Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung....................................................................................................................................... 3
2.Erziehungsziele und ihre Umsetzung 4
3. Das Schulsystem im Dritten Reich 8
3.1. Die Volksschule/Grundschule 8
3.2. Die Mittlere Schule 9
3.3 Die Höhere Schule 10
3.4. Die NS-Ausleseschulen am Beispiel der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt 12
3.5. Die Hilfsschule 19
4. Resümee 21
6. Literaturverzeichnis 22
1 Einleitung
Im Mittelpunkt dieser Hausarbeit steht der Aufbau des Schulsystems im Dritten Reich
und die damit verbundenen Erziehungsziele. Beispielhaft für dieses System ist folgendes
Zitat: „Wir wollen in unserer Schule keine theoretischen, sondern politische Menschen
bilden, wir wollen Tatmenschen ( ) Geschichte nationalsozialistisch gesehen, Märchen
nationalsozialistisch verstanden, Erdkunde nationalsozialistisch betrieben, Lebenskunde
nationalsozialistisch gedacht( )“ (Huber 1944 , zit. N : Nyssen 1979 , S 31 )
Da das Schulsystem im Nationalsozialismus ein sehr umfangreiches Thema ist, habe ich
den Schwerpunkt meiner Arbeit auf die Nationalpolitischen Erziehungsanstalten gesetzt
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Um jedoch die Unterschiede zu anderen Schulen im Dritten Reich deutlich zu machen, betrachte ich zuerst in groben Zügen die Volksschule, die Mittlere und Höhere Schule und wende mich dannach der Nationalpolitischen Erziehungsanstalt zu. Abschließend gehe ich auf die Hilfsschule ein. Diese wissenschaft liche Arbeit soll aufzeigen, was die einzelnen Schulformen zur Bildung des nationalsozialistischen Menschen beigetragen haben und welche Bedeutung die Schule bei der Verinnerlichung und Festigung der nationalsozialistischen Ideologie einnahm.
Ich widmete mich diesem Thema, da Interesse aus Gesprächen mit zeitgenössischen Verwandten entstand und sich dabei immer wieder neue Fragen für mich aufworfen, die ich mir durch Recherche beantwortete und im folgenden ein wenig darstellen möchte.
2.Erziehungsziele und ihre Umsetzung
Das dreigliedrige Schulsystem, welches zusätzlich die Hilfsschulen beinhaltete, wurde in seiner Struktur aus der Zeit der Weimarer Republik übernommen und hatte Bestand bis weit in die Nachkriegszeit. Man ging dabei von der Vorstellung eines natürlichen und somit angeborenen Begabungstypus aus..Dabei stellten die Schüler der Volksschule den praktischen Begabungstypus dar, die Mittelschule diejenige Institution, die für die Ausbildung eines anwendungsorientierttheoretischen Begabungstypus zuständig war, und die Oberschule beziehungsweise Höhere Schule für die Bildung des theoretischen Begabungstypen. Somit kam es generell in der Schulstruktur schon zu einer funktionalen und ständischen Berufsgliederung. Diese Selektionswirkung wurde von Beginn der Naziherrschaft nur noch verschärft durch den Abbau der Übergangsmöglichkeiten zwischen
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den einzelnen Schulstufen. Begründet wurde dies mit dem "organischen" Aufbau des Volkes. Dabei diente das Rasse- und Eliteprinzip und die Volksgemeinschaftsideologie als Legitimationsbasis für diese verschärfte Auslese (vgl. Nyssen, 1979, S.253). Für diese funktionale Gliederung symbolisierte man das Wort „Maschine“ als Metapher. Die Maschine braucht Menschen, „die sie bedienen und in Gang halten“ (=Volksschüler/innen), „sie beaufsichtigen und flicken (=Mittelschüler/-Innen) oder aber „sie erfinden und verbessern“ können (Oberschüler/-innen). (Weinstock 1936, S.31; zit. n.:Keim 1997, S.37) Wenn die baulichen Vorraussetzungen es zuliessen, wurde eine konsequente Geschlechtertrennung durchgeführt. War dies nicht der Fall, wurde der gesamte Unterricht, ausgeschlossen der Sport- und Hauswerkunterricht, in gemischten Klassen erteilt. Nicht nur die Struktur wurde in groben Zügen der Weimarer Republik übernommen, sondern auch die didaktisch-methodischen Elemente, die denen der Weimarer Schule entsprachen. Natürlich wurden diese im Gegensatz zur Weimarer Republik mit nazistischen Zielvorstellungen vebunden. Neue Inhalte wurden somit nach bewährter Methode vermittelt. Oberstes Richt- beziehungsweise Erziehungsziel war die Formung des nationalsozialistischen Menschen auf rassistischer, patriarchaler, miltitärischer und totalitärer Grundlage. Die Schüler sollten somit zum nationalsozialistischen Menschen, zur nationalsozialistischen Persönlichkeit, zur Volksgemeinschaft und zu Heimat- und Rassebewusstsein erzogen werden, zu körperlich, seelisch und geistig gesunden und starken Männern und Frauen. Laut Hitler mußte „die gesamte Bildungs- und Erziehungs-Arbeit des völkischen Staates (...) ihre Krönung darin finden, dass sie den Rassesinn und das Rassegefühl instinktiv- und verständnismässig in Herz und Hirn der ihr anvertrauten Jugend
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hineinbrennt“ (Hitler: „Mein Kampf“, S.452; zit. n.: Nyssen 1979,S.29). Die Forderung nach Qualifizierung trat daher immer mehr in den Hintergrund oder sie wurde erst gar nicht gestellt.
