Inhalt
„Interkulturelle Kompetenz und interkulturelles Lernen. 2
am Beispiel einer Kurzgeschichte“ 2
Fachdidaktik Englisch 2
Wintersemester 2002/2003 2
Inhalt. 3
1. Interkulturelle Kompetenz und interkulturelles Lernen. 4
1.1. Ausgangsituation. 4
1.2. Die Situation der Schulen. 5
1.3. Bedeutung für den Englischunterricht 8
1.4. Literatur im Fremdsprachenunterricht 9
2. Fallbeispiel - „Myop“ von Alice Walker 11
2.1. Mögliche Herangehensweise für den Unterricht 11
2.1.1. Vorüberlegungen. 11
2.1.2. „The Flowers“ im Unterricht 12
2.2. Fazit. 13
3. Literaturverzeichnis 15
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1. Interkulturelle Kompetenz und interkulturelles Lernen
1.1. Ausgangsituation
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Ausgangssituation für die Bildungspolitik in der Bundesrepublik, aber auch in anderen Staaten in- und außerhalb Europas stark gewandelt. Die westlichen, stark industrialisierten Nationen sind für viele Menschen aus Ländern der so genannten Dritten Welt, aber auch den Staaten des ehemaligen Ostblocks, zu lockenden Zielen geworden, die Wohlstand und Frieden, kurzum ein besseres Leben verheißen. Die Migrationsbewegungen, die in den 50er Jahren einsetzten, haben sich im Laufe der Jahrzehnte weiterhin verstärkt, zu wirtschaftlichen Motiven sind für einen Großteil der Migrantengruppen Flucht vor Krieg, Bürgerkrieg, Terror und Hunger hinzugekommen. Dies bedeutet innerhalb der Migrantengruppen eine größere Aufsplitterung in verschiedene Nationalitäten, zu den ursprünglich vorwiegend europäischen Zuwanderern sind Gruppen aus Afrika, dem Nahen Osten oder Asien hinzugekommen. Im Jahr 2001 lebten ca. 730000 Mitbürger nicht deutscher Staatsangehörigkeit in Deutschland 1 , die sich auf die verschiedensten Nationalitäten verteilten. Viele dieser Menschen haben inzwischen in Deutschland Familien, das heißt ihre Kinder wachsen auf in einem kulturell ungesicherten Umfeld. Sie sind einerseits geprägt von der Heimatkultur ihrer Eltern, andererseits jedoch auch zu großen Teilen von der sie umgebenden Lebensweise in Mitteleuropa beziehungsweise Deutschland. Aber auch innerhalb der „ursprünglichen“ deutschen Bevölkerung finden Differenzierungsbewegungen und -prozesse statt. Ökonomische, ökologische, politische und soziale Entwicklungen greifen tief ein in die Bevölkerungsstruktur und deren Selbstempfinden. Die großen Veränderungen und Erschütterungen in den wirtschaftlichen Grundlagen des Landes, weg von der Industriegesellschaft, hin zur postindustriellen Dienstleistungs- und Informationsgesellschaft führen zu großen sozialen Spannungen. Arbeit, so Donnerstag 2 , ist, jetzt wo sie nicht mehr wie selbstverständlich für jeden zur Verfügung steht, nicht mehr der Leitbegriff der jüngeren Generationen. Vielmehr ist das Erlebnis als Lebensziel für den Einzelnen ins Zentrum des Interesses gerückt. Dies ist aber wiederum kein völlig einheitlich ablaufender Prozess. Es gibt Strömungen, die sich an althergebrachten Werten orientieren, Gruppen, die in ihren Einstellungen weit über das hinauszielen, was immer noch von weiten Teilen der Gesellschaft als Norm angesehen wird, und dazwischen unzählige weitere Gruppen oder Individuen. Durch zahlreiche Einflüsse, wie zum Beispiel eine beinahe schon übergroße Medienvielfalt, durch
1 Quelle: Statistisches Bundesamt: http://www.destatis.de/basis/d/bevoe/bevoetab7.htm
2 Donnerstag 1999: 241f.
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Sozialisation etc., sind inzwischen kulturelle Formen, Subkulturen entstanden, die so weit ausdifferenziert sind, dass auch zwischen ihnen eine Vermittlung notwendig wird, um ein Miteinander zu ermöglichen. Die Vielfalt lässt dem Einzelnen eine so große Wahl, das hinsichtlich der eigenen Identitätsbestimmung Verunsicherungen eintreten können. Diesen Umständen nun muss Schule Rechnung tragen und versucht es, zumindest Teilweise, auch.
1.2. Die Situation der Schulen
Die zunehmende kulturelle Vielfalt in der Bundesrepublik schlägt sich selbstverständlich auch in der Schule nieder. Im Schuljahr 2000/01 lag der Anteil ausländischer SchülerInnen an deutschen Schulen bei 9,7% 3 und damit noch einmal höher als in den Vorjahren. Ein bewusster, verantwortungsvoller und zielgerichteter Umgang mit diesem Umstand ist deshalb unausweichlich. Bereits seit Mitte der 60er Jahre hatte die Kultusministerkonferenz versucht, dem Umstand Rechnung zu tragen, dass in den Klassenräumen nicht mehr ausschließlich deutsche SchülerInnen anzutreffen sind, nachdem 1961 die Schulpflicht auf in Deutschland lebende Kinder von Ausländern ausgedehnt wurde. Der 1964 veröffentliche Beschluss zum „Unterricht für Kinder von Ausländern“ zielte aber vor allem auf einen zügigen Erwerb der deutschen Sprache ab, drüber hinaus auch auf Pflege und den Erhalt der Muttersprache, ohne aber nähere Angaben zur Methode zu machen (( ) * + , - % . . / . Wenig oder gar nicht befasste er sich mit den Begleitumständen für die Kinder und ihre Mitschüler. Die verheerenden Ereignisse in Deutschland zu Beginn der 90er Jahre, in deren Zuge zahlreiche ausländische Mitbürger schwer verletzt oder sogar getötet wurden, die beinahe schon alltäglichen Übergriffe auf Menschen und Einrichtungen, legten und ein absolut mangelndes Verständnis beziehungsweise mangelnden Willen oder Fähigkeit zum Verständnis „Andersartiger“ in weiten Teilen der deutschen Bevölkerung offen.
Zwar sahen die Rahmenrichtlinien für das Fach Englisch im Land Niedersachsen bereits 1989 eine der Aufgaben des Englischunterrichtes darin, dem sich internationalisierenden Umfeld der Schüler Rechnung zu tragen:
„Die zunehmende Überwindung der nationalstaatlichen Grenzen, das Zusammenrücken der Menschheit infolge des technischen und technologischen Fortschritts, die fortlaufende Weiterentwicklung der Kommunikationsmittel, die Internationalisierung der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes und nicht zuletzt der weltweite Massentouris-
3 Quelle:Statistisches Bundesamt: http://www.destatis.de/basis/d/biwiku/schultab9.htm
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Arbeit zitieren:
Niels Meyer, 2003, Interkulturelle Kompetenz und interkulturelles Lernen, München, GRIN Verlag GmbH
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