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Rituale als bewertende Textmuster

Titel: Rituale als bewertende Textmuster

Seminararbeit , 2001 , 25 Seiten , Note: gut (2)

Autor:in: Elke Ranker (Autor:in)

Germanistik - Linguistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden, an das Seminar „Bewertende Textmuster“ (WS 2000/01)
anknüpfenden Arbeit geht es um Rituale, die teilweise bewusst, teilweise unbewusst
unser tägliches Leben und die Beziehungen die wir pflegen, bestimmen. Als
erstes werde ich den Begriff „Ritual“ unter allgemeinen und dann unter verschieden
Gesichtspunkten definieren. Des weiteren betrachte ich Ritual unter dem Aspekt
kommunikativer Beziehungsarbeit und Ritual als Ausdruck von Emotionen.
Danach werden verschiedene Ritualtypen vorgestellt und deren Funktionen erläutert.
Als letztes werde ich mich Ritualbrüchen zuwenden. Für einige Punkte der
Arbeit versuche ich Beispiele anzugeben, anhand derer sich belegen lässt, dass
Rituale auch bewertende Textmuster sind.
Im weiteren Verlauf dieser Arbeit werde ich mich vor allem an die Ausführungen
von RAUCH (1992) halten, da sie meiner Meinung nach einen guten und verständlichen
Überblick über die Thematik bietet. Ein Ritual ist eine von bestimmten Regeln gekennzeichnete Form einer kultischen
Feier. Im Ritual werden meist traditionsbestimmte, soziale Verhaltensweisen
an den Tag gelegt, die mit Regelmäßigkeit zu bestimmten Anlässen in immer
gleicher Form spontan hervorgebracht werden.
Nach RAUCH (1992, 39) dienen Rituale der Beziehungsgestaltung und dem geregelten
Umgang mit Gefühlen. Sie bestehen oft aus Handlungen oder Handlungssequenzen,
sind institutionalisiert und symbolisch- expressiv. Für all diese Merkmale
gibt es Indikatoren bzw. Indikatorentypen. Eine Handlung kann willkürlich, bewusst oder regelbefolgend ausgeführt werden
(vgl. WERLEN 1984). Wird eine Handlung bewusst ausgeführt, so dient sie
meist als Strategie, um etwas zu erreichen. Viele Handlungen werden jedoch oft
spontan und unreflektiert abgespult. SANDIG (1986, 40) untersucht Aspekte von
Handlungssequenzen als ein logisches Nacheinander. Zur Verdeutlichung können
beispielhaft Tischgespräche dienen. Dabei entsteht die Handlung in einem Handlungskontext
(vgl. RAUCH 1992, 40) und es gibt eine Vorgeschichte und ein Vorwissen der Beteiligten. Weiter sind eine Motivation der Beteiligten und bestimmte
Zielsetzungen vorhanden. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG

2 DEFINITION RITUALE

2.1 Rituale als Handlungen oder Handlungssequenzen

2.2 Institutionalisiertheit von Ritualen

2.2.1 Institutionelle Sprachhandlungen

2.2.2 „Institutionalisierte“ Sprachhandlungen

2.3 Rollentypen in Ritualen und einige typische Relationen

2.4 Expressivität von Ritualen

2.4.1 Sprachhandlungen

2.4.2 Thema

2.4.3 Requisiten

2.4.4 Expressive Gesten

2.4.5 Stilisierung

3 RITUALE ALS MITTEL KOMMUNIKATIVER BEZIEHUNGSARBEIT

3.1 Definition Beziehung

3.1.1 Kommunikationsindikatoren für Beziehung

3.1.2 Beziehung als rituelle Expressivität

4 RITUALE ALS MITTEL DES GEREGELTEN AUSDRUCKS VON EMOTIONEN

4.1 Arten des Emotionsausdrucks

5 RITUALTYPEN

5.1 Kriterien zur Differenzierung und Klassifizierung von Ritualtypen und-subtypen:

6 FUNKTIONEN VON RITUALEN

6.1 Politisch-soziale Funktionen

6.2 Intra- und interindividuelle tiefenpsychologische Funktionen von Ritualen

7 RITUALBRÜCHE UND –VERSTÖßE

8 ZUSAMMENFASSUNG

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht Rituale als bewertende Textmuster und analysiert deren Funktion für die Beziehungsgestaltung sowie den geregelten Ausdruck von Emotionen im täglichen Leben und in besonderen sozialen Kontexten.

  • Definition und Wesensmerkmale von Ritualen
  • Rituale als Mittel der kommunikativen Beziehungsarbeit
  • Rituale als Ausdrucksform für Emotionen
  • Klassifizierung verschiedener Ritualtypen
  • Analyse von Ritualbrüchen und deren Auswirkungen