Die Kinder hatten sich unter das Volksganze unterzuordnen. Für die Jungen galten die Richtungspunkte „Volk, Wehr, Rasse und Führertum... Mut, Härte gegen sich selbst und Einsatzbereitschaft“ (Fricke-Finkelnburg 1989, S.162; zit. n.: Keim 1997, S.43). Mädchen dagegen sollten eine „gesunde Anschauung von leiblicher Schönheit, Gesundheit und Leistungsfähigkeit“ (Fricke-Finkelnburg 1989, S.162; zit. n.: Keim 1997, S.43) vermittelt bekommen. Auf diesen Richtlinien sollte sich dann das Bewusstsein vom Wert der eigenen Rasse und das Verantwortungsgefühl für die Erhaltung des eigenen Volkstums aufbauen. Diese Funktion einer Frau kommt in folgendem Zitat zum Ausdruck: „Der Nationalsozialismus hat zum Bewusstsein gebracht, dass im Schosse des Weibes die Zukunft des Volkes ruht, dass der Volkstod unser unabwendbares Schicksal ist, wenn das Weib dem Volke die Fruchtbarkeit seines Schosses verweigert“.(Kade 1937, S.7; zit.n.: Nyssen 1979, S.29).
Hitlers Prioritätensetzung in „Mein Kampf“ bewirkte, dass Leibeserziehung mit circa fünf Unterrichtsstunden und deutsch mit teilweise sieben Stunden an erster Stelle im Lehrplan standen. Diese beiden Fächer, ebenso wie Geschichte, Biologie und Erdkunde, waren besonders geeignet für die nazistische Ausrichtung des Unterrichts. Dagegen gestaltete sich die nationalsozialistische Ausrichtung der zu vermittelnden Inhalte in den Fächern Physik, Chemie und Religion schwieriger, so dass diese Fächer an den meisten Schulen wie zu Zeiten der Weimarer Republik erteilt wurden.
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Jedoch bedeutete die nationalsozialistische Ausrichtung keine automatische Niveaulosigkeit des Unterrichts, sondern die Verbindung mit wissenschaftlichen Fakten und wissenschaftlicher Seriosität bewirkte, dass eine kritische Betrachtungsweise der nationalsozialistischen Ideologie für die Schüler umso schwieriger war. Durch die Hereinnahme der unwissenschaftlichen Rassentheorie in alle sogenannten Weltanschauungsfächer (vorrangig in Biologie, Deutsch, Erdkunde, Geschichte und Singen) sank jedoch schon in gewissem Maße deren wissenschaftliches Niveau. Unter anderem demonstrierte man im Biologieunterricht rassische Merkmale an Schülern und benutzte „nicht arische“ Kinder dazu, sie zu diskrimminieren und diffamieren. Somit galt, dass „die Kenntnisse der biologischen Grundtatsachen und ihre Anwendung auf Einzelmensch und Gemeinschaft(...) für die Erneuerung unseres Volkes unerlässliche Vorraussetzung ist! Kein Schüler und keine Schülerin darf ohne dieses Grundwissen ins Leben entlassen werden“ (Benze/Pudelko 1937,S.202; zit. n.: Nyssen 1979, S.85). Die Schule war somit ein Ort, an dem die Kinder und Jugendlichen besonders stark mit der nationalsozialistischen Ideologie konfrontiert und durch sie beeinflusst wurden. Jedoch stellte der Unterricht im Klassenzimmer am ehesten einen Bereich für nicht konformes oder sogar oppositionelles Lehrverhalten dar, wenn Schulleitung und Elternschaft diesem nicht im Wege standen.
Man kann somit sagen, dass bis 1937 die Ideologievermittlungsfunktion von Schule eine herausragende Bedeutung in der Schule hatte. Die Forderung nach Qualifizierung der Schüler trat so zu sagen in den Hintergrund.
Im Vordergrund stand im grossen Stil die Integration in die nationalsozialistische Gesellschaft, sei es als Wehrertüchtigung (Führer-Gefolgschaftsprinzip), oder Unterordnung
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Arbeit zitieren:
Oliver Zachert, 2002, Schule im Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag GmbH
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