Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis II
1. Einleitung 1
2. Begriffsdefinitionen 2
2.1 Team 2
2.2 Lernen 2
2.3 Teamlernen 2
2.4 Teamentwicklung 3
3. Prozesse des Teamlernens 3
3.1 Basisprozesse des Teamlernens 3
3.2 Unterstützende Prozessvariablen 5
3.3 Hindernde Einflussfaktoren 5
4. Phasenmodelle der Teamentwicklung 6
4.1 Modell von Tuckman (1965) 6
4.2 Modell von Wheelan (1994) 8
4.3 Kritische Bewertung der beiden Modelle 9
5. Teamlernen in den Phasen der Teamentwicklung: Die Studie von Kasl, Marsick
Dechant (1997) 10
5.1 Zielsetzung der Studie 10
5.2 Ergebnisse 13
5.3 Diskussion 14
5.3.1 Einschränkungen der Untersuchung und Implikationen für zukünftige
Forschung 14
5.3.2 Implikationen für die Praxis 16
6. Fazit 17
Literaturverzeichnis 18
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Integrative systemic model for team learning ............................................ 4
II
1. Einleitung
In den letzten Jahren zeigt sich sowohl in Schulen wie auch in Unternehmen ein Trend, verstärkt das Arbeiten und Lernen in der Gruppe zu fördern. So wird beispielsweise in den Richtlinien, Grundsätzen und Anregungen zur Einführung des Rahmenlehrplans für den Ausbildungsberuf Industriekaufmann/Industriekauffrau, von „besondere[n] An-forderungen (…) an die Teamfähigkeit der Lehrkräfte“ gesprochen (Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, 2003, S. 6). Diese Teamfähigkeit ist nötig, um die Vermittlung von Lerninhalten im Rahmen von Lernfeldern (Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt, 2003, S. 40) effektiv gestalten zu können. Der Fokus auf Teamarbeit und Teamlernen ist in westlichen Ländern insofern eine Herausforderung, als Individualismus in vielen dieser Staaten kulturell verankert ist (Hofstede, 1980; House, Hanges, Javidan, Dorfman & Gupta, 2004). Somit wird Erfolg weniger als Erfolg der Gruppe als vielmehr als Erfolg des Einzelnen betrachtet (Kasl, Marsick & Dechant, 1997, S. 227/228). Ein effektives Lernen und Arbeiten in der Gruppe ist aber wichtig, da die gesamte Organisation lernen und innovativ sein kann, wenn Teams lernen (Crossan, Lane & White, 1999, S. 524; Senge, 1996, S. 287). Lernende Teams geben ihre Erkenntnisse an andere Teams weiter. Einzelne dagegen können lernen, ohne dass dabei das Unternehmen als solches lernen kann (Senge, 1996, S. 287). Daher widmet sich die Forschung der Frage, wie Arbeiten und Lernen im Team effektiv und erfolgsversprechend gestaltet werden kann. Bisherige Forschungsarbeiten liefern dabei vor allem Erkenntnisse dazu, wie Teams erfolgreich agieren in Abhängigkeit von der Aufgabengestaltung, der Gruppenzusammensetzung, dem organisatorischen Kontext, Umweltfaktoren, psychosozialen Charakteristika der Gruppe sowie internaler und externaler Prozesse, d.h. Prozessen innerhalb des Teams sowie Prozessen in der Interaktion mit dem Umfeld (Cohen & Bailey, 1997, S. 244). Neuere Arbeiten setzen sich vor allem mit Prozessen des Teamlernens auseinander (Decuyper, Dochy & Van den Bossche, 2010; Wilson, Goodman & Cronin, 2007). Offen ist bislang die Frage, wie sich kognitive Prozesse wie Lernen im Team in Abhängigkeit von zeitlichen Faktoren wie zum Beispiel der Teamentwicklung darstellen (Cohen & Bailey, 1997, S. 283/284; Decuyper, Dochy & Van den Bossche, S. 128).
Daher setzen wir uns in dieser Arbeit insbesondere damit auseinander, wie sich Teamlernen in den verschiedenen Phasen der Entwicklung eines Teams darstellt. Dazu stellen wir in den Punkten 2, 3 und 4 die relevanten theoretischen Grundlagen dar: Wir definieren die relevanten Begriffe, erläutern anhand des Modells des Teamlernens von Decuyper, Dochy & Van den Bossche (2010) die Prozesse des Teamlernens, unterstützende Prozessvariablen sowie hindernde Faktoren und erklären anschließend die
1
Phasen der Teamentwicklung. Im Punkt 5 stellen wir exemplarisch die Studie von Kasl, Marsick & Dechant (1997) dar, die Teamlernen in Verbindung zur Teamentwicklung untersucht hat. Wir diskutieren die Stärken und Schwächen der Studie, ihre Implikationen für zukünftige Forschung und die Praxis und schließen in Punkt 6 mit einem zusammenfassenden Fazit.
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Team
In Anlehnung an Sundstrom, De Meuse & Futrell (1990) definieren Cohen & Bailey (1997) ein Team als „a collection of individuals who are interdependent in their tasks, who share responsibility for outcomes, who see themselves and who are seen by others as an intact social entity embedded in one or more larger social systems” (S. 241). In dieser Definition kommen die folgenden Kernmerkmale zum Ausdruck: (1) wechselseitige Abhängigkeit in der Aufgabenerfüllung, (2) gemeinsame Verantwortlichkeit für Ergebnisse und (3) soziale Einheit. Larson & LaFasto (1989) zufolge hat ein Team „two or more people; it has a specific objective or recognizable goal to be attained; and co-ordination among the members of the team is required for the attainment of the team goal or objective” (S. 19). Ihre Definition führt ergänzend noch zwei weitere Charakteristika eines Teams an: (4) zwei oder mehr Mitglieder und (5) nötige Abstimmung zwischen den Teammitgliedern zur Zielerreichung.
Die Begriffe „Team“ und „Gruppe“ werden in den meisten wissenschaftlichen Arbeiten synonym verwendet (Cohen & Bailey, 1997, S. 241). Wir schließen uns der gängigen Praxis an und verwenden in dieser Arbeit „Team“ und „Gruppe“ austauschbar.
2.2 Lernen
In seiner Definition hebt Zimbardo (1992) drei wesentliche Merkmale des Lernens her-vor: (1) eine Veränderung im Verhalten oder im Verhaltenspotenzial als Ergebnis des Lernens, (2) die relative Stabilität dieser Veränderung und (3) Erfahrungen, in denen diese Veränderungen begründet sind (S. 227/228). Lernen erklärt er folglich als „Prozess (…), der zu relativ stabilen Veränderungen im Verhalten oder im Verhaltenspotential führt und auf Erfahrung aufbaut“ (Zimbardo, 1992, S. 227). Lernen ist dabei nicht direkt beobachtbar, sondern muss aus den beobachteten Verhaltensänderungen erschlossen werden (Zimbardo, 1992, S. 227).
2.3 Teamlernen
Dem Lernen im Team kommt eine besondere Bedeutung zu (Decuyper, Dochy & Van den Bossche, 2010, S. 111). Die Forschungsliteratur versucht dabei, den Begriff des
2
Arbeit zitieren:
Christoph Rabl, 2010, Lernen in verschiedenen Phasen der Teamentwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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