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Begegnungen mit dem Hinduismus
von: Julia Gerstberger
Inhaltsverzeichnis
1. Vom Wesen der Religion
1.1 Begriff S. 4
1.2 Ursprung S. 5
1.3 Funktionen S. 5
1.4 Ausdrucksformen S. 6
1.5 Statistik der Weltreligionen S. 7
2. Der Hinduismus S. 9
2.1 Der Hinduismus im Überblick S. 10
2.2 Allgemeine Angaben S. 11
3. Geschichte des Hinduismus S. 12
4. Was ist Hinduismus?
4.1 Wesen des Hinduismus S. 15
5. Der Glaube des Hinduismus S. 16
5.1 Brahman - der Absolute S. 16
5.2 Der Laut OM S. 17
5.3 Samsara - Der Kreislauf von Geburt und Wiedergeburt S. 17
5.4 Das Karma S. 18
5.5 Dharma S. 19
6. Die Götterwelt des Hinduismus S. 19
6.1 Der große Gott Saguna Brahman S. 20
6.2 Die Dreifaltigkeit - Brahma, Vishnu und Shiva S. 21
6.3 Brahma - der Weltschöpfer S. 21
6.4 Vishnu - Der Welterhalter S. 22
6.5 Shiva - Der Weltzerstörer S. 22
7. Heilige Schriften des Hinduismus S. 23
8. Gesellschaft und Hinduismus S. 27
8.1 Das Kastensystem S. 27
8.2 Der Status der Frauen S. 28
8.3 Die Kindesheirat S. 30
8.4 Das Kahlscheren von Witwen S. 30
8.5 Die Witwenverbrennung (Sati) S. 30
8.6 Die vegetarische Lebensweise S. 30
8.7 Die Heilige Kuh S. 30
8.8 Pilgerfahrten und heilige Städte S. 31
8.9 Tod und Übergang S. 31
9. Bedeutende Personen des Hinduismus
9.1 Ramakrishna S. 32
9.2 Swami Vivekananda S. 33
9.2 Mohandas Karamchand Gandhi S. 33
10. Das Christentum in Indien S. 34
11. Parallelen zum Christentum S. 35
12. Was Christen vom Hinduismus lernen können S. 37
13. Literatur S. 40
14. Abbildungsverzeichnis S. 42
1. Vom Wesen der Religion
1.1 Begriff
Der Begriff „Religion“ kann in verschiedener Weise gedeutet werden. · Der römische Schriftsteller Cicero leitete „religio“ von dem Verb „religere“ (= sorgsam beachten) ab und verstand unter „Religion“ „die sorgfältige Beachtung alles dessen, was zum Kult der Götter gehört“. · Der christliche Schriftsteller Lactantius leitete „religio“ von dem Verb „religare“ (= binden, wieder verbinden) ab, wodurch deutlich wird, dass es für ihn in der Religion darum geht, „die Seele, die sich von Gott losgerissen hat, mit Gott zu versöhnen und wieder zu verbinden“.
Je nach Kulturkreis werden andere Aspekte von Religion betont: Gottesfurcht, Frömmigkeit, Dienst an den Göttern, das religiöse Gebot, die heilige Scheu, rechtliche und lehrhafte Sichtweisen. Der Versuch, alle Auffassungen in eine Definition zu fassen, könnte dann etwa so aussehen: „Religion ist der im Denken, Fühlen, Wollen und Handeln betätigte Glauben an das Dasein übernatürlicher persönlicher oder unpersönlicher Mächte, von denen sich der Mensch abhängig fühlt, die er für sich zu gewinnen sucht oder zu denen er sich zu erheben trachtet.“ (Helmuth von Glasenapp).
An dieser Definition wird Folgendes deutlich:
· Religion ist der Glaube an jenseitige Mächte und grenzt sich von anderen Glaubensformen ab, wie etwa dem Materialismus, der das Dasein überweltlicher Mächte bestreitet.
· Religion ist nicht nur eine Sache des Gefühls, sondern auch Gegenstand denkerischen Bemühens mit unter Umständen erheblichen Auswirkungen auf politische, soziale und ethische Hand lungen des Menschen, der ein solches Handeln willentlich plant.
· Religion stellt die jenseitigen Mächte auf unterschiedliche Weise dar: Glaube an einen einzigen Gott (à Monotheismus), an viele Götter (à Polytheismus), an unpersönliche kosmische Gesetze.
· Religion umfasst alle möglichen Formen der Beziehung zu den jenseitigen Mächten: Abhängigkeit, Gewinnung, Erhebung. Für manche Religionen, z.B. das Christentum gelten alle drei Bestimmungen. Im Gegensatz zum Buddhismus. Hier gilt eigentlich nur die erste Art der Beziehung. Die innere Einstellung der Gläubigen in verschie- denen Religionen ist also sehr unterschiedlich und lässt sich nicht auf einen Nenner bringen. 1
Religion ist kein „für sich bestehendes Geschäft, das man abgesondert von anderen Geschäften … treiben könnte; sondern sie ist der innere Geist, der all unser … Den- ken und Handeln durchdringt“. 2
1.2 Ursprung
[...]
1 Vgl. Jürgen Schwarz: „Religionen verstehen lernen. Christentum, Judentum, Islam, Hinduismus, Buddhismu s“. Lichtenau 2002. S. 6.
2 „Die Anweisung zum seligen Leben“ (1806). In: „Fichtes Werke“, hg. von I. W. Fichte, V, S. 183f. In: Horst Georg Pöhlmann: „Begegnungen mit dem Hinduismus. Dialoge, Beobachtungen, Umfragen und Grundsatzüberlegungen nach zwei Indienaufenthalten.“ Frankfurt 1995. S. 15.
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