charakterbeschreibung des Plutarch, die die Einarbeitung in das Thema ungemein erleichtert hat. Aufgrund der umfangreichen Aktivitäten des Themistokles finden sich neben den literarischen Quellen auch Artefakte, wie zum Beispiel zahlreiche Ostraka2, die einen entscheidenden Abschnitt im Leben des Themistokles markieren. Ein anderer interessanter Fund ist der „Stein von Troizen“, eine Inschrift, die Mitte des letzten Jahrhunderts an der Ostküste des Peleponnes entdeckt worden ist und unter anderem Informationen über konkrete Vorbereitungen zur Schlacht von Salamis offenbart. Urheber des Dokumentes soll Themistokles selbst gewesen sein, unter anderem enthält es Regelungen zur Evakuierung von Frauen und Kindern aus Athen. Der Fund ist deshalb von größter Bedeutung, weil ursprünglich davon ausgegangen wurde, dass die Bevölkerung Athen fluchtartig und zunächst völlig orientierungslos verlassen habe. Unter der Vorraussetzung der tatsächlichen Authenzität dieses Fundes würde dies erneut für die Weitsicht sprechen, welche Themistokles immer wieder zugesprochen wird. Dazu Thukydides: „Niemand vermochte je wie dieser Mann durch die Kraft seines Geistes, bei nur kurzer Zuwendung so wunderbar in jeder Lage das Rechte zu treffen.“3 Natürlich existieren noch weitere Quellen, doch ich möchte mich größtenteils auf die bereits erwähnten literarischen Quellen beschränken, da ich glaube, dass sie meiner Argumentation dienlich sein werden.

2.1. Herkunft, Abstammung und Jugend

Themistokles wurde um 524 v.Chr. als Sohn des Neokles geboren, welcher einem alten athenischen, adligen Geschlecht der Lykomidai angehörte.4 Zwar soll sein Vater ziemlich wohlhabend gewesen sein, jedoch ohne jegliches politisches Engagement.5 In einer Zeit, in der in Athen die Teilnahme am politischen Leben für Vollbürger nicht nur Privileg, sondern vielmehr eine Verwirklichung des Einzelnen zum Wohle der Gemeinschaft darstellte, scheint dies eher ungewöhnlich. Über seine Mutter existieren vielfältige Angaben, am interessanten ist wohl jedoch, dass sie keine Bürgerin Athens gewesen ist.6 Diese Tatsache zieht natürlich Konsequenzen in nicht unerheblichem Maße nach sich, denn es ist bekannt, dass nur denjenigen überhaupt das Bürgerrecht zuerkannt wurde, deren beider Elternteile Vollbürger Athens waren. Themistokles war also mit ungünstigsten Vorraussetzungen gesegnet. Diese Formulierung mag paradox klingen, doch sie spiegelt bereits etwas von dem wider, was diesen Mann später ausmachen sollte. Denn anstatt sich aufgrund seiner Abstammung eher bedeckt zu halten, ging Themistokles einen anderen Weg. Es muss davon ausgegangen werden, dass durch die Reformen des Kleisthenes am Ende des 6.Jh.v.Chr. zwar die verfassungrechtlichen Rahmenbedingungen geschaffen worden sind und viele Einwohner Athens nun auch tatsächlich mit Bürgerrechten ausgestattet waren, doch vor allem in den Köpfen des alten Adels noch andere Vorstellungen der Klasseneinteilung existierten. Themistokles konnte also keine Unterstützung erwarten, zumindest nicht von denen, die noch in alten Strukturen dachten.

[...]


1 Plutarch „Das Leben des Themistokles“

2 Ostraka (Tonscherben), verwendet beim Ostrakismos, dem Scherbengericht in Athen

3 Thuk. I, 138, 3

4 Papastavrou, J., Themistokles, S. 13

5 Grant, M., Die klassischen Griechen, S. 35

6 Plut. Them. 1


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