0. Gliederung
1.Einleitung S.3/4
2. Der Ursprung Heinrichs Krankheit S.4-6
2.1.Die widerstreitenden Thesen S.4-6
2.1.2. Die Sünde- Strafe-These S.4/5
2.1.3. Die Prüfung-Gottes- These S.5/6
3. Die Krankheit des Mädchens S.7-9
3.1. Das Mädchen als zweite Hauptperson S.7
3.1. 1. Chiasmus der Handlungsstränge S.8
3.2. Die Beschaffenheit der Krankheit S.8/9
4. Die Heilung 9/10
5. Zusammenfassung S.10/11
6. Literaturverzeichnis S.12
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1. Einleitung
In der Literatur des Mittelalters lassen sich immer wieder die Motive der unheilbaren und lebensbedrohlichen Krankheit finden. Das Leiden an einer solchen Krankheit wird sowohl als Nebenhandlung, aber auch als Haupthandlung in das Erzählgeschehen eingebunden und determiniert so einen grundlegenden Teil dieser Literatur. Dies beruht sicherlich auf der weitläufigen Verbreitung dieser Krankheiten, was dazu führte, dass Menschen dieser Zeit sich stets damit auseinandersetzen mussten. Wie viele Erscheinungen, die das Leben einschränken und bedrohen, somit massive Auswirkungen auf eine Gesellschaft haben, schlägt sich diese allgegenwärtige Auseinandersetzung auch in der Literatur nieder.
Interessant ist hier insbesondere die damalige Sichtweise auf den Ursprung dieser Krankheiten. Als konkretes Beispiel ist hier die Lepra zu nennen, von der angenommen wurde sie habe einen religiösen Ursprung und sei durch eine des Erkrankten begangenen Sünde hervorgerufen wurden.
In diesem Kontext ist vor allem das Werk Hartmanns von Aue „Der arme Heinrich“ ein interessantes Untersuchungsfeld. In ihm erkrankt ein hochadliger Ritter (Heinrich) am Aussatz und dies obwohl er als nahezu perfekter (mittelalterlicher) Mensch in die Erzählung eingeführt wird. Unter Einbeziehung seines bis dahin fehlerlosen Lebens entsteht hier nun die Frage nach dem Ursprung seiner Krankheit. Die Erklärung einer begangenen Sünde als Ursprung seiner Erkrankung ist (trotz der Meinung einiger Interpreten) kaum haltbar. Ein Ziel dieser Arbeit soll es also sein den Ursprung dieser Krankheit mit Hilfe anderer Interpretationsansätze zu klären. Wichtig ist hierbei, dass sich die Arbeit trotzdem im religiösen Rahmen, der das damalige Leben bestimmte verbleiben wird. Es geht also nicht darum reale medizinische Erklärungen zu finden sondern darum das Werk zu interpretieren.
Bemerkenswert ist an Hartmanns von Aue „Der arme Heinrich“ ebenso die Krankheit der zweiten Hauptfigur, eines Mädchens. Hier handelt es sich um einen Interpretationsansatz, der in der Forschungsliteratur nur knapp abgehandelt wird. Allein durch die quantitativen Proportionen der Erzählung (im Mittelteil dominiert dieses Mädchen das Gedicht) scheint es mir jedoch unmöglich nicht auch auf ihre Krankheit einzugehen. Die für den Leser entstandenen Fragen nach Art und Ursprung der Krankhe it sowie Zusammenhang
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mit der Gesamterzählung werde ich zu gegebener Zeit noch mal aufgreifen und beantworten.
Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass die Arbeit ? auf den Ursprung Heinrichs Krankheit und
? auf die Krankheit des Mädchens sowie deren Beschaffenheit eingehen wird. Abschließend wird sich diese Arbeit mit ?der Heilung beider (Haupt)Figuren auseinandersetzen, wobei hier der Schwerpunkt auf Heinrich (warum dies so beschaffen ist ergibt sich aus dem Gedicht Hartmanns von Aue, das selbst seinen Schwerpunkt auf die Heilung Heinrichs legt) liegt.
2. Der Ursprung Heinrichs Krankheit
2.1.Die widerstreitenden Thesen
Wie in der Einleitung bereits erwähnt existieren in der Forschungsliteratur zwei widerstreitende Thesen, die beide versuchen den Ursprung Heinrichs Krankheit zu klären. Hier handelt es sich einerseits um die These einer göttlichen Strafe und andererseits um die einer göttlichen Prüfung. Schon in der Einleitung habe ich die erste These verworfen. Hier soll nun verdeutlicht werden warum dies geschah.
2.1.2. Die Sünde- Strafe-These
Die These einer göttlichen Strafe beruht hauptsächlich auf der Vorstellung der damaligen Menschen (siehe Gliederungspunkt 1.Einleitung). Dies allein macht sie jedoch nicht verständlicher und in keinem Falle richtiger. Zwar ist es zweifellos der Fall, dass die Vergiftung des Körpers als Merkmal für die Vergiftung der Seele angesehen wurde und die Lepra somit als Merkmal der Sündhaftigkeit, jedoch ist dies nach intensiver Auseinandersetzung mit dem Text im speziellen Fall des „Armen Heinrichs“ kaum haltbar. Denn Heinrich führt ein Leben, dass einzig und allein von guten Taten bestimmt wird. Im Text wird dies durch einen ausschweifenden Tugendenkatalog beschrieben, der kaum positive Eigenschaften vermissen lässt (vgl. Der arme Heinrich, Vers 36-74). Ebenso wird
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Arbeit zitieren:
Gwendolyn Schrott, 2002, Die Krankheiten in Hartmanns von Aue "Der arme Heinrich", München, GRIN Verlag GmbH
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