INHALT
1. EINLEITUNG 1
2. DAS FRANZÖSISCHE IM MEHRSPRACHIGEN KONTEXT
KAMERUNS 2
2.1 Kamerun - ein Kurzportrait 2
2.1.1 Geografische Einordnung 2
2.1.2 Wirtschaft 3
2.1.3 Bevölkerung und ethnische Zusammensetzung 3
2.1.4 Einführendes zur sprachliche Situation 4
2.2 Blick in die Geschichte 5
2.2.1 Beginn der europäischen Besiedlung 5
2.2.2 Deutsche Kolonisierung 1884-1918 5
2.2.3 Französische und britische Kolonisierung 1919-1960 6
2.2.4 Das unabhängige Kamerun 1961 bis heute 6
2.3 Sprachliche Situation 7
2.3.1 Lokale Verkehrssprachen, Pidgin-Englisch, Camfranglais 7
2.3.2 Der ungleiche Bilingualismus Französisch - Englisch 9
2.3.2.1 Staatsregierung 10
2.3.2.2 Rechtswesen 10
2.3.2.3 Verwaltung 10
2.3.2.4 Bildungswesen 10
2.3.2.5 Medien 11
2.3.2.6 Zusammenfassung 12
2.3.3 Die Rolle der einheimischen Sprachen 12
2.3.4 SprecherInnen-Einstellungen zum Französischen und zu den
indigenen (Mutter-)Sprachen 14
2.3.4.1 Ergebnisse zum Französischen 14
2.3.4.2 Ergebnisse zu den einheimischen Sprachen 15
2.3.5 Das français camerounais 16
3. ZUSAMMENFASSUNG UND SCHLUSSBETRACHTUNG 19
BIBLIOGRAPHIE 22
1. EINLEITUNG
In Kamerun, einem Land im Herzen des afrikanischen Kontinents mit fast 20 Millionen EinwohnerInnen, zählen Sprachforschende gegenwärtig über 280 verschiedene Sprachen. Mit dem europäischen Imperialismus verbreitete sich hier auch das Französische, das heute als eine offizielle Amtssprache einen festen Bestandteil der kamerunischen Gesellschaft ausmacht.
Die vorliegende Arbeit, welche im Rahmen eines Seminars zur Romania in Afrika entstand, möchte sich mit der heutigen sprachlichen Situation in Kamerun auseinandersetzen. Dabei soll vor allem auf die Rolle des Französischen im dortigen mehrsprachigen Kontext sowie auf die Charakteristika des français camerounais (im Vergleich zur hexagonalen Standardvarietät) eingegangen werden.
Zu diesem Zwecke werden zunächst grundlegende Informationen zu Geografie, Wirtschaft, Bevölkerung und zu den Sprachen des Landes in einem Kurzportrait vorgestellt. Hieran schließt sich ein Blick in die Geschichte Kameruns, der für ein Verständnis der heutigen sprachlichen Zweiteilung (Englisch / Französisch) unabdingbar ist. Der umfassendste Teil dieser Arbeit wird daraufhin die aktuelle sprachliche Wirklichkeit in den Blick nehmen. Hier werden Phänomene wie lokale Verkehrssprachen, das kamerunische Pidgin-Englisch und die Mischsprache Camfranglais thematisiert. Es folgt eine Untersuchung der tatsächlichen Umsetzung des in der Verfassung verankerten Bilingualismus sowie der Verbreitung der englischen und französischen Sprache in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Darüber hinaus soll aber auch auf die Rolle der einheimischen Sprachen eingegangen werden. Die Vorstellung einer jüngeren Studie zu den Einstellungen der KamerunerInnen bezüglich ihrer Sprachen wird die Ergebnisse empirisch untermauern. Abschließend erfolgt eine Betrachtung des kamerunischen Französischs unter linguistischen Gesichtspunkten, die sich insbesondere auf den lexikalischen Bereich konzentrieren wird.
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2. DAS FRANZÖSISCHE IM MEHRSPRACHIGEN KONTEXT KAMERUNS
2.1 Kamerun - ein Kurzportrait
Im Folgenden soll der Staat Kamerun zunächst kurz vorgestellt werden. Neben aktuellen Daten und Fakten zu Geografie, Wirtschaft und Bevölkerung soll auch eine grundlegende Einordnung der sprachlichen Situation des Landes vorgenommen werden, welche dann in Kapitel 2.3 noch weitaus ausführlicher be-handelt werden wird. 1
2.1.1 Geografische Einordnung
Die Republik Kamerun liegt im westlichen Zentralafrika und erstreckt sich, als östlicher Nachbar Nigerias, von einem Küstenstreifen am Atlantischen Ozean bis ans südliche Ufer des Tschadsees. Mit einer Fläche von über 475.000 km 2 ist der Staat um nahezu ein Drittel größer als Deutschland (vgl. Karte 1). In der Hauptstadt Yaoundé leben heute etwa 1,7 Mio. Menschen. Die größte Stadt und zugleich Wirtschaftszentrum des Landes ist das an der Küste gelegene Douala (ca. 2 Mio. Einwohner). Administrativ ist Kamerun in zehn Provinzen gegliedert (vgl. Karte 2).
1 Sofern nicht anders angegeben, entstammen die Zahlen dem deutschen und französischen Wikipedia-Artikel ("Kamerun" / "Cameroun") (Anonymus 2011a; Anonymus 2011b) bzw. dem Internetportal The World Factbook des CIA (CIA 2011).
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2.1.2 Wirtschaft
Kamerun ist ein hauptsächlich landwirtschaftlich geprägtes Land. Etwa 70% der arbeitenden Bevölkerung ist in diesem Bereich tätig. Die Hauptanbauprodukte sind Kakao, Kaffee, Tabak, Bananen und Baumwolle. Im Jahr 2001 lag die Arbeitslosenrate bei 30%. Der Tourismus ist eher unterentwickelt.
2.1.3 Bevölkerung und ethnische Zusammensetzung
Derzeit leben in Kamerun über 19 Millionen Menschen. Wie in den meisten afrikanischen Ländern wächst die Bevölkerung stetig (2010 um 2,2%) und zeichnet sich durch einen hohen Anteil junger Menschen aus (40% sind unter 14 Jahre alt). Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt 54 Jahre. Die Vereinten Nationen listeten das Land im Jahr 2010 auf Rang 131 des Human Development Index (von insgesamt 169 untersuchten Staaten) und zählten es damit zu den niedrig entwickelten Ländern der Erde. Heute sind etwa 68% der EinwohnerInnen alphabetisiert, wobei die Zahlen zwischen Frauen und Männern noch immer ungleich verteilt sind (Frauen: 60%, Männer: 77%) und in den ländlich geprägten nördlichen Provinzen deutlich höher liegen als in den Städten (cf. Leclerc 2011).
Unter den Religionen stellen die christlichen Konfessionen die größte Gruppe dar (ca. 70% aller Kameruner/innen). 20% der Bevölkerung werden
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dem Islam zugerechnet, etwa 6% gehen einheimischen Glaubensrichtungen nach.
Kamerun zeichnet sich durch eine immense ethnische Vielfältigkeit aus. Mit einem Anteil von 20% hinsichtlich der Gesamtbevölkerung stellen die im Zentrum und im Süden lebenden Fangs dabei die größte Gruppe dar. Weitere bedeutende Ethnien sind etwa die Bamouns und die Bamilékés (zusammen 18,5%) sowie die muslimischen Foulbés (ca. 9,6%), die im Norden des Landes beheimatet sind (cf. Leclerc 2011).
2.1.4 Einführendes zur sprachliche Situation
Der Reichtum an ethnischen Gruppen findet auch in der sprachlichen Situation Kameruns seinen Niederschlag. So finden sich hier heute etwa 280 indigene Sprachen, welche zudem unterschiedlichen Sprachfamilien angehören (Bantu-, Niger-Kongo-, afroasiatische und nilo-saharanische Sprachen). Im Ethnologue werden für das afrikanische Land derzeit 286 Einzelsprachen aufgeführt (einschließlich Englisch und Französisch) (cf. Lewis 2011). Diese sprachliche Vielfalt hatte zur Folge, dass sich mehrere einheimische Sprachen als Verkehrssprachen zur interethnischen Verständigung herausgebildet haben. Darüber hinaus war sie ein gewichtiges Argument für die Beibehaltung der Sprachen der beiden ehemaligen Kolonialmächte Großbritannien und Frankreich auch nach der Unabhängigkeit des Landes - Englisch und Französisch sind heute die beiden Amtssprachen Kameruns (cf. Leclerc 2011).
Der / die typische kamerunische SprecherIn lässt sich wie folgt beschreiben: Von den Eltern die Sprache der eigenen Ethnie lernend und diese im Kreise der Familie bzw. ethnischen Gruppe nutzend, lernt er / sie oft schon im frühen Kindesalter, spätestens jedoch in der Schule, auch eine der beiden offiziellen Sprachen. Entscheidend ist hierfür der Wohnort. Aufgrund der unterschiedlichen Einflussbereiche der beiden früheren Kolonialmächte wird heute der weitaus größere Teil des Landes (acht von zehn Provinzen) vom Französischen bestimmt. In den zwei westlichen Provinzen Northwest und Southwest (vgl. Karte 2) dominiert hingegen das Englische. Laut einer Schätzung sind daher
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heute etwa 80% der Bevölkerung frankophon, 20% sind englischsprachig (cf. Leclerc 2011).
Eine zunehmend bedeutendere Rolle im mehrsprachigen Kontext Kameruns spielen Sprachkontaktphänomene wie das sich als Verkehrssprache etablierende kamerunische Pidgin-Englisch sowie die Mischsprache Camfranglais.
2.2 Blick in die Geschichte
An dieser Stelle nun soll ein kurzer Blick in die Geschichte Kameruns erfolgen, welcher für ein tieferes Verständnis der gegenwärtigen sprachlichen Situation unerlässlich ist.
2.2.1 Beginn der europäischen Besiedlung
Im Jahre 1471 landete der Portugiese Fernando Pòo an der Küste des heutigen Kameruns. Hier traf er auch auf einen Fluss (heute Wouri) und taufte ihn Rio dos Camarœs (Garnelen-Fluss), wovon später in den verschiedenen Sprachen die heutigen Landesbezeichnungen abgeleitet wurden. Ab dem 17. Jhd. sind europäische Handelsaktivitäten auf kamerunischem Boden belegt. Waren es zunächst die Niederländer, fanden später zunehmend die Briten Interesse an diesem Landstrich. Und so begann ab 1845 eine englische Missionsgesellschaft in der Region Douala ihr Werk. Hierfür wurde die Bibel in die Sprache der Einheimischen übersetzt, Doula wurde Missions-, Bildungs- und Verkehrssprache. In jener Zeit entwickelte sich auch ein erstes kamerunisches Pidgin-Englisch im Zuge der Verständigung zwischen einheimischen Stämmen und den Briten (cf. Nzesse 2009: 20).
2.2.2 Deutsche Kolonisierung 1884-1918
Die Region Douala wurde 1884 unter Bismarck eine Kolonie des Deutschen Reiches. Douala wurde in Kamerun-Stadt umbenannt. Nun waren hier zwei deutsche Missionswerke tätig, die ihre Arbeit in der Sprache der Einheimischen fortführten, jedoch immer mehr auch die deutsche Sprache durchsetzen wollten. Im Jahr 1894 begannen Bismarcks Truppen einen Eroberungszug ins nordöstliche Landesinnere, auf dem sie schließlich 1902
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Arbeit zitieren:
2011, Französisch in Kamerun, München, GRIN Verlag GmbH
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