In dieser Hausarbeit soll Tiepolos religiöse Kunst im Fokus stehen. Genauer: Die drei Altarbilder „Unterweisung Mariens“ von 1732, „Die letzte Kommunion der Heiligen Lucia“, das mit einem Fragezeichen auf 1748 datiert werden kann, sowie „Die Jungfrau erscheint Sankt Nepomuk“ von 1754. Neben der Einzelanalyse (Kapitel IV), ist zum Verständnis der Werke der historische Kontext unerlässlich. Deshalb wird in Kapitel II das Venedig des 18. Jahrhunderts vorgestellt und in Kapitel III Tiepolos sakrales Oeuvre genauer ausgeleuchtet. Kapitel V schließt sich an die Einzelanalysen der Bilder an, um in einem Vergleich Tiepolos künstlerische Entwicklung herauszuarbeiten. Besondere Beachtung findet dabei die Suche nach Antworten auf die Frage nach dem Auftraggeber und der Auftragssituation.
Inhaltsverzeichnis
I EINLEITUNG
II VENEDIG IM 18. JAHRHUNDERT – ADEL, KIRCHE, MÄZENATENTUM
III GIAMBATTISTA TIEPOLOS RELIGIÖSE KUNST
IV TIEPOLOS ALTARBILDER – DREI BILDANALYSEN
ALTARBILD 1: UNTERWEISUNG MARIENS / DIE HEILIGE ANNA MIT DER JUNGFRAU / DIE ERZIEHUNG MARIAE
Bildbeschreibung
Vergleich Altarbild – Skizzen
Tiepolo und Piazzetta
ALTARBILD 2: DIE LETZTE KOMMUNION DER HEILIGEN LUCIA
Bildbeschreibung
Vergleich Altarbild – Skizze
Vergleich Tiepolo – Veronese – Ricci
ALTARBILD 3: DIE JUNGFRAU ERSCHEINT SANKT NEPOMUK / DIE VISION DES HEILIGEN JOHANNES NEPOMUK
Bildbeschreibung
Wer gab das Bild in Auftrag?
V DIE DREI ALTARBILDER IM VERGLEICH
5.1 AUFTRAGGEBER UND AUFTRAGSSITUATION
5.2 WIRKUNG UND BEWEGUNG
5.3 UMGEBUNG UND ARCHITEKTUR
5.4 DIE ALTARBILDER IM RAUM
VI SCHLUSSWORT
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht Tiepolos religiöse Kunst anhand von drei ausgewählten Altarbildern, um deren künstlerische Entwicklung sowie den historischen und soziokulturellen Kontext im Venedig des 18. Jahrhunderts zu beleuchten. Dabei steht insbesondere die Analyse der Auftraggeber, der kompositorischen Gestaltung und der Wirkung der Werke im Vordergrund.
- Die drei Altarbilder „Unterweisung Mariens“ (1732), „Die letzte Kommunion der Heiligen Lucia“ (1748/49) und „Die Vision des Heiligen Johannes Nepomuk“ (1754).
- Soziale und religiöse Rahmenbedingungen des 18. Jahrhunderts in Venedig, geprägt von Adelsmacht, Kirche und Mäzenatentum.
- Vergleichende Analyse von Komposition, Stilistik und ikonographischer Tradition.
- Frage nach dem Einfluss des Auftraggebers und der Funktionalität der Altarbilder im jeweiligen architektonischen Raum.
