Inhalt
1. Vorbemerkung 2 Vorbemerkung....................................................................................................................2
2. Die Rahmenbedingungen der Geburt der Tragödie 2
2.1 Ein biografischer Abriss 2
2.2 Die Beziehung zu Richard Wagner 4
2.3 Die Entstehung der Geburt der Tragödie 6
3. Die Geburt der Tragödie 8
3.1 Dionysos versus Apollon 8
3.2 Die Vereinigung von Dionysos und Apollon in der dorischen Tragödie 10
3.3 Die Tragik des Optimismus 10
3.4 Die sokratische Kultur in der Oper 11
3.5 Das allmähliche Erwachen des dionysischen Geistes durch die Tragödie 12
3.6 Der Mythos als Grundstein der Gemeinschaft 14
4. Zusammenfassung und kritische Betrachtung 14
5. Bibliografie 16
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1. Vorbemerkung Im Folgenden soll es darum gehen, die Grundzüge des Werkes „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“ von Friedrich Nietzsche wiederzugeben und zu erörtern. Davor steht eine Einführung in das Werk durch die Biografie Nietzsches, seine Beziehung zu Richard Wagner, auf dessen Musik sich große Teile des Werkes beziehen, sowie die äußere Entste- hungsgeschichte des Werkes.
Das Ziel soll dabei vor allem sein, Nietzsches sehr ausführliche Argumentation im Wesentli- chen zusammenzufassen, das Verstehen der relativ komplexen Gedankenführung zu erleich- tern und eine kritische Betrachtung anzubieten.
2. Die Rahmenbedingungen der „Geburt der Tragödie“
2.1 Ein biografischer Abriss
Friedrich Wilhelm Nietzsche wird am 15. Oktober 1844 in Röcken bei Lützen geboren. Er ist der erste Sohn des pietistischen Pfarrers Carl Ludwig Nietzsche (1813-1849) und Franziska Nietzsche, geborene Oehler (1826-1897). Zwei Geschwister folgen, ein Bruder Ludwig Jo- seph (geboren 27. Februar 1849, verstirbt bereits am 4. Januar 1850), und eine Schwester Eli- sabeth (1846-1935).
Nach dem frühen Tod des Vaters im Juli 1849 siedelt die Mutter mit Friedrich Wilhelm und Elisabeth 1850 nach Naumburg über. 1854 tritt er in das dortige Domgymnasium ein und zeigt ausgeprägte literarische und musikalische Interessen. Wegen ausgezeichneter schuli- scher Leistungen erhält der 14-jährige Nietzsche eine Freistelle im Gymnasium Schulpforta, wo er über sechs Jahre eine fundierte klassisch-philologische Ausbildung genießt. In diese Zeit fallen die ersten musikalischen und dichterischen Versuche; die frühesten bekannten Ar- beiten stammen aus dem Jahre 1854. 1 Das Akademische Jahr 1864/65 verbringt Nietzsche zuerst mit dem Studium der Theologie, dann der Altphilologie an der Universität Bonn. 1865 wechselt er an die Universität Leipzig, um dort das Studium der Philologie fortzusetzen. Er ist Schüler von Friedrich W. Ritschl, der ebenfalls 1865 von Bonn nach Leipzig wechselt, und er ist Mitglied des von Ritschls Schülern gegründeten Philologische Vereins, in dem er seine ersten philologischen Arbeiten vorlegt. Für eine Untersuchung über Diogenes Laertios erhält er den Universitätspreis. In Leipzig entwickelt sich auch die langjährige Freundschaft mit Erwin Rohde.
Ab Oktober 1867 bis Oktober 1868 leistet Nietzsche Militärdienst als Freiwilliger in Naum- burg, ist aber ab Mai 1868 wegen eines Reitunfalls nicht mehr im Dienst. Danach geschehen mehrere Ereignisse von großer Konsequenz für Nietzsches späteres Leben. Ab Oktober 1868 lebt er als Privatgelehrter wieder in Leipzig. Hier lernt er im November durch die Vermittlung von Frau Prof. Brockhaus, der Schwester des Komponisten, Richard Wagner kennen 2 , der ihn in sein Haus nach Luzern einlädt. 3 Kurze Zeit später wird Nietzsche – zu diesem Zeitpunkt 24 Jahre alt – auf die Empfehlung von Friedrich Ritschl 1869 an die Universität Basel berufen. Daraufhin promoviert ihn die Universität Leipzig ohne Prüfung und Disputation zum Doktor, weil Nietzsches Publikationen im „Rheinischen Museum“ für die Verleihung des Titels als ausreichend betrachtet werden. 4 Dieses Ereignis ist zu Nitzsches Lebzeiten zwar nichts vö llig außergewöhnliches, aber doch ungewöhnlich genug, um ihm über seinen Bekanntenkreis hin- aus den Ruf der Frühreife und Genialität zu verschaffen. 5 In Basel unterhält Nietzsche nähere Bekanntschaften zu J. Burckhardt, sowie zu Richard Wagner und dessen späterer Ehe frau Cosima von Bülow, die bis zu ihrer Übersiedelung nach Ba yreuth im Jahr 1872 in Tribschen bei Luzern wohnen 6 . Nietzsches erste größere Arbeit – die hier hauptsächlich behandelte „Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“ von 1872 – stößt auf einhellige Ablehnung durch die Altphilologen Ritschl und Ulrich von Wilamo- witz-Möllendorf, worauf sich Nietzsche endgültig von der Philologie ab- und der Philosophie zuwendet.
Ein großer Umbruch findet bei Nietzsche in den Jahren 1876 bis 1879 statt 7 , in den der Bruch mit Wagner und die Aufgabe der Professur wegen zunehmender Kopf- und Augenbeschwer- den und gleichzeitige Isolation von den Freunden fallen.
In der darauf folgenden Zeit reist Nietzsche immer häufiger nach Italien und Frankreich und verbringt Aufentha lte in Venedig, Genua, Rapallo, Nizza, Sils Maria, Sizilien und Mentone. Am 3. Januar 1889 erleidet Nietzsche dann einen plötzlichen psychischen Zusammenbruch, der sich innerhalb weniger Tage ankündigt und in sogenannter „geistiger Umnachtung“ ende- te. 8 Die Thesen zu den Ursachen dieses Zusammenbruchs sind vielfältig. Nietzsches Schwester, Elisabeth Förster-Nietzsche, die ihn nach dem Tod der Mutter ab 1897 in Weimar pflegte, 2 Nolte, Ernst, 1990: Nietzsche und der Nietzscheanismus: S. 25 3 Da die Bekanntschaft mit Wagner für die „Geburt der Tragödie“ besondere Bedeutung hat, soll davon in einem eigenen Abschnitt später ausführlich die Rede sein.
4 Nietzsche publiziert seit 1868 im „Rheinischen Museum“. Vg. dazu: Janz, III: S. 368 5 Nolte: S. 27 6 Mittelstraß, Jürgen (Hg.), 1995: Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie: S. 1010 7 Nolte: S. 37ff.
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vertrat vehement die These, dass Nietzsche einen Schlaganfall oder eine plötzliche „Gehirn- lähmung“ erlitten habe. Dafür sprechen aber keine Hinweise, dagegen deutet alles auf eine progressive Paralyse hin, Spätfolge der luetischen Erkrankung (Syphilis), die bei Nietzsche als gesichert gilt. Die Vermutungen gehen dahin, dass der als sehr enthaltsam geltende Nietz- sche sich bei einem Bordellbesuch während seiner Leipziger Zeit infizierte, und dass sein asketisch gestärkter Körper der Krankheit lange trotzen konnte, bis er ihr 1889 erlag. F. W. Nietzsche starb am 25. August 1900 infolge einer Lungenentzündung in Weimar.
2.2 Die Beziehung zu Richard Wagner
Die enge Bekanntschaft mit dem Komponisten Richard Wagner war für Nietzsches frühe Schriften prägend. Er fand bei Wagner das wieder, was er im Hellenentum so sehr bewunder- te, die Verkörperung eines Genies, das Tragödien erschafft.
Nietzsche lernt Wagner 1868 in Leipzig kennen. Er trifft ihn auf Initiative von Frau Prof. Brockhaus. 9 Dabei spricht Wagner eine recht vage Einladung aus, die Nietzsche aber zufälli- gerweise recht bald annehmen kann, denn nach seiner Berufung nach Basel Anfang 1869 ist es nur noch ein kurzer Weg in das Haus Wagners in Tribschen bei Luzern am Vierwaldstätter See. Der erste Besuch Nietzsches bei Wagner und seiner Lebensgefährtin Cosima von Bülow, die erst 1870 nach Überwindung vieler Schwierigkeiten Wagners Ehefrau werden konnte, erfolgt am 15. Mai 1869, einen Monat nach Nietzsches Eintreffen in Basel. 10 Es entwickelt sich ein enger und reger persönlicher Kontakt zwischen Nietzsche und dem Paar Richard und Cosima Wagner, wobei Nietzsche gegenüber dem älteren Wagner durch die Anrede „verehr- tester Meister“ 11 immer förmlichen Abstand hält. Das ist kein Wunder, wenn man sich be- wusst macht, dass Nietzsche zu dieser Zeit ein noch recht unbekannter Philologe war, wäh- rend Wagner nun Schützling des bayrischen Königs Ludwig II. war und die Residenz in Trib- schen als Refugium nutzte. 12 Wie verzaubert und der Welt entrückt sich Nietzsche im Hause Wagners gefühlt haben muss, geht aus einem Brief an seinen Freund Rohde vom 3. September 1869 hervor: „Liebster Freund, was ich dort lerne und schaue, höre und verstehe, ist unbeschreiblich. Schopenhauer und Goethe, Aeschylus und Pindar leben noch, glaub es nur.“ 13 Die Faszination ist offensicht- 8 hierzu ausführlich: Janz, III: S. 9ff.
9 Nolte: S. 25 10 ebd.: S. 27f.
11 ebd.: S. 33 12 ebd.: S. 28 13 so zitiert in: Nolte: S. 28
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David Glowsky, 2001, Friedrich Nietzsche - Die Geburt der Tragödie - Zusammenfassung und Erläuterungen, München, GRIN Verlag GmbH
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