Auszug aus dem Buch

2.1 Rituale als Handlungen oder Handlungssequenzen

Eine Handlung kann willkürlich, bewusst oder regelbefolgend ausgeführt werden (vgl. WERLEN 1984). Wird eine Handlung bewusst ausgeführt, so dient sie meist als Strategie, um etwas zu erreichen. Viele Handlungen werden jedoch oft spontan und unreflektiert abgespult. SANDIG (1986, 40) untersucht Aspekte von Handlungssequenzen als ein logisches Nacheinander. Zur Verdeutlichung können beispielhaft Tischgespräche dienen. Dabei entsteht die Handlung in einem Handlungskontext (vgl. RAUCH 1992, 40) und es gibt eine Vorgeschichte und ein Vorwissen der Beteiligten. Weiter sind eine Motivation der Beteiligten und bestimmte Zielsetzungen vorhanden. Zur Realisierung von Zielen werden Entscheidungen über die Mittel getroffen, es wird mit Hilfe von Planbildungen (vgl. RAUCH 1992, 41) vororganisiert. Daraufhin wird die Handlung in einer bestimmten Art und Weise durch- bzw. ausgeführt und daraus resultiert der intersubjektive Sinn der rituellen Handlung (vgl. RAUCH 1992, 41). Die Konsequenzen des Ergebnisses können folgende sein: entweder ist die Zielsetzung der Beteiligten konventionell (erfüllt), oder es kommt zu unkonventionellen Folgen, d.h. Störungen verursachen mentale oder emotionale Zustände.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt das Forschungsinteresse an Ritualen als bewertende Textmuster, die unser tägliches Leben und soziale Beziehungen maßgeblich beeinflussen.

2 DEFINITION RITUALE: Dieses Kapitel definiert Rituale als regelgeleitete Handlungssequenzen, die institutionalisiert sind und der Gestaltung von Beziehungen sowie dem Umgang mit Gefühlen dienen.

3 RITUALE ALS MITTEL KOMMUNIKATIVER BEZIEHUNGSARBEIT: Der Fokus liegt hier auf dem Inhalts- und Beziehungsaspekt der Kommunikation, wobei Rituale als Mittel zur Schaffung, Bewahrung und Veränderung zwischenmenschlicher Beziehungen fungieren.

4 RITUALE ALS MITTEL DES GEREGELTEN AUSDRUCKS VON EMOTIONEN: Hier wird erläutert, wie Rituale als Gefühlsdemonstrationen dienen, die Unsicherheiten reduzieren und einen geregelten Umgang mit Emotionen ermöglichen.

5 RITUALTYPEN: Das Kapitel differenziert Rituale anhand ihres Ritualisierungsgrades und stellt vier spezifische Typen von rigiden bis hin zu flexiblen Alltagsritualen vor.

6 FUNKTIONEN VON RITUALEN: Hier werden die politisch-sozialen sowie die tiefenpsychologischen Funktionen von Ritualen hinsichtlich ihrer stabilisierenden oder potenziell missbräuchlichen Wirkungsweise analysiert.

7 RITUALBRÜCHE UND –VERSTÖßE: Der Abschnitt befasst sich mit Faktoren, die Rituale gefährden, wie etwa Entfremdung, Überkorrektheit oder Interaktionsbefangenheit.

8 ZUSAMMENFASSUNG: Die Zusammenfassung resümiert, dass Rituale als bewertende Textmuster allgegenwärtig sind und die Interaktionsteilnehmer entweder bewusst oder unbewusst steuern.

Schlüsselwörter

Rituale, bewertende Textmuster, Beziehungsarbeit, Emotionen, soziale Handlungen, Ritualtypen, Kommunikation, Institutionalisierung, Interaktion, Rollenverhalten, Ritualbrüche, Expressivität, Sprechakte, Alltagsrituale, Handlungssequenzen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Untersuchung von Ritualen als sogenannte "bewertende Textmuster" und deren Einfluss auf den menschlichen Alltag und soziale Beziehungen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Schwerpunkten gehören die Definition von Ritualen, deren Rolle bei der Beziehungsarbeit, der geregelte Ausdruck von Emotionen innerhalb ritueller Handlungen sowie die Klassifizierung verschiedener Ritualtypen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuweisen, dass Rituale mehr als nur wiederkehrende Handlungen sind; sie fungieren als komplexe Muster, die soziale Beziehungen bewerten und steuern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine linguistische Analyse und greift dabei auf theoretische Ansätze der Gesprächsanalyse und Handlungstheorie zurück, insbesondere unter Bezugnahme auf Elisabeth Rauch.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Ritualen als Mittel zur Beziehungsgestaltung, als Instrument für den Emotionsausdruck, die Typisierung von Ritualen und die Analyse von Störungen in rituellen Abläufen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Ritualisierungsgrad, institutionelle Sprachhandlungen, Expressivität, Rollentypen, Partnerhypothesen und rituelle Kompetenz.

Was unterscheidet bei der Klassifizierung den Typ 1 vom Typ 4?

Typ 1 zeichnet sich durch eine rein schriftliche Form ohne mündliche Realisierung aus (z.B. Völkerverträge), während Typ 4 auf kollektivem Wissen und ritueller Kompetenz im alltäglichen mündlichen Handeln basiert.

Wie beeinflussen Rituale die zwischenmenschliche Beziehung?

Sie dienen laut der Arbeit der Beziehungsgestaltung durch Sicherung, Annäherung oder Distanzierung, können jedoch bei zwanghafter Nutzung auch zu einer Erstarrung der Kommunikation führen.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Rituale als bewertende Textmuster
Hochschule
Universität des Saarlandes  (Germanistik - Sprachwissenschaft)
Veranstaltung
Bewertende Textmuster
Note
gut (2)
Autor
Elke Ranker (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
25
Katalognummer
V19295
ISBN (eBook)
9783638234498
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rituale Textmuster Bewertende Textmuster
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Elke Ranker (Autor:in), 2001, Rituale als bewertende Textmuster, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/19295
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Leseprobe aus  25  Seiten
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