Auszug aus dem Buch
Bildbeschreibung
Tiepolo entschied sich, nicht Lucias Martyrium zu zeigen, sondern den Moment, in dem sie ihre letzte Kommunion empfängt und nur noch kurze Zeit zu leben hat. Lucia kniet vor einem Portikus auf der Stufe einer Treppe. Sie trägt ein weißes Gewand und hat die Arme vor der Brust gekreuzt. Zu ihrer Rechten steht ein Priester, aus dessen Hand Lucia – leicht vorgebeugt – die Hostie empfängt. Sie hat das Martyrium bereits erlitten, darauf weisen die geschwollenen Augenhöhlen hin, ebenso wie das kleine rote Kreuz an ihrem Hals. Auf dem Boden vor ihr auf einer Platte liegen die ausgestochenen Augen, die den Betrachter mit einem surrealen Blick fixieren. Einen weiteren Hinweis auf die Marter gibt auch der Dolch, der daneben liegt. Tiepolo greift also beide Legenden auf (Blendung und Tod durch den Dolch), deutet das Martyrium aber nur durch Attribute an. Lucia wird von einem Priester besucht, der reich bestickte Gewänder trägt, wie es in der Messe üblich gewesen ist.
Zusammenfassung der Kapitel
I EINLEITUNG: Einführung in das Thema, Vorstellung der drei Altarbilder und Einbettung in den historischen Kontext sowie die Forschungslage.
II VENEDIG IM 18. JAHRHUNDERT – ADEL, KIRCHE, MÄZENATENTUM: Analyse der soziopolitischen Situation Venedigs, der Rolle des Adels und der Bedeutung religiöser Gruppen als Auftraggeber.
III GIAMBATTISTA TIEPOLOS RELIGIÖSE KUNST: Untersuchung der künstlerischen Rolle Tiepolos und der Bedeutung des Altarbildes als religiöses und historisches Dokument.
IV TIEPOLOS ALTARBILDER – DREI BILDANALYSEN: Detaillierte Einzelanalysen der drei Hauptwerke inklusive Bildbeschreibung, Skizzenvergleich und kunsthistorischer Einordnung.
V DIE DREI ALTARBILDER IM VERGLEICH: Synthese der Einzelergebnisse hinsichtlich Auftraggebern, Wirkung, Architekturbezug und künstlerischer Entwicklung.
VI SCHLUSSWORT: Zusammenfassendes Fazit über Tiepolos Wirken im Kontext der venezianischen Spätphase.
Schlüsselwörter
Giambattista Tiepolo, Altarbilder, Venedig, 18. Jahrhundert, Religionskunst, Heiligenkult, Marienverehrung, Auftraggeber, Mäzenatentum, Bildanalyse, Barock, Rokoko, Sakrale Kunst, Bildkomposition, Ikonographie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit drei spezifischen Altarbildern von Giambattista Tiepolo und beleuchtet diese vor dem Hintergrund des venezianischen 18. Jahrhunderts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die sakrale Malerei des Rokoko, die Rolle des Mäzenatentums und die funktionale Einbindung von Kunstwerken in sakrale Räume.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, anhand der drei Altarbilder Tiepolos künstlerische Entwicklung und seine Reaktion auf unterschiedliche Auftraggeber und Raumkontexte zu analysieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die kunsthistorische Bildanalyse und den Vergleich mit Vorstudien (Skizzen) sowie den historischen Kontext des 18. Jahrhunderts.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil erfolgen detaillierte Analysen zu den Werken „Unterweisung Mariens“, „Die letzte Kommunion der Heiligen Lucia“ und „Die Vision des Heiligen Johannes Nepomuk“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen zählen Tiepolo, Altarbild, Venedig, Heiligenverehrung, Barock, Bildanalyse und Mäzenatentum.
Welche Bedeutung hat das Cornaro-Wappen im Lucia-Altarbild?
Es dient als Hinweis auf die beauftragende Familie Cornaro und stellt eine Verbindung zwischen der Heiligenfigur und dem Selbstverständnis der Adelsfamilie her.
Warum wird im Nepomuk-Altarbild die Arbeitsteilung zwischen Tiepolo und seinem Sohn diskutiert?
Aufgrund von Stilunterschieden und der biographischen Tatsache, dass Tiepolo zum Entstehungszeitpunkt bereits 58 Jahre alt war, wird vermutet, dass sein Sohn Domenico an der Ausführung beteiligt war.
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- Katharina Berlind (Author), 2008, Drei Altarbilder von Giambattista Tiepolo im Vergleich , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/